Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Zirndorf / Oberasbach, 24.7.16 (Sonntag), ab 11.30 Uhr: Proteste gegen Neonazi-Kundgebungsserie. Angemeldete Gegenkundgebungen: 11.30 Uhr Ecke Fürther Straße und Schützenstraße, 15 Uhr Ecke Nürnberger Straße und Wallensteinstraße. Zusätzlich wird es eine kleine wandernde Kundgebung geben, die die Nazis "begleitet".
*** Nürnberg, 28.7.16 (Donnerstag), ca. 18.30 Uhr, Prinzregentenufer: Proteste gegen Pegida Nürnberg, organisiert von der VVN-BdA.
*** Bamberg, 4.-7.8.16 (Donnerstag - Sonntag): Solidarity4all. Protestcamp gegen Ausgrenzung und Abschiebelager. Infos: hier klicken!
*** Download der Broschüre "Kritik an der geschönten und verkürzten Darstellung zahlreicher Künstlerbiografien der Nazizeit im Nürnberger Künstlerlexikon": hier klicken!
*** Wir bitten euch um einen Unterstützungsbeitrag für unsere laufenden Projekte, auch kleine Summen sind willkommen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg: Rechte Attacken auf Büro des Bayerischen Flüchtlingsrates (Juli 2016)

Laut nordbayern.de (23.7.16) kam es im Lauf der vergangenen Woche erneut zu Angriffen auf das Nürnberger Büro des Bayerischen Flüchtlingsrates. "Jemand hatte vergeblich versucht, die Türe aufzuhebeln. Weil das offenbar nicht gelang, verklebten die Täter das Ladenschloss mit Sekundenkleber", so das Portal. Derartige Angriffe hätten sich in den letzten Monaten gehäuft. So sei während einer Abendveranstaltung ein Blumenkübel gegen das Schaufenster geschleudert worden. In der Nähe des Büros seien vermehrt Nazi-Aufkleber aufgetaucht.

MitarbeiterInnen des Flüchtlingsrates gehen davon aus, dass es sich um Angriffe aus der extrem rechten Szene handelt.

nordbayern.de ("Nürnberg: Vermutlich rechte Angriffe auf Flüchtlingsrat", 23.7.2016): hier klicken!

Zirndorf / Oberasbach: Erneute "Die Rechte"-Neonazi-Propagandatour am 24. Juli angekündigt - Gegenveranstaltungen organisiert (Juli 2016)
- mehrfach aktualisiert -

Nach dem aus Nürnberg bekannten Muster will die Neonazi-Partei "Die Rechte" nun am Sonntag, den 24. Juli in Zirndorf und Oberasbach eine "Infotour mit 12 Stationen" organisieren. Unter dem Motto "Umvolkung stoppen!! Widerstand jetzt!!" wird ab 11.30 Uhr zum Treffpunkt Zirndorfer Bahnhof mobilisiert. Die mutmaßliche rechte Route: Zirndorfer Bahnhof - Fürther Str. - Marktplatz - Nürnberger Straße - Wallensteinstraße - Albrecht-Dürer-Straße - Rothenburger Straße - Zirndorfer Straße - Wallensteinstraße - Mühlstraße - Mondstraße - Albert-Einstein-Straße - Bahnhofstraße - Bahnhof Zirndorf.


Zirndorf / Oberasbach, 24. Juli 2016: AKTUALISIERT! - Mutmaßliche Naziroute und Gegenkundgebungen, im örtlichen Detail ohne Garantie. Vergrößerte Version: Rechte Maustaste auf Grafik - Grafik anzeigen drücken

Gegenprotest wird vorbereitet. Ein Bündnis verschiedener Zirndorfer und Oberasbacher Personen und Organisationen hat zwei Kundgebungen organisiert: 11.30 Uhr Ecke Fürther Straße und Schützenstraße sowie 15 Uhr Ecke Nürnberger Straße und Wallensteinstraße. Zusätzlich wird es eine kleine wandernde Kundgebung geben, die die Nazis "begleitet".

(Stand 22.7.16)

nordbayern.de ("Zirndorf: Acht Stunden lang rechte Hetze", 22.7.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Rechter Marsch: Zirndorf ruft wieder zur Gegendemo auf", 15.7.2016): hier klicken!

Nürnberg: Erneuter Pegida-Aufritt am 28. Juli nach Pleite in Fürth - Gegenveranstaltung wird organisiert (Juli 2016)

Am Donnerstag, den 28. Juli will Pegida ab 19 Uhr erneut durch Nürnberg marschieren und sattsam bekannte rassistische Tiraden im Viertel Prinzregentenufer / Keßlerplatz verbreiten.

Die Gegenveranstaltung wird im Rahmen des Rotationsverfahrens durch die VVN-BdA gestemmt. Weitere Informationen folgen rechtzeitig.

(Stand 20.7.16)

Nürnberg: Sichert und Roon treten als örtliche Bundestagskandidaten der AfD an (Juli 2016)

Laut AfD-Facebook-Auftritt (17.7.16) wurden bei einer samstäglichen Parteiversammlung der lokalen AfD-Gliederung die Wahlkreis-KandidatInnen für die Bundestagswahlen 2017 gewählt. Für den Wahlkreis Nürnberg-Nord tritt Martin Sichert an, für Nürnberg-Süd Elena Roon (nun eingedeutscht als "Helene Roon"). Sichert machte im Vorfeld der Kommunalwahlen 2014 Schlagzeilen, als deutlich rechtslastige und geschichtsrevisionistische Internetpostings bekannt wurden (Bsp.: "09. Mai, kein Tag des Sieges, ein Tag der Trauer."). Elena Roon engagierte sich in den letzten Monaten unter anderem im Rahmen der extrem rechten Gruppierung "Sichere Heimat". Aus deren Reihen wurden massiv rassistische und völkische Äußerungen getätigt. Im April 2016 zitierte ein "Sichere-Heimat"-Redner auf der Bühne den NS-Dichter, -Kulturpolitiker und SS-Panzerkommandanten Kurt Eggers (1905 - 1943).

Ob diese Konstellation von Rechtsauslegern erreichen kann, dass das Wahlpublikum den unsozialen programmatischen Kern der AfD (Bsp.: "Durch marktwirtschaftlichen Wettbewerb ergeben sich die besten ökonomischen Ergebnisse", "Vermögen- und Erbschaftsteuer abschaffen", AfD-Grundsatzprogramm, Punkte 10.1 und 11.4) übersieht?

