Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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Forchheim: Jahrelange rassistische Beleidigungen gegen Mitarbeiter der Stadtförsterei. Oberbürgermeister spricht von "flapsigen Äußerungen". Haus des Koordinators der Türkischen Gemeinde mit Eiern beworfen (Januar 2014)

Laut infanken.de (31.1.14) beleidigten zwei Mitarbeiter der Stadtförsterei Forchheim einen türkischstämmigen Kollegen seit mehreren Jahren unflätig. Es seien Sätze wie "Geh da wieder zurück, wo du herkommst" oder "Du stinkst" gefallen. Sie hätten ihm auch Hundefutter ins Essen gegeben. Das Opfer der rassistischen Attacken habe sich Anfang des Jahres erstmals einem Vorgesetzten anvertraut. In Forchheim schlägt die Angelegenheit unter anderem deswegen hohe Wellen, weil Oberbürgermeister Stumpf nach der Anhörung aller Beteiligten unter anderem verharmlosend von "flapsigen Äußerungen" gesprochen habe.

Nachdem sich der Koordinator der Türkischen Gemeinde Forchheim, Atilla Karabag, des Falles angenommen habe, wurde dessen Hausfassade mir rohen Eiern beworfen.

infranken.de ("Arbeiten bei der Stadt Forchheim Rassisten?", 31.1.2014): hier klicken!

Wo ist "Mittel Europa"? In Scheinfeld oder anderswo? Nazi-Funktionär plant neues Großkonzert am 19. April (Januar 2014)

Neonazi-Funktionär Patrick Schröder aus der Oberpfalz kündigte unlängst ein weiteres Rechtsrock-Spektakel an, das am 19. April in "Mittel Europa" stattfinden solle. Beworben werden u.a. die Neonazi-Bands "Kraftschlag", "Tätervolk", "Legion of Thor" und "Devil's Project". Ob das Event wie am 12. Oktober letzten Jahres erneut in der Diskothek "Nachtwelt" im mittelfränkischen Scheinfeld stattfinden wird oder an einem anderen Ort, ist naturgemäß noch unklar.

(30.1.14)

Blick nach Rechts ("Event zum 125. Hitler-Geburtstag?", 31.1.2014): hier klicken!, Endstation Rechts Bayern ("Nazi-Rock-Konzert in „Mittel-Europa“", 2.2.2014): hier klicken!

Nürnberg: "Alternative für Deutschland" (AfD) zeigt DGB und ver.di wegen angeblicher übler Nachrede an. DGB und ver.di legen nach: Mit der Wahl von Martin Sichert zum regionalen Spitzenkandidaten "hat die AfD sich auch zugleich seine Positionen zu eigen gemacht". Rechter Shitstorm in "eindeutigem Nazi-Jargon" (Januar 2014)

Dass es an diesem Punkt krachen wird, war abzusehen: DGB, ver.di und VVN-BdA hängten ein großes Transparent zur Kommunalwahl am Gewerkschaftshaus auf. Neben der Parole "Keine Nazis in den Nürnberger Stadtrat" sind durchgestrichene Embleme der neonazistischen "Bürgerinitiative Ausländerstopp" (BIA), aber auch der AfD zu sehen. Die AfD reagierte nun mit einer Anzeige gegen den DGB und gegen ver.di, unter anderem wegen übler Nachrede. Gleichzeitig hagelte es Emails und Anrufe von mutmaßlichen AfD-SympathisantInnen in Richtung Gewerkschaftshaus, die meisten davon laut einer Mitteilung aus Gewerkschaftskreisen in einem "eindeutigen Nazi-Jargon".

Die Gewerkschaft ver.di legte am 24. Januar mit einer mit dem DGB abgestimmten Pressemitteilung nach. In dieser Pressemitteilung wurde vor allem der regionale AfD-Spitzenkandidat Martin Sichert aufs Korn genommen und dessen in der jüngeren Vergangenheit geäußerte Positionen scharf kritisiert. Zitiert wird unter anderem DGB-Regionalchef Doll: "Wer den Hitler-Faschismus verharmlost und sich selbst eindeutig rassistisch positioniert, darf und muss nach unserer Überzeugung als Nazi bezeichnet werden".

