Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Nürnberg, 15.10.16 (Samstag), u.a. Jakobsplatz, am Nachmittag: Proteste gegen Pegida Nürnberg, veranstaltet vom Antifaschistischen Aktionsbündnis Nürnberg. Der rechte Terror tobt - nicht nur in Dresden! Deshalb: Auf die Straße! Weitere Infos folgen.
*** Download der Broschüre "Kritik an der geschönten und verkürzten Darstellung zahlreicher Künstlerbiografien der Nazizeit im Nürnberger Künstlerlexikon": hier klicken!
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Fürth: Pegida Nürnberg am 14. Oktober erneut in Fürth (September 2016)
- aktualisiert -

Bereits am Freitag, den 14. Oktober will Pegida Nürnberg ab 19 Uhr erneut in Fürth demonstrieren. Hyperaktivismus? Über Gegenproteste werden wir euch rechtzeitig informieren.

(Stand 30.9.16)

Nürnberg: Proteste gegen rassistische Pegida-Demonstration am 15. Oktober werden vorbereitet (September 2016)

Die rassistische Gruppierung Pegida Nürnberg marschiert erneut durch Nürnberg. Am Samstag, den 15. Oktober wollen sich die extrem Rechten ab etwa 13 Uhr am Jakobsplatz sammeln und dann folgende Route laufen: Dr.-Kurt-Schumacher-Straße, Kornmarkt, Klaragasse, Grasersgasse, Frauentorgraben, Plärrer, Ludwigstor, Ludwigstraße, zurück zum Jakobsplatz. Schauen wir mal, ob die rechten Hetzer diese Route bekommen.

Im Rahmen des Rotationsprinzips gegen extrem rechte Straßenveranstaltungen wird das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg Gegenveranstaltungen vorbereiten. Wir halten euch wie immer auf dem Laufenden.

(Stand 30.9.16)

Fürth, 22. September: Fünfhundert Menschen gegen Rechts - Zwei parallele Kundgebungen gegen Pegida - Identitärer Pegida-Redner: "Rechtsruck ist Rückkehr zum gesunden Menschenverstand" (September 2016)
- mehrfach aktualisiert -

Mehrere hundert Menschen protestierten am 22. September in der Kleeblattstadt lautstark gegen Pegida Nürnberg. Sehr schön! AnwohnerInnen beschallten die Rechten mit "ein bisschen Frieden"; während des "Spaziergangs" der RassistInnen wurden Rollos heruntergelassen. Sogar der Fürther OB Jung hielt eine kurze Rede. Etwa zur gleichen Zeit demonstrierten AntifaschistInnen vor dem Fürther Domizil des Pegida-Organisators Gernot Tegetmeyer, um die NachbarInnen auf den extrem rechten Aktivisten aufmerksam zu machen.


22. September 2016: Gegen Pegida in Fürth - bei Tag und in der Nacht (Fotos: Roland Sauer)

Die stagnierende Pegida-RassistInnentruppe brachte maximal 50 AnhängerInnen auf die Straße, darunter ein knappes Dutzend Neonazis rund um "Die Rechte Nürnberg". Diesmal wollte Pegida-Tegetmeyer die Neonazis mit Hilfe der Polizei aus der Demo ausschließen. Diese lehnte jedoch ab. Beim versuchten Ausschluss der "Rechten" dürfte es sich angesichts des zu erwartenden Prozesses gegen deren Bamberger Parteifreunde wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung um ein taktisches Manöver handeln.

