Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Nürnberg, 29.6.18 (Freitag), Villa Leon, 19 Uhr: Veranstaltung "Kein Schlusswort". Buchvorstellung und Gespräch mit Antonia von der Behrens und Alexander Hoffmann, Nebenklageanwälte im NSU-Prozess (DIDF, ver.di, IL).
*** Nürnberg, 30.6.18 (Samstag), ab 11.30 Uhr, Äußerer Laufer Platz: Proteste gegen extrem rechte Soli-Demo mit inhaftierten Holocaust-Leugnern. Mut meldet an im Rahmen des Rotationsverfahrens.
*** München, Tag X: Demo am Tag der Urteilsverkündung im NSU-Prozess. Weitere Infos folgen.
*** Wir empfehlen: Gut recherchierte Hintergrundinformationen über die extrem rechte Szene in der Region und den Widerstand dagegen sind in der Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" (erschienen Herbst 2017) zu finden. Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!
*** Wir bitten euch um einen Unterstützungsbeitrag für unsere laufenden Projekte, auch kleine Summen sind willkommen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg: In eigener Sache - Nachruf zum Tod von Ralph Hoffmann (Juni 2018)

Wir trauern um Ralph Hoffmann. Er war in unserem Bündnis und mit seinem jahrzentelangen gesellschaftlichen Wirken wohl einer der liebenswertesten Dickschädel, die wir kannten. Trotz seiner schweren Krankheit engagierte er sich bis zuletzt für unser Bündnis. Seine Diskussionsbeiträge und Ideen werden uns fehlen, aber auch die Zigarettenrunde nach den Bündnissitzungen im Innenhof.

Ralph setzte sich zuletzt erfolgreich für Stolpersteine für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle ein sowie für eine Schutzunterkunft für geflüchtete LGBTI. Ob es der Widerstand gegen das Bayerische Polizeiaufgabengesetz war oder die Rechtsentwicklung unserer Gesellschaft - Ralph bezog bis zuletzt öffentlich Stellung. In seinem letzten Tweet vom 14. Juni 2018 warf er dem CSU-Politiker Stephan Mayer vor, sich der AfD-Rhetorik zu bedienen.

Wir behalten sein Wirken für Gerechtigkeit und Menschenrechte in Erinnerung und werden seine Ideen und seine Tatkraft vermissen.

(24.6.18)

Nürnberg, 30. Juni: Aufmarsch von HolocaustleugnerInnen und Neonazis. Gegenprotest wird organisiert! (Juni 2018)
- aktualisiert -

Wie das aida-Archiv München berichtete, tritt am 30. Juni in Nürnberg die Neonazi-Multiaktivistin Angela Schaller aus Südthüringen als Veranstalterin einer Kundgebung und eines Demonstrationszugs "Freiheit für alle politischen Gefangenen - Für die Abschaffung des Paragraphen 130 StGB" auf. Ursprünglich wollten die Rechten eine Demo mitten durch die Innenstadt, jetzt sind sie auf dem Äußeren Laufer Platz. Als RednerInnen sind einschlägige Szene-Figuren vorgesehen. Anlass der Neonazi-Aktion, so aida, dürfte u. a. die erneute Inhaftierung des Nürnberger Holocaustleugners Gerhard Ittner im Mai 2018 sein.

In Nürnberg sollen unter anderem Axel Schlimper und Alfred Schaefer auf die rechte Bühne treten. Dazu zwei Artikel: blog.zeit.de.de ("Das mörderische Netz der Holocaustleugner", 25.6.2018): hier klicken! sowie bnr.de ("Revisionistisches Geschwisterpaar", 3.5.2018): hier klicken!

Eine Gegenkundgebung organisiert im Rahmen des Rotationsprinzips die Partei "Mut". Beginn: 11.30 Uhr, Äußerer Laufer Platz.