(17.7.16)

Nürnberg, Nürnberger Land, Roth, Haßberge und anderswo: Polizeirazzia gegen Hintermänner neonazistischer Facebook-Gruppe (Juli 2016)
- aktualisiert -

"Zwei Männer im Ostallgäu und in Nürnberg leiten eine Facebook-Gruppe, in der der Nationalsozialismus verherrlicht und Straftaten wie Volksverhetzung begangen werden", so nordbayern.de (13.7.16). Insgesamt seien Wohnräume in dreizehn Bundesländern durchsucht worden, in Nordbayern auch in den Landkreisen Nürnberger Land, Roth und Haßberge. Weitere Einzelheiten, etwa über politische Hintergründe der Beschuldigten, sind bis jetzt nicht bekannt.

Die extrem rechte Facebook-Gruppe hieß laut onetz.de (13.7.16) "Groß Deutschland".

onetz.de ("Bundesweite Razzia wegen Hetze im Netz", 13.7.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Hass auf Facebook: Polizei-Razzia in Nürnberg", 13.7.2016): hier klicken!

Fürth: Extrem rechte Sprayer verhaftet (Juli 2016)

Wie nordbayern.de (11.7.16) berichtete, nahm die Polizei zwei Männer fest, die ein Flüchtlingsheim beschmiert hatten. Die beiden Festgenommenen, 34 und 37 Jahre alt, hatten "einen Schriftzug in arabischer Sprache, der sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen richtete", auf den Asphalt gesprüht. Zwei weitere Männer sollen an der nächtlichen Aktion beteiligt gewesen sein, konnten aber nicht dingfest gemacht werden.

nordbayern.de ("Polizei nimmt Sprayer vor Asylbewerberunterkunft fest", 11.7.2016): hier klicken!

Fürth: Neonazi mit Presseausweis unterwegs - Anti-Antifa aktiv (Juli 2016)

Laut nordbayern.de (10.7.16) ist der Fürther Neonazi Kai Zimmermann, örtlicher Funktionär der Partei "Der 3. Weg", eifrig als "Journalist" mit der Kamera unterwegs, um AntifaschistInnen und missliebige JournalistInnen abzulichten. Auch ein Mitarbeiter der Fürther Nachrichten sei durch Zimmermann mehrfach abgelichtet worden. Die dahinterstehende Absicht: Einschüchterung. "Bilder von Nazigegnern landen nicht selten in sogenannten 'Anti-Antifa'- Karteien. Mehrfach wurden auf einschlägigen Internetseiten persönliche Daten veröffentlicht und daraufhin Autos und Wohnhäuser der Betroffenen angegriffen", so nordbayern.de.

nordbayern.de ("Neonazis machen Jagd mit der Kamera", 10.7.2016): hier klicken!

Neumarkt: Flüchtlingsunterkünfte mit Farbkugeln beschossen (Juli 2016)

Laut nordbayern.de (11.7.16) wurden zwei Flüchtlingsunterkünfte in Neumarkt mit Farbkugeln aus Paintball-Waffen beschossen. Wahrscheinlich sei die mutmaßlich rassistische Aktion aus einem Auto heraus durchgeführt worden.

nordbayern.de ("Asylheime in Neumarkt mit Farbe beschossen", 11.7.2016): hier klicken!

Nürnberg-Reichelsdorf, 10. Juli: Über hundert AntifaschistInnen gegen Nazi-Kundgebungsserie im Stadtteil - Kurze Blockade des Nazizugs - Rechte Agitation konnte eingedämmt werden (Juli 2016)
- aktualisiert -

In der Spitze 130 AntifaschistInnen begleiteten lautstark dreizehn Nazis rund um "Die Rechte Nürnberg" auf ihrer Agitationstour durch den Nürnberger Stadtteil Reichelsdorf. Unterstützung für die NazigegnerInnen kam auch von AnliegerInnen. Die Gegenaktion war wichtig, denn die Möglichkeiten der extrem Rechten, ihre menschenverachtende Hetze an den Mann und die Frau zu bringen, minimierten sich dadurch. Eine kleine Sitzblockade stoppte den Nazizug kurz nach Mittag - die Polizei führte die Rechten an der Blockade vorbei. Ansonsten ähnelte der rechte Auftritt in Reichelsdorf dem in Langwasser Ende Juni.

Alles in allem ein bedeutsames Signal gegen Rechts! Danke an alle GegendemonstrantInnen!

Update: Bei der Räumung bzw. Abdrängung der Blockade durch die Polizei wurde nach einem uns zugegangenen Bericht eine junge Frau an der Schulter verletzt.

(10.7.16, aktualisiert 12.7.16)

endstation-rechts-bayern.de ("Frust bei Nürnberger Neonazis: Widerstand übertönte alle Reden", 10.7.2016): hier klicken!

Nürnberg-Reichelsdorf, 10. Juli: Erneute neonazistische Kundgebungsserie der Partei "Die Rechte" - Gegenkundgebungen angemeldet - Auf die Straße! (Juli 2016)
- mehrfach aktualisiert -

Ganz nach dem Muster der jüngsten extrem rechten Propaganda-Tour durch den Stadtteil Langwasser nimmt sich der hyperaktive regionale Ableger der Neonazi-Partei "Die Rechte" nun den Nürnberger Stadtteil Reichelsdorf vor. Am Sonntag, den 10. Juli will man von 11 Uhr bis maximal 20 Uhr folgende Route beschallen: Reichelsdorfer Bahnhof - Eichstätter Platz/Höhe Nr. 10 - Eichstätter Straße/Ecke Dollnsteiner Str. - Dollnsteiner Str./Höhe Nr. 4 - Am Steinberg/Ecke Heilbronner Platz - Am Steinberg/Ecke Weltenburger Str. - Weltenburger Str./Höhe 104 - Weltenburger Str./Ecke am Steinberg/Kindergarten - Reichelsdorfer Bahnhof.

Gegenaktionen werden seitens ver.di / Nürnberger Bündnis Nazistopp vorbereitet. Treffpunkt am Sonntag, den 10. Juli in Nürnberg-Reichelsdorf, Nähe Reichelsdorfer Bahnhof, 11 Uhr.