Laut Endstation Rechts Bayern (Twitter) trat Michael Wenglorz aus dem Umfeld der rassistischen Identitären Bewegung als einer der heutigen Redner bei Pegida auf. Aussagekräftiges Zitat aus seiner Rede: "Dieser vielbeschworene Rechtsruck ist aus meiner Sicht nix anderes als die Rückkehr zum gesunden Menschenverstand". Eine jüngere Rednerin namens "Carmen" nutzte einen jüngst in Schleswig-Holstein vor Gericht verhandelten Missbrauchsfall - der Täter, ein 22-jähriger Flüchtling aus Afghanistan, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt - auf perfide Art zur rassistischen Hetze gegen Flüchtlinge im Allgemeinen: "Vielen Dank Frau Merkel und Co. für für diesen bedauerlichen Einzelfall, der mindestens einer von hundert in einer Woche ist". Unterstellt wird also fälschlicherweise eine besonders große Zahl von Fällen sexuellen Missbrauchs mit Tätern migrantischer Herkunft. Diese verlogene "Solidarität" mit Missbrauchsopfern ist in der extrem rechten Szene schon lange ein beliebtes Thema. Den Opfern wird so nicht geholfen, eher im Gegenteil.

(22.9.16, ergänzt 24.9.16)

br.de ("Die Bewegung am Boden", 23.8.2016): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Pegida in Fürth: interne Streitigkeiten im Mittelpunkt", 23.8.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Demo gegen Pegida: Starkes Signal für ein buntes Fürth", 22.8.2016): hier klicken!

Nürnberg: Rieden/Opf. gegen Nürnberg - 1:0 / In Rieden versucht man, einen Auftritt von AfD-Chefin Petry am 1. Oktober zu verhindern, in Nürnberg ignoriert man die AfD und die CSU koffert gegen einen Auftritt der antifaschistisch engagierten Punkband "Feine Sahne Fischfilet" (September 2016)

Der Reihe nach: In Rieden / Oberpfalz ist genau wie in Nürnberg am 1. Oktober 2016 ein Auftritt der rechtspopulistischen Frau Petry in der dortigen Festhalle geplant (otv.de, 23.9.16). Politiker aus SPD und CSU wollen die Veranstaltung verhindern, weil sie wegen einer nahe gelegenen Flüchtlingsunterkunft ein "Gefährdungspotential für die Flüchtlinge" sehen. In Nürnberg ist der Petry-Auftritt in der Meistersingerhalle bis jetzt wie üblich kein öffentliches Thema. Verschweigen und ignorieren ist angesagt, nicht Kampf gegen Rechts.

Kontrovers diskutiert wird dagegen wie sonst in der tiefsten Provinz der Auftritt der mecklenburg-vorpommerschen Punkband "Feine Sahne Fischfilet" am 2. Dezember im Nürnberger Z-Bau. Das Musikmagazin Intro sprach vor einigen Jahren von der Band als glaubwürdiger "Alternative zum braunen Sumpf, der weite Teile des Bundeslandes in seinen Krallen hält". Der Nürnberger CSU-Stadtrat Alexander Christ dagegen würde das Konzert der "Extremisten, die den Staat ablehnen" (Nürnberger Nachrichten, 24.9.16), am liebsten verbieten. Tatsächlich machte sich der meck-pommsche Verfassungsschutz ein paar Jahre lang lächerlich, indem er die Band im VS-Bericht aufführte. Nach einem gegen Feine Sahne verlorenen Prozess wegen eines durch den VS widerrechtlich genutzten Fotos tauchten die engagierten MusikerInnen dann im VS-Bericht 2015 nicht mehr auf. Die Verfassungsschutz-Kampagne erwies sich als Schuß nach hinten, auch die CSU-Kampagne wird sich als Rohrkrepierer bzw. zusätzliche Werbeaktion erweisen. Auf Facebook konterte die Band, indem sie extra Gästenlistenplätze für Kinder von CSU-Mitgliedern anbot: "Ist deine Mutti oder dein Papa Mitglied bei der CSU, schick uns hier(privat) einfach ein Foto ihrer Mitgliedsausweise oder irgendeinen ernstzunehmenden Beweis. Ihr wollt doch schließlich sehen, was eure Eltern verbieten wollen!" Die Plätze waren kurz darauf vergeben...

Gesamtergebnis: Provinz : Nürnberg = 1 : 0.