Mitinitiator Ulli Schneeweiß von ver.di wird in der Pressemitteilung mit der Position zitiert, dass sich die hiesige AfD mit dem Spitzenkandidaten Sichert auch dessen Positionen zu eigen mache. Zitiert werden mehrere bekannte und auch bisher nicht bekannte deutlich rechtslastige Internet-Postings von Sichert aus dem Jahr 2012. Neben rassistischen Aussagen (Bsp. "(…)Warum sind es immer Türken, die Kanakensprache sprechen? (…)") habe sich der Kandidat auch deutlich geschichtsrevisionistisch geäußert, zum Beispiel über das Ende des zweiten Weltkriegs: ("09. Mai, kein Tag des Sieges, ein Tag der Trauer."). Bereits bekannt ist, dass Sichert den Weltkriegsgeneral Rommel lobte, nicht bekannt sei, dass er Winston Churchill als "Massenmörder" titulierte. Die Deutschen werden als Opfer tituliert, die, die den Hitler-Faschismus militärisch niedergeworden haben, als Verbrecher.

Bezüglich der AfD als Gesamtpartei wird in der Pressemitteilung klargestellt: "Damit ist selbstredend nicht gemeint, dass die AfD als Ganzes eine neonazistische Partei wäre. Diese betrachten die Initiatoren des Transparentes vielmehr als lediglich rechtspopulistisch." Doch auch eine AfD ohne Nazis wäre nicht ungefährlich, wie neuere Presseartikel belegen. So werden für das AfD-Programm zur Europawahl deutlich nationalistische und ausländerfeindliche Positionen diskutiert (hier klicken!). Und bei einer Mitgliederbefragung in Bayern hätten sich die meisten Befragten "für einen ultrarechten Kurs ausgesprochen" (hier klicken!).

nordbayern.de ("Plakat am Kornmarkt: AfD zeigt DGB wegen übler Nachrede an", 24.1.2014): hier klicken!

Fürth, 22. Januar: Antifaschist mit Messer bedroht - neue Qualität neonazistischer Gewalt (Januar 2014)
- aktualisiert -

Nach ersten Berichten soll sich am Mittwochmorgen, am Platz der Opfer des Faschismus in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle Jakobinenstraße, ein stadtbekannter 24-jähriger Neonazi einem Antifaschisten vermummt in den Weg gestellt, ihn verbal angegangen und dann mit dem Messer bedroht haben. Der Nazigegner reagierte rasch und blieb deshalb unverletzt. Der Täter wurde erst eineinhalb Stunden nach dem Vorfall in der Fürther Fußgängerzone verhaftet. An diesem Tag waren führende Kader des neonazistischen "Freien Netz Süd" (FNS) mit zahlreichen "Kameraden" im Fürther Innenstadtbereich unterwegs und versuchten, Menschen von den Zielen der neonazistischen Tarnliste "Bürgerinitiative Soziales Fürth" (BiSF) zu überzeugen und Nazi-GegnerInnen zu bedrohen. Laut Störungsmelder (22.1.14) sei der Tatverdächtige für die BiSF aktiv und schon des öfteren durch aggressives Verhalten gegenüber NazigegnerInnen aufgefallen.

Laut Pressemitteilung des Fürther Bündnisses gegen Rechts habe die Polizei nach einem Notruf des Betroffenen keine Streife zum Tatort geschickt, sondern diesem geraten, eine Polizeidienststelle aufzusuchen.

Seit Wochen klären AntifaschistInnen in Fürth die Menschen über die Ziele der BiSF auf. Die oben gemeldete Bedrohung ist nur der Gipfel des Eisbergs. Laut Fürther Bündnis gab es in den vergangenen Wochen mehrere Bedrohungen durch Neonazis, z.B. die Ankündigung von "Hausbesuchen". Die Nazis wollen in Fürth im März zu den Kommunalwahlen antreten, offensichtlich mit allen Mitteln.

