Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
Druckversion

*** Nürnberg, 26.6.21 (Samstag), 18.30 bis 20.30 Uhr in der Villa Leon, Philipp-Körber-Weg 1 und zusätzlich online: "80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion oder: Der zweite deutsche Völkermord". Vortrag und Filmvorführung mit Hannes Heer, Historiker und Publizist, ehem. Kurator der "Wehrmachtsausstellung". Anmeldung: info@isfbb.de (ISFBB e.V. in Kooperation mit ver.di Mittelfranken, VVN-BdA Nürnberg, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Stadt Nürnberg - Villa Leon). Flyer: hier klicken!
*** Download der neuen Broschüre zu den hiesigen "Corona-Rebellen" ("Mit Nazis gegen den vermeintlichen Faschismus?"): hier klicken!
*** Live-Stream der Infoveranstaltung vom 3. November zu den hiesigen "Corona-Rebellen": hier klicken!
*** Link zur Petition der Initiative #ZeroCovid, "Das Ziel heißt Null Infektionen! Für einen solidarischen europäischen Shutdown": hier klicken!
*** Wir empfehlen nach wie vor: Gut recherchierte Hintergrundinformationen über die extrem rechte Szene in der Region und den Widerstand dagegen sind in der Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" (erschienen Herbst 2017) zu finden. Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken! (Hinweis: Portokosten haben sich mittlerweile etwas erhöht)
*** Wir freuen uns über Spenden für unsere laufenden Aktionen und bedanken uns bei den bisherigen SpenderInnen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg: Gewaltfantasien in Querdenken911-Gruppe / Attacke auf Journalist am Rande der "Querdenker"-Demo (April 2021)
- ergänzt -

Was AfD- und Pegida-Fans schaffen, das kriegen die so genannten Querdenker schon lange hin. Dieser Eindruck drängt sich jedenfalls auf, wenn man in einschlägigen "Corona-Rebellen"-Gruppen nach gewaltlüsternem Geschreibsel Ausschau hält.

Bei Querdenken911, also einer Nürnberger Gruppe, hieß es jedenfalls am 5. April unter anderem: "Ja den richte ich persönlich. Wennst helfen magst?" / "Sofort und Merkel nehmen wir mit!" / "Ich lebe der Tiere wegen fleischlos, aber mit den Politikern würden mir so manche unschöne Dinge einfallen, die man machen könnte" / "Mein Hass ist langsam nicht mehr zu deckeln und ich bete zu Gott das er mich niemals auf einen dieser Verbrecher treffen lässt" (Auszüge, Fehler im Oiginal).

Dazwischen eine "Meldung" von "Epoch Times Deutschland", dass wegen des Lockdowns massenhaft Suizide zu erwarten sind. Epoch Times ist ein Internetmedium, das der chinesischen Falun-Gong-Sekte nahesteht und seit vielen Jahren zur Verbreitung rassistischer und verschwörungsideologischer Inhalte beiträgt.

Ergänzung: Auf einem uns zugegangenen Video der "Querdenker"-Demo vom 5. April in Nürnberg ist zu sehen, wie eine Frau mit Megafon - und standesgemäß natürlich ohne Maske - nahe an einem Journalisten vorbeiläuft und dabei einen lauten Sirenenton anschaltet. Anzeige wurde erstattet.

(6.4.21, ergänzt 7.4.21)

Amberg: Der von Neonazis 1995 ermordete Klaus Peter Beer nun offiziell Opfer rechter Gewalt (April 2021)

Laut verschiedenen Medienberichten (7. und 8.4.21) wurde der in Amberg wegen seiner Homosexualität 1995 ermordete Klaus Peter Beer nun offiziell als Opfer rechter Gewalt anerkannt.