(24.9.16)

Weißenburg: Junger Erwachsener wegen Nazischmierereien zu Geldstrafe verurteilt (September 2016)

Laut Mitteilung des Weißenburger Landkreisbündnisses gegen R Rechts (23.9.16) wurde ein 20-Jähriger wegen diverser Delikte zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt. Vor Gericht räumte er unter anderem ein, eine US-Flagge angezündet und zwei Hakenkreuze in der Nähe eines Weißenburger Gymnasiums geschmiert zu haben. Der junge Mann steckte laut Bündnis in früheren Tagen hinter ähnlichen Aktionen. So habe er an der Abmontierung von drei Buchstaben an einem Schriftzug an der Mensa des örtlichen Gymnasiums mitgewirkt. Übrig blieben damals dann die Buchstaben "SA".

Das Verfahren gegen einen 21-jährigen Mitangeklagten wurde gegen eine Geldauflage eingestellt. Dieser muss Rechtspfleger in Ausbildung mit der Entlassung rechnen.

Fürth: Die rassistische Gruppierung Pegida Nürnberg will am 22. September erneut in der Kleeblattstadt demonstrieren - Gegenaktionen werden vorbereitet - auf die Straße! (August / September 2016)
- aktualisiert -

Die RassistInnen von "Pegida Nürnberg" wollen erneut in Fürth aufmarschieren. Das Fürther Ordnungsamt jedenfalls erhielt für Donnerstag, den 22. September ab 19 Uhr eine entsprechende Demonstrationsanmeldung. Die geplante Route: Bahnhofplatz, Gebhardtstraße, Richtung Jakobinen-/Königswarterstraße/Hornschuchpromenade und zurück.

Die Pegida-GegnerInnen treffen sich am 22. September um 18.30 Uhr am Bahnhofsplatz. Dort hat das Fürther Bündnis gegen Rechts eine Protestkundgebung angemeldet.

Die Stadt Fürth unterstützt den Protestaufruf!

(Stand 21.9.16)

nordbayern.de ("Fürth: Stadt unterstützt Demo gegen Pegida", 21.8.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Demo und Gegendemo: Pegida rückt erneut in Fürth an", 20.8.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Pegida kommt erneut nach Fürth", 13.8.2016): hier klicken!

Bamberg: Anklage gegen vier Neonazis aus dem Umfeld der Neonazipartei "Die Rechte" wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erhoben (September 2016)
- bearbeitet -

Laut infranken.de (20.9.16) hat die Staatsanwaltschaft Bamberg gegen vier Neonazis Anklage wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung erhoben. Ihnen werde unter anderem die Planung eines Bombenanschlags auf die Bamberger "Aufnahme- und Rückführungseinrichtung" für Flüchtlinge vorgeworfen.

Wir berichteten im Oktober 2015 über die Razzia gegen eine rechte Terrorgruppe rund um die neonazistische Partei "Die Rechte". Durchsucht wurden zwölf Objekte in Bamberg, im Landkreis Bamberg (Windischletten, Gde. Scheßlitz), in Erlangen sowie in Nürnberg. Bei der Razzia wurden Waffen gefunden, unter anderem eine scharfe Schusswaffe mit Munition; Sprengstoff wurde auf dem Postweg abgefangen. Auf Fotos waren neben den erwähnten Waffen unter anderem Hakenkreuze, ein Hitlerbild, eine Broschüre "Die Waffen-SS" sowie ein in der Nazizeit verwendetes Propagandaschild mit der Aufschrift "Volksgenosse, trittst du ein, soll dein Gruß 'Heil Hitler' sein!" zu sehen.

Von der Razzia betroffen waren mehrere örtliche Führungskader der Partei "Die Rechte". Dreizehn Personen wurden zumindest vorläufig festgenommen, mehrere Haftbefehle wurden erlassen (aktuell sind noch zwei Nazis in Untersuchungshaft). Die Ermittler gingen davon aus, dass Anschläge auf Flüchtlingseinrichtungen sowie weitere gewaltsame Übergriffe auf Linke bevorstanden.