(Stand 22.6.18)

Amberg und anderswo: Der zweite Missbrauch - Mutmaßliche Ermordung einer jungen Frau durch einen LKW-Fahrer als Auslöser einer aggressiven rassistischen und frauenfeindlichen Hetzkampagne (Juni 2018)

Die traurige Geschichte: Eine aus Amberg stammende, in Leipzig lebende junge Frau wollte nach Nürnberg trampen und von dort aus mit dem Zug nach Amberg fahren, wo ihre Eltern leben. Sie kam dort nie an. Derzeit wird vermutet, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Unter Verdacht steht ein aus Marokko stammender LKW-Fahrer, der sie in seinem Fahrzeug mitnahm. So weit, so schlecht. Gewalt von Männern gegen Frauen ist leider kein Ausnahmedelikt.

Wütend macht der unmittelbare zweite Missbrauch: Rassistische und rechtsradikale KommentatorInnen im Internet haben sich des Falls "angenommen" und hetzen, was das Zeug hält. Sie hetzen auch auf Seiten, mit denen Familienangehörige und FreundInnen die Suche nach der zunächst verschwundenen Frau vorantreiben wollten. Da werden das mutmaßliche Opfer und deren Familie übelst beschimpft, da wird allgemein gegen MigrantInnen gewettert, da wird jungen Frauen geraten, nicht zu trampen und so weiter und so fort.

Mut macht, dass sich das Umfeld der jungen Frau gegen die rechte Hetze und die Vereinnahmung durch RassistInnen wehrt und dies auch deutlich zum Ausdruck bringt. In einem Internetbeitrag heißt es: "Aber leider kursieren nach wie vor reißerische Artikel im Netz und der Fall von Sophia wird genutzt, um Stimmung gegen die Einwanderungspolitik, gegen 'Fremde' und eine offene Gesellschaft zu machen, während uns vorgeworfen wird, Sophias Verschwinden für eigene politische Mobilisierung zu nutzen. Diese mediale Stimmungsmache und die vielen selbstgerechten Kommentare sind an Abscheulichkeit kaum zu überbieten und zeigen, dass unsere Positionierung eine notwendige Reaktion war!" Und weiter: "Was auch immer mit Sophia passiert ist, es ist definitiv nicht das Resultat zwischen der anscheinenden Andersartigkeit von Kulturen. Sophias Selbstbestimmung als Frau und ihre Unvoreingenommenheit gegenüber Menschen als den Grund für ihr Verschwinden zu nennen, ist Victim Blaming. Das bedeutet, dass unbeteiligte Menschen die betroffene Person beschuldigen, eine Tat durch ein bestimmtes Verhalten selbst provoziert oder herbeigeführt zu haben. Die Verantwortlichkeit liegt aber immer bei dem Täter, unabhängig davon, wie das Opfer sich verhalten und welche Kleidung es getragen hat".

nordbayern.de ("Spanische Polizei: Gefundene Leiche ist wohl Sophia L.", 22.6.2018): hier klicken!

Nürnberg, 17. Juni: Proteste gegen die völkische Hetze von Pegida auf dem Aufseßplatz (Juni 2018)

In der Spitze 200 Menschen protestierten am 17. Juni auf dem Nürnberger Aufseßplatz gegen den völkischen Pegida-Auflauf. Pegida Nürnberg konnte an diesem Sonntag knapp fünfzig AnhängerInnen mobilisieren, übrigens mit Unterstützung der Pegida-Zentrale in Dresden.


Nürnberg, 17. Juni 2018: Protest gegen Pegida auf dem Aufseßplatz (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Und natürlich vielen Dank, dass ihr euch an einem Sonntagnachmittag Zeit genommen habt, um gegen rechte HetzerInnen auf die Straße zu gehen. Sollte es weitere relevante Infos geben, werden wir diese an dieser Stelle nachtragen.

