Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Nürnberg, 21.1.20 (Dienstag), Kneipe "Loft" im Gostner Hoftheater, Austraße 70, ab 19.30 Uhr: "Esst mehr Nazis!" Soliveranstaltung für die VVN-BdA (Die Vielen, Gostner Hoftheater). Weitere Infos: hier klicken!
*** Nürnberg, 26.1.20 (Sonntag), 10 Uhr vor dem Arvena-Park-Hotel, Görlitzer Straße 51: Proteste gegen den Auftritt des ehemaligen Verfassungsschutz-Chefs Maaßen bei der CSU (AAB)
*** Nürnberg, 26.1.20 (Sonntag), 11 Uhr, Platz der Opfer des Faschismus: Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag (VVN-BdA, Bündnis gegen Rechts)
*** Nürnberg, 5.9.20 (Samstag), ab frühem Nachmittag: Demonstration und Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag der Ermordnung von Enver Şimşek durch den Nationalsozialistischen Untergrund in Nürnberg (Nürnberger Bündnis Nazistopp, weitere Infos folgen)
*** Wir empfehlen nach wie vor: Gut recherchierte Hintergrundinformationen über die extrem rechte Szene in der Region und den Widerstand dagegen sind in der Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" (erschienen Herbst 2017) zu finden. Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!
*** Wir freuen uns über Spenden für unsere laufenden Aktionen und bedanken uns bei den bisherigen SpenderInnen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg: Hakenkreuze und rassistische Parolen am Flughafen (Januar 2020)

Laut nordbayern.de (17.1.20) haben Unbekannte Hakenkreuze und rassistische Parolen an mehrere Türen eines Parkhauses auf dem Gelände des Nürnberger Flughafens geschmiert.

nordbayern.de ("Unbekannte schmieren Hakenkreuze ans Airport-Parkhaus", 17.1.20): hier klicken!

Nürnberg, 17. Januar: Extrem rechte Agitationsversuche am Rande der Bauernproteste (Januar 2019)
- aktualisiert -

Am Rande einer großen Protestaktion von Landwirten in Nürnberg versuchten regionale und überregionale AfD-AktvistInnen, auf sich aufmerksam zu machen und zu agitieren, offensichtlich ohne viel Erfolg. Zwei Traktoren mit Nummernschildern des Landkreises Erlangen-Höchstadt (ERH) waren mit martialischen Fronttransparenten unterwegs, die der neonazistischen Szene zu entstammen scheinen. Einmal "Die Wahrheit siegt, aber sie kann nur siegen, wenn sie gesagt wird" (plus Reichsadler mit Eisernem Kreuz) sowie "Klagt nicht, kämpft" mit Eisernem Kreuz und zwei Schwertern.

Die örtlichen Organisatoren von "Land schafft Verbindung" distanzierten sich klar von den rechten Transparenten und auch von der AfD.

Update: Die Fahrer der beiden Traktoren mit den rechten Transparenten nahmen diese laut br.de (18.1.20) im Verlauf der Veranstaltung auf dem Nürnberger Volksfestplatz wieder ab. Auch der Wagen der AfD-Landtagsfraktion sei vorzeitig wieder abgefahren.

(17.1.20, ergänzt 18.1.18)

br.de ("Traktoren mit Nazi-Bannern auf Nürnberger Bauerndemo", 18.1.20): hier klicken!

Nürnberg: Nazisymbole in WhatsApp-Gruppen an zwei Schulen (Januar 2020)

Wie nordbayern.de (16.1.20) schrieb, kursierten an zwei Nürnberger Schulen, einem Gymnasium und einer Berufsschule, WhatsApp-Mitteilungen mit neonazistischem Propagandamaterial. Es ist davon auszugehen, dass viele Schulen versuchen, derartige Vorfälle nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen.

nordbayern.de ("Mehrere Hitler-Bilder kursieren an Nürnberger Schulen", 16.1.20): hier klicken!