Im März 2016 wurden personelle Schnittmengen zwischen dem Bamberger Kreisverband der Neonazipartei "Die Rechte" und der eben verbotenen militanten Nazigruppierung "Weiße Wölfe Terrorcrew" (WWT) bekannt (wir berichteten).

infranken.de ("Anklage gegen Neonazis aus Bamberg: Eng vernetzt in der Szene", 23.9.2016): hier klicken!, infranken.de ("Razzien bei Neonazis: Staatsanwaltschaft Bamberg erhebt Anklage", 20.9.2016): hier klicken!, br.de ("Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen vier Männer", 20.9.2016): hier klicken!

Schwabach - Limbach: Hakenkreuze am S-Bahnhof (September 2016)

Wie uns mitgeteilt wurde, sind am Limbacher S-Bahnhof mehrere Hakenkreuze verschiedener Größe zu sehen, die wohl in jüngster Zeit angebracht worden sind. Limbach ist ein Ortsteil der Stadt Schwabach.

(18.9.16)

nordbayern.de ("Schwabach: Hakenkreuze am Bahnhof", 20.9.2016): hier klicken!

Bayreuth: Nazi-Whatsapp-Nachricht an Zeitungsredaktion (September 2016)

Ein offensichtlich völlig durchgeknallter Rassist schickte eine Whatsapp-Nachricht an den Nordbayerischen Kurier (nordbayerischer-kurier.de, 17.9.16). Darin ließ er unter anderem verlauten: "Scheiß Asylanten!!! Heil Hitler". Am Telefon habe er sich völlig uneinsichtig gezeigt und mit dem Anwalt gedroht. Die Zeitung wolle den Mann anzeigen.

nordbayerischer-kurier.de ("Hitlergruß über Whatsapp", 17.9.2016): hier klicken!

Weißenburg / Dettenheim: Neonazi-Aktionen an Vertriebenen-Denkmälern (September 2016)

Laut Mitteilung des Landkreisbündnisses gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen (16.9.16) haben am vergangenen Wochenende Neonazis der Partei "Der 3. Weg" verschiedene Vertriebenendenkmäler in Weißenburg und dem Weißenburger Stadtteil Dettenheim aufgesucht und dort Propagandaaktionen durchgeführt. Auf Fotos sind unter anderem Grableuchten mit geschichtsrevisionistischen Naziaufklebern ("Verzicht ist Verrat") zu sehen.

Das Landkreisbündnis hat einen Strafantrag wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht gestellt.

Nürnberg: USK-Polizist wegen Gewaltexzess im Oktober 2015 zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt - Hauptbelastungszeuge war ebenfalls Polizeibeamter - Waren an der damaligen Auseinandersetzung Nazis beteiligt? (Juni / September 2016)

Wie nordbayern.de (16.9.16) berichtete, wurde ein 34-jähriger Beamter der berüchtigten bayerischen Polizei-Sondereinheit USK nun zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Am 2. Oktober 2015 schlug er "einen der Punks und trat ihm, als er zu Boden ging, mit dem Fußspann ins Gesicht. Das Ergebnis: Der 16-Jährige erlitt einen doppelten Kieferbruch und musste operiert werden.". Hauptbelastungszeuge war ein 24-jähriger Polizeibeamter, der die Vorgänge beobachtete und seinem Vorgesetzten meldete. Damit durchbrach er den polizeilichen Ehrenkodex, Verfehlungen und exzessive Gewalttätigkeiten von KollegInnen zu decken.

Zu den damaligen Ereignissen schreibt nordbayern.de (16.9.16): Über 30 Beamte waren an einem Einsatz am 2. Oktober 2015 am U-Bahnhof Frankenstraße beteiligt. Im Zwischengeschoss hatte es eine Auseinandersetzung zwischen Passanten und einer Gruppe Punks gegeben. Ein VAG-Busfahrer, der dazwischenging, soll von einem der Punks verprügelt worden sein. Als Polizisten kurz darauf an der Tiroler Straße Personalien feststellen wollten, kam es zu einem Gerangel".