Flyer zum Download: hier klicken!

Der ideologische Hintergrund der dauerdemonstrierenden Nazitruppe wird zum Beispiel in der Parole "Umvolkung stoppen" deutlich, mit der im Internet für das extrem rechte Event in Reichelsdorf geworben wird. Zu erwarten ist aber auch erneut Original-Nazi-Hetze. So zitierte einer der "Die Rechte"-Dauerredner im April 2016 in Eckental aus den Nürnberger Rassegesetzen von 1935 und verwendete am Ende seines verbalen Ergusses ein Zitat aus einer Hitler-Rede auf dem Nürnberger NSDAP-Reichsparteitag 1933. Wir verstehen nicht, warum derartige Hetzveranstaltungen der "Rechten", die ihre historischen Vorbilder nicht verbergen, seitens der Behörden permanent durchgewunken werden.

Die regionalen Pegida- und "Die Rechte"-Ableger scheinen langsam, aber sicher durchzudrehen. Mit Hyperaktivität will man mangelnde Mobilisierungsfähigkeit verbergen. Warum gerade jetzt und warum trotz dauernder Misserfolge, sieht man einmal vom Aufstieg der AfD ab? Beide extrem rechte Gruppierungen kämpfen - jede auf eigenem ideologischen Hintergrund - gegen den von ihnen so gesehenen Untergang des "deutschen Volkes". Diese nur aus völkisch-rassistischer Sicht verständliche Hysterie ist vergleichbar mit dem Bewusstseinszustand gefährlicher Weltuntergangssekten.


Nürnberg-Reichelsdorf, 10. Juli 2016: Naziroute. Vergrößerte Version: Rechte Maustaste auf Grafik - Grafik anzeigen drücken

(9.7.16)

nordbayern.de ("'Die Rechte' will am Sonntag in Reichelsdorf demonstrieren", 9.7.2016): hier klicken!

Fürth, 7. Juli: Hunderte gegen Pegida - Pegida schrumpft weiter! Weiter so! (Juli 2016)

Mehrere hundert Menschen, nach einigen BeobachterInnen etwa tausend, protestierten lautstark gegen den ersten Pegida-Auftritt in der Kleeblatt-Stadt. Laut BeobachterInnen wandten sich auch AnliegerInnen deutlich gegen den extrem rechten Trupp. So hätten FürtherInnen demonstrativ die Rollläden heruntergelassen; die Besatzung einer Kneipe an der rechten Demostrecke brüllte laut "Nazis raus". Großartig! Eine kurze Sitzblockade auf der Pegida-Strecke war ebenfalls zu verzeichnen.


Fürth, 7. Juli 2016: Gegen Pegida in der Kleeblattstadt! (Foto: Roland Sauer)

Die Pegida-Truppe reduzierte sich indes weiter: Inklusive dem Neonazi-Trupp um "Die Rechte"-Aktivist Dan Eising traten nur noch etwa 40 extrem Rechte an.

(7.7.16)

endstation-rechts-bayern.de ("Pegida in Fürth: Nicht mehr als eine Wanderbaustelle", 9.7.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Gegendemo: 600 Fürther erteilen Pegida eine Absage", 7.7.2016): hier klicken!

Fürth: Pegida-Demo am 7. Juli angekündigt - Gegenkundgebung ab 18.30 Uhr am Bahnhofsplatz! Kommt alle! Auf die Straße gegen RassistInnen und Neonazis! - Skandalös: Pegida-Redner jagte Flüchtlinge in Bulgarien (Juli 2016)
- mehrfach aktualisiert -

Am Donnerstag, den 7. Juli ab 19 Uhr wollen die RassistInnen von Pegida zum ersten Mal in Fürth demonstrieren. Angekündigt ist ein Demonstrationszug vom Fürther Hauptbahnhof aus, durch die Gebhardstraße zur Jakobinenstraße und wieder zurück. Hinter der Veranstaltung steckt wie bei den zahlreichen Pegida-Auftritten in Nürnberg die Gruppe um Gernot Tegetmeyer & Co. Skandalös: Als Pegida-Redner tritt erneut Edwin Wagensveld ("Ed der Holländer") auf. Dieser radikalisierte sich zuletzt zunehmend und geriet in die Schlagzeilen, weil er zusammen mit bulgarischen rechten Paramilitärs Jagd auf Flüchtlinge betrieb (hier klicken!). Wagensveld betreibt im unterfränkischen Bastheim einen Internet-Waffenshop in holländischer Sprache.

Das Fürther Bündnis gegen Rechts ruft zu einer Protestkundgebung am 7. Juli ab 18.30 Uhr am Fürther Bahnhofsplatz auf. Wir schließen uns diesem Aufruf selbstverständlich an! Auf die Straße gegen RassistInnen und Neonazis!

In einer aktuellen Pressemitteilung des Bündnisses heißt es unter anderem: "Wie die Erfahrung – durchwegs an jedem Ort – gezeigt hat, verstecken sich hinter all diesen sogenannten 'Pegidas' i.d.R. Neonazis und Rassisten, die lediglich vorgeben, die Interessen und Nöte der 'kleinen' Leute zu vertreten. In Wahrheit nutzen sie bewusst Ängste und Nöte von Teilen der Bevölkerung aus. Den rechten Anführern geht es einzig und allein darum, Menschen gegen Flüchtlinge aufzuhetzen. Dabei ist ihnen jede Lüge recht, um Menschen gegen Menschen und Arme gegen noch Ärmere aufzuhetzen".

Nach neuesten Meldungen ruft auch die Stadt Fürth zu den Gegenaktionen auf! Respekt!

Achtung: Pegida Nürnberg, hyperaktiv, kündigt einen erneuten Aufmarsch am Donnerstag, den 28. Juli ab 19 Uhr in Nürnberg an. Wir melden uns rechtzeitig mit weiteren Infos!

(Stand 6.7.16)

nordbayern.de ("Fürther Pegida-Aktivist: Ein geistiger Brandstifter", 7.7.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Pegida: Stadt Fürth hofft auf viele Gegendemonstranten", 5.7.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Pegida kommt nach Fürth - und Widerstand formiert sich", 30.6.2016): hier klicken!

