Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Nürnberg, 24. Juni 2013 (Montag), 19.30 Uhr, Gewerkschaftshaus, Saal Burgblick: Gedenkveranstaltung an den kürzlich verstorbenen Holocaust-Überlebenden Josef Jakubowicz. Voranmeldung notwendig: birgitmair@t-online.de. Zum Einladungsflyer: hier klicken!
*** VORANKÜNDIGUNG: Nürnberg, 12. Juli 2013 (Freitag), 19 Uhr, Gewerkschaftshaus, Saal Burgblick: Veranstaltung "Arbeitsergebnisse und Arbeitsweise des bayerischen NSU-Untersuchungsausschusses" (Nürnberger Bündnis Nazistopp)
*** NEU: Zur Videodokumentation der Tagung nordbayerischer Bündnisse gegen Rechts "Fünf NSU-Morde in Bayern - Und alles bleibt wie es ist?" am 2. Februar 2013 in Nürnberg: hier klicken! Zur Tagungs-Resolution: hier klicken!
*** Wichtige Hintergrundinformationen sind in der neuen Broschüre "Braune Soß aus Franken – Strukturen der Neonazis und extrem Rechten in Mittel- und Oberfranken und der Widerstand dagegen" nachzulesen! Bestellungen zum Preis von 6 Euro zzgl. Porto und Verpackung über die Mail-Adresse mail@argumente-netzwerk.de. Direktverkauf bei ver.di K.I.B.S. (Nürnberger Gewerkschaftshaus, Kornmarkt, Erdgeschoss). Kurzbeschreibung: hier klicken!
*** Plakat "Neonazimorde in Nürnberg" zum Selberausdrucken: hier klicken!

München, NSU-Untersuchungsausschuss, 18. Juni 2013: "Nationalsozialistischer Untergrund" bereits 2007 in Polizeikreisen bekannt? (Juni 2013)

Heute krachte es im bayerischen NSU-Untersuchungsauschuss München richtiggehend. Es gab eine spektakuläre Aussage eines Polizisten, mehrere Gegenaussagen und sogar eine Gegenüberstellung. Was war geschehen? Der Polizeibeamte Konrad P. äußerte, "der Verfassungsschutz aus Thüringen oder Sachsen habe einmal die Mitteilung gemacht, dass es eine rechte terroristische Vereinigung NSU gebe, 'das heißt dann Nationalsozialistischer Untergrund'. Es habe geheißen, der NSU könnte etwas mit der ungeklärten Mordserie zu tun haben. 'Der Hinweis wurde gegeben. Das war's dann'" (sueddeutsche.de, 18.6.13).

Nun hat der Untersuchungsausschuss ein Problem: Eigentlich sollten die Befragungen wegen des zeitlichen Limits, der laufenden Legislaturperiode, beendet werden...

sueddeutsche.de ("Autoname als Eselsbrücke", 18.6.13): hier klicken!, Endstation Rechts Bayern ("War die Bezeichnung »NSU« schon 2007 bekannt?", 19.6.13): hier klicken!

Fürth: Nazi-Farbanschlag auf österreichisches Honorarkonsulat (Juni 2013)

Am Montagmorgen (17.6.13) wurde ein Gebäude in Fürth, in dem auch das österreichische Honorarkonsulat untergebracht ist, großflächig mit Farbe beworfen. Auf dem neonazistischen Internetportal altermedia wurde mittlerweile ein Bekennerschreiben gepostet. Mit dem Anschlag werde "gegen die Inhaftierung des Dissidenten Gottfried Küssel und weiterer verfolgter Nationalsozialisten in der Ostmark" protestiert. Ostmark war bis 1942 die NS-Bezeichnung für Österreich. Weiter im Text: "Diese Gesinnungsjustiz muss in der BRÖ wie in der BRD ein Ende haben!". Auch den Fürther Nachrichten ging eine Mail mit dem Bekennerschreiben zu.

Der österreichische Neonazi Küssel wurde vor einigen Monaten im Prozess gegen die mutmaßlichen Betreiber des neonazistischen Internetportals Alpen-Donau zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Auch für andere Angeklagte hagelte es hohe Haftstrafen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

(Blick nach Rechts 17.6.13, www.stopptdierechten.at 11.1.13)

nordbayern.de ("Österreichisches Konsulat in Fürth besprüht", 17.6.13): hier klicken!

Bayern: Derzeit offiziell 122 Personen im NSU-Netzwerk, darunter Bayerns V-Mann und ehemaliger (?) Neonazi-Kader Kai Dalek (Juni 2013)

Wie welt.de (14.6.13) meldet, gehen die Sicherheitsbehörden derzeit von 122 Personen im NSU-Netzwerk aus. Unabhängig, was man von solchen neuerlichen vielleicht voreiligen Begrenzungsversuchen hält, ist das erneute Auftauchen des Namens Kai D. interessant. Kai Dalek, ehemaliger V-Mann des bayerischen Verfassungsschutzes und vor allem in den 1990er Jahren sehr aktiver und führender Nazi-Kader, tauchte bereits auf der so genannten Garagenliste von Uwe Mundlos als Kontaktperson im fränkischen Raum auf. Im bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss herrschte meistens Schweigen im Walde, wenn es um ihn ging.

welt.de ("Suche nach weiteren NSU-Taten dauert 20 Jahre", 14.6.13): hier klicken!

Schwarzach / Mainleus: NPD sagte "Bayerntag" ab (Juni 2013)

Aus Oberfranken kommt eine gute Nachricht: Die NPD hat ihren für das kommende Wochenende geplanten "Bayerntag" abgesagt. Es ist anzunehmen, daß die Absage auch für den am gleichen Tag geplanten Landesparteitag gilt. Vorausgegangen waren Protestankündigungen regionaler Anti-Rechts-Initiativen, ein Verbot des Landratsamts sowie der Rückzug eines bisher den NPD-Gebrauch seiner Wiese tolerierenden Grundstücksbesitzers (oder waren es gar mehrere Grundstücksbesitzer?). Der Zugang zum Hauptgelände, das ein örtlicher Nazi-Sympathisant zum wiederholten Male zur Verfügung stellte, wäre nun enorm eingeschränkt gewesen (wir berichteten).