Vor Ort protestierten antifaschistische Initiativen immer wieder gegen die Verharmlosung rechter Gewalt und forderten die staatliche Anerkennung der neonazistischen Mordtat. Am 7. September 1995 wurde Beer von zwei Neonazis brutal zusammengeschlagen und dann in die Vils geworfen, wo er ertrank.

br.de (8.4.21) schreibt: "Die beiden Täter hatten vor der Tat angekündigt, den nächsten Schwulen umzubringen. Nach dem Mord prahlten sie auf einer Skinhead-Veranstaltung damit. Die Täter wurden 1998 zu zwölf und acht Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Mittlerweile sind sie wieder auf freiem Fuß". Schon deshalb ist es skandalös, dass 25 Jahre vergehen mussten, bis diese ideologisch motivierte Tat staatlicherseits anerkannt worden ist.

br.de ("1995 ermordet: Mann nun offiziell Opfer rechter Gewalt", 8.4.21): hier klicken!, onetz.de ("Klaus Peter Beer nun offiziell als Opfer rechtsmotivierter Gewalt erfasst", 7.4.21): hier klicken!, otv.de ("Amberg: Mordfall Klaus Peter Beer offiziell rechtsmotivierte Gewalt", 7.4.21): hier klicken!

Erlangen: Fragwürdige polizeiliche Durchsuchung der Fraktionsräume der Erlanger Grünen / Lassen sich die Ermittlungsbehörden vor den rechten Karren spannen? (März/April 2021)
- mehrfach aktualisiert -

Laut nordbayern.de (26.3.21) durchsuchten Polizisten in Anwesenheit eines Staatsanwalts und des Erlanger Rechtsreferenten das Fraktionsbüro der Erlanger Grünen und nahmen Computer mit. Grund für die extrem überzogen wirkende Maßnahme sei die Veröffentlichung eines Fotos einer AfD-Versammlung in der Stadt und der damit verbundene angebliche Verstoß gegen das Kunsturheberrecht durch ein Mitglied der Stadtratsfraktion.

Die Erlanger Grünen halten das Vorgehen des Staatsschutzes für unverhältnismäßig. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und der Polizei sowie Teilen der Justiz Parteilichkeit zugunsten der AfD unterstellt.

Update 1: Laut Süddeutsche Zeitung vom 30.3.21 (Printausgabe) handelte es sich bei der Durchsuchung um "Nachermittlungen", nachdem das beschuldigte Fraktionsmitglied der Erlanger Grünen Einspruch gegen den bereits ergangenen Strafbefehl eingelegt hatte.

Update 2: Es wird immer doller. Wie die Süddeutsche Zeitung (1.4.21, Printausgabe) schrieb, habe es gar keinen Strafbefehl gegeben, da die Beweislage dafür bisher nicht ausgereicht habe. Und schließlich erklärte das Landgericht Nürnberg-Fürth, also die nächsthöhere Instanz, die Durchsuchung der Fraktionsräume der Grünen sei unverhältnismäßig gewesen; der entsprechende Beschluss des Erlanger Amtsgerichts wurde aufgehoben (br.de, 1.4.21).

Update 3: Laut nordbayern.de (8.4.21) wird nun gegen den Grünen-Stadtrat in einer weiteren Angelegenheit ermittelt. Es geht ebenfalls um das Kunsturheberrecht; angezeigt habe diesmal ein extrem rechter Aktivist aus dem Umfeld der rechten Burschenschaft Frankonia, laut Presseinformation der Stadtratsfraktion der Grünen "bundesweit in den alten und neuen rechten Strukturen gut vernetzt". Es wird zu Recht vermutet: "Die Ermittlungsbehörden lassen sich vor den rechten Karren spannen".

nordbayern.de ("Nach Durchsuchung in Erlangen: Landtagsgrüne fordern Aufklärung", 8.4.21): hier klicken!, gl-erlangen.de ("Sicherheitsbehörden lassen sich vor rechten Karren spannen", 8.4.21): hier klicken!, nordbayern.de ("Durchsuchung bei Erlanger Grünen war rechtswidrig", 3.4.21): hier klicken!, gl-erlangen.de ("Landgericht: Durchsuchungen waren rechtswidrig", 1.4.21): hier klicken!, br.de ("Durchsuchung der Grünen-Fraktion Erlangen unverhältnismäßig", 1.4.21): hier klicken!, nordbayern.de ("Polizei durchsucht Fraktionsräume der Erlanger Grünen", 26.3.21): hier klicken!