Nürnberg: AfD hat am ersten Augustwochenende 2020 zeitgleich zum Christopher-Street-Day (CSD) eine Kundgebung auf dem Jakobsplatz angemeldet (Januar 2020)

Laut uns zugegangenen Informationen hat die AfD am ersten Augustwochenende 2020 zeitgleich zum Christopher-Street-Day (CSD) eine Kundgebung auf dem Jakobsplatz angemeldet. Traditionellerweise findet der CSD auf dem Jakobsplatz statt, was der hiesigen AfD bekannt sein dürfte. Deren Aktion ist somit nur als Provokation zu interpretieren.

2019 führte die AfD an besagtem Tag einen Infostand in der Nähe der zentralen CSD-Veranstaltung durch. Spontane Proteste gegen die rechte Partei waren die Folge (wir berichteten).

(15.1.20)

Nürnberg und anderswo: TV-Beilage "rtv" der Nürnberger Nachrichten mit Einhefter des Kopp-Verlags, eines Verlags, der auch Bücher rechter AutorInnen verlegt bzw. vertreibt (Januar 2020)

Laut mmm.verdi.de (14.1.20) enthielt die TV-Beilage der Nürnberger Nachrichten vom 14. Januar zum wiederholten Mal einen Einleger des Kopp-Verlags. Dieser Verlag verlegt bzw. vertreibt auch Bücher geschichtsrevisionistischen und verschwörungstheoretischen Inhalts (à la "Wer hat Hitler gezwungen Stalin zu überfallen?" oder "Hitler überlebte in Argentinien"); Autoren wie Caspar von Schrenck-Notzing, Gerd Schultze-Rhonhof und Jan van Helsing sind Teil des Programms.

Dass im erwähnten Einhefter vor allem für Eso-Produkte geworben wird (Bsp. "Adaptogene besitzen eine besondere Form der Pflanzenintelligenz"), ist kein Zufall. Die Kombination von Esoterik und rechtem Gedankengut ist auch außerhalb des Kopp-Verlags nicht selten.

mmm.verdi.de ("Finanziert von rechts", 14.1.20): hier klicken!

Nürnberg: Antisemitische Schmierereien im Stadtteil Johannis (Januar 2020)

Wie nordbayern.de (13.1.20) schrieb, schmierten Unbekannte antisemitische Parolen auf dem Gelände eines Kinderhorts im Nürnberger Stadtteil Johannis.

nordbayern.de ("Antisemitische Schriftzüge in Hort in St. Johannis entdeckt", 13.1.20): hier klicken!

Nürnberg: "Hallo Meinung" behauptet, correctiv.org widerlegt - ein Beispiel (Januar 2020)

Rechtspopulistisch tönende Meinungsmache stammt seit einiger Zeit auch aus der Region Nürnberg. Die Initiative "Hallo Meinung" aus der Umgebung des Schwarzenbrucker Unternehmers Peter Weber, seit neutestem auch in Form einer gemeinnützigen (!) GmbH existent, behauptete jedenfalls vor einigen Tagen auf Facebook, man habe den Rundfunkbeitragsservice (von Rechten immer noch penetrant "GEZ" genannt) der öffentlich-rechtlichen Medien mit Hilfe einer Online-Kampagne blockiert und teilweise handlungsunfähig gemacht ("Teilkapitulation"). Begründet wurde dies unter anderem mit folgender Meldung auf der Homepage des Beitragsservices: "Längere Bearbeitungsdauer durch erhöhtes Vorgangsaufkommen".

"Leider" steht diese Meldung, wie das Rechercheportal correctiv.org (13.1.20) enthüllte, bereits seit April 2019 auf der entsprechenden Homepage und kann daher keine Reaktion auf die Weber-Kampagne sein. Grund sei zum Beispiel ein Meldedatenabgleich im Jahr 2018 gewesen, in dessen Folge viele neue potenzielle Nutzer angeschrieben worden seien.