Dieser Erfolg soll am Samstag, den 15. Juni vor Ort, in Schwarzach, gefeiert werden, so die Initative KUnterBunT Bayreuth / Kulmbach. Der NPD-Landesparteitag wurde nach ersten Meldungen nach Augsburg verlegt.

(14.6.13)

Nordbayrischer Kurier ("Rechte sagen Parteitag ab", 14.6.13): hier klicken!, Endstation Rechts Bayern ("NPD-Bayerntag abgesagt – Erfolg für den Widerstand in Schwarzach!", 15.6.13): hier klicken!

Nürnberg / München: Erster Rohrbombenanschlag des NSU am 23. Juni 1999 in der Scheurlstraße in Nürnbergs Südstadt? (Juni 2013)

Die Aussage des NSU-Helfers Carsten S. am 11. Juni im Münchner NSU-Prozess hatte es aus regionaler Sicht in sich. Im Lauf seiner Aussage schilderte er ein Gespräch mit Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos und berichtete damit beiläufig von einem bisher unbekannten NSU-Bombenanschlag in Nürnberg. Zitat stern.de (11.6.13): "Bei der Übergabe der Ceska 83 in einem Café in Chemnitz, hätten sie ihm erzählt, in Nürnberg eine „Taschenlampe hingestellt“ zu haben", so S. "Vor dem Hintergrund seines Wissen über die “Rohrbombenwerkstatt”, in der die Rechtsterroristen vor ihrem Untertauchen mit Sprengstoff experimentiert hatten, habe Carsten S. das Geprahle am Abend gedanklich aber mit einem möglichen Bombenanschlag zusammengebracht."

Tatsächlich gab es im Juni 1999 einen derartigen Anschlag in Nürnbergs Südstadt, wie stern.de zuerst recherchierte. Die Nürnberger Nachrichten berichteten am 25. Juni 1999, dass bei der Explosion einer Rohrbombe am Nachmittag des 23. Juni ein 18-Jähriger "am Oberkörper, im Gesicht und an den Armen" verletzt worden war. Tatort war eine neu eröffnete Pilsbar namens "Sunshine" mit einem türkischen Pächter in Nürnbergs Südstadt in der Scheurlstraße 23 (Quelle für die Angaben zur Gaststätte: BR-Liveblog zum NSU-Prozess, 12.6.13).

Die Nürnberger Nachrichten (25.6.99) zum Tathergang: "Der Mann hatte bei der Toilettenreinigung einen 30 Zentimeter großen Gegenstand bemerkt, den er für eine Taschenlampe hielt. Als er sie anknipsen wollte, kam es zur Explosion." Der Pächter habe geäußert, die Gaststätte nicht wieder öffnen zu wollen.

Auch damals wurde wie bei den folgenden NSU-Anschlägen über "Schutzgelderpressung" spekuliert. "Hinweise auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund" gebe es nicht, so die Nürnberger Nachrichten zwei Tage nach dem Anschlag.

Der Anschlag ähnelte vom Vorgehen her dem ersten NSU-Anschlag in Köln. Dass das unmittelbare Opfer nur leicht verletzt worden war, war Zufall. Mit diesem vierten bekannt gewordenen NSU-Terroranschlag in Nürnberg stellt sich zum wiederholten Mal die Frage nach der Beteiligung und Mitwisserschaft der regionalen Neonazi-Szene.

(11.6.13)

Nach neueren Zeitungsberichten waren die Rohrenden nur unzureichend befestigt, so dass die Bombe ihre potenziell tödliche Wirkung nicht entfalten konnte. Zusätzlich wurde bekannt, dass die Polizei im Jahr 1999 auf mutmaßliche Drogendelikte von Opfer und Wirt fixiert war (sueddeutsche.de, 18.6.13).

Endstation Rechts Bayern ("23. Juni 1999: Bereits erster Bombenanschlag des NSU in Nürnberg?", 11.6.13): hier klicken!, stern.de ("Weiterer Rohrbombenanschlag auf Konto des NSU?", 11.6.13): hier klicken!, nordbayern.de ("Verübte der NSU weiteren Anschlag in Nürnberg?", 11.6.13): hier klicken!, sueddeutsche.de ("Neue Ermittlungen gegen Zschäpe", 18.6.13): hier klicken!

Nürnberg: NSU-Tatort als Müllhalde? Bösartige Provokation oder skandalöse Unachtsamkeit? N-Ergie kündigte Abtransport des Materials an (Juni 2013)

Am ehemaligen ersten NSU-Tatort in der Liegnitzer Straße in Nürnberg häuft sich seit etwa drei Wochen Schutt verschiedenster Art. Auf Fotos sind einerseits Erdaushub und Sand zu sehen, andererseits alte Dachrinnen, Metallgitter, schmutzige Erdrohre usw. Seit dem vergangenen Wochenende sei laut BeobachterInnen der ehemalige NSU-Tatort vollkommen mit Schutt überhäuft.

Aufklärung über den Sachverhalt und sofortige Beseitigung des Mülls ist nun dringend angesagt!

(10.6.13)

Am 11. Juni meldete nordbayern.de, dass ein von der Energieversorgungsfirma N-Ergie beauftragtes Unternehmen den Bauschutt abgeladen habe. Bedauern wurde geäußert und die rasche Entfernung angekündigt.

nordbayern.de ("Bauschutt auf Nürnberger NSU-Tatort abgeladen", 11.6.13): hier klicken!

Raum Ansbach, 9. Juni: SS-verherrlichende Veranstaltung fand statt - "im Raum Lichtenau". Alexander Neidlein, in Mittelfranken wohnender baden-württembergischer NPD-Chef, lud ein (Juni 2013)

Wie aus Ansbach zu erfahren war, fand der weiter unten beschriebene SS-verherrlichende neonazistische "Zeitzeugenvortrag" vermutlich in der dortigen Region statt, im Nebenzimmer einer Gaststätte in der Nähe der Autobahn (A 6). Seitens der Polizei wurde die konspirativ vorbereitete Neonazi-Veranstaltung wohl als Privatveranstaltung betrachtet.

(10.6.13)

Wie die Fränkische Landeszeitung am 12. Juni berichtete, habe Alexander Neidlein, der in Mittelfranken in Buch am Wald wohnende baden-württembergische NPD-Chef, zu der Veranstaltung "im Raum Lichtenau" nahe Ansbach eingeladen. Es seien etwa 15 Neonazis erschienen.