Das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg (AAB) schilderte die damaligen Vorgänge in einer Presseerklärung, die wir bereits im Oktober 2015 dokumentierten, völlig anders (Auszüge): "Nach Berichten von Zeugen und Zeuginnen spielte sich an besagtem Abend Folgendes ab: Mehrere junge Menschen wurden an der U-Bahnstation Frankenstraße von einer Gruppe bestehend aus vier bis fünf Personen als 'Scheiß Zecken' beschimpft und provoziert. In dieser Gruppe befand sich ebenfalls der Busfahrer, der nachher angeblich geschlichtet haben will, was von der Wahrheit wohl weit entfernt sein dürfte. Einer aus der Gruppe wurde eindeutig als bekannter Neonazi erkannt. Es handelt sich hierbei um Benjamin R. [Nachname abgekürzt], der erst jüngst bei einem Auftritt von 'Die Rechte' in Nürnberg an der Lorenzkirche durch bedrohliches Gebähren in Richtung der Gegendemonstranten hervor stach.

Der Busfahrer wurde laut den ZeugInnen sogar als erster handgreiflich und rief letztlich die Polizei, welche dann auch nach einiger Zeit in Form des Unterstützungs-Sonderkommandos (USK) vor Ort war. Sämtliche Personen, die sie als 'alternativ' definierten, wurden willkürlich fest gesetzt und eingekesselt. Erwähnenswert ist hierbei, dass an jenem Abend die Eröffnung des Z-Baus statt fand. Viele BesucherInnen dort sind eher alternativ und waren zu dieser Zeit auf den Weg dorthin. Vorbei Gehende wurden auch nachträglich noch in den Kessel geschubst. Als Zeuge, der bei einer spontanen 'Gegenüberstellung' vermeintliche TäterInnen identifizieren sollte, wurde der Busfahrer in Zivil herangezogen, der willkürlich auf Menschen zeigte. Ob diese nun überhaupt in der Nähe des Geschehens waren, spielte hierbei scheinbar keine Rolle. Dieses Vorgehen, ebenso wie die willkürlichen Festnahmen löste bei den Eingekesselten verstärkten Unmut aus, auf den das USK mit der gewohnten Härte reagierte. Pfefferspray, Schlagstockeinsatz und Fausthiebe hatten letztlich einen ausgeschlagenen Zahn, einen gebrochenen Unterkiefer und mehrere Hämatome zur Folge"
.

nordbayern.de ("Brutale Fußtritte gegen 16-Jährigen: Polizist verurteilt", 16.9.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Punk mit Kieferbruch: Prügelnde Polizisten vor Gericht", 2.6.2016): hier klicken!, nordbayern.de ("Busfahrer in Nürnberg verprügelt: Angriff politisch motiviert?", 6.10.2015): hier klicken!

Bayreuth: Häufig kopierte rassistische Lügengeschichte über Facebook verbreitet (September 2016)
- aktualisiert -

Wie nordbayerischer-kurier.de (15.9.2016) berichtete, habe ein Mann aus der Region Bayreuth eine höchstwahrscheinlich frei erfundene Geschichte auf Facebook veröffentlicht, nämlich "die Geschichte mit den drei Asylbewerbern, die an einer Bayreuther Tankstelle einfach hinten ins Auto einer Frau einstiegen und forderten, sie solle sie nach Weidenberg fahren". Von einem Reporter mit dem von ihm verbreiteten Unsinn konfrontiert, flüchtete sich der Mann in diffuse Ausreden und rassistische Hetze, wie üblich in solchen Fällen.

Eine unvollständige Sammlung von nachweislich falschen rassistischen Lügenmärchen: hier klicken! Die oben genannte Lügengeschichte wird seit Monaten in den sozialen Medien verbreitet, Ort und Einzelheiten sind austauschbar. Zuletzt wurde im Raum Bamberg herumgelogen und herumgehetzt: hier klicken!

Update: Das Portal reporter-24.com hat ebenfalls recherchiert und schreibt: "Der bekennende Ausländerfeind ist AfD Wähler und postet regelmäßig Hassparolen und Hetze im Internet".

reporter-24.com ("Hetzjagd auf Asylbewerber: Erfundene Geschichte aus Bayreuth geistert durch Facebook", 15.9.2016): hier klicken!, nordbayerischer-kurier.de ("Tankstellen-Geschichte erfunden", 15.9.2016): hier klicken!