(17.6.18)

Nürnberg, 17. Juni: Auf die Straße gegen Pegida! (Juni 2018)
- mehrfach aktualisiert -

Am symbolträchtigen ehemaligen "Tag der deutschen Einheit", dem 17 Juni, will Pegida Nürnberg in der Nürnberger Südstadt hetzen. Der extrem rechte "Spaziergang" startet diesmal vom Aufseßplatz aus und wird unter anderem die hiesige Parteizentrale der SPD, das Karl-Bröger-Haus, ansteuern. Die bisher bekannte rechte Route: Aufseßplatz – Pillenreutherstraße - Celtisstraße - Südstadtpark (Zwischenkundgebung am Karl-Bröger-Haus) - Paradiesstraße - Alexanderstraße - Landgrabenstraße – Gugelstraße – Schuckertstraße – Maffeiplatz - Pillenreuther Straße – Breitscheidstraße – Aufseßplatz (Schlußkundgebung). Der rechte Spuk soll um 16 Uhr beendet sein.

Die Gegenkundgebung hat diesmal im Rahmen des Rotationsverfahrens die GEW Nürnberg vorbereitet. Treffpunkt: Sonntag, der 17. Juni 2018, 12.30 Uhr am Aufseßplatz. Auf die Straße, Leute! Flyer zum Download: hier klicken!

Ursprünglich wollte am 17. Juni gleichzeitig eine weitere extrem rechte Truppe hetzen, und zwar am Hauptmarkt. Wie es zum Rückzug dieser Anmeldung kam, wissen wir nicht. Es geht um den "Marsch" rund um Marco Kurz, der offensichtlich Verbindungen in hiesige AfD-Kreise besitzt. Die Rede war auch von einem "Bürgerbündnis Franken", das zeitweise zu der "Marsch"-Veranstaltung aufrief. Möglich, dass diese Truppe in den nächsten Monaten doch noch hier aufschlägt, wir informieren euch rechtzeitig!

Vorschau auf eine weitere extrem rechte Veranstaltung am 30. Juni (Samstag): Angemeldet ist für diesen Tag eine Demonstration durch die Nürnberger Innenstadt zum Thema "Freiheit für alle politischen Gefangenen. Weg mit Paragraph 130 StGB". Da es hier um den Volksverhetzungsparagraphen geht, kann man mit Fug und Recht annehmen, dass an diesem Tag Ittner- und Haverbeck-Sympathisanten ihr Recht auf Holocaust-Leugnung wiedererlangen wollen. Weitere Informationen folgen rechtzeitig.

(Stand 16.6.18)

Nürnberg: Flaschensammler bei Rock im Park durch Security angegriffen (Juni 2018)

Laut nordbayern.de (16.6.18) griffen Securities auf dem Rock-im-Park-Gelände am 4. Juni einen Flaschensammler an und verletzten diesen. Das Opfer, ein 29-jähriger Berliner, leidet an einer Autismus-Erkrankung.

nordbayern.de ("Security prügelte bei Rock im Park auf Flaschensammler ein", 16.6.2018): hier klicken!

Bamberg: Prozess gegen mutmaßliche RechtsterroristInnen kommt nicht voran (Juni 2018)

Laut sueddeutsche.de (12.6.18) befindet sich die Anklage gegen mehrere Neonazis aus dem Umfeld der Partei "Die Rechte" sowie der Gruppierung "Weiße Wölfe Terrorcrew" in der Warteschleife, d.h., trotz lange fertiggestellter Anklage gegen drei Männer und eine Frau kommt kein Prozess zustande. Die Gründe dafür sind unklar. Jedenfalls scheint kein übermäßig großer Eifer bei der gerichtlichen Verfolgung rechter GewalttäterInnen zu bestehen.