Ansbach, 8. Juni: Brutale Nazi-Gewalt in der Nähe des Kunsthauses: "Dich mach ich kalt" (Juni 2013)

Wie uns mitgeteilt wurde, wurde am Samstag (8.6.13) in Ansbach in der Nähe des Kunsthauses ein junger Mann brutal von einem Neonazi attackiert. Dieser prügelte auf ihn ein und drohte, ihn umzubringen ("Dich mach ich kalt"). Schließlich habe er versucht, den Kopf des jungen Mannes gegen eine Wand zu schmettern. Nach einiger Zeit mischten sich PassantInnen ein, informierten die Polizei und hielten den Nazi-Schläger fest. Ein zweiter Neonazi entkam.

Der Nazi-Gewalttat vorausgegangen waren folgende Ereignisse: Zwei junge Neonazis zogen "Sieg Heil" grölend und mit Hitlergruß am Ansbacher Kunsthaus vorbei. Der später angegriffene junge Mann rief ihnen "Haltet die Klappe" zu und habe beim Vorübergehen auf den Boden gespuckt.

(9.6.13)

Ergänzung: Wie die Fränkische Landeszeitung am 9. Juni berichtete, hatten die zwei erwähnten Neonazis PassantInnen zudem aufgefordert, den Hitlergruß zu erwidern.

Ansbach: NPD will im Herbst im Onoldiasaal Bundesparteitag abhalten. Stadt reagiert mit Verschlimmbesserung (Juni 2013)

Laut nordbayern.de (8.6.13) will die NPD im Herbst in Ansbach im Onoldiasaal ihren Bundesparteitag abhalten. Dieser soll "zwischen dem 5. Oktober und dem 7. Dezember" stattfinden. Die Stadt strebt eine klassische Verschlimmbesserung an: Mit einer Mietklausel gegen "Extremismus" sollen alle unbotmäßigen MieterInnen ferngehalten werden. "Gegen Rechts" ist eine solche Vorgehensweise bekanntlich weitgehend ungegeignet, eher sogar schädlich. Rechtes Gedankengut auch aus der "Mitte" der Gesellschaft wird de-thematisiert; mit der Links-Rechts-Gleichsetzung erfolgt eine Verharmlosung extrem rechter und neonazistischer Politik.

Der NPD-Parteitag war ursprünglich für Anfang April auf einem Wiesengelände im oberfränkischen Rottenbach (Gemeinde Lautertal) geplant. Aufgrund hinderlicher Baumaßnahmen und angekündigten zivilgesellschaftlichen Widerstands sagte die NPD die Veranstaltung ab.

nordbayern.de ("NPD will Bundesparteitag in Ansbach abhalten", 8.6.13): hier klicken!

Raum Nürnberg, 9. Juni: Neonazistische SS-Verherrlichung am Jahrestag der Ermordung von Ismail Yasar in Nürnberg angekündigt (Juni 2013)

Wie das antifaschistische rechercheteam nordbayern (4.6.13) mitteilte, soll ein neonazistischer "Zeitzeugenvortrag" am 9. Juni im "Kreis Nürnberg" stattfinden. Auf dem Ankündigungsflyer wird ein "Veteran der Division 'Hitlerjugend'" angekündigt. Neben Soldatenfotos prangt der Begriff "Hitlerjugend" noch einmal separat auf dem Nazi-Flyer. Eine der beiden angegebenen Handynummern führe laut art-nb zu dem in Mittelfranken lebenden baden-württembergischen NPD-Chef Alexander Neidlein.

Die 12. SS-Panzer-Division "Hitlerjugend" war vom 20. Juli 1943 bis zur Kapitulation des Deutschen Reichs an verschiedenen Fronten aktiv. Mehrere Kriegsverbrechen werden ihr angelastet, so das Massaker von Ascq in der Nacht vom 1. zum 2. April 1944 (Erschießung von 86 Einwohnern des Ortes in Nordfrankreich an der Grenze zu Belgien) und die Ermordung vom mindestens 187 kanadischen Kriegsgefangenen im Juni 1944 in der Normandie. Im Januar 1945 verteidigte die Division zusammen mit anderen Nazi-Truppen - natürlich erfolglos - Budapest gegen die vorrückende sowjetische Armee. Letztere Kämpfe werden von hiesigen Neonazis mystifiziert und überhöht und bilden einen Teil der ideologischen Gemeinsamkeiten mit ungarischen Neonazis. In Ungarn finden jährlich europaweite Nazitreffen statt, um die Nazi-Verbrecher zu ehren.

Zusätzlich zu der angekündigten SS-Verherrlichung stößt übel auf, dass Ismail Yasar genau an einem 9. Juni, nämlich am 9. Juni 2005 in Nürnberg durch Neonazis ermordet wurde.

Schwarzach (Oberfranken): NPD-"Bayerntag" am 15. Juni erneut am selben Ort. NPD-Landesparteitag ebenfalls in Schwarzach. Gegenproteste werden geplant. Landratsamt verbietet; ein Grundstückspächter zieht sich zurück (Mai/Juni 2013)
- aktualisiert -

Nun ist es klar: Der NPD-"Bayerntag" wird nach 2011 und 2012 wohl auch dieses Jahr im oberfränkischen Schwarzach (Mainleus) stattfinden. Eine entsprechende Anmeldung soll vorliegen.

Am 15. Juni sollen ab 15 Uhr neonazistische MusikerInnen sowie einschlägige Rednerinnen und Redner auftreten. Zusätzlich zum "Bayerntag" hat die die NPD für den Vormittag noch einen Landesparteitag in Schwarzach angemeldet. Dort wird es mutmaßlich um die Erstellung der Liste zur Bundestagswahl gehen.

Letztes Jahr im Spätsommer wurde in Schwarzach zusätzlich der "Frankentag" des neonazistischen "Bund Frankenland" veranstaltet. Am 10. August diesen Jahres soll nach dem Muster der bisherigen "Frankentage" ein "Europa Erwacht"-Festival der neonazistischen Kräfte um das "Freie Netz Süd" stattfinden. Der Ort ist noch unklar, soll aber in Bayern liegen.