Bei der Kampagne rechter Kreise gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk - das ist nicht nur bei Weber & Co. ein Thema - geht es nicht um eine kritische Begleitung der dortigen Berichterstattung, sondern im Kern um die Abschaffung dieses Rundfunkmodells. Übrig bleiben würden dann nur noch durch Privatinteressen und Werbung gesteuerte Sendeanstalten. Werbeterror gegen die letzten Überreste linker Kritik in der Medienlandschaft - ist das die berühmt-berüchtigte abendländische Kultur?

correctiv.org ("Nein, der Hinweis auf der Webseite des Rundfunkbeitrags hat nichts mit der Störaktion von 'Hallo Meinung' zu tun", 13.1.20): hier klicken!

Nürnberg / Kassel: Lübcke-Mord, NSU-Morde und ein dubioser Verfassungsschützer - Bringen neue polizeiliche Ermittlungen neue Erkenntnisse? (Januar 2020)

Laut nordbayern.de (11.1.20) und br.de (12.1.20) gleichen Ermittler derzeit Spuren aus dem NSU-Komplex neu ab. Im Mittelpunkt stünden dabei der hessische Verfassungsschützer Andreas Temme, der während des Mordes an Halit Yozgat am 6. April 2006 sich unter noch ungeklärten Umständen am Tatort im Internetcafé aufhielt, sowie dessen früherer Rocker- und Schießsport-Kumpel Jürgen S. Temme soll zudem vor 2006 dienstlich mit dem mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan E. befasst gewesen sein und wurde nach dem Mord an Halit Yozgat ins Regierungspräsidium von Walter Lübcke versetzt.

Weitere Details sind in den unten verlinkten Artikeln nachzulesen. Man kann gespannt sein, ob es in den nächsten Monaten neue relevante Erkenntnisse geben wird.

nordbayern.de ("Hängen der Fall Lübcke und die NSU-Mordserie zusammen?", 12.1.20): hier klicken!, br.de ("Lübcke-Mord und NSU: Ein Name taucht immer wieder auf", 12.1.20): hier klicken!, rnd.de ("Mordfall Lübcke: Verbindungen zum NSU-Komplex weiten sich aus", 11.1.20): hier klicken!

Nürnberg, Fürth, Zirndorf und anderswo, 24. Januar: Versucht ein Teil des rechten Internet-Publikums wieder mal, mit pseudo-sozialer Agitation auf der Straße zu punkten? (Januar 2020)

Erfolgreiche Bewegungen wie "Fridays for Future", die es geschafft haben, den öffentlichen Diskurs teilweise weg von völkischen Themen zu bewegen, scheinen den extrem Rechten keine Ruhe zu lassen. Wie bei den "Gelbwesten", die in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich weitgehend von rechten Netzwerken dominiert wurden, existiert nun auch ein Internetphänomen namens "Fridays gegen Alterarmut". Copy and paste, wie es einem gefällt. Am 24. Januar will man nun "bundesweit" Mahnwachen veranstalten, so auch in unserer Region.

fr.de (10.1.20) haben nun eine erste Analyse des Phänomens vorgelegt. Darin heißt es, dass das Internetphänomen, das angeblich gegen Alterarmut aktiv ist, kräftig von extrem rechten Grüppchen bis hin zu einzelnen Untergliederungen der AfD beworben wird. Über die größte diesbezügliche Facebook-Gruppe wird resümierend geschrieben: "Dennoch scheint die Gruppe entstanden zu sein, um eine breite Bevölkerungsschicht vor den eigenen, mutmaßlich rechten Karren zu spannen".

nordbayern.de ("'Fridays gegen Altersarmut': Demo in Zirndorf geplant", 15.1.20): hier klicken!, fr.de ("Vor dem rechten Karren: 'Fridays gegen Altersarmut'", 10.1.20): hier klicken!