(22.1.14)

Störungsmelder ("Nazigegner abgefangen und mit Messer bedroht", 22.1.2014): hier klicken!, nordbayern.de ("Neonazi bedroht Antifaschisten in Fürth mit Messer", 23.1.2014): hier klicken!, BR online ("Grüne fordern Aufklärung", 23.1.2014): hier klicken!, Nürnberger Zeitung ("Fürth: Rechte wollen mit Tarnorganisation ins Rathaus", 27.1.2014): hier klicken!, BR Online ("Kaum Chancen für rechtsradikale Gruppierung", 28.1.2014): hier klicken!, nordbayern.de ("Fürther Bündnis spricht von neuer Eskalation rechter Gewalt", 30.1.2014): hier klicken!

Gunzenhausen: "Nachts, wenn alle schlafen, anzünden!" - Verurteilung wegen antiziganistischen Internetkommentars (Januar 2014)

Ein 44-jähriger Mann aus Gunzenhausen wurde wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt. Der Mann hatte eine im Internet gepostete rassistisch eingefärbte Nachricht über einen Wohnwagen-Diebstahl durch "Zigeuner" mit dem Satz "Nachts, wenn alle schlafen, anzünden!" kommentiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

nordbayern.de ("44-jähriger Gunzenhäuser wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht", 23.1.2014): hier klicken!

Amberg: Hakenkreuze auf Dönerimbiss (Januar 2014)

Laut otv.de (22.1.14) wurden am frühen Morgen des 22. Januar Hakenkreuze und "Beleidigungen" auf die Fassade eines Döner-Imbisses geschmiert. Inhaber des Imbisses ist eine türkischstämmige Familie.

otv.de ("Amberg: Dönerimbiss mit Hakenkreuzen verunstaltet", 22.1.2014): hier klicken!

Landkreis Haßberge: Scharfe Gewehrmunition, Schlagring, Hitler auf Facebook - Verfahren eingestellt (Januar 2014)

Ergebnis einer Wohnungsdurchsuchung bei einem 19-Jährigen aus dem Landkreis Haßberge (Oberfranken): 63 scharfe Gewehrpatronen und ein Schlagring. Zusätzlich wurde eine Abbildung Adolf Hitlers auf seiner Facebook-Seite gefunden, die ihm ein Freund zugeschickt habe. Das Verfahren wurde gegen Zahlung von 300 Euro eingestellt, eine reichlich milde Entscheidung.

infranken.de ("Hitlerbild auf Facebook bringt Polizei ins Spiel", 20.1.2014): hier klicken!

Bamberg: Hitlergruß gegenüber Polizisten (Januar 2014)

Ein 25-jähriger Bamberger bedrohte und beleidigte einen Mann. Nachdem ihm Polizisten einen Platzverweis erteilt hatten, zeigte er den Hitlergruß (infranken.de, 19.1.14).

Das war ein neuer Beitrag aus unserer laufenden Serie: "Menschen aus Mittel- und Oberfranken zeigen den Hitlergruß". Eine offenbar auch in der x-ten Generation nach 1945 anzutreffende Verhaltensweise, die zeigt, dass das Erbe des "3. Reiches" immer wieder an die Oberfläche blubbert...

infranken.de ("25-Jähriger zeigt Polizeistreife in Bamberg den Hitlergruß", 19.1.2014): hier klicken!

Fürth: Neue Anschläge auf Autos von Nazi-GegnerInnen? (Januar 2014)

In dem Reifen eines Autos steckte eine Schraube. Bei einem anderen Auto waren bereits drei Mal verschiedene Reifen platt. Dies alles passierte innerhalb der letzten Tage. Derartige Berichte von Fürther AntifaschistInnen erschrecken. Ist dies Zufall oder gibt es wieder eine neue Nazi-Terrorwelle? Wird seitens der Neonazis - wie in den letzten Jahren immer wieder - versucht, mit derartigen Mitteln politische GegnerInnen einzuschüchtern?

(16.1.14)

Nürnberg: AfD-Kandidat lobte Wehrmachtsgeneral (Januar 2014)

Wie die Nürnberger Nachrichten am 15. Januar berichteten, bestätigte der neue Kreisvorsitzende der rechten "Alternative für Deutschland" (AfD), Martin Sichert, gesagt zu haben, dass "Erwin Rommel ein ehrenwerter General des Zweiten Weltkriegs" war. Sichert, der bereits Mitte letzten Jahres mit verschiedenen deutlich rechtsgerichteten Äußerungen in den Schlagzeilen kam, möchte als Spitzenkandidat der AfD zu den Kommunalwahlen antreten. Unklar ist, ob die AfD die Hürde bei den Unterstützer-Unterschriften bewältigen kann.