(Quellen: Endstation Rechts Bayern, aida-Archiv München)

Folgende Protestaktionen sind bis jetzt geplant: Ab 10 Uhr ist eine Mahnwache an der Kreuzung "Alte Straße" auf Höhe Höhlein-Parkplatz geplant. Um 15 Uhr findet eine Auftaktkundgebung an der "Alten Straße" auf Höhe Höhleinparkplatz statt, dann geht es durch die Bahnunterführung auf den Mainweg. Auf dem Mainweg soll dann eine Menschenkette um das Nazi-Gelände stattfinden.

Nach neuesten Meldungen (z.B. Frankenpost, 7.6.13) hat das Landratsamt die Veranstaltung der NPD verboten. Dabei beruft man sich auf formelle Gründe (fehlende Parkplätze u. Ä.). Interessant laut Frankenpost-Artikel: "Der Pächter der benachbarten Wiesengrundstücke hat diesmal seine Wiesen nicht für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt". D.h., dass in den Vorjahren nicht nur der offensichtliche Nazi-Sypathisant sein Grundstück zur Verfügung gestellt hatte, sondern auch noch ein weiterer Grundstücksbesitzer.

Frankenpost ("Proteste geplant gegen "Bayerntag" der NPD in Oberfranken", 30.5.13): hier klicken!, Endstation Rechts Bayern ("NPD: „Bayerntag“ und Landesparteitag in Schwarzach", 31.5.13): hier klicken!, Frankenpost ("Nazi-Gegner zuversichtlich", 7.6.13): hier klicken!

München, 5. Juni, NSU-Untersuchungsausschuss: Nürnberger Zeugin beschrieb 2005 nach dem Mord an Ismail Yasar zwei mutmaßliche Täter "aus Nord- oder Mitteleuropa" (Juni 2013)

Vor dem Bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss erschien am 5. Juni unter anderem eine Nürnberger Zeugin, die am 9. Juni 2005, dem Todestag von Ismail Yasar, wichtige Beobachtungen gemacht hatte. Sie beschrieb damals unter anderem zwei Fahrradfahrer in der Nähe des Tatortes Scharrerstraße, vom Aussehen her "aus Nord- oder Mitteleuropa". "Bei den folgenden Wahllichtbildvorlagen seien ihr jedoch von der Polizei fast ausschließlich südeuropäisch aussehende Personen vorgelegt worden." Ein paar Tage später wurde ein Phantombild angefertigt. Nach dem Kölner Nagelbombenanschlag ein Jahr später wurden der Frau die Videoaufnahmen aus der Keupstraße vorgeführt, auf denen, wie man mittlerweile weiß, Mundlos und Böhnhardt zu sehen waren. Sie erkannte die Männer aus Nürnberg wieder. Die Aussagen der Frau wurden teilweise bereits in den Aussageprotokollen relativiert und, wie wir heute ebenfalls wissen, nicht weiter ernsthaft verfolgt (Zitate aus dem Blog der Grünen, http://nsuua.wordpress.com/). Das rassistische Klischee vom migrantischen Täter aus dem Bereich der "Organisierten Krimínalität" und die Annahme einer Verwicklung der Ermordeten hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits betonartig verfestigt.

Endstation Rechts Bayern ("»Diese Dimension konnte man sich nicht vorstellen«", 5.6.13): hier klicken!, Süddeutsche Zeitung ("Gravierender Fehler bei NSU-Fahndung", 5.6.13): hier klicken!

Nürnberg: Naziparolen an Mauer von Kindertagesstätte (Juni 2013)

Erst kürzlich wurden Naziparolen entdeckt, die auf der Mauer der evangelischen Kindertagesstätte St. Sebald (Brunnengäßchen 7) in Nürnbergs Altstadt zwischen Kinderzeichnungen "prangen". Das neonazistische "Freie Netz Süd" hinterließ an mehreren Stellen seine Parolen, so das Kürzel "FNS", die Internetadresse der Nazigruppierung sowie die antilinke Parole "Good night Left Side" (Schreibweise im Original). (2.6.13)

Hersbruck, Lauf: NPD-Infostände am 31. Mai und am 1. Juni. Gegenproteste durchgeführt - NPD nicht erschienen (Mai/Juni 2013)

Am 31. Mai (Freitag) und 1. Juni (Samstag) sollten in Hersbruck und Lauf NPD-Infostände stattfinden. Bereits am 10. Mai sei BIA-Aktivist und Ex-NPD-Landesvorsitzender Ralf Ollert mit drei Neonazis in Lauf aktiv gewesen, wie Aktive aus der Region berichteten.

In Lauf wurde der Gegenprotest von "Lauf ist Bunt" am oberen Marktplatz beim Brunnen genehmigt, ärgerlich weit entfernt vom mutmaßlichen NPD-Standort vor dem alten Rathaus.

Nach uns zugegangenen Informationen erschien die NPD weder in Hersbruck noch in Lauf. In beiden Städten fanden jedoch antifaschistische Infotische lokaler Bündnisse gegen Rechts statt.

Neumarkt: Hakenkreuz auf Statue. Polizist glaubt nicht an politische Absichten (Mai 2013)

Der Vorstand des Begegnungszentrums Altenhof-Kohlenbrunnermühle hat für Hinweise auf die TäterInnen 5000 Euro Belohnung ausgesetzt. Eine zu der Einrichtung gehörende Statue wurde bereits vor zwei Wochen u.a. mit einem Hakenkreuz beschmiert. Ein in den Neumarkter Nachrichten (29.5.13) zitierter Polizist glaubt nicht, "dass die Schmierereien, die in letzter Zeit auftauchten, ernsthaft politisch sind. Er spricht von Dummheiten, zumal gar nicht so selten das Hakenkreuz verkehrtherum aufgesprüht oder geschmiert wurde". Es ist doch immer wieder interessant, wie verharmlosend die Polizei neonazistische Propaganda kommentiert...

Neumarkter Nachrichten ("Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt", 29.5.13): hier klicken!

Gunzenhausen: Hakenkreuz-Schmierereien im Stadtgebiet (Mai 2013)

Am letzten Mai-Wochenende wurden im Gunzenhausener Stadtgebiet zahlreiche neonazistische Schmierereien, u.a. Hakenkreuze, angebracht (Mitteilung des Landkreisbündnisses Weißenburg-Gunzenhausen). Der Sachschaden soll nach Presseberichten mehrere tausend Euro betragen.

radio8.de ("Dringend Zeugen gesucht", 28.5.13): hier klicken!