Nürnberg, 28. März: Einige Redebeiträge der Kundgebung "Soziale Krisenpolitik statt rechtes Geschwurbel!" (März 2021)
- aktualisiert -

Auf unserer heutigen Veranstaltung "Soziale Krisenpolitik statt rechtes Geschwurbel!" ist es gelungen, gemeinsam wichtige inhaltliche Akzente zu setzen. Alle RednerInnen haben neben der Kritik an den rechtsoffenen "Corona-Rebellen" die zunehmend desaströsen sozialen Folgen der Corona-Krise angeprangert und die derzeitige Wirtschafts- und Sozialpolitik kritisiert.

Wir haben für die, die am Sonntag nicht dabei waren, die zwei Redebeiträge für das Nürnberger Bündnis Nazistopp verlinkt.

Birgit Mair: hier klicken!

Ulli Schneeweiß: hier klicken!

Als Videos: hier klicken!

Und hier noch die Rede von Franz vom Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, der an Covid-19 erkrankt war: hier klicken!

Danke an die Aktiven vor Ort, danke an die insgesamt neun RednerInnen und nicht zuletzt auch an die KundgebungsbesucherInnen!

(28.3.21, ergänzt 29.3.21)

nordbayern.de ("Demo: Nürnberger 'Bündnis Nazistopp' kritisiert die 'Querdenker' scharf", 28.3.21): hier klicken!

Coburg: Eineinhalb Jahre Knast nach rassistischer Gewalttat / "Ich steche euch ab, ihr Kanaken" (März 2021)

Wie infranken.de (28.3.21) schrieb, wurde Alexander K. wegen eines brutalen, rassistisch motivierten Angriffs zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

Aus nichtigem Anlass griffen Alexander K. und zwei weitere Personen im Juni 2020 eine mehrköpfige Familie an. Die Täter waren mit Metallstangen und Holzprügeln bewaffnet. Der Familienvater wurde mit einer Metallstange mehrfach auf den Kopf geschlagen und im Genitalbereich verletzt. Er erlitt einen Hörsturz und leide nun an dauerhafter Schwerhörigkeit. Die Kinder seien immer noch verängstigt.

infranken.de ("'Haarscharf am versuchten Totschlag vorbei'", 28.3.21): hier klicken!

Nürnberg / Cham: Zweijährige Gefängnisstrafe für 23-jährigen Neonazi rechtskräftig (März 2021)

Fabian D., ein 23-jähriger Neonazi aus dem Landkreis Cham, muss nun eine zweijährige Haftstrafe wegen der Vorbereitung eines rassistischen Terroranschlags antreten, nachdem er laut br.de (29.3.21) seine Revision gegen das im Dezember letzten Jahres verhängte Urteil zurückgenommen hat. Der junge Mann hatte sich im Internet mit anderen Aktiven der international agierenden Nazigruppe "Feuerkrieg Division" ausgetauscht und hatte vor seiner Verhaftung begonnen, sich zu bewaffnen (wir berichteten mehrfach).

Die Vorgeschichte: D. wurde Anfang Februar 2020 festgenommen. Er soll die deutsche Abteilung der – angeblich aufgelösten - international vernetzten rechtsterroristischen Gruppierung "Feuerkrieg Division" angeführt haben und lebte in der Oberpfalz, in der Gegend um Cham, im Keller seines Elternhauses. Sein Chatname soll "Heydrich" gewesen sein. Der hochrangige Nazifunktionär Reinhard Heydrich war Mitorganisator des Holocaust.

Der im Internet politisch sozialisierte Neonazi habe eine militärische Ausbildung bei der Bundeswehr absolviert. Bei einer Hausdurchsuchung seien mehrere Waffen gefunden worden. Im Januar habe der Mann im Internet angekündigt, er wolle ein Heiliger werden. Es ist davon auszugehen, dass er einen Anschlag auf eine religiöse Einrichtung, etwa eine Moschee oder eine Synagoge, plante. Interessant: D. hatte sich als EDV-Spezialist bei der Bundeswehr beworben und wäre dort angenommen worden. Den Brief mit der Zusage öffnete D. während der Festnahme durch polizeiliche Ermittler.

br.de ("Terrorpläne: Oberpfälzer Rechtsextremist muss ins Gefängnis", 29.3.21): hier klicken!