Zirndorf, 2. Juni: Tausend gegen Neonazis - Proteste gegen rechte Demo am Nazi-Auftakt beim Stadtpark und vor der Flüchtlingsunterkunft (Juli 2016)

Etwa tausend GegendemonstrantInnen zum Auftakt auf dem Zirndorfer Marktplatz und hundert lautstarke Menschen direkt beim Sammelpunkt der Nazis am Stadtpark: Das ging schon mal gut los. Die zwei Dutzend Nazis inklusive Kernteam der Nürnberger "Rechten" demonstrierten dann zur ZAE, wurden auch dort trotz Starkregen von hunderten NazigegnerInnen erwartet. Nicht gut gelaufen für die Rechten, kann man da nur sagen, da helfen auch die Gäste aus Thüringen und Unterfranken nichts. Und der megaphon-bestückte Thüringer Würstchenbuden-Wagen mit Aufschriften à la "Wir sind ein Volk" und "Thügida" (Thüringer nazidominierter Pegida-Ableger) schon gleich gar nicht.

Ach ja, noch was: Dan Eising warb laut Twitter-Nachricht von Endstation Rechts Bayern für die Pegida-Demo am nächsten Donnerstag in Fürth. Noch Fragen?

(2.7.16)

nordbayern.de ("Zirndorfer Rechte sind keine harmlosen Spaziergänger", 4.7.2016): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Zirndorfer stellen sich in großer Zahl schützend vor ihre Flüchtlingseinrichtung", 3.7.2016): hier klicken!, Störungsmelder ("800 gegen 25: Neonazis blamieren sich in Zirndorf", 3.7.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("800 Neonazi-Gegner demonstrierten in Zirndorf gegen Rechts", 2.7.2016): hier klicken!

Zirndorf, 2. Juli: Nazidemo vom Bahnhof zur Flüchtlingsunterkunft - Gegendemo organisiert - Todesdrohung gegen Zirndorfer Bürgermeister (Juni / Juli 2016)
- mehrfach aktualisiert -

Am Samstag, den 2. Juli wollen Neonazis in Zirndorf vom Bahnhof zur Flüchtlingsunterkunft in der Rothenburger Straße (ZAE) marschieren. Beginnen soll das extrem rechte Spektakel unter dem Motto "Zirndorf sagt nein zum Heim - Bürgerdialog jetzt"! um 14 Uhr. Hinter der Aktion stecken Aktive aus NPD und "Die Rechte". Als RednerInnen angekündigt werden David Köckert (NPD, Thügida, Thüringen), Monique Schober (NPD-nahe Initiative "Franken wehrt sich") und Dan Eising ("Die Rechte", Nürnberg). Neben neonazistischen Facebookseiten wirbt auch die AfD-freundliche Seite "Frankenpresse" für den extrem rechten Aufzug (siehe den unten verlinkten Artikel von Endstation Rechts Bayern).

Eine Gegendemonstration unter der Federführung von ver.di, der SPD Zirndorf und dem evangelisch-lutherischen Dekanat wird organisiert. Motto: "Zirndorf heißt willkommen - Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit". Start / Auftakt: 13.30 Uhr am Marktplatz, Endpunkt: Vor der Flüchtlingsunterkunft. Vor der ZAE soll eine menschliche "Schutzmauer" gebildet werden.


Zirndorf, 2. Juli 2016: Naziroute und Route der Gegendemonstration

Weitere Infos / Aufruf-Flyer: hier klicken!

Update: Der Zirndorfer Bürgermeister Thomas Zwingel erhielt laut nordbayern.de (1.7.16) Todesdrohungen aus Nazikreisen. Vorangegangen waren "Nügida-Schmähungen" gegen "deutschfeindliche Politik" im Zirndorfer Rathaus. Zwingel wurde "zum Kriminellen abgestempelt, der ins Gefängnis gehöre". Weiterhin wurden in der Zirndorfer Bahnhofsunterführung und vor dem Rathaus rechte Parolen wie "Überfremdung stoppen", "Refugees not welcome" und "Zwingel in Knast" geschmiert. Schließlich wurde im Internet ein gewaltverherrlichendes Nazi-Video mit dem Titel "Thomas Zwingel aus der Traum, bald liegst du im Kofferraum!" verbreitet.

(Stand 1.7.16)

nordbayern.de ("Vor Nazi-Demo: Morddrohungen gegen Bürgermeister", 1.7.2016): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Fränkische 'Nachrichtenseite' bringt Neonazis und AfD zusammen", 29.6.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Rechter Marsch zur Flüchtlingsaufnahmestelle geplant", 28.6.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("In Zirndorf formiert sich Widerstand gegen rechte Demo", 24.6.2016): hier klicken!

Nürnberg, 1. Juli: Lautstarker Protest gegen Jürgen-Elsässer-Auftritt bei der AfD (Juli 2016)
- ergänzt -

Auf Einladung der AfD Nürnberg trat Rechtspopulist Jürgen Elsässer (Chefredakteur "Compact") am 1. Juli in Nürnberg im Sportheim des TV Glaishammer 1862 auf. Titel des Vortrags: "Grenzen dicht - Für ein Europa der Vaterländer". Vor dem Saal protestierten ca. 50 Menschen nach Anmeldung einer spontanen Versammlung gegen die rechte Veranstaltung, drinnen waren nach Schätzungen von BeobachterInnen etwa 200 AfDlerInnen. Mit diesem Referenten positioniert sich die AfD Nürnberg erneut sehr weit rechts.

Eine Anwohnerin fand es laut BeobachterInnen empörend, dass in ihrem Vereinslokal eine AfD-Veranstaltung stattfindet. Sie werde zusammen mit anderen den Wirt persönlich darauf ansprechen.

(1.7.16, ergänzt 2.7.16)

Fürth, 30. Juni: Prozess gegen fünf junge AntifaschistInnen wegen Blockade eines Nazibusses fand statt - Ergebnis: Eine Einstellung, vier Verurteilungen zu Geldstrafen und Sozialstunden (Juni 2016)
- mehrfach aktualisiert -

Die laut Fürther Bündnis gegen Rechts "willkürliche Anklage" gegen fünf junge AntifaschistInnen führte zu einer Verfahrenseinstellung sowie zu vier Verurteilungen wegen einer Busblockade und Widerstands gegen Polizeibeamte am 18. April 2015. Die Strafen im Einzelnen: Zweimal 60 Sozialstunden sowie zweimal 60 Tagessätze Geldstrafe. Laut BeobachterInnen sei ein Neonazi als angeblicher Pressevertreter im Saal gesessen und habe die privaten Daten der Angeklagten eifrig mitgeschrieben. Zwei weitere Neonazis beobachteten den Prozess ebenfalls.