Nürnberg, 25. Mai: NPD-Infostand am Gemeinschaftshaus Langwasser erntet Gegenprotest (Mai 2013)

In der Nähe des Gemeinschaftshauses Langwasser erntete ein Infostand der NPD zur samstäglichen Mittagszeit heftigen Gegenwind. Laut den uns zugegangenen Informationen landete rechtes Infomaterial in der Tonne und es wurde lautstark protestiert.

Bereits am letzten Wochenende mussten zwei Aktivisten der NPD in der Nürnberger Südstadt einpacken, nachdem eine empörte Bürgerin den Filialleiter eines nahegelegenen Lebensmittelmarkts informiert und dieser die beiden verscheucht hatte.

Die rechten Infostände dienen neben der Verteilung faschistischen Propagandamaterials auch der Sammlung von Zulassungsunterschriften für die nächsten Wahlen.

Nürnberg: Wir trauern um Josef Jakubowicz (Mai 2013)

Der in Nürnberg lebende Holocaust-Überlebende Josef Jakubowicz ist nach langer Krankheit am 22. Mai 2013 im Alter von 87 Jahren verstorben. Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt.

Wir trauern um eine eindrucksvolle Persönlichkeit und um einen engagierten Mitkämpfer gegen neonazistische und extrem rechte Umtriebe. Jakubowicz trat in den letzten Jahren den wieder frech und dreist gewordenen FaschistInnen auf der Straße entgegen, ob in Nürnberg, Erlangen, Gräfenberg oder Pommersfelden. Er beteiligte sich aber auch an zahlreichen Bildungsveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler.

Josef Jakubowicz wurde 1925 im polnischen Oswiecim (Auschwitz) geboren. Seine Familie wurde von den NationalsozialistInnen verfolgt, weil sie jüdisch war. Als Jugendlicher überlebte er die Konzentrationslager Groß-Rosen, Flossenbürg, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. 34 seiner Familienmitglieder wurden von den NationalsozialistInnen ermordet. Als Vollwaise kam Josef Jakubowicz nach Kriegsende nach Franken, wo er seitdem lebte.

Herr Jakubowicz, Sie werden uns fehlen!

(22.5.13)

München, NSU-Untersuchungsausschuss: Krasse Verharmlosung und Fehleinschätzung von Naziterror durch damalige Ermittler wird auch heute noch unbeeindruckt zum Besten gegeben (Mai 2013)

Bei der jüngsten Sitzung des bayerischen NSU-Untersuchungsausschusses (14.5.13) wurden erneut damalige Ermittler vernommen, diesmal drei aus München und einer aus Nürnberg. Die Bayerische Staatszeitung zitiert den Nürnberger Kriminalhauptkommissar Dieter Schönwald, der bereits beim ersten NSU-Mord an Enver Simsek ermittelt habe. Schönwald habe zum rechten Terroranschlag 1993 auf den Wiener Bürgermeister Zilk gesagt: "Das war ein Postbeamter, der auf sich aufmerksam machen wollte". Die damals durch den rechten Terroristen Franz Fuchs verschickte Briefbombe kostete Zilk zwei Finger. Weitere Bomben der "Bajuwarischen Befreiungsarmee" töteten vier Roma und verletzten mehrere Menschen schwer.

Ein anderer der vernommenen Kripo-Beamten habe sich rechten Terror in Deutschland einfach nicht vorstellen können: "Das passte einfach nicht zu dieser Demokratie". Das Oktoberfestattentat 1980 habe er "nicht so mitbekommen", weil er damals noch zu jung gewesen sei. Zu jung? Der Mann war damals etwa 25 Jahre alt!

Hinweis: Die Protokolle der Sitzungen des bayerischen NSU-Untersuchungsausschusses werden im Laufe der nächsten Wochen und Monate genau ausgewertet. Eine Publikation aus den Reihen der nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts wird diesen Prozess abschließen.

Feucht: Naziparolen auf Schild am Jugendtreffpunkt (Mai 2013)

Wie lange die Nazi-Popaganda bereits auf dem Schild am Jugendtreffpunkt Feucht prangt, ist unklar. Jedenfalls wurde das Wort "Jugendtreffpunkt" zu "Judentreffpunkt" umgestaltet, daneben ein Hakenkreuz angebracht.

Der Bote ("Neonazi-Schmiererei am Jugendtreff", 15.5.13): hier klicken!

Nürnberg: Neonazi-Attacke auf Mahnmal für die NSU-Opfer (Mai 2013)

Wie nordbayern.de (15.5.13) berichtete, verschandelten Neonazis das Nürnberger Mahnmal für die NSU-Opfer mit einschlägigen Aufklebern.

nordbayern.de ("Nazi-Aufkleber am Mahnmal für NSU-Opfer", 15.5.13): hier klicken!

Bergen (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen): Hakenkreuze in Autos gekratzt (Mai 2013)

Unbekannte kratzten zwischen Freitag und Sonntag (10.5.-12.5.13) Hakenkreuze in zwei Autos, die auf dem Parkplatz des Bergener Sportheims abgestellt waren (BR online, 13.5.13)

Fürth: Neonazi-Auftritt auf Stadtteilfest (Mai 2013)

Nach uns weitergeleiteten Informationen tauchten am 11. Mai etwa 20 Neonazis aus dem Umfeld des "Freien Netz Süd" (FNS) auf einem Fest im Fürther Stadtteil Stadeln (vermutlich das "Wasserradfest") auf. Nach etwa einer Stunde hätten diese die Veranstaltung wieder verlassen. Ein Transparent sei mitgeführt worden.

Am Vortag (10.5.13) marschierte das FNS - kurzfristig angemeldet - in Regensburg auf, erlebte allerdings massiven Widerstand durch etwa 300 AntifaschistInnen. Die FNS-Demonstration musste nach Protesten und Blockaden vorzeitig und stark verkürzt beendet werden (Info Endstation Rechts Bayern, 11.5.13).

Bamberg: Brutale rassistische Gewalttat gegen Familie türkischer Herkunft (Mai 2013)

Eine türkischstämmige Familie wurde in Bamberg von zwei Männern zunächst rassistisch beschimpft und dann gewalttätig angegriffen. "Vier Familienmitglieder im Alter von 24 bis 50 Jahren erlitten zum Teil schwere Verletzungen", so nordbayern.de (10.5.13). Die Angegriffenen hätten sich verteidigt und dabei auch die Rassisten verletzt. Die rassistischen Angreifer seien einschlägig vorverurteilt. Der zuständige Ermittlungsrichter sah von einem Haftbefehl ab.

nordbayern.de ("Rassisten verprügeln türkische Familie in Bamberg", 10.5.13): hier klicken!