Nürnberg, 28. März, ab 14 Uhr: Demonstration "Soziale Krisenpolitik statt rechtes Geschwurbel!" / Auf die Straße! (März 2021)

Während die Krisenbewältigung aufgrund der Pandemie soziale Gräben weiter vertieft, feiern sich neue und alte Wutbürger auf der Straße als gesellschaftlichen "Widerstand". Ihre Inhalte bleiben rechtsoffen, antisemitisch, egoistisch, krude und daher gefährlich.

Es wird höchste Zeit, hier etwas gerade zu rücken. Unsere Vorstellungen einer solidarischen Gesellschaft sind nicht mit der derzeitigen Krisenpolitik und erst recht nicht mit der Politik von "Coronarebellen" und selbsternannten "Querdenkern" vereinbar.

Deshalb: Auf die Straße am Sonntag, den 28. März 2021! Die Demonstration beginnt um 14 Uhr am Kornmarkt mit einer Auftaktkundgebung. Bitte erscheint mit Maske und haltet genügend Abstand (bei Bedarf haben wir FFP2-Masken vor Ort).

Bisherige RednerInnen: Ulli Schneeweiß und Birgit Mair für unser Bündnis, MdL Verena Osgyan für Bündnis90/Die Grünen, Marion Padua für die Linke Liste, Franz vom Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus (Er hat Covid-19 am eigenen Leib erfahren), Organisierte Autonomie (OA), Özlem Demir für DIDF/Junge Stimme und Christine Deutschmann für mut. Die Aufzeichnung eines Beitrags von Prof. Dr. med. Hannes Wandt, ehem. leitender Arzt am Klinikum Nürnberg, wird eingespielt werden.

Ach ja, weil einige gefragt haben, warum wir einen Tag nach den rechtsoffenen "Corona-Rebellen" demonstrieren: Hauptgrund ist unser Anliegen, uns an diesem Tag nicht nur mit den "Corona-Rebellen" zu beschäftigen, sondern auch das staatliche Vorgehen in der Corona-Krise zu kritisieren und auf die zunehmende soziale Schieflage hinzuweisen.

(Stand 25.3.21)

Nürnberg, 27. März: Aus der "Großdemo" der "Corona-Rebellen" wurde nichts / Rechtsoffenes esoterisches und verschwörungsideologisches Spektrum wiederholt bekannte "Argumente" in Endlosschleife (März 2021)
- aktualisiert -

Aus der im Vorfeld angekündigten "Großdemo" bzw. "Mega-Demo" der "Corona-Rebellen" in Nürnberg wurde nichts. Erstens kamen in der Spitze nur knapp 600 AnhängerInnen dieser Szene zum Kundgebungsort, zweitens gab es höchstens Mini-Versuche kleinerer Grüppchen, durch die Stadt zu marschieren. Soweit uns bekannt, griff die Polizei in solchen Fällen ein.

Die zum Teil langen und schwer verdaulichen Reden transportierten neben naturheilkundllichen Pseudo-Weisheiten und Fake-News ("Grippe", "Immunsystem stärken", "Impfen ist schädlich" usw.) die branchenübliche Kritik an den Corona-Maßnahmen, natürlich grotesk überzeichnet: Da war die Rede von Vergewaltigung, Kindesmisshandlung und Ermächtigungsgesetz. Alles nichts Neues. Das Publikum auf dem Kornmarkt schien zum Teil gelangweilt; die Kundgebung dünnte mit der Zeit aus. Der mutmaßliche Grund für den Schwund: Es gab keine Action auf der Straße und auch keine Szenepromis auf der Bühne.

Die örtlichen Rechten waren wie immer Teil des Publikums, werden aber auch nicht gerade begeistert von der Performance der SchwurblerInnen gewesen sein. Gesehen wurden AfD-Parlamentarier mit und ohne Maske, Dritte-Weg-Nazis sowie ein Bannerträger der Demonstration der Holocaust-Leugner in Nürnberg 2018.