Hintergrund des Gerichtsverfahrens: Der Prozess vor dem Fürther Amtsgericht gegen die fünf jungen AntifaschistInnen fand über ein Jahr nach der erfolgreichen, breiten und überregional beachteten Widerstandsaktion gegen einen Naziaufmarsch am 18. April 2015 statt. Damals hatten das Fürther Bündnis gegen Rechts, die Antifaschistische Linke Fürth, der DGB Mittelfranken, die GEW Mittelfranken sowie die IG Metall Fürth zum Protest gegen die neonazistische Partei "Der 3. Weg" aufgerufen, auch unser Bündnis mobilisierte nach Fürth (wir berichteten). Die wenigen Nazis kamen praktisch nicht zum Zug, der rechte Kundgebungsversuch ging kläglich unter.

Die jungen AntifaschistInnen sollen eine gewisse Zeit lang eine Busspur blockiert haben, so dass die wenigen Neonazis den Bahnhofsplatz in Fürth nur verzögert verlassen konnten, um weiter nach Bamberg zu fahren, wo sie ebenfalls vorhatten, ihre rassistische Propaganda zu verbreiten.

Das Fürther Bündnis gegen Rechts führte im Vorfeld des Prozesses weiter aus:

"Schon an den Bahngleisen wurden sie von vielen Antifaschisten empfangen – und die Neonazis konnten dadurch gar nicht auf den Bahnhofsvorplatz gelangen. Nur eine Handvoll Nazis erreichte den abgesperrten 'Käfig' am Bahnhofsvorplatz. Während auf der Gegenkundgebung u.a. auch der Fürther Oberbürgermeister sprach und das antifaschistische Engagement lobte und sich deutlich gegen die Nazis wandte, gingen die Versuche der Nazis, sich Gehör zu verschaffen, im Gegenprotest unter. (...) Im Nachgang wurden die antifaschistische Kundgebung und der breite Protest gegen die Neonazis als starkes Signal auch von der Presse gewürdigt".

Auf Unverständnis stieß deshalb die juristische Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft. Gezielt seien junge AntifaschistInnen herausgepickt worden, "gleichwohl sich eine Vielzahl von Menschen der gleichen 'Delikte' schuldig gemacht hat, nämlich für eine gewisse Zeit friedlich die zeitige Abfahrt der Nazis zu behindern und damit zu verhindern, dass diese schnell nach Bamberg zu einer weiteren Nazi-Kundgebung fahren konnten. Was für ein Verbrechen? Und warum gerade diese fünf?" Das Bündnis forderte unter anderem die sofortige Einstellung der juristischen Verfahren gegen die fünf jungen Menschen.

(20.6.16, aktualisiert 25.6 und 2.7.16)

Nürnberg-Langwasser, 26. Juni: Live-Ticker vom Protest gegen die Nazi-Demo (Juni 2016)

Zusammenfassung des heutigen Protestnachmittags: In der Spitze fünfzehn Nazis führten erneut einen Kundgebungsmarathon im Nürnberger Stadtteil Langwasser durch. In der Spitze 50 AntifaschistInnen boten lautstark Paroli und ließen die Nazipropaganda nicht zum Zug kommen. Ärgerlich bleibt: Die Stadt hat erneut eine Riesen-Demostrecke für ein paar Nazis durchgewunken. Geht's noch? Die städtische Genehmigungspraxis ist an diesem Punkt zum wiederholten Mal skandalös und will einfach nicht zum propagierten Image ("Nürnberg stellt sich seiner Geschichte") passen.


26. Juni 2016: Gegen "Die Rechte" in Langwasser (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

15.15 Uhr: Nazidemo beendet! Danke an alle, die ihren Protest gezeigt haben!

15.10 Uhr: Nazis spielen "Deutschland Deutschland über alles" ab. Ja klar.

14.50 Uhr: Rechte Abschlusskundgebung an der Breslauer Straße, Nähe Franken-Center.

14.40 Uhr: Nazi-Demo wird fortgesetzt und vermutlich nach der nächsten Kundgebung beendet.

14.30 Uhr: Nazi-Kundgebung vor dem Gemeinschaftshaus Langwasser. Nazis mit "Nügida"-Transparent, haben sie wohl wieder mal aus dem Keller geholt.

14.15 Uhr: Dreizehn Nazis gehen jetzt direkt zum Heinrich-Böll-Platz, lassen wieder eine Station aus. Dank an die GegendemonstrantInnen für die Ausdauer!

14 Uhr: Nazis stehen direkt an der Straße, beschallen den Autoverkehr. Sehr gut!

13.50 Uhr: Nazis laufen jetzt zur Ecke Glogauer Straße / Görlitzer Straße. Sonst nix Neues.

13.20 Uhr: Nazikundgebung jetzt Ecke Oppelner Straße / Görlitzer Straße. Lauter Gegenprotest. Nächste U-Bahn-Haltestelle: U1 - Langwasser Gemeinschaftshaus.

13.10 Uhr: Die Nazis demonstrieren weiter zu ihrem nächsten Ziel (vermutlich Oppelner Straße / Ecke Görlitzer Straße).

13 Uhr: Drei Nazis der Partei "Die Rechte" begrüßen den Kameramann von Ruptly TV.

12.50 Uhr: Nazikundgebung auf Höhe Glatzerstr. 10. Offensichtlich wurde eine rechte Kundgebungsstation ausgelassen! Wir sind nach wie vor laut dagegen!

12.45 Uhr: Nazidemo zur nächsten Station (vermutlich Glatzerstraße 40).

12.30 Uhr: Wir sind jetzt 50, einige AnwohnerInnen dabei. Auf Nazi-Seite Transparent "Die Rechte" und NPD-Fahne. Kein sichtbarer Zuspruch seitens der örtlichen Bevölkerung. Einer unserer Redner fordert die Besiedelung der Rückseite des Mondes durch Nazis.