Erwin Rommel, eine von der Nazi-Propaganda aufgeblasene Heldengestalt, war engstens mit dem NS-Regime verbunden. So war er zeitweise Verbindungsoffizier der Wehrmacht zur Reichsjugendführung, später auch Kommandeur des Führerhauptquartiers, als solcher für den Personenschutz Hitlers zuständig. Rommel war enger Vertrauter Hitlers und als Kriegsheld hochdekoriert. Das perfekt funktionierende Rädchen im deutschen Eroberungs- und Vernichtungskrieg erließ 1943 einen verbrecherischen Befehl zur Behandlung gegnerischer italienischer Soldaten. In der Nachkriegszeit wirkte die Nazi-Propaganda weiter und Rommel galt, "beglaubigt" durch den vom NS-Regime erzwungenen Selbstmord, als vermeintlich "sauberer" soldatischer Held.

Treuchtlingen: "Sieg Heil" und Hitlergruß gegenüber Polizisten (Januar 2014)

Wie das Weißenburger Landkreisbündnis gegen Rechts mitteilte, habe in der Nacht vom 11. auf den 12. Januar in einer Treuchtlinger Wohnung ein 46-jähriger Mann einen anderen Mann mit einem Dolch bedroht. Eine Polizeistreife habe interveniert und den besoffenen Täter in eine Klinik gebracht. Bei der Verabschiedung habe dieser dann mehrfach "Sieg Heil" geschrien und den Hitlergruß gezeigt.

(16.1.14)

Nürnberg, 14. Januar 2014: 350 bei Lichterzug zu ehemaligem NSU-Tatort (Januar 2014)

Das Sigena-Gymnasium Nürnberg veranstaltete im Rahmen der Eröffnung der ISFBB-Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" in der Schule einen Lichterzug zum Nürnberger NSU-Tatort Siemensstraße / Gyulaer Straße. Dort wurde am 13. Juni 2001 der Arbeiter und Schneider Abdurrahim Özüdogru durch Neonazis des NSU ermordet. Am Lichterzug nahmen etwa 350 Menschen teil.

Neonazistisches "Freies Netz Süd" demonstriert am 1. Mai in Plauen / Sachsen (Januar 2014)

Wie Endstation Rechts Bayern (13.1.14) meldete, mobilisiert das neonazistische "Freie Netz Süd" (FNS) am diesjährigen 1. Mai in die sächsische Stadt Plauen. Die Gründe dafür sind unklar, möglicherweise spielen sinkende Mobilisierungszahlen bei den letzten FNS-Großaktionen eine Rolle.

Endstation Rechts Bayern ("Bayerische Neonazis wollen in Plauen demonstrieren", 13.1.2014): hier klicken!

Schwabach: Hakenkreuze und SS-Runen an einer Bushaltestelle (Januar 2014)

Laut einer Pressemeldung der Polizei (13.1.14) beschmierten Unbekannte im Schwabacher Ortsteil Nasbach eine Werbetafel an einer Bushaltestelle unter anderem mit Hakenkreuzen und SS-Symbolen.

Fürth, 11. Januar: Mehr als 2000 Menschen demonstrierten gegen die Neonazis der BiSF (Januar 2014)

Trotz regnerischen Wetters demonstrierten am 11. Januar mehr als 2000 Menschen gegen die neonazistische "Bürgerinitiative Soziales Fürth" (BiSF). Dieser große Zuspruch kam sehr überraschend und ist überaus erfreulich. In den Reden aus einem breiten politischen Spektrum, von der autonomen Antifa bis hin zum Oberbürgermeister Jung, wurden viele relevante Themen angesprochen. Die Kampagne gegen den Wahlantritt der BiSF kann mit Rückenwind weitergeführt werden.


