Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
Dezember 2014

November 2014

Oktober 2014

September 2014

August 2014

Juli 2014

Juni 2014

Mai 2014

April 2014

März 2014

Februar 2014

Januar 2014

Dezember 2013

November 2013

Oktober 2013

September 2013

August 2013

Juli 2013

Juni 2013

Mai 2013

April 2013

März 2013

Februar 2013

Januar 2013

Dezember 2012

November 2012

Oktober 2012

September 2012

August 2012

Juli 2012

Juni 2012

Mai 2012

April 2012

März 2012

Februar 2012

Januar 2012

Dezember 2011

November 2011

Oktober 2011

September 2011

August 2011

Juli 2011

Juni 2011

Mai 2011

April 2011

März 2011

Februar 2011

Januar 2011

Dezember 2010

November 2010

Oktober 2010

September 2010

August 2010

Juli 2010

Juni 2010

Mai 2010

April 2010

März 2010

Februar 2010

Januar 2010

Dezember 2009

November 2009

Oktober 2009

September 2009

August 2009

Juli 2009

Juni 2009

Mai 2009

April 2009

März 2009

Februar 2009

Januar 2009

Dezember 2008

November 2008

Oktober 2008

September 2008

August 2008

Juli 2008

Juni 2008

Mai 2008

April 2008

März 2008

Februar 2008

 
Druckversion

Bechhofen: Jüdischer Friedhof geschändet (August 2010)

Der sich im mittelfränkischen Bechhofen (Landkreis Ansbach) befindliche, historisch bedeutsame jüdische Friedhof wurde Mitte August erneut geschändet. Fünf Grabsteine wurden umgeworfen, einer sei dabei zerbrochen. Ein antisemitischer Hintergrund für die Tat liegt nahe.

Der jahrhundertealte Friedhof war bereits zwei Jahre zuvor auf ähnliche Weise geschändet worden (Fränkische Landeszeitung, 10.9.08). Weitere ähnliche Taten werden aus den Jahren 2004 (August) sowie 2005 (Mai und Juli) berichtet (hier klicken).

Im damals antisemitisch besonders radikalisierten Mittelfranken kam es bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu Friedhofsschändungen in Bechhofen. Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Bechhofen: hier klicken! Noch vor dem Novemberpogrom wurden im September 1938 die letzten drei Juden Bechhofens unter Beteiligung Ortsansässiger gewaltsam vertrieben (hier klicken).

Nürnberger Nachrichten ("Jüdischer Friedhof geschändet", 31.8.10): hier klicken

Nürnberg, 18.8.10: Todesdrohung und rassistisch motivierte Hetzjagd gegen 16-jährigen dunkelhäutigen Jugendlichen in der Südstadt. Couragierte Inhaberin eines Friseursalons und weitere Menschen verhinderten Schlimmeres. Mittlerweile seien beide Tatverdächtige festgenommen worden (August 2010)

Zwei Männer, 32 und 33 Jahre alt, sollen am Nachmittag des 18.8.10 einen 16-jährigen Jugendlichen mit dunkler Hautfarbe massiv bedroht und gejagt haben, bis er durch die Courage der Inhaberin eines Friseursalons schließlich in deren Geschäft Schutz fand und die Täter vertrieben werden konnten.

Laut verschiedenen Presseberichten und Pressemitteilungen der Polizei habe die Hetzjagd im Verteilergeschoss des U-Bahnhofs Aufsessplatz begonnen. Die beiden Männer bedrohten den vorbeilaufenden Jungen zunächst verbal. Als Ausländer solle er aus Deutschland verschwinden, sonst werde er getötet. Der Junge sei daraufhin geflohen, verfolgt von den beiden Männern. Nachdem er sich vorübergehend in einem Geschäft verstecken konnte und dieses wieder verließ, wurde er erneut gejagt. Der Junge floh wiederum und landete schließlich im oben erwähnten Laden. Dort hätten sich laut Abendzeitung (19.8.10) folgende Szenen abgespielt: "Dann brach der Terror erst wirklich aus. Die Zeugin: 'Die Männer drückten sich an meine Schaufensterscheibe. Einer presste seinen freien Oberarm dagegen: Auf der Innenseite war ein großes Hakenkreuz tätowiert.' Auf das habe der Mann mehrmals gedeutet und sei mit einer unmissverständlichen Geste mit seinem Daumen über seine Kehle gefahren. Nach dem Motto: Wir schlitzen dir die Kehle auf." Die Täter hätten versucht, in den Laden einzudringen, der Ehemann der Ladeninhaberin sowie "couragierte Kunden" (Nürnberger Nachrichten, 21.8.10) hätten das Rassisten-Duo jedoch erfolgreich abgedrängt.