Die Vorgeschichte: Wir berichteten im Oktober 2015 über eine Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder einer rechten Terrorgruppe in Bamberg, Erlangen, Nürnberg und anderen Orten. Bei der Razzia wurden Waffen gefunden, unter anderem eine scharfe Schusswaffe plus Munition. Bestellter Sprengstoff sei auf dem Postweg abgefangen worden. Die Ermittler gingen damals davon aus, dass Anschläge auf Flüchtlingseinrichtungen sowie gewaltsame Übergriffe auf Linke bevorstanden. Fotos der bei der Razzia beschlagnahmten Gegenstände zeigten Hakenkreuze, ein Hitlerbild, eine Broschüre "Die Waffen-SS" sowie ein in der Nazizeit verwendetes Propagandaschild mit der Aufschrift "Volksgenosse, trittst du ein, soll dein Gruß 'Heil Hitler' sein!"

sueddeutsche.de ("Anklage gegen Neonazis seit 21 Monaten in der Warteschleife", 12.6.2018): hier klicken!

Nürnberg, 9. Juni: Lautstarker Protest gegen AfD-Parteitag fand statt / Gut besuchte Demonstration zum NSU-Tatort in der Scharrerstraße / Polizeiliche Provokationsversuche am Rande der Demo (Juni 2018)
- aktualisiert -

Bereits vor zehn Uhr waren die ersten Anti-AfD-DemonstrantInnen vor Ort, in der Nähe der städtischen Meistersingerhalle. Im Laufe des Vormittags fand auch eine Anti-AfD-Kundgebung der Allianz gegen Rechtsextremismus auf dem Platz der Opfer des Faschismus statt, leider abseits des Geschehens. Kurz nach zwölf Uhr formierte sich von der Meistersingerhalle aus ein von DIDF organisierter Demonstrationszug mit deutlich über 500 TeilnehmerInnen, der über den NSU-Tatort in der Scharrerstraße zum antirassistischen Fest auf dem Aufseßplatz führte.


Nürnberg, 9. Juni 2018: Demo gegen die AfD / Zum Gedenken an die NSU-Opfer (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)


Nürnberg, 9. Juni 2018: Impressionen von der Demo (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Soweit so gut, könnte man meinen. Wären da nicht die auffälligen Provokationen der Polizei gewesen. Einmal wurde in die Demo gestürmt. Kurz vor Ende des Protestzugs, beim Einzug auf den Aufseßplatz, verhafteten Polizeigreifer dann zwei Menschen ohne Anlass. Einer der beiden wurde erst in einen Asia-Shop gezerrt und dann nach ausgiebiger Durchsuchung abtransportiert. Ort und Zeitpunkt des Eingreifens lassen nur die Schlussfolgerung zu, dass seitens der Polizei provoziert werden sollte, um den friedlichen Gesamteindruck zu stören. Als Gegenreaktion kam es zu einer kurzfristigen Blockade der Pillenreuther Straße. A propos Polizei: Wieviel Prozent der eingesetzten BeamtInnen sympathisieren denn mit der AfD oder stehen gar noch weiter rechts? Eine Antwort auf diese Frage wäre durchaus interessant.

Update: Auf der AfD-Bühne im Saal übten sich führende Politiker dieser rechten Partei in rechtsradikalem und völkischem Jargon. So etwa der im Bundestag durchgängig unternehmerfreundlich tönende bayerische Landeschef und MdB Martin Sichert, den die Nürnberger Nachrichten (Printausgabe, 11.6.18) mit dem Ausruf "Bayern erwacht!" zitieren. Bundessprecher und MdB Alexander Gauland legte entsprechend nach: Der "Austausch des deutschen Volkes" werde gerade durchgeführt. Es drohe die Abschaffung einer "mono-ethnischen Kultur", "unsere Art zu leben" werde beendet. Völkisches Denken in Reinform, nicht überraschend. Sonst scheint die AfD nichts zu bieten zu haben.

(9.6.18, ergänzt 11.6.18)

nordbayern.de ("AfD in Nürnberg: Gaulands Eingeständnis, friedliche Demos", 9.6.2018): hier klicken!