Zahlreich gegen die BiSF in Fürth (Foto: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Die Situation in Fürth ist folgende: Die Neonazis um Matthias Fischer benötigen bis zum 3. Februar einige hundert Unterstützer-Unterschriften, um überhaupt zur bayerischen Kommunalwahl im März antreten zu können. Sie versuchen deshalb, BürgerInnen zum Beispiel vor dem Rathaus zu überzeugen, am entsprechenden Ort für sie zu unterschreiben. AntifaschistInnen rund um das Fürther Bündnis gegen Rechts sind während der Öffnungszeiten der Behörden seit Wochen präsent und klären PassantInnen über die Neonazis der BiSF auf.

nordbayern.de ("Fürther gehen gegen Nazis auf die Straße", 11.1.2014): hier klicken!, BR Online ("Rund 2.000 Bürger protestieren gegen Rechts", 11.1.2014): hier klicken!, Störungsmelder ("Fürth: Deutliches Zeichen gegen Neonazis", 11.1.2014): hier klicken!

Büchenbach, Landkreis Roth: Schüsse, Nazimusik und rechte Parolen. Mandy S. aus dem ehemaligen NSU-Umfeld lebte zeitweise in Büchenbach (Januar 2014)
- aktualisiert -

In Büchenbach, Landkreis Roth, fand in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar eine Nazifeier statt. Nachdem aus der Wohnung eines 29-Jährigen "Schüsse, rechte Musik und rechte Parolen" zu hören waren, rief ein Passant die Polizei. Diese drang in die Wohnung ein und habe den Wohnungsinhaber fesseln müssen. Gefunden worden sei Schreckschussmunition, aber auch offen herumliegende scharfe Munition. Gefeiert hatten drei Neonazis im Alter von 27 bis 33 Jahren. Bei der Wohnungsdurchsuchung "konnte eine Vielzahl von Gegenständen aufgefunden werden, die dem rechtsradikalen Gedankengut zugeordnet werden können" (Pressemitteilung der Polizei, 9.1.14).

Die dem ehemaligen NSU-Umfeld zuzurechnende Neonazistin Mandy S. wohnte Anfang der 2000er Jahre zeitweise in Büchenbach (NSU-Untersuchungsausschuss Bund, Schlussbericht). In der Ausgabe 4 des neonazistischen Blatts "Der Landser", das etwa zu dieser Zeit erschien und für das zeitweise der Fürther Neonazi Matthias Fischer presserechtlich verantwortlich war, erschien um dieselbe Zeit eine "Top Ten"-Liste mit rechten Lieblingsliedern eines "Heiko aus Büchenbach". Im letzten Jahr wurde eine besonders ekelhafte rassistische Schmiererei in Büchenbach bekannt. Auf einen Fahrkartenentwerter der VGN war über den Entwerter-Spalt in Großbuchstaben "JUDEN HIER REIN" geschrieben. Neonazistische Szenenbildung und Neonazi-Umtriebe in Büchenbach sind also nichts Neues.

nordbayern.de ("Schüsse und rechte Parolen: Feier bei Roth eskaliert", 9.1.2014): hier klicken!

Weißenburg / Dornhausen: Landkreisbündnis gegen Rechts befürchtet die Entstehung eines Nazi-Wallfahrtsortes in Dornhausen (Januar 2014)

Das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen befürchtet die Entstehung eines Nazi-Wallfahrtsortes in Dornhausen. Auf dem dortigen Friedhof befindet sich das Grab des 1982 verstorbenen Altnazis Hans-Ulrich Rudel. Bereits die Beerdigung des hochdekorierten Ex-Wehrmachts-Militärs Rudels hatte sich unter Ehrenbezeugungen von Bundeswehr-Kampfjets abgespielt, so der Spiegel vom 3. Januar 1983. Seither fanden am Grab Rudels öfters Neonazi-Treffen statt, in den letzten Jahren laut Weißenburger Bündnis wohl wieder regelmäßiger. Bürgermeister und örtliche Polizei gäben sich unwissend. Die Gemeinde wird seitens des Bündnisses aufgefordert, "dagegen zu steuern".

Rudel flüchtete nach der deutschen Niederlage 1945 mit Hilfe des Vatikans nach Argentinien. In der Bundesrepublik unterstützte er Nazi-Gruppierungen wie die 1952 verbotene "Sozialistische Reichspartei" (SRP). In den 1970er Jahren war er Starredner der "Deutschen Volksunion" (DVU). Rudel machte auch "nach 1945 aus seiner nationalsozialistischen Gesinnung kein Hehl" (Sönke Neitzel, hier klicken!) und gilt natürlich auch deshalb als Held in der Neonazi-Szene.