Nürnberg, 12. Mai, Gemeinschaftshaus Langwasser: Obskurer "1. Bürgerschutz-Tag" der Marktfundamentalisten und "Ökoskeptiker" (Mai 2013)

Am 12. Mai findet im Gemeinschaftshaus Langwasser ein so genannter "1. Bürgerschutztag" statt. Verschiedene "ExpertInnen" referieren zu ökologischen Themen (Bsp. "Preisgünstiges, energiesparendes und gesundes Bauen und Sanieren"), üben aber auch Kritik an der EU ("Schutz vor der EU-Schuldenspirale, bürokratischem EU-Diktat und Unrecht") und scheinen generell den "Kleinen Mann" in Schutz zu nehmen ("Bezahlbares Wohnen u. Mieten"). Nachdem bereits die Nürnberger Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 8. Mai einen skeptischen Blick auf diese Veranstaltung geworfen haben ("Die Angst vor Rechtspopulisten"), wollen wir an dieser Stelle einige Argumente vertiefen und weitere Fragen aufwerfen.

Fangen wir mit den so genannten "Ökoskeptikern" an, die auf der genannten Tagung mit zu Wort kommen und vermutlich auch per Infostand vertreten sind. "Ökoskeptiker" kämpfen beispielsweise gegen die "Klimalüge" (also die Theorie vom menschengemachten Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der Luft), gegen Windkraftanlagen, bestimmte Formen der Wärmedämmung, Solarmodule und oft allgemein gegen Ökoenergie. Auf entsprechenden Internetplattformen findet man nicht selten eine offene Befürwortung von herkömmlichen Kraftwerken und Energiegewinnungsmethoden und nicht zuletzt der Atomenergie. Übergänge zum esoterischen Spektrum sind zu beobachten (fragwürdige Theorien über Energiegewinnung), Übergänge zur Szene der VerschwörungstheoretikerInnen und der konservativen, nationalistischen EU-GegnerInnen ebenfalls (Ablehnung von "EU-Diktaten", bestimmten Energiegesetzen usw., ohne die Kapitallogik des gesamten Energiemarkts zu benennen).

MarkfundamentalistInnen, konservative "Euro-Kritiker" und entsprechende Positionen scheinen ebenfalls prominent auf der Tagung vertreten zu sein, etwa aus dem Spektrum der "Partei der Vernunft" (PdV) und der neugegründeten "Alternative für Deutschland" (AfD), dem "angeblichen Sprachrohr der Frustrierten" (netz-gegen-nazis.de). Über die AfD schrieb Patrick Gensing kürzlich treffend auf tagesschau.de: "Hinter der AfD versammelt sich ein heterogenes Milieu; es ist bürgerlich geprägt - einigen ist die FDP nicht wirtschaftsliberal genug, vielen ist Schwarz-Gelb zu unkritisch gegen den Euro, einige argumentieren nationalistisch gegen die EU, die meisten fühlen sich nicht verstanden von den 'Blockparteien'. Solche und ähnliche Kampfbegriffe sind oft auf den AfD-Seiten zu finden. Die Partei vereint eine Art deutsche Tea Party hinter sich - mit klaren Feindbildern: die 'Politische Korrektheit' und das 'EU-Regime'" (13.4.13). Das Stichwort "Tea Party" weist auf ein erzkonservatives Oppositionsspektrum in den USA hin, das mit ähnlichen Themen agiert, ökologische Reformen oft ablehnt, soziale Kälte als Heilslösung propagiert und reaktionäre Verschwörungstheorien verbreitet.

Warum wir uns mit dieser Thematik beschäftigen? Weil die oben beschriebene Szenerie nach Rechtsaußen anschlussfähig ist. Weil sich in dieser Szene extrem Rechte tummeln. Weil derartige Positionen irgendwie kritisch daherkommen, es in Wirklichkeit aber nicht sind. Das vereint sie mit sonstigen rechten Strömungen. Wir gehen im übrigen nicht automatisch davon aus, dass die Mehrzahl der BesucherInnen, ReferentInnen und VeranstalterInnen dieser Tagung als extrem Rechts einzustufen sind. Wir halten die gesamte Szenerie aber auch nicht für ungefährlich.

Ergänzung: Der Referent Dr. Wolfgang Thüne gab der extrem rechten Zeitschrift "Zuerst!" ein Interview über Klimapolitik (Februar-Ausgabe). Der in Oberfranken lebende Referent und "Dämmkritiker" Konrad Fischer sprach jüngst mit der extrem rechten National-Zeitung (Ausgabe 1.6.13). Beworben wurde die ganze Veranstaltung laut "Antifaschistische Nachrichten" (10/2013) auch in der neu-rechten "Jungen Freiheit".

Nürnberg und andere Orte: Verstärkte öffentliche NPD-Aktivitäten treffen auf antifaschistische Proteste
- Update - (Mai 2013)

Aus verschiedenen Städten werden in den letzten Tagen vermehrte NPD-Aktivitäten gemeldet, so aus Nürnberg und Ansbach. In Neustadt/Aisch soll es am 8. Mai ebenfalls einen NPD-Infotisch geben. An allen bekannt gewordenen Orten gab es Widerstand bzw. wird es Widerstand geben. In Nürnberg drängte die Polizei mehrere protestierende AntifaschistInnen zurück, zwei davon kamen laut Polizeibericht vorübergehend in Gewahrsam (Nürnberger Nachrichten, 7.5.13, Mitteilungen aus Weißenburg und Neustadt/Aisch vom 7.5.13).

Weiterhin verschickte die NPD eine Pressemitteilung, in der sie ankündigte, ihre Frauenorganisation "Ring Nationaler Frauen" (RNF) werde am 11. Mai "im Großraum Nürnberg" eine Jahrestagung abhalten. Der Ort ist bisher nicht bekannt.