Nürnberg, 9. Juni: Todestag von İsmail Yaşar, antirassistisches Straßenfest, AfD-Landesparteitag / Auf zum antirassistischen Protest und zum Feiern! (Mai / Juni 2018)
- mehrfach aktualisiert -

Samstag, der 9. Juni ist ein denkwürdiger Tag. Einerseits wurde an diesem Tag vor dreizehn Jahren der Nürnberger İsmail Yaşar durch die RechtsterroristInnen des NSU ermordet. Zudem finden am 9. Juni zwei stationäre Veranstaltungen in Nürnberg statt, die kaum gegensätzlicher sein könnten: Ein antirassistisches Straßenfest, organisiert vom Verein junge stimme und vielen anderen Organisationen sowie der erste Tag des Landesparteitags der immer weiter nach rechts driftenden AfD in der städtischen Meistersingerhalle.

Nun stehen folgende Veranstaltungen fest:

- ab 9.30 Uhr, Start Nelson Mandela-Platz: Kundgebung / Demo der SDAJ ab Nelson Mandela-Platz zur Meistersingerhalle. Weitere Infos: hier klicken!

- ab 10.30 Uhr bis ca. 11.30 Uhr, Platz der Opfer des Faschismus: Kundgebung der Allianz gegen Rechtsextremismus gegen den beginnenden Parteitag. Zum Programm: hier klicken!

- ab 12.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr: Demonstration von DIDF, unterstützt vom Nürnberger Bündnis Nazistopp, ab Meistersingerhalle zum Todestag des NSU-Opfers İsmail Yaşar über die Scharrerstraße zum Aufseßplatz (Straßenfest)

- ab 14.00 Uhr: Internationales Straßenfest mit großem Bühnenprogramm am Aufseßplatz. Zum Programm: hier klicken!

Leider sind die aufgelisteten Aktivitäten nur teilweise aufeinander abgestimmt. Falls es Neues oder Ergänzungen gibt, werden wir euch informieren!

Update: Zwei weitere Kundgebungen an der Meistersingerhalle werden durchgeführt von Das Schweigen durchbrechen (ab 8.30 Uhr) und dem Antifaschistischen Aktionsbündnis Nürnberg (ab 11.30 Uhr).

(Stand 6.6.18)

br.de ("Große Zahl an Polizisten soll Konflikte bei AfD-Veranstaltung verhindern", 8.6.2018): hier klicken!

Bayreuth / Oberprex: Neonazis scheiterten mit Klage gegen Enteignung ihres ehemaligen Treffpunktes (Juni 2018)

Laut br.de (8.7.18) und anderen Quellen scheiterten die Neonazis rund um das im Jahr 2014 verbotene "Freie Netz Süd" (FNS) mit ihrer Klage gegen die Enteignung ihres ehemaligen Treffpunkts in Oberprex (Gemeinde Regnitzlosau) und der darin befindlichen Propagandaartikel des Final Resistance Versandes. Das Verwaltungsgericht Bayreuth wies das Ansinnen der Rechten zurück, das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

br.de ("Beschlagnahmung von Neonazi-Treffpunkt in Oberprex ist rechtmäßig", 8.6.2018): hier klicken!

Nürnberg, 3. Juni: Rechte Versammlung vor dem britischen Honorarkonsulat fand statt (Juni 2018)
- aktualisiert -

Laut uns zugegangenen Informationen fand am Sonntag, den 3. Juni vor dem britischen Honorarkonsulat in Nürnberg eine rechte Soliveranstaltung für den inhaftierten Briten Tommy Robinson aka Stephen Yaxley-Lennon statt. Zwischen 40 und 50 Personen aus dem Spektrum von AfD und Pegida, darunter Corinna Schenz, Schriftführerin des AfD-Kreisverbandes Nürnberg und Mitarbeiterin von AfD-MdB Martin Sichert. Die rechten AktivistInnen hielten Reden, forderten die Freilassung Robinsons sowie aller "politischen Gefangenen" und fabulierten unter anderem über den "Terror des internationalistischen Denkens".