Update: Wie uns mitgeteilt wurde, wollten an diesem Tag einige SchwurblerInnen einen Ohne-Maske-Flashmob im Röthenbacher Einkaufszentrum veranstalten. Die offensichtlich gut informierte Polizei verhinderte die Aktion. Einige Zeit später, in Nürnbergs Innenstadt, setzten SchwurblerInnen Pfefferspray gegen Polizeibeamte ein.

infranken.de ("Nürnberg: Polizeibeamte mit unbekannter Flüssigkeit besprüht", 28.3.21): hier klicken!, nordbayern.de ("'Querdenker' auf dem Kornmarkt: 550 Teilnehmer demonstrierten", 27.3.21): hier klicken!

Nürnberg: Kasseler Verhältnisse am Samstag? (März 2021)
- mehrfach ergänzt -

Am kommenden Samstag soll auch in Nürnberg wieder eine größere Veranstaltung der "Corona-Rebellen" stattfinden, und zwar ab 15.30 Uhr auf dem Kornmarkt. Die Stadt Nürnberg hat laut Presseberichten eine gewünschte Demonstration durch die Stadt verboten, "angesichts der aktuell sich verschärfenden Pandemie-Situation, der von einer solchen Versammlung ausgehenden Gefahren und der zu erwartenden versammlungsrechtlichen Auflagenverstöße" (nordbayern.de, 24.3.21). Vor dem Ansbacher Verwaltungsgericht setzten die "Corona-Rebellen" nun den Kundgebungsort in der Innenstadt durch, nachdem sie sie zuvor zur Meistersingerhalle verwiesen worden waren (Stand 26.3.21).

Währenddessen wird in den Diskussionskanälen der selbsternannten "Querdenker" teilweise weiter auf Kundgebung und Demo mobilisiert, teilweise wird überlegt, wie man ein Demoverbot umgehen kann (zum Beispiel Tarnung als "Osterprozession").

Wir sind jedenfalls gespannt, wie die Behörden mit den zu erwartenden Auflagenverstößen und Übergriffen der rechtsoffenen "Corona-Rebellen" umgehen. Wir erinnern uns noch an die Laissez-faire-Politik der Polizei am 3. Januar in Nürnberg und am 17. Januar in Fürth. Nach Nürnberg mobilisiert nun auch eine rechte Gruppe namens "Patrioten in Nürnberg, Amberg, Neumakt, Regensburg (Franken/Oberpfalz)". Da wird gefordert: "Es genügt nicht wenn der Söder weg ist. Das ganze System muss weg" (Fehler im Original). Das sind nationalrevolutionäre Töne in Reinkultur.

Ergänzung: Via Twitter und Telegram wird eine Grafik mit Querdenken911-Logo und Logo der Stadt Nürnberg (!) verbreitet, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen und vermehrten Todesfällen suggeriert. Übelste Hetze, an der unter anderem eine Aktivistin von Querdenken911 beteiligt ist. Menschenverachtend.

(Stand 26.3.21)

Überregional: Gewalttätige Angriffe gegen JournalistInnen vor allem bei Demos von "Corona-Rebellen" (März 2021)

Die hasserfüllte Hetze gegen "Mainstreammedien" zeigt Wirkung: Im letzten Jahr wurden JournalistInnen 69 mal gewaltsam angegriffen. Mehr als zwei Drittel der Angriffe ereigneten sich am Rand von Demos der "Corona-Rebellen" (hier klicken!).

tagesspiegel.de (23.3.21) hat zwei für uns interessante Fälle dokumentiert und namentlich benannt. Einmal handelte es sich um Marco Kurz, überregional bekannter rechter Aktivist (u.a. "Frauenbündnis Kandel"), der im August 2018 als Demoredner in Nürnberg hetzte. Der zweite Fall sei ein Stefan K., Aktivist der Würzburger Querdenken-Szene und Inhaber eines Online-Bioladens.

tagesspiegel.de ("'Querdenker' streckte Fotografen mit gezieltem Faustschlag nieder", 23.3.21): hier klicken!