12.20 Uhr: Nazi-Kundgebung in der Trebnitzer Straße. Die mittlerweile 40 AntifaschistInnen sind laut, pfeifen. Auf Naziseite sind eine russische und mehrere deutsche Reichsflaggen (schwarz-weiß-rot) zu sehen. Deutsche Nazis biedern sich an Russland an? Aus einem Fenster hängt ein Transparent "Nazis raus" (Endstation Rechts Bayern Twitter). Polizei erließ einen Platzverweis bei Verlassen der Gegenkundgebung zum Pinkeln, seltsam. Der verwiesene Antifaschist ist wieder bei uns.

11.55 Uhr: Nazis packen ein und machen sich auf den Weg zur nächsten Station (vermutlich Ecke Münsterberger Straße / Trebnitzer Straße).

11.45 Uhr: Inzwischen 30 gegen 15. Anti-Nazi-Sirene ertönt. Laut Nonügida Twitter schwächelt die Nazianlage.

11.35 Uhr: Etwa 20 Nazis haben per Demo die Ecke Oppelner Straße / Münsterberger Straße erreicht und beginnen dort mit einer weiteren Kundgebung.

11.25 Uhr: Ein weiterer Redner der Rechten (Thomas R.) hat gesprochen. Die Nazis brechen jetzt auf zur Demo zu ihrer nächsten Station, formieren sich auf der Breslauer Straße. Wir sind 25.

11.10 Uhr: Wir sind mittlerweile 20. Danke an die AntifaschistInnen vor Ort! Ihr seid großartig! Und jetzt mal zum Mitschreiben: Die Stadt hat eine Riesen-Nazidemostrecke genehmigt, für ein paar Nazis. Das ist mehr als skandalös, aber man kennt es nicht anders in Nürnberg. Wir haben zum Glück davon erfahren, aber eben sehr kurzfristig. Wie lange weiß die Stadt schon davon?

11.00 Uhr, Breslauer Str. / Ecke Glogauer Str.: Etwa 15 Nazis vor Ort, wir sind etwa ebenso viele. Im Moment sieht es so aus, dass es eine Nazidemo gibt, nicht nur eine Serie von Kundgebungen. Dan Eising (Die Rechte) spricht. Mutmaßlich russisches Videoteam (Ruptly) begleitet Nazidemo.

Danke an unsere BerichterstatterInnen vor Ort, an Nonügida Twitter und weitere Twitterer.

(26.6.16)

Nürnberg: "Identitärer" Besuch bei den Grünen (Juni 2016)

Die hiesigen "Identitären" sahen sich offensichtlich durch antinationale Äußerungen der Grünen Jugend provoziert und statteten Räumlichkeiten der Nürnberger Grünen einen Besuch ab. Genauer: Sie hinterließen Flyer und Flagge an (geschlossener) Tür und Briefkasten.

Die völkische und rassistische Bewegung der "Identitären" inszeniert sich als Jugendbewegung und ist in der Region bisher vergleichsweise wenig aktiv.

(Mitteilung der Grünen Jugend, 27.6.16)

Nürnberg: Beleidigungsverfahren gegen Neonazi Gerhard Ittner eingestellt (Juni 2016)

Gegen Neonazi Gerhard Ittner wurde kürzlich erneut verhandelt, und zwar vor dem Amtsgericht Nürnberg wegen Beleidigung eines Polizisten. Ittner habe diesen während des Volksverhetzungsprozesses im letzen Jahr (wir berichteten) "ermittlerische Pfeife" genannt.

Schlussendlich wurde das Verfahren laut nordbayern.de (27.6.16) eingestellt, und zwar "im Hinblick auf das schwebende Verfahren am Oberlandesgericht" - Das oben genannte Gerichtsverfahren wegen u.a. Volksverhetzung ist wohl noch nicht durch alle Instanzen gegangen.

nordbayern.de ("Neonazi Ittner wegen Beleidigung vor Gericht", 27.6.2016): hier klicken!

Nürnberg-Langwasser, 26. Juni: Erneute Nazi-Kundgebungstour am Sonntag - Gegenkundgebungen angemeldet - Auf die Straße! (Juni 2016)

Die Neonazis der Partei "Die Rechte" haben für Sonntag, den 26. Juni erneut eine Kundgebungstour durch den Nürnberger Stadtteil Langwasser angemeldet. Rechte Kundgebungen sollen zwischen 11 und 20 Uhr an folgenden Orten stattfinden: Glogauer Str. ggü. Taxistand - Oppelner Str./ Münsterberger Str. - Münsterberger Str./ Trebnitzer Str. - Glatzer Straße 40 - Glatzer Str. 10 - 14 - Oppelner Str./ Görlitzer Str. - Glogauer Str./ Görlitzer Str. - Glogauer Str./ Striegauer Str. - Heinrich-Böll-Platz - Glogauer Str. ggü. Taxistand.


Nürnberg-Langwasser, 26. Juni 2016: Die Naziroute

Hier noch einmal die rechte Route als PDF in höherer Auflösung und zum Ausdrucken: hier klicken!

Das Nürnberger Bündnis Nazistopp hat entsprechend Gegenkundgebungen angemeldet und bittet um rege Teilnahme an den Gegenprotesten. Der Auftakt ist mit der U-Bahn gut zu erreichen: U1, Haltestelle Langwasser-Mitte. Die Entfernungen sind auch zu Fuß zu bewältigen.

Am Sonntag wird es auf unserer Homepage einen Live-Ticker geben, um euch einen zeitnahen Überblick zu verschaffen!


(Stand 25.6.16)

Vorra: Zwei Tatverdächtige nach Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte verhaftet - Drohender Bankrott einer Baufirma als Motiv für die Brandstiftung? (Juni 2016)
- aktualisiert -

Laut verschiedenen Medienberichten wurden zwei Menschen verhaftet, die für die Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte am 12. Dezember 2014 in Vorra (Mittelfranken) verantwortlich sein sollen. Die Polizei ließ verlauten, dass den Taten keine rassistischen Motive zugrundeliegen würden, sondern "wirtschaftliche Erwägungen". Weitere Einzelheiten wolle man auf einer Pressekonferenz am morgigen Freitag in Nürnberg bekannt geben.