(7.1.14)

Ebensfeld (Oberfranken): "Sieg Heil" und Hitlergruß (Januar 2014)

Wie infranken.de (7.1.14) meldete, habe ein junger Mann aus Ebensfeld (Oberfranken) einen Nachbarn im Dezember 2013 beleidigt, dazu mehrfach "Sieg Heil" gerufen und den Hitlergruß gezeigt.

infranken.de ("Anzeigen wegen Beleidigung und Hitlergruß", 7.1.2014): hier klicken!

Fürth, 4. Januar 2014: Briefkästen von Nazi-GegnerInnen durch Neonazis beschädigt (Januar 2014)

Am Samstag, den 4. Januar wurden Briefkästen von Fürther NazigegnerInnen in zwei Gebäuden beschädigt. In einen Briefkasten wurde Hausmüll gestopft, so eine Mitteilung aus Fürth. Einige der Neonazis wurden erkannt und angezeigt.

Die Neonazis verteilten im Rahmen ihrer bisherigen Werbeaktionen verschiedene Flyer. Auf einem dieser Flyer wurde ein weiterer BiSF-Kandidat bekannt gegeben, nämlich Sascha Rudisch auf Listenplatz 5. Auf Platz 1 und 2 der BiSF-Liste stehen Matthias Fischer und Stella Ruff. Die rechten Propagandazettel strotzen vor Rassismus und völkischem Denken. Beispielsweise wird die weit verbreitete Kritik an "Armutsflüchtlingen", zuletzt verstärkt aus Unionskreisen zu hören, zugespitzt und - in schlechtem Deutsch - radikalisiert. Zitat: "Wer sich heute durch Fürth bewegt wird schnell merken, dass diese Stadt immer mehr unter der stetig steigenden Überfremdung leidet. Ganze Stadtteile gehen (sic!) mittlerweile der deutschen Bevölkerung abhanden." Gehetzt wird auch gegen das Jüdische Museum Franken. Unterstellt wird, überall anders spare die Stadt, nur eben nicht dort... Gefordert wird weiterhin, Kinderbetreuungsplätze "zuerst an deutsche Kinder zu vergeben".

Ziel der Anti-BiSF-Kampagne eines breiten Bündnisses rund um das Fürther Bündnis gegen Rechts ist es, über eine Gruppierung mit derart menschenfeindlichen Ideologien breit aufzuklären.

Fürth: Brutaler tätlicher Naziübergriff im Zuge des BiSF-Wahlkampfes kurz vor dem Jahreswechsel (Januar 2014)
- aktualisiert -

Das alte Jahr in der Region endete mit einer brutalen rechten Gewalttat. Wie das Fürther Bündnis gegen Rechts mitteilte, ist es am Montag, den 30. Dezember nahe des Bürgeramtes Süd zu einer neonazistischen Gewaltattacke gekommen. Laut Pressemitteilung (30.12.13) "prügelten zwei Neonazis auf einen Antifaschisten derart ein, dass dieser auf eine von Autos befahrene Straße fiel. Anstatt umfassende Fahndungsmaßnahmen einzuleiten, überprüfte die Polizei die Personalien von Antifaschisten." Der zuständige Polizei-Einsatzleiter habe lapidar und nur wenige Minuten nach dem tätlichen Übergriff festgestellt, dass er "kein Gefahrenpotential von rechts" sehe.

Das Fürther Bündnis gegen Rechts kritisiert erneut die parteiliche, gegen die NazigegnerInnen gerichtete Haltung der örtlichen Polizeikräfte. Zitat: "In Fürth tritt die Polizei sehr wohlwollend gegenüber der BiSF auf und nimmt jede Anzeige vor Ort entgegen, während Anzeigen von Antifaschisten bereits mehrmals nicht aufgenommen wurden."

nordbayern.de ("Fürths Antifa sieht sich im Kampf gegen Rechts behindert", 3.1.2014): hier klicken!

Ein aktueller Überblicksartikel über die gesamte Thematik ist auf der Homepage des aida-Archivs München nachzulesen ("Neonazis wollen in den Fürther Stadtrat", 5.1.2014): hier klicken!