(7.5.13)

Update: Der NPD-Infostand am 8. Mai in Neustadt/Aisch fand nach neuesten Informationen nicht statt. Für den 10. Mai wurde von 8 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz in Schwabach ein NPD-Infotisch angemeldet. Ab 14 Uhr ist eine Gegenkundgebung auf dem Marktplatz geplant. In in Ansbach sollen am 10. Mai (Riviera, 9 - 12 Uhr) und am 11. Mai (Neustadt, 9 – 12 Uhr) NPD-Infostände inklusive Gegenprotest stattfinden.

In Neustadt/Aisch waren am 8. Mai zahlreiche Nazi-GegnerInnen auf der Straße - die NPD erschien nicht. In Schwabach protestierten am 10. Mai mehrere Hundert Menschen, der NPD-Infostand sei nach einer Stunde bereits am Vormittag, also vor Beginn der Gegenkundgebung, wieder abgebaut worden. Auf einem Flyer war dazu aufgefordert worden, das Nazi-Propagandamaterial auf den "Müll-haufen der Geschichte" zu werfen.

Update 2: Am Freitag, den 10. Mai (Lauf, Marktplatz) sowie am Samstag, den 11. Mai (Nürnberg-Ziegelstein) gab es weitere NPD-Infostände. Wie sich einige Tage später herausstellte, tagte die oben erwähnte NPD-Frauenriege am 11. Mai im unterfränkischen Geiselwind (Blick nach Rechts, 14.5.13).

Schwabacher Tagblatt ("Hunderte Schwabacher protestieren gegen 'brauen Spuk'", 10.5.13): hier klicken!

Nürnberg, 2. Mai, Prozessnachlese: Zwei Nazis, die aus der Gerichtsverhandlung gegen Daniel W. kamen, griffen vermeintliche Antifaschisten an und bekamen Prügel von der Polizei (Mai 2013)

Wie nordbayern.de (3.5.13) berichtete, griffen zwei Neonazis auf dem Rückweg von der Gerichtsverhandlung gegen Daniel W. (Bericht weiter unten) in der Nähe des Westfriedhofs zwei Männer an und verletzten einen davon leicht. Es ist zu vermuten, dass die Nazis wähnten, Antifaschisten vor sich zu haben. Bei den zwei Personen handelte es sich jedoch um Zivilpolizisten, die kräftig zurückschlugen und die zwei verhafteten. Erneut bestätigt sich die ungeheure Gewalttätigkeit der hiesigen Neonaziszene. Der Freispruch für ihren "Kollegen" am selben Tag scheint die rechte "Kampfeslust" jedenfalls deutlich angestachelt zu haben.

nordbayern.de ("Kampfsportler-Polizist macht mit Nazis kurzen Prozess", 3.5.13): hier klicken!, BR online ("Neonazis geraten an die Falschen", 3.5.13): hier klicken!

Nürnberg, 2. Mai: Freispruch für Neonazi (Mai 2013)

Nach einem Bericht von BR Online (2.5.13) ist der Neonazi Daniel W. vom Vorwurf freigesprochen worden, eine Nazigegnerin am 17. Februar 2011 im historischen Saal 600 im Zuschauerraum geschlagen zu haben. "Seine Schuld konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden".

Im Gerichtssaal saßen mehrere "hochrangige" Nazifunktionäre. Ein Nazi "durfte" als Zeuge für den Angeklagten seine "Erkenntnisse" über das Gewaltopfer darlegen. Obwohl der Richter deutliche Worte gegen die vom Angeklagten vertretene Naziideologie gesprochen und leise Zweifel an dessen Unschuld geäußert hatte, überwog seine Einordnung der Geschehnisse am 17. Februar 2011 in das sattsam bekannte Extremismus-Schema. Insgesamt ist zu resümieren, dass Neonazis leider erneut ungestraft Gewalt ausüben konnten, und das im historischen Saal 600.

BR Online ("Freispruch für 26-Jährigen", 2.5.13): hier klicken!, nordbayern.de ("Neonazi vom Amtsgericht freigesprochen", 3.5.13): hier klicken!, Endstation Rechts Bayern ("Freispruch für Neonazi-Kader Daniel Weigl", 4.5.13): hier klicken!

Nürnberg, 2. Mai 2013 ab 8.30 Uhr: Prozess gegen Neonazi wegen Gewalttätigkeiten gegen mehrere NazigegnerInnen im historischen Saal 600 am 17. Februar 2011 (Mai 2013)

Im Gerichtsgebäude Nürnberg in der Fürther Straße 110 wird am 2. Mai im Saal 62 ab 8.30 Uhr ein Prozess gegen den überregional bekannten und vorbestraften oberpfälzer Neonazi Daniel W. wegen Gewalttätigkeiten gegen mehrere NazigegnerInnen im historischen Saal 600 am 17. Februar 2011 stattfinden. Nach den uns bisher bekannten Fakten geht es um Gewaltausübung gegen zwei AntifaschistInnen.

Zur Erinnerung: Am 17. Februar 2011 startete der Prozess gegen den Fürther Neonazi Peter R. Dieser hatte am 28. April 2010 am Nürnberger Plärrer einen antifaschistischen Jugendlichen aus nichtigem Grund beinahe totgeprügelt.

Die Situation im historischen Gerichtssaal 600 am 17. Februar 2011 war sehr turbulent. Das Nürnberger Bündnis Nazistopp beklagte damals die durch Neonazis ausgeübte Gewalt im Gerichtssaal und das parteiische Agieren der Polizei gegen AntifaschistInnen. Zur Gewaltausübung gegen eine Aktive unseres Bündnisses sei ein Ausschnitt aus der damaligen Presseerklärung vom 18. Februar zitiert: "Neonazigewalt im Gerichtsgebäude: Eskalation billigend in Kauf genommen? Neonazigewalt im Saal 600 und im Gerichtsgebäude vor den Augen der Behörden? (...) Zwischen 13 und 13.30 Uhr wurde ein Mitglied des Nürnberger Bündnis Nazistopp (vermutlich) von einem Neonazi im Saal 600 des Nürnberger Gerichtsgebäudes brutal von hinten gestoßen und zwischen die Zuschauerbänke geschleudert. Dabei stürzte sie schwer. Laut einer ersten ärztlichen Untersuchung erlitt sie mehrere Prellungen, ein Schleudertrauma sowie eine Amnesie für das Ereignis selbst. Die Frau wurde krank geschrieben. Anzeige wird noch erstattet werden, ZeugInnen werden noch gesucht. Für die brutale Tat gab es keinerlei Anlass." An anderer Stelle ist zu lesen: "Im Schatten der kompletten Fixierung des polizeilichen Sonderkommandos auf Mitglieder der sog. Antifa-Szene konnten sich die Neonazis an diesem Tag gewaltsam austoben. Eine räumliche Trennung von Nazi-GegnerInnen und Neonazis, ansonsten bei solchen Gelegenheiten routinemäßig durchgeführt, wurde in den Gängen und im Einlassbereich des Gerichtsgebäudes nicht einmal ansatzweise vorgenommen. Dies war nicht nur für Angehörige des Opfers eine unzumutbare Situation."