Update: Nach der polizeilichen Pressekonferenz am Freitag steht folgende Tatversion im Raum: Ein 42 Jahre alter Mitarbeiter einer Baufirma und dessen 50-jähriger Chef wollten ihre Firma entlasten, haben deshalb die Gebäude angezündet und durch die rechten Schmierereien eine falsche Fährte gelegt. Die als Flüchtlingsunterkünfte vorgesehenen Gebäude hätten zum Tatzeitpunkt massive Baumängel aufgewiesen; hohe Kosten wären auf die finanziell bereits angeschlagene Firma zugekommen. Der Eigentümer der Gebäude soll nicht in die Tat verwickelt sein.

Die Vorgeschichte: Im mittelfränkischen Vorra brannten am 12. Dezember 2014 drei Gebäude, die als Flüchtlingsunterkünfte vorgesehen waren, darunter eine leerstehende Gaststätte, eine Scheune mit Anbau sowie ein nicht genutztes Wohnhaus. Die Flammen wurden durch die Feuerwehr rasch gelöscht, die Immobilien waren jedoch stark beschädigt. Auf den Anbau der oben erwähnten Scheune wurden die Parole "Kein Asylat in Vorra" (Schreibfehler im Original) sowie Hakenkreuze gesprüht. Die Neonazis der Partei "Der 3. Weg" äußerten seinerzeit auf ihrer Homepage nicht nur klammheimliche Sympathie für die Brandanschläge.

Bereits im November 2014 hatten mutmaßlich rassistische Brandstifter Feuer in einer ehemaligen Chemiefabrik im Erlanger Stadtteil Eltersdorf gelegt. Das Gebäude war als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen. Ebenfalls im November 2014 wurden neun Hakenkreuze auf die Fassade einer Flüchtlingsunterkunft in Hof gesprüht; die Flüchtlingsunterkunft in Münchberg wurde zum wiederholten Male attackiert, indem dort drei Scheiben eingeworfen wurden.

Unser vorläufiges Fazit: Unabhängig vom Motiv der Brandstiftung in Vorra gilt diese Tat inklusive extrem rechter "Markierung" als Fanal für eine mittlerweile gigantische Serie rassistisch motivierter Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Der rasche und durch zahlreiche Presseorgane verbreitete Ausschluss einer rassistischen Tatmotivation für Vorra 2014 - bisher liegen keine Geständnisse der Verhafteten vor - trägt den Charakter der Leugnung des Undenkbaren. Warum ist man eigentlich so froh darüber, dass es keine organisierten Rechten oder keine rassistischen Nachbarn waren? In die leugnende Ecke gehört auch die Argumentation des polizeilichen Soko-Leiters auf der Pressekonferenz: "Rechtsextremisten wollen Botschaft senden bei solchen Taten. Herangehensweise in Vorra unterscheidet sich vollkommen von anderen Straftaten, bei der Rechtsextremisten Täter waren, weil vollkommene Zerstörung geplant war" (zitiert nach nordbayern.de, 24.6.16). Wie bitte? Extrem Rechte wollen keine vollkommene Zerstörung? Der NSU-Skandal lässt grüßen...

(23.6.16, aktualisiert 24.6.16)

n-land.de ("Mitarbeiter der Baufirma sollen Feuer gelegt haben", 24.6.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Baufirma-Mitarbeiter sollen Brand in Vorra gelegt haben", 24.6.2016): hier klicken!, sueddeutsche.de ("Tatverdächtige nach Brandanschlag von Vorra gefasst", 23.6.2016): hier klicken!, n-land.de ("Brandstiftung in Vorra: Tatverdächtige festgenommen", 23.6.2016): hier klicken!, nordbayerischer-kurier.de ("Anschlag: Zwei Tatverdächtige festgenommen", 23.6.2016): hier klicken!

Nürnberg, 18. Juni: 250 gegen Pegida, gegen völkischen Wahn, gegen rassistischen Ausschluss - Danke an euch alle! - Udo Lindenberg wies im Nürnberger Stadion auf unsere Gegenaktion hin (Juni 2016)
- mehrfach aktualisiert -

In aller Kürze: Am heutigen Samstag nachmittag protestierten in der Spitze 250 Menschen gegen den Auftritt von Pegida Nürnberg am Jakobsplatz. Ein gigantischer Polizeiapparat war angetreten - wofür eigentlich? Etwa 65 PegidistInnen, darunter etwa sieben Neonazis, lauschten den rassistisch und völkisch aufgeladenen Reden, gehalten unter anderem von Trauerredner Ernst Cran.


18. Juni 2016: Gegen Pegida Nürnberg am Jakobsplatz (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Ein antirassistischer Aktivist, der auf Pegida-Seite ein Schild mit den Parolen "AfD muss weg! / Rassismus stoppen!" zeigte, wurde durch die Polizei abgeführt und nach einer Personenkontrolle rasch wieder freigelassen.

Ergänzung 1: Der bereits erwähnte Ernst Cran trug zu Melodien à la "Von den blauen Bergen kommen wir" ekelhaft rassistische, flüchtlingsfeindliche Texte vor. Beispiele: "Denn wir rauben euer Land / und ihr fresst uns aus der Hand / Von den Weiten Islamiens kommen wir" und "Statt den deutschen Mietern / ziehen hundert Moslems ein" und schließlich "Wir ham das neuste Handy / und wir sind schick frisiert". Dem "Spaziergang", sprich der rechten Demo, gingen diesmal zwei Menschen mit Bahre voran. Auf der Bahre war eine zusammengelegte Deutschland-Fahne drapiert, denn "Deutschland ist sehr krank". Da durfte dann auch ein jüngerer "Spaziergänger" mit einem T-Shirt mit Aufdruck "Deutsch sein heißt treu sein" in Frakturschrift nicht fehlen. Ein gleichnamiges Lied wurde bei NS-Aufmärschen gesungen. Und last but not least: Wer würdigt Pegida Nürnberg? Natürlich das russische Internetportal sputniknews.org, das in einem englischsprachigen Bericht vom 18. Juni von "hundreds" (hunderten) TeilnehmerInnen an der Pegida-Kundgebung spricht.