Treuchtlingen: Hitlergruß am Bahnhof (September 2016)

Laut Mitteilung des Landkreisbündnisses gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen (14.9.16) wurde am 9. September ein Betrunkener aufgefordert, das Treuchtlinger Bahnhofsgelände zu verlassen. Der Mann zeigte dem Bahnmitarbeiter daraufhin den Hitlergruß und rief "Heil Hitler".

Bamberg: Rechte Schmierereien am Balthasar, Naziauftritt in der Innenstadt (September 2016)
- aktualisiert -

"We are back", SS-Runen und Hakenkreuz: Nazis beschmierten laut einer uns zugegangenen Mitteilung in der Nacht von Samstag auf Sonntag erneut den alternativen Treffpunkt "Balthasar" in Bamberg. Das "Balthasar" war in der Vergangenheit häufig Ziel neonazistischer Attacken (wir berichteten wiederholt).

Am Sonntag, den 11. September traten dann etwa 20 Nazis der Partei "Der III. Weg" in der Innenstadt auf. Unter dem Motto "Im Gedenken an unsere Heimatvertriebenen" widmete man sich vor einem Transparent mit groß-deutscher Landkarte dem neofaschistischen Straßentheater. Deutsche blonde Opfer weiblichen Geschlechts darbten neben Strohballen, ein mutmaßlicher Sowjetsoldat stand mit bösem Gesicht dahinter. Rechts daneben ein dunkel gefärbter Nazi mit Smartphone, der vermutlich den heutigen Flüchtling darstellen sollte. Das mitgeführte Auto hatte ein schweizer Kennzeichen.

In Würzburg und in Schweinfurt fanden am gleichen Tag ähnliche Neonaziaktionen statt. In Würzburg hielten 200 Menschen lautstark dagegen. In Bamberg und in Schweinfurt gab es kleinere Widerstandsaktionen.

(11.9.16, aktualisiert 12.9.16)

"Großraum Coburg": Seminar der Neonazi-Partei "Die Rechte" für September angekündigt (August / September 2016)
- aktualisiert: Die Schulung fand in NRW statt -

Wie bnr.de (5.8.16) meldete, soll vom 9. bis zum 11. September 2016 ein Seminar der Neonazipartei "Die Rechte" im "Großraum Coburg" stattfinden. "Hochkarätige(n) Referenten" schulen unter anderem zum Thema "'Mein Kampf' – neu gelesen".

Update: Laut bnr.de (12.9.16) fand das Seminar in abgespeckter Form in Dortmund statt, nicht in Bayern. Referent war u.a. Jürgen Schwab ("Sache des Volkes").

bnr.de ("DR-Kurzschulung mit 'Mein Kampf'", 12.9.2016): hier klicken!, bnr.de ("Schulung mit der 'Rechten'", 5.8.2016): hier klicken!

Kreis Forchheim: Schloss Ermreuth / Karl-Heinz Hoffmann flogen von der Denkmalliste zum "Tag des offenen Denkmals" (September 2016)

"Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wollte den rechtsextremen Karl-Heinz Hoffmann, den Gründer der ehemaligen 'Wehrsportgruppe Hoffmann', am Tag des offenen Denkmals teilnehmen lassen", so die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (8.9.16). Bis Donnerstag war Schloss Ermreuth auf der Liste. Das Gebäude ist Hoffmanns Wohnsitz und war bis zum Verbot Anfang 1980 zeitweise Hauptquartier von dessen paramilitärischer Truppe. Noch früher befand sich dort unter anderem eine NS-Gauführerschule.

Nach entsprechenden Hinweisen aus Forchheim sei der Programmpunkt Ermreuth / Hoffmann rasch wieder gestrichen worden.