Parallelen zur Neonazi-Gewalttat vom 28.4.10 am Nürnberger Plärrer sind offensichtlich: Die spontane Bereitschaft der Täter zur Ausübung exzessiver Gewalt gegen Menschen tatsächlicher oder vermeintlicher migrantischer Herkunft. Immerhin betonte die Polizei diesmal relativ rasch einen "offensichtlich politischen Hintergrund" der Tat.

Gegen den 32-jährigen vermeintlichen Täter sei wegen seiner oben erwähnten Tätowierung ("Hakenkreuz" oder "Sonnenrad", hier gibt es unterschiedliche Versionen) bereits früher polizeilich ermittelt worden, heißt es.

Ausgewählte Presseberichte:
Abendzeitung ("Hier hetzten Neo-Nazis einen Jungen durch die Südstadt!", 19.8.10): hier klicken, Nürnberger Nachrichten ("Zuflucht im Friseursalon: Hetzjagd auf 16-Jährigen", 21.8.10): hier klicken, Nürnberger Zeitung ("Rassistische Hatz auf Jugendlichen - Täter gefasst", 25.8.10): hier klicken, Nürnberger Nachrichten ("Ermittler klären Hetzjagd durch die Südstadt auf", 26.8.10): hier klicken

Feucht: Junger Mann fuhr im April mit SS-Anstecker durch den Ort und wurde jetzt deshalb verurteilt (August 2010)

Ein 21-Jähriger sei laut Pegnitz-Zeitung im April des Jahres auf seinem Roller durch Feucht gefahren. An seiner Jacke hatte er dabei einen Anstecker mit Totenkopf und zwei gekreuzten Knochen befestigt, in der getragenen Form historisches SS-Emblem. Der zu 40 Tagessätzen à 15 Euro Verurteilte kenne laut Berichterstattung die Bedeutung des Ansteckers, sei sich jedoch keiner Schuld bewusst.

Pegnitz-Zeitung ("SS-Zeichen kam teuer", 26.8.10): hier klicken

Schwabach: Verstärkte neonazistische Umtriebe? (August 2010)

Ob die in den Medien berichtenen neonazistischen Aufkleber-Aktionen ein Zeichen erneut verstärkter einschlägiger Aktivitäten in dieser Stadt sind, kann an dieser Stelle schwer eingeschätzt werden. Berichte über eine von Neonazis frequentierte Kneipe lassen jedoch aufhorchen.

Schwabacher Tagblatt ("Rechtsradikale verunstalten Kern-Schule", 21.8.10): hier klicken

Nürnberg: Anklage gegen Nürnberger U-Bahn-Schläger erhoben. Opferanwalt hat die Freundin des mutmaßlichen Täters angezeigt (August 2010)

Laut einer dpa-Meldung (u.a. Franken TV Nachrichten, 16.8.10) hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg gegen den mutmaßlichen U-Bahn-Schläger vom 28.4.10 Anklage erhoben, u.a. wegen versuchten Totschlags. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth geht in ihrer Pressemitteilung vom 16.8.10 davon aus, dass Neonazi R. "aus Hass auf die linke Szene und aus Verärgerung über die Kritik an der Kleidung seiner Freundin" die Schlägerei mit dem 17-Jährigen begonnen habe und dabei "einen möglichen Tod des 17-Jährigen in Kauf nahm."

Der Opferanwalt, Hermann Gimpl, hat die Freundin des mutmaßlichen Täters angezeigt. Laut Gimpl habe sie sich der versuchten Strafvereitelung schuldig gemacht, weil sie ausgesagt habe, vom Opfer bedroht und beleidigt worden zu sein. Dies sei jedoch durch eine Zeugenaussage widerlegt.