Ergänzung 2: Wie einem Artikel auf der Kultur-Seite der Nürnberger Nachrichten (Printausgabe, 20.6.16) zu entnehmen ist, wies Udo Lindenberg bei seinem samstäglichen Konzert angesichts einiger leerer Reihen im Nürnberger Stadion auf unsere Gegenaktion hin: "Die anderen kommen später nach, die sind noch demonstrieren mit dem Bündnis Nazi-Stopp". Damit wurde wenigstens im Kulturteil die momentane redaktionelle Linie durchbrochen, die Auftritte der extrem rechten Gruppierungen "Sichere Heimat" und Pegida Nürnberg zu verschweigen und die Gegenaktivitäten zu ignorieren, sieht man mal vom Twitter-Account der NN-Lokalredaktion ab.

(18.6.16, ergänzt 19. und 21.6.16)

Plakataktion des Nürnberger Bündnis Nazistopp: "183 Todesopfer durch rassistische Gewalt in Deutschland seit 1990 - Deine Stimme gegen Nazis und Rassist_innen" (Juli/September 2013)




Dies war unsere Plakataktion (nicht nur) zur Landtags- und Bundestagswahl 2013. Die Plakate wurden ab Anfang September auch auf Plakatwänden und Litfaßsäulen verbreitet.

Mit unserer Plakataktion zur Landtags- und Bundestagswahl 2013 fordern wir nicht nur die soziale Ausgrenzung extrem rechter und neonazistischer Parteien (und ihrer WählerInnen, solange sie diese Kräfte unterstützen). Wir problematisieren auch die aus unserer Sicht falsche Zählung der Todesopfer rechter Gewalt seitens der zuständigen Behörden und damit auch der Bundesregierungen.

Jede/r darf das Plakat aufhängen und herunterladen!

Plakate in Größe A 1 und A 3 können bei uns abgeholt werden, so lange der Vorrat reicht (Anfragen über die EMail-Adresse nazistopp.nuernberg@yahoo.de). Gegen Erstattung der Portokosten und eine kleine Spende schicken wir auch Plakate zu. Die Plakate können auch als PDF-Datei heruntergeladen und verbreitet werden: hier klicken!

Wir freuen uns im übrigen sehr über Spenden, da wir das Plakat (Druck und teilweise Aufhängung über die Stadtreklame im September 2013) aus eigenen Mitteln finanziert haben (Kontonummer siehe Kontakt, Spendenaufruf, Impressum auf dieser Homepage, Stichwort "Plakat" angeben!). Danke an Rumpel Druck Nürnberg (niedrige Druckkosten) und alle anderen SpenderInnen für die freundliche Unterstützung!

Aktueller Artikel zum Thema des Cura Opferfonds, der wichtigsten "Datenquelle" für unser Plakat: hier klicken!

Die Bundesregierung zählt derzeit "nur" 75 Tote durch rechtsextreme Gewalt seit 1990
- offizielle Zahl aktualisiert im Juli 2015 -

Die offizielle Erfassung rechter Gewalt in der Statistik "Politisch motivierte Kriminalität" (PMK) blendet einen Teil rassistischer Gewalt systematisch aus und trägt so zu deren Verharmlosung bei. So sind in Bayern sechs Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 "staatlich anerkannt", sieben Todesopfer nicht. Dieses von sämtlichen Bundesregierungen durchgeführte und unterstützte "Herunterrechnen" rechter Gewalt dient vermutlich der Imagepflege und der Aufrechterhaltung der offiziösen Extremismustheorie. Das hat nicht nur statistische Folgen: Wie sich im bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss bei der Befragung damaliger Ermittler und Zuständiger zeigte, war das allgemeine Ausblenden rassistischer Tatmotivationen üblich und verbreitet. Der Naziszene wurden derartig brutale Taten nicht zugetraut, folglich wurde auch nicht ernsthaft in diese Richtung ermittelt. Dabei würden ein paar Blicke in die von antifaschistischen und antirassistischen Initiativen gesammelten Tatbeschreibungen und Opferberichte vollauf genügen...

Leider ist unser Plakat nicht mehr "aktuell": Neonazis töteten in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2013 in Kaufbeuren einem Mann

Ein Aktiver unseres Bündnisses äußerte vor kurzem die Hoffnung, dass das Jahr 2013 das erste Jahr seit Jahrzehnten ohne Todesopfer durch rechte Gewalt werden könnte. Der Traum ist aus: In Kaufbeuren erschlug ein Neonazi einen 34-jährigen, aus Kasachstan stammenden Mann. Der Täter und seine Gruppe hatten sich vorher rassistisch geäußert. Der Täter selbst sei zudem einschlägig polizeibekannt. Weitere Informationen des aida-Archivs München: hier klicken!

Nicht offiziell anerkannt als Opfer rechter Gewalt. Ein Beispiel: Klaus-Peter Beer, Amberg 1995, von Neonazis mißhandelt und schwer verletzt in die Vils geworfen, wo er ertrank

Dass Klaus-Peter Beer aus politischen Gründen ermordet wurde, zeigen Tatablauf und politische Einbindung der Täter. Das Internetportal "Mut gegen rechte Gewalt" berichtet: "In der Nacht zum 7. September 1995 wird der Busfahrer Klaus-Peter Beer in Amberg (Bayern) von den rechten Skinheads Richard L. und Dieter M. massiv geschlagen und schwer verletzt in die Vils geworfen. Klaus-Peter Beer ertrinkt. Die beiden Rechten wollen dem 48-jährigen Opfer 'einen Denkzettel verpassen', da sie von dessen Homosexualität wissen. Richard L. und Dieter M. treten unzählige Male mit ihren Springerstiefeln auf das wehrlose Opfer ein und werfen ihn anschließend in die Vils, wo er ertrinkt." Die Täter wurden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, sind aber vermutlich schon lange wieder in Freiheit.

Mittlerweile ist bekannt, dass einer der damaligen Täter, Richard L., aus dem Gefängnis heraus Kontakt mit Mandy S. pflegte. Die Nazi-Aktivistin Mandy S. engagierte sich für die mittlerweile verbotene "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG). Sie hielt sich eine Zeitlang im fränkischen Raum auf, war in der hiesigen Neonaziszene aktiv und verhalf den untergetauchten Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nach deren Untertauchen 1998 zu einem Unterschlupf. Beate Zschäpe nahm zeitweise die Identität von Mandy S. an.

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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