Laut infranken.de (8.9.16) habe bisher der Landkreis Forchheim die Federführung für den Tag des Denkmals übernommen. Wegen Personalmangel konnten sich die Besitzer in diesem Jahr selbst anmelden, offensichtlich kaum überprüft von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Hoffmann ergriff die Chance und stellte sich für zwei Führungen und einen Vortrag zur Verfügung.

nordbayern.de ("Denkmaltag: Rechtsextremist lud in sein Schloss ein", 8.9.2016): hier klicken!, sueddeutsche.de ("Rechtsextremist meldet sich zum Tag des offenen Denkmals an", 8.9.2016): hier klicken!, br.de ("Nazi-Spuk am Denkmaltag verhindert", 8.9.2016): hier klicken!

Nürnberg: Örtliche AfD-Bundestagskandidatin Elena Roon teilte im Internet ein Video der notorischen Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel (September 2016)

Die örtliche AfD-Bundestagskandidatin Elena Roon teilte auf ihrem ok.ru-Account ein Video der notorischen Holocaust-Leugnerin und langjährigen Neonazi-Aktivistin Ursula Haverbeck-Wetzel. In dem verlinkten Video "Aufruf an die Russlanddeutschen" fordert Haverbeck-Wetzel unter anderem zur Wahl der AfD auf, um nach der Übernahme der parlamentarischen Macht "dieses System grundsätzlich zu ändern". Bundeskanzlerin Merkel wird als "Fremdländische" bezeichnet.

Haverbeck-Wetzel wurde vor Kurzem vom Amtsgericht Detmold wegen Volksverhetzung zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt - sie hatte unter anderem das Vernichtungslager Auschwitz als "Arbeitslager" bezeichnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Weitere einschlägige Gerichtsverfahren gegen die Frau stehen bevor.

Im Juli wurde benannt, dass Elena Roon und Martin Sichert im nächsten Jahr zusammen als örtliche Bundestagskandidaten der AfD antreten werden. Roon engagierte sich in den letzten Monaten unter anderem im Rahmen der extrem rechten Gruppierung "Sichere Heimat". Aus deren Reihen wurden massiv rassistische und völkische Äußerungen getätigt, wie mehrfach berichtet.

(6.9.16)

Zirndorf: Hakenkreuz-Tätowierung im Freibad (September 2016)

Wie nordbayern.de (1.9.16) berichtete, trug ein Besucher des Zirndorfer Freibads eine Hakenkreuz-Tätowierung auf dem Oberarm und zeigte sich renitent, als er aufgefordert wurde, sich an dieser Stelle zu bedecken. Der 30-Jährige wurde schließlich durch die Polizei abgeführt.

nordbayern.de ("30-Jähriger zeigt Hakenkreuz-Tattoo im Freibad", 1.9.2016): hier klicken!

Plakataktion des Nürnberger Bündnis Nazistopp: "183 Todesopfer durch rassistische Gewalt in Deutschland seit 1990 - Deine Stimme gegen Nazis und Rassist_innen" (Juli/September 2013)




Dies war unsere Plakataktion (nicht nur) zur Landtags- und Bundestagswahl 2013. Die Plakate wurden ab Anfang September auch auf Plakatwänden und Litfaßsäulen verbreitet.

Mit unserer Plakataktion zur Landtags- und Bundestagswahl 2013 fordern wir nicht nur die soziale Ausgrenzung extrem rechter und neonazistischer Parteien (und ihrer WählerInnen, solange sie diese Kräfte unterstützen). Wir problematisieren auch die aus unserer Sicht falsche Zählung der Todesopfer rechter Gewalt seitens der zuständigen Behörden und damit auch der Bundesregierungen.

Jede/r darf das Plakat aufhängen und herunterladen!

Plakate in Größe A 1 und A 3 können bei uns abgeholt werden, so lange der Vorrat reicht (Anfragen über die EMail-Adresse nazistopp.nuernberg@yahoo.de). Gegen Erstattung der Portokosten und eine kleine Spende schicken wir auch Plakate zu. Die Plakate können auch als PDF-Datei heruntergeladen und verbreitet werden: hier klicken!