Nürnberger Nachrichten ("Hass auf die linke Szene", 17.8.10): hier klicken

Der Hintergrund: Am 28.4.10 wurde ein 17-jähriger antifaschistisch engagierter Jugendlicher mit Migrationshintergrund im U-Bahn-Bereich des Nürnberger Plärrer fast totgeschlagen. Der Täter, ein stadtbekannter Fürther Neonazi mit einschlägigen Vorstrafen, stellte sich kurze Zeit nach der Tat bei der Polizei. Empörung rief in der Folge u.a. hervor, dass die Polizei erst einige Tage später, am 1.5.10, bekanntgab, dass es sich beim mutmaßlichen Täter um einen Neonazi handele. Der Migrationshintergrund des Opfers wurde zunächst ebenfalls verschwiegen. Presselinks und Demoberichte vom Mai: Siehe unser Archiv, Mai 2010.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 25.5.10 über den mutmaßlichen Täter: "Dass R. zur ultrarechten Szene gehört, müssen die Ermittler gleichwohl vorher gewusst haben. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung trat der 24-Jährige schon 40 Mal als Aktivist der Ultrarechten in Erscheinung. So marschierte er in der fränkischen Kleinstadt Gräfenberg mit, die bis vor kurzem regelmäßig von Neonazis heimgesucht wurde. Er sympathisierte mit der mittlerweile verbotenen "Fränkischen Aktionsfront" und gründete die neonazistische "Kameradschaft Fürth-Land". Bei den Staatsschützern wird R. als "überzeugter Neonazi" geführt. Höchst aktiv sei er - und "sehr gewaltbereit".

Erst 2008 war R. zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Bei einer NPD-Kundgebung in Fürth hatte er zwei Teilnehmer einer Mahnwache verprügelt. Dass Polizisten die Szene beobachteten, hatte R. nicht von den Schlägen abgehalten. Die Beamten gaben an, die Opfer von R. hätte keine Gegenwehr geleistet. Sie hätten sich nur zu schützen versucht.

Es war nicht das erste Mal, dass R. zuschlug. In Forchheim hieb er einen Mann zu Boden, versetzte ihm Tritte und verletzte ihn schwer. Bei einer "Sonnenwendfeier" von Neonazis im fränkischen Uehlfeld malträtierte er eine Frau mit Faustschlägen und Stiefeltritten. Bei vier weiteren Delikten von Körperverletzung sei ein "rechtsextremistischer Hintergrund nicht hundertprozentig" feststellbar, heißt es bei der Kriminalpolizei."


Fürth: Hilflose Zivilgesellschaft? Neonazis störten Hiroshima-Gedenken (August 2010)

Unter die BesucherInnen der Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima und Nagasaki am 6.8.10 in der Fürther Auferstehungskirche haben sich offensichtlich mehrere Neonazis gemischt. Und das nicht unauffällig, sondern mit Transparent, wie ein Augenzeuge berichtete. Text des Nazi-Transparents: "Hiroshima mahnt - doch die Täter bomben weiter". Man sieht: Neonazis haben keine Probleme mit einigen Parolen der traditionellen Friedensbewegung. Den US-amerikanischen Militarismus zu kritisieren, ist für Neonazis allerdings u.a. eine verdeckte Form des Antisemitismus, da sie die USA als Zentrum eines halluzinierten "jüdischen" Einflusses sehen.

Zur Teilnahme an der Veranstaltung hatte u.a. der Fürther OB Dr. Jung eingeladen. Massnahmen zur Distanzierung von diesem Neonazi-Auftritt oder gar zum Hinauskomplimentieren der Neonazis wurden unseres Wissens seitens der Veranstaltungsleitung nicht getroffen. Dies ist ein Zeichen bestürzender Hilflosigkeit. Dazu ein kleiner Tipp: Es ist durchaus möglich, Personen aus der neonazistischen Szene den Zutritt zu Veranstaltungen zu verbieten. Das muss jedoch vorher auf Einladungen, Plakaten usw. angekündigt werden. Und zum tausendsten Mal: Verschweigen hilft nicht nur nichts, sondern ist Teil des Problems!

Sulzbach-Rosenberg: Holocaust-Leugner zu Geldstrafe verurteilt (August 2010)

Ein 35-Jähriger aus Pommelsbrunn wurde wegen der im Jahr 2009 öffentlich getätigten Äußerung "KZs hat es nie gegeben" zu einer Geldstrafe von 1850 Euro verurteilt. Vor Gericht habe er sich von von der NPD, die damals einen Infostand in Sulzbach-Rosenberg veranstaltete, sowie von seiner damaligen Einstellung distanziert (Sulzbach-Rosenberger Zeitung, 31.7./1.8.10).