Der langjährige rechte Aktivist Robinson wurde in Großbritannien zuletzt zu einer Gefängnisstrafe von dreizehn Monaten verurteilt (z.B. n-tv.de, 30.5.18). Er habe ein Live-Video minderjähriger Angeklagter bereits vor dem Urteil veröffentlicht und damit erneut gegen entsprechende britische gesetzliche Auflagen verstoßen. Die Konstellation vor Gericht - migrantische Angeklagte, Sexualdelikte - passte natürlich wunderbar in extrem rechte, rassistische Propagandaschemata. Robinson wird von Pegida und offensichtlich auch von AfD-Kreisen unterstützt.

Update: Unter den rechten DemonstrantInnen war auch Matthias Vogler, AfD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Nürnberg-West (Quelle: rolandnbg.wordpress.com, 5.6.18).

(3.6.18, ergänzt 5.6.18)

Nürnberg: Rassistischer Angriff auf syrische Flüchtlingskinder (Mai 2018)

Tatort Insel Schütt, Nürnberg, 30. Mai: Laut einem uns zugegangenen Bericht verprügelten mehrere RassistInnen syrische Flüchtlingsjungs, acht und zwölf Jahre alt. Eines der Kinder befand sich zur medizinischen Abklärung im Krankenhaus.

ZeugInnen des Polizeieinsatzes - die verprügelten Jungs hatten den Notruf gewählt - berichteten von mitleidlosen bis tendenziell rassistischen Sprüchen eingesetzter Polizeibeamter, à la "ihr heißt eh alle gleich". Gäste des so genannten "Stadtstrandes" hätten die Angriffe auf die Kinder beobachtet, ohne einzugreifen.

(31.5.18)

Nürnberg: In eigener Sache - Wir bereinigen unseren Verteiler. Wer drin bleiben will, muss uns das per Email explizit mitteilen (Mai 2018)

Vielleicht haben es einige schon registriert: Wir haben unsere old-fashioned Website verschlüsselungstechnisch etwas aufgemöbelt und eine längere Datenschutzerklärung in Übereinstimmung mit der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) online gestellt.

Zusätzlich wollen wir unseren Verteiler auf den neuesten Stand bringen, um Spam zu vermeiden, und müssen das nach DSGVO auch tun. Das heißt:

Falls ihr weiter wie bisher über Aktionen gegen Naziaufmärsche und gegen Demonstrationen rechtspopulistischer Gruppierungen in Nürnberg und Umgebung (und manchmal weitere Themen) informiert werden möchtet, müsst ihr euch - dieses eine Mal - bei uns aktiv zurückmelden und eure Anmeldung für die Infomail ausdrücklich bestätigen. Alle, die in der bisherigen Mailingliste waren, müssten inzwischen eine entsprechende Mail bekommen haben. Wir bitten diejenigen, die sich erst in letzter Zeit eingetragen haben, um Verständnis, aber die ganzen Mails zu durchsuchen, sprengt unsere zeitlichen Kapazitäten.

Wer sich also erneut oder neu in die Mailingliste eintragen will, schickt uns eine Mail (an nazistopp.nuernberg@yahoo.de) mit etwa folgendem Text:

"Ja, ich bin damit einverstanden, dass mich das Nürnberger Bündnis Nazistopp weiterhin über Aktionen gegen Naziaufmärsche und gegen Demonstrationen rechtspopulistischer Gruppierungen in Nürnberg und Umgebung (und manchmal weitere Themen) informiert. Meine Mailadresse und evtl. mein Namen wird zu diesem Zweck in der Kartei des Nürnberger Bündnisses Nazistopp gespeichert. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen, dann werden meine Daten gelöscht."

Die, die in der Liste waren und sich nicht zurückmelden, müssen und werden wir streichen.

(23.5.18)

Nürnberg, Bad Windsheim und Coburg: "Sieg Heil", "Heil Hitler" und rassistische Gewalt am Pfingstwochenende (Mai 2018)

Die hier berichteten rechten Vorfälle in Mittel- und Oberfranken am Pfingstwochenende stellen sicher nur die Spitze des Eisbergs dar.