BR Online ("Neonazi wegen Prügelei im Gericht vor Gericht", 2.5.13): hier klicken!

Würzburg: 8000 gegen Neonazis, Sitzblockaden, polizeiliche Repression. "Es ist eine Schande für die Stadt, dass hier Neonazis durchmarschieren dürfen" (Mai 2013)

Nach ersten Berichten beteiligten sich etwa 8000 Menschen an den verschiedenen Aktionen gegen den überregionalen Naziaufmarsch am 1. Mai in Würzburg. Einige Sitzblockaden führten zu Veränderungen und teilweise Abkürzungen der Naziroute. Die Polizei ging hart gegen BlockiererInnen vor und agitierte auch im Vorfeld gegen Sitzblockaden, diese seien ein "Mittel der Gewalt". Gegen diese Einschätzung ist einzuwenden, dass Sitzblockaden seit dem so genannten Mutlangen-Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1995 keine verwerfliche Nötigung und keine Gewalt darstellen. Das scheint in Bayern aber seit jeher niemand zu interessieren. Ein italienischstämmiger Würzburger brachte die Lage auf den Punkt: "Es ist eine Schande für die Stadt, dass hier Neonazis durchmarschieren dürfen" (main-netz.de, 1.5.13).

Die Beteiligung seitens der Neonazis aus dem "Freien Netz Süd" sowie weiterer beteiligter Nazigruppen war im Vergleich zu den Vorjahren relativ gering. Es hätten sich etwa 250 Neonazis beteiligt. Antisemitische Parolen à la "Nie wieder Israel" seien gerufen worden. Mehrere JournalistInnen wurden seitens der Nazis gewaltsam angegangen, ohne dass dies für jene Folgen gehabt hätte.

main-netz.de ("Der 1. Mai in Würzburg: 8000 Menschen demonstrieren gegen Neonazis", 1.5.13): hier klicken!

Plakataktion des Nürnberger Bündnis Nazistopp: "143 Todesopfer durch Rechtsextremismus in Deutschland seit 1989" (September 2009)




Dies ist unsere Plakataktion zur Bundestagswahl 2009. Die Plakate wurden im September 2009 im Raum Nürnberg geklebt.

Jede/r darf sich das Plakat herunterladen, vervielfältigen und aufhängen!

Plakate in Größe A 1 können bei uns abgeholt werden, so lange der Vorrat reicht (Anfragen über die EMail-Adresse nazistopp.nuernberg@yahoo.de). Gegen Erstattung der Portokosten und eine kleine Spende schicken wir auch Plakate zu. Wir freuen uns im übrigen sehr über Spenden, da wir das Plakat (Druck und Aufhängung) aus eigenen Mitteln finanziert haben (Kontonummer siehe Kontakt, Spendenaufruf, Impressum auf dieser Homepage, Stichwort "Plakat" angeben!). Danke an Rumpel Druck Nürnberg (niedrige Druckkosten), die Nürnberger Nachrichten und alle anderen SpenderInnen für die freundliche Unterstützung!

Plakat in PDF-Version (ca. 2 MB): hier klicken! Eine JPG-Version (ca. 1 MB) können wir auf Anfrage per Email verschicken.

Artikel zu unserer Aktion auf NPD-blog.info: hier klicken!

Bericht des Cura Opferfonds, der wichtigsten "Datenquelle" für unser Plakat: hier klicken!

Die Bundesregierung zählte Ende 2008 "nur" 40 Tote durch rechtsextreme Gewalt seit 1990

Wie NPD-Blog.Info am 11.12.2008 meldete, gab das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Petra Pau, Ulla Jelpke, Kersten Naumann und der Fraktion DIE LINKE an, dass die Polizeien der Länder dem Bundeskriminalamt für den Zeitraum zwischen 1990 und Ende 2007 "insgesamt 40 Todesopfer politisch rechts motivierter Gewalt gemeldet" haben. Vollständiger Artikel: hier klicken!

Vermutlich haben wir es hierbei mit einem politisch motivierten Zahlen-Jonglieren zu tun. Die Zahl der von Neonazis Ermordeten soll möglichst klein geredet werden - an diesem Punkt greifen Polizeiführungen und Bundesregierung aktiv in die politische Debatte ein. Unser Bündnis jedenfalls hat unter Bezug auf seriöse Quellen die Zahl von 143 Todesopfern rechtsextremistischer Gewalttaten (Stand Juli 2009) seit 1989 in Deutschland ermittelt!

Zu diesem Befund passen die im Mai 2009 veröffentlichten Zahlen des Verfassungsschutzberichtes 2008. Erstmals seit 2004 gebe es wieder "offiziell anerkannte Tote rechtsextremer Gewalt", so Simone Rafael auf www.netz-gegen-nazis.de. Die zuständigen Landeskriminalämter hätten allerdings bis dato von den insgesamt fünf rechtsextremen Morden im Jahr 2008 nur zwei als rechtsextrem motiviert gemeldet - drei Morde tauchten deshalb in der Statistik des Verfassungsschutzes nicht auf! Zum Artikel: hier klicken!

Oktober 2009: Regierung setzt Zahl hoch. Offiziell 46 Tote durch rechte Gewalt seit 1990

Die von uns kritisierte zu niedrige offizielle Zahl von Opfern rechtsextremer GewalttäterInnen wurde im Oktober 2009 leicht nach oben korrigiert. Vier der nachgemeldeten sechs "Fälle" stammen übrigens aus den 90er Jahren!

Unsere Kritik an der viel zu niedrigen Zahl bleibt! Nichtstaatliche Initiativen gehen nach wie vor von mehr als 130 Toten durch rechtsextreme Gewalt in diesem Zeitraum aus. Zum Artikel von NPD-blog.info (15.10.09): hier klicken!

Danke

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de


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