Nürnberg, Fürth, Bamberg: Nazi-Flyer verteilt (März 2021)

Kaum melden sich die ersten Frühlingsboten, kommen auch die Nazis wieder aus ihren Bunkern. In Nürnberg (Hasenbuck) verteilte die NPD, in Fürth (Hardhöhe) und in Bamberg der III. Weg. Beide Gruppierungen versuchen, Profit aus der Corona-Krise zu ziehen und biedern sich argumentativ bei den "Corona-Rebellen" an. In der Folge verteidigen dann auch diese völkisch-nationalistischen Parteien die "Grundrechte" (NPD) bzw. die "bürgerlichen Freiheitsrechte" (III. Weg). Sehr witzig. Und natürlich genauso wenig glaubwürdig wie bei den "Corona-Rebellen".

(22.3.21)

Nürnberg, 20. März: Nicht viel los bei der AfD (März 2021)

Zur samstäglichen AfD-Kundgebung bei der Nürnberger Lorenzkirche hatten unter anderem die AfD-PolitikerInnen Petr Bystron (MdB) und Elena Roon (Kreisrätin), beide eher dem völkischen Spektrum der Partei zugehörig, aufgerufen. Es kamen nur etwa fünfzig AnhängerInnen. Die Partei zeigte zum wiederholten Mal, dass nicht nur die rechtsoffenen "Corona-Rebellen" Verschwörungsmärchen erzählen können: Geraunt wurde unter anderem von Plänen zur Zerstörung der Wirtschaft und zur Abschaffung des Bargeldes. Inmitten der Kundgebung war dann auch der branchenübliche ekelhafte Rassismus in Form eines Plakates mit dem Text"Die Corona-Hysterie verschleiert die Afrikanisierung Europas!" präsent.

(21.3.21)

Nürnberg: Schon wieder rechtspopulistische und rassistische Untertöne bei den Freien Wählern (März 2021)

Nach Heidi Lau (Fürth) und Birgit Ruder (Feucht), die erst vor Kurzem wieder bei "Hallo Meinung", dem rechtsgerichteten Medienportal des Schwarzenbrucker Unternehmers Peter Weber auftraten, nun also Jürgen Dörfler, FW-Stadtrat in Nürnberg. Laut donaukurier.de (16.3.21) vermutet der Mann, "dass sich integrationsunwillige Zuwanderer offensichtlich weniger an die Corona-Regeln halten würden".

Hintergrund seien Informationen, dass in "sozial angespannten Quartieren" überdurchschnittlich viele Menschen an Covid-19 erkranken würden. Faktoren wie Bildung, beengte Wohn- und miese Arbeitsverhältnisse dürften dafür ausschlaggebend sein. Anstelle soziales Elend und dessen Folgen zu skandalisieren, setzt Herr Dörfler offensichtlich eher auf Stigmatisierung. Ganzen Bevölkerungsgruppen Integrationsunwilligkeit zu unterstellen, darf man mit Fug und Recht als Versuch deuten, rechte Wählerschichten zu ködern.

Bei Dörfler übrigens nicht das erste Mal: Im September 2014 bezeichnete er das Nürnberger Westbad laut Presseberichten als "Freibad der Stadt mit dem höchsten Anteil von Badegästen mit Migrationshintergrund" und forderte wegen angeblicher Übergriffe den Einsatz eines Sicherheitsdienstes in dem von ihm so bezeichneten "Brennpunktbad". Bereits damals teilten weder die städtischen Badebetriebe noch die Polizei seine "Analyse".

nordbayern.de ("Rassismusvorwurf: Nürnberger Stadtrat wehrt sich nach Äußerungen über Migranten", 25.3.21): hier klicken!, donaukurier.de ("Auf der Suche nach den Ursachen", 16.3.21): hier klicken!

Nürnberg und anderswo: Merkwürdige bis empörende Aktivitäten von AfD-Aktiven / Von der Propagierung radikaler und unsozialer Marktwirtschaft über rassistische Attacken bis hin zur Verharmlosung der NS-Massenmorde durch Gleichsetzung mit der gegenwärtigen Impfkampagne (März 2021)

Einige Aktivitäten von bayerischen AfD-Leuten zeigen die ganze inhaltliche Bandbreite der Rechtsaußen-Partei.