In Nürnberg griffen zwei Männer (26 und 42 Jahre alt) am Sonntagabend einen U-Bahn-Fahrgast körperlich an und beleidigten ihn rassistisch. Dabei war wohl vor allem der Jüngere aktiv. Beim Eintreffen der Polizei schrie der Ältere mehrfach "Heil Hitler" und zeigte den Hitlergruß.

Ein 27-Jähriger skandierte am Rande des Weinfests auf dem Bad Windsheimer Marktplatz "Sieg Heil".

Und last but not least zeigte ein Teilnehmer des "Coburger Convent" einen anderen Teilnehmer an, als dieser ihn in der Toilette des Coburger Hofbräu mit "Heil Hitler" begrüßte. Der Rechte habe "eine Braun-Weiß-Grüne Verbindungsmütze der Landsmannschaft Niedersachsen" getragen.

(Quellen: Polizeibericht, nordbayern.de, nordbayerischer-kurier.de, 20. und 21.5.18)

Coburg und Rehau (Ofr.): Rechtes Personal tickt aus (Mai 2018)

Immer wieder diese Einzelfälle. Im oberfränkischen Rehau leistete ein "Reichsbürger" massiv Widerstand, als er wegen eines anderen Delikts verhaftet werden sollte. In Coburg zeigte ein 35-jähriger mutmaßlicher Ladendieb mehrfach den Hitlergruß, als ihn die Polizei festsetzte (infranken.de und np-coburg.de, 19.5.18).

Nürnberg: Holocaust-Leugner Ittner wieder mal im Knast (Mai 2018)
- aktualisiert -

Wie endstation-rechts.de (17.5.18) berichtete, muss der Nürnberger Holocaust-Leugner Gerhard Ittner nun eine sechsmonatige Rest-Freiheitsstrafe absitzen. Mit einer neonazistischen Soliaktion vor der JVA sei zu rechnen. Weitere Details im verlinkten Online-Artikel.

Update: Laut nordbayern.de (23.5.18) ermittelt die Nürnberger Justiz schon wieder gegen den Mann wegen "womöglich erneut volksverhetzende(r) Äußerungen".

nordbayern.de ("Neonazi Gerhard Ittner wieder im Gefängnis", 23.5.2018): hier klicken!, endstation-rechts.de ("Holocaust-Leugner Gerhard Ittner festgenommen", 17.5.2018): hier klicken!

Langenzenn: Dort lebender Neonazi-Kader entfaltete geschichtsrevisionistische Aktivitäten / Heirat am 20. April (Mai 2018)

Hin und her in Langenzenn: Mitte April verteilten die Neonazis des III. Wegs geschichtsrevisionistische Flyer üblicher Machart vor einem örtlichen Gymnasium. Das vom 17. April bis zum 22. Mai 1945 existierende Kriegsgefangenenlager Langenzenn unter alliiertem Kommando wurde - wie sollte es auch anders sein - alleine als deutsche Leidensgeschichte erzählt: "Das Leid (...) lässt sich kaum in Worte fassen". Wie in der neonazistischen Propaganda seit Jahrzehnten üblich, leiden Nazis die Kriegsniederlage des Deutschen Reichs noch einmal mit und relativieren gleichzeitig die Verbrechen der deutschen Massenmörder im Zweiten Weltkrieg ("vermeintliche[n] Verbrechen Eurer Großväter"). Es folgte eine antifaschistische Flyerverteilung in Langenzenn, die über den dort wohnenden III. Weg-Kader Kai Zimmermann aufklärte ("Achtung! Neonazi in Ihrer Nachbarschaft"), auf die wiederum Zimmermann mit einer "Stellungnahme an die Kirchfembacher" antwortete, in der er sich als biederer Vertreter einer "nationalen Partei" darstellte.