Wir freuen uns im übrigen sehr über Spenden, da wir das Plakat (Druck und teilweise Aufhängung über die Stadtreklame im September 2013) aus eigenen Mitteln finanziert haben (Kontonummer siehe Kontakt, Spendenaufruf, Impressum auf dieser Homepage, Stichwort "Plakat" angeben!). Danke an Rumpel Druck Nürnberg (niedrige Druckkosten) und alle anderen SpenderInnen für die freundliche Unterstützung!

Aktueller Artikel zum Thema des Cura Opferfonds, der wichtigsten "Datenquelle" für unser Plakat: hier klicken!

Die Bundesregierung zählt derzeit "nur" 75 Tote durch rechtsextreme Gewalt seit 1990
- offizielle Zahl aktualisiert im Juli 2015 -

Die offizielle Erfassung rechter Gewalt in der Statistik "Politisch motivierte Kriminalität" (PMK) blendet einen Teil rassistischer Gewalt systematisch aus und trägt so zu deren Verharmlosung bei. So sind in Bayern sechs Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 "staatlich anerkannt", sieben Todesopfer nicht. Dieses von sämtlichen Bundesregierungen durchgeführte und unterstützte "Herunterrechnen" rechter Gewalt dient vermutlich der Imagepflege und der Aufrechterhaltung der offiziösen Extremismustheorie. Das hat nicht nur statistische Folgen: Wie sich im bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss bei der Befragung damaliger Ermittler und Zuständiger zeigte, war das allgemeine Ausblenden rassistischer Tatmotivationen üblich und verbreitet. Der Naziszene wurden derartig brutale Taten nicht zugetraut, folglich wurde auch nicht ernsthaft in diese Richtung ermittelt. Dabei würden ein paar Blicke in die von antifaschistischen und antirassistischen Initiativen gesammelten Tatbeschreibungen und Opferberichte vollauf genügen...

Leider ist unser Plakat nicht mehr "aktuell": Neonazis töteten in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2013 in Kaufbeuren einem Mann

Ein Aktiver unseres Bündnisses äußerte vor kurzem die Hoffnung, dass das Jahr 2013 das erste Jahr seit Jahrzehnten ohne Todesopfer durch rechte Gewalt werden könnte. Der Traum ist aus: In Kaufbeuren erschlug ein Neonazi einen 34-jährigen, aus Kasachstan stammenden Mann. Der Täter und seine Gruppe hatten sich vorher rassistisch geäußert. Der Täter selbst sei zudem einschlägig polizeibekannt. Weitere Informationen des aida-Archivs München: hier klicken!

Nicht offiziell anerkannt als Opfer rechter Gewalt. Ein Beispiel: Klaus-Peter Beer, Amberg 1995, von Neonazis mißhandelt und schwer verletzt in die Vils geworfen, wo er ertrank

Dass Klaus-Peter Beer aus politischen Gründen ermordet wurde, zeigen Tatablauf und politische Einbindung der Täter. Das Internetportal "Mut gegen rechte Gewalt" berichtet: "In der Nacht zum 7. September 1995 wird der Busfahrer Klaus-Peter Beer in Amberg (Bayern) von den rechten Skinheads Richard L. und Dieter M. massiv geschlagen und schwer verletzt in die Vils geworfen. Klaus-Peter Beer ertrinkt. Die beiden Rechten wollen dem 48-jährigen Opfer 'einen Denkzettel verpassen', da sie von dessen Homosexualität wissen. Richard L. und Dieter M. treten unzählige Male mit ihren Springerstiefeln auf das wehrlose Opfer ein und werfen ihn anschließend in die Vils, wo er ertrinkt." Die Täter wurden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, sind aber vermutlich schon lange wieder in Freiheit.

Mittlerweile ist bekannt, dass einer der damaligen Täter, Richard L., aus dem Gefängnis heraus Kontakt mit Mandy S. pflegte. Die Nazi-Aktivistin Mandy S. engagierte sich für die mittlerweile verbotene "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG). Sie hielt sich eine Zeitlang im fränkischen Raum auf, war in der hiesigen Neonaziszene aktiv und verhalf den untergetauchten Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nach deren Untertauchen 1998 zu einem Unterschlupf. Beate Zschäpe nahm zeitweise die Identität von Mandy S. an.

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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