Da ist zunächst der Nürnberger Bundestagsabgeordnete Martin Sichert, der in Berlin zum x-ten Mal das "Recht auf Eigentum" gefährdet sah und linken ParlamentarierInnen vorhielt, "sozialistisch-autokratisch" zu denken. Sein übliches marktliberales und die Wohlhabenden verteidigendes Donnerwetter ergänzte er vor ein paar Tagen wieder mal mit aggressivstem Rassismus. So behauptete er unter Berufung auf angebliche Aussagen des RKI-Chefs Wieler, dass "über die Hälfte der Fälle auf den Intensivstationen Muslime" seien. Die Schlussfolgerung Sicherts: "Corona beweist einmal mehr: Multikulti ist krachend gescheitert!"

Der mittelfränkische Rechtsanwalt und AfD-Landtagsabgeordnete Ferdinand Mang verschickte laut br.de (8.3.21) Briefe an die WählerInnen des Wahlkreises Roth und forderte diese auf, ihm doch Berichte über Nebenwirkungen von Covid-19-Impfungen zukommen zu lassen. Dieses Zuckerl für die "Corona-Rebellen" und Teile der Eso-Szene wird die in Deutschland eh schon virulente Impfmüdigkeit weiter erhöhen.

Und was haben wir noch? Den auch in unserer Region in der "Corona-Rebellen"-Szene aktiven Rosenheimer Youtuber Stefan Bauer, der in einem in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (Österreich) gedrehten Video unter anderem die Covid-19-Impfstoffe mit Zyklon B verglich, dem Gas, mit dem Menschen in den Nazi-Gaskammern massenhaft ermordet wurden. Angeblich will ihn jetzt sogar die AfD feuern, aber das werden wir ja sehen.

(11.3.21)

Rothenburg ob der Tauber: Rechte Printmedien prominent am Kiosk (März 2021)

Dass die Tabak-Börse im Rothenburger Einkaufsmarkt Zentro in einem Aufsteller mit dem Titel "Empfehlungen der Woche" gleich drei rechte Printmedien präsentiert, ist schon erwähnenswert ("Deutsche Stimme" der NPD, Elsässers "Compact" sowie "Tichys Einblick"). Dass das dem Inhaber, darauf angesprochen, "scheißegal" sei, ebenso.

Auch in vielen anderen Bahnhofbuchläden, Kiosken und auch (beispielsweise) im Rewe um die Ecke findet man vielerorts extrem rechtes Zeitschriftengut. Spricht man die Inhaber darauf an, kommt meist kein wütendes "scheißegal" wie in Rothenburg, sondern der abstrakte Verweis auf Verträge mit Zulieferern usw. Nicht nur die Corona-Pandemie spült rechten Dreck nach oben, sondern auch die Gleichgültigkeit der Warengesellschaft.

(3.3.21)

Nürnberg: Hanau-Gedenktafeln am Platz der Opfer des Faschismus zerstört (März 2021)

Laut verschiedenen uns zugegangenen Meldungen wurden mehrerere Gedenktafeln am Nürnberger Platz der Opfer des Faschismus zerstört (angezündet). Die Tafeln waren zum Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau am derzeit dort befindlichen Bauzaun befestigt worden. Ein extrem rechter Hintergrund ist sehr wahrscheinlich.

(1.3.21)

Fürth: Maskenverweigerer schlug Rentner nieder (März 2021)

Wie nordbayern.de (1.3.21) schrieb, schlug im U-Bahn-Verteilergeschoss des Fürther Hauptbahnhofs ein junger Mann einen 65-Jährigen brutal nieder. Der Rentner hatte den Jüngeren lediglich darauf hingewiesen, dass er eine Maske tragen solle.

nordbayern.de ("Streit um Maske: Junger Mann schlägt Rentner nieder", 1.3.21): hier klicken!

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! / Preis 7 Euro zzgl. Porto und Versand / Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken! (Hinweis: Portokosten haben sich mittlerweile etwas erhöht)

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizensiert nach der Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 2.0 Lizenz. Quellenangabe bei der Verwendung von Texten dieser Homepage: www.nazistopp-nuernberg.de