Wir sind gepannt, wie die örtliche Debatte weitergeht und ob sich der Neonazi-Kader in Langenzenn-Kirchfembach ähnlich integrieren kann wie etwa der Neonazi-Aktivist Frank Rennicke im oberfränkischen Unterhartmannsreuth. Erste Indizien dafür gibt es schon: Zimmermann heiratete laut Fürther Nachrichten (12.5.18, Printausgabe) am 20. April im alten Rathaus, also an Hitlers Geburtstag. Hat das keiner gemerkt?

Als Quelle für den vor der Schule verteilten III. Weg-Flyer diente offensichtlich das 2015 erschienene Buch "Gefangen unter freiem Himmel" der Lehrerin Susanne Schmidt, das in Kooperation mit dem Langenzenner Heimatverein entstand. In diesem Buch wird zwar keine Verharmlosung der Nazizeit betrieben, wie in der Nachkriegszeit lange üblich, aber der Fokus liegt doch weitgehend auf dem Leiden der in Langenzenn internierten deutschen Soldaten und auf der Frage, ob seitens der Besatzungsmacht völkerrechtliche Normen befolgt worden sind. Völlig ausgeblendet werden jedoch die möglichen Verbrechen der Internierten; unterschätzt wird die logistische Aufgabe der alliierten Sieger, eine Armee, die einen grausamen Vernichtungskrieg geführt hat, zu demobilisieren. Unprofessionell ist auch die unkritische und weitgehend unkommentierte Wiedergabe von Zeitzeugenaussagen. Dies auszuführen, würde an dieser Stelle zu weit führen.

PS: Schwer vorstellbar ist, dass die Abdruckgenehmigungen für die auf der Internetseite des III. Wegs abgebildeten Fotos des Langenzenner Lagers und ehemaliger Kriegsgefangener auf legale Weise beschafft wurden.

nordbayern.de ("'Der III. Weg': Flugblätter von Rechtsradikalen vor Gymnasium", 12.5.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("'Der III. Weg': Kleinstpartei lehnt sich an die NSDAP an", 12.5.2018): hier klicken!

Fürth, 1. Mai: Energische Proteste gegen Pegida / Massive Behinderung des Gegenprotests durch die Polizei / NPD-Funktionär auf Pegida-Kundgebung (Mai 2018)

In der Spitze 350 Menschen protestierten energisch gegen die etwa 50 PegidistInnen. Diese zogen von der Stadthalle zur Hardhöhe, rigoros abgeschirmt durch weitläufige Polizeiabsperrungen und ein großes Polizeiaufgebot. Die Gegenproteste gerieten zeitweise zum antifaschistischen Wandertag quer durch diverse Wohngebiete der Kleeblattstadt. Erfreulicherweise gab es musikalische Begleitung durch die zwei Musiker von The devil's dandy dogs (wir hoffen jetzt, dass das stimmt). Dankeschön!


Fürth, 1. Mai 2018: Durch den Wiesengrund zum Protest gegen Pegida (Foto: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

In der ersten Reihe des Pegida-Publikums bei deren Schlusskundgebung auf der Hardhöhe war Heidrich Klenhart zu sehen, seines Zeichens Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Amberg-Neumarkt. Wie war das gleich wieder - Keine Nazis bei Pegida Nürnberg? Wer's glaubt... Ansonsten soll ein Pegidist seitens der Polizei angezeigt worden sein, weil er entgegen der Auflagen GegendemonstrantInnen gefilmt hatte.

Zurück zum völlig übertriebenen und auf Eskalation angelegten Einsatz von Bereitschaftspolizei und USK: Da wurde gekesselt, abgedrängt und abgesperrt, was das Zeug hielt. Genehmigte Demostrecke? Egal. Gegen halb drei dann die provozierende Festnahme einer jungen Gegendemonstrantin, weil sie angeblich vermummt gewesen wäre. Laut Nonügida (Twitter) sollen dabei mehrere Leute "leicht verletzt und fast überfahren" worden sein.

nordbayern.de ("Massiver Polizeieinsatz: Fürther Rathaus im Kreuzfeuer", 1.5.2018): hier klicken!

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! / Preis 7 Euro zzgl. Porto und Versand / Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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