Würzburg / Nürnberg: Knast für Neonazis nach Gewalttat im Regionalexpress von Würzburg nach Frankfurt - Erste Eskalation fand bereits im Nürnberger Hauptbahnhof statt: "Sieg Heil"-Rufe (Januar 2020)
- aktualisiert -

Am 15. Juli 2019 wurde ein 64-jähriger Mann in einem Regionalexpress Würzburg Richtung Frankfurt nahe Lohr am Main (Unterfranken) brutal zusammengeschlagen. Nach allem, was man weiß, spielten zwei in Sachsen wohnende Männer, ein 35-Jähriger und ein 40-Jähriger, Nazimusik ab. Das Opfer hatte die beiden gebeten, die Musik leiser zu stellen, daraufhin wurde es attackiert (wir berichteten).

Laut mainpost.de (7.1.20) standen die beiden rechten Gewalttäter, beide übrigens mehrfach vorbestraft, nun in Würzburg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und in einem Fall wegen eines Verstoßes gegen das Vereinsgesetz.

Mittlerweile stellte sich heraus, dass es vor der Gewalttat in Unterfranken bereits ein neonazistisches "Vorspiel" im Nürnberger Hauptbahnhof gegeben hatte: Beide riefen dort "Sieg Heil". Im Würzburger Hauptbahnhof zeigte der 40-Jährige seinen nackten Oberkörper und damit auch sein "Blood & Honour"-Tattoo. Die Neonazi-Organisation "Blood & Honour" ist in Deutschland seit 2000 verboten, wurde danach vermutlich im Untergrund weiterbetrieben. Es ist davon auszugehen, dass die militante Organisation zum NSU-Netzwerk gehört(e).

Update: Die beiden Neonazis wurden, wie mainpost.de (9.1.20) schrieb, jeweils zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Die Strafen erfolgten wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Das "Blood & Honour"-Tattoo fiel im Lauf des Prozesses offensichtlich unter den Tisch. Das Urteil gegen den 40-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig.

mainpost.de ("Urteil: Haftstrafen für Nazi-Schläger im Zug nach Lohr", 9.1.20): hier klicken!, mainpost.de ("Nach brutalen Schlägen im Zug: Neonazis vor Würzburger Gericht", 7.1.20): hier klicken!

Nürnberg, 26. Januar: CSU Langwasser sendet mit Maaßen-Auftritt deutliches Signal nach rechts (Januar 2020)
- aktualisiert -

Am 26. Januar findet im Nürnberger Stadtteil Langwasser im Arvena-Park-Hotel eine CSU-Veranstaltung mit dem ehemaligen Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen statt. Mit dem Maaßen-Auftritt im Rahmen des "Neujahrsempfangs" der Stadtteil-CSU senden die dortigen Konservativen jenseits der (noch) offiziellen Parteilinie ein deutliches Signal nach rechts, hin zur AfD.

In Bezug auf Maaßens rechtsgerichtete politische Haltung gibt es wenig Interpretationsspielraum. Bereits in seiner 1997 erschienenen Doktorarbeit (Titel: "Die Rechtsstellung des Asylbewerbers im Völkerrecht") habe er sich laut faz.net (16.9.18) damit beschäftigt, wie die Flüchtlingspolitik aus juristischer Sicht noch restriktiver gestaltet werden könnte. Noch als VS-Chef plauderte der Mann mit mehreren führenden AfD-Politikern und bestritt bekanntermaßen im Jahr 2018, dass es in Chemnitz zu rechten "Hetzjagden" gegen tatsächliche oder vermeintliche MigrantInnen gekommen sei. Aktuell plädiert Maaßen dafür, einen konservativen Regierungschef in Thüringen notfalls mit Hilfe der AfD wählen zu lassen. Und so weiter und so fort.

Haben wir es hier mit inhaltlichen und personellen Annäherungsversuchen zwischen konservativem und extrem rechtem Spektrum zu tun? Sind die mehrfachen Regierungsbeteiligungen des extrem rechten Spektrums in Österreich das große Vorbild?

(8.1.20, ergänzt 9.1.20)

nordbayern.de ("Maaßen spricht vor Nürnberger CSU - Linke planen Protest", 14.1.20): hier klicken!

Berlin/Nürnberg: Neues vom AfD-Abgeordneten Sichert aus dem Bundestag kurz vor den Weihnachtsfeiertagen. Bezeichnender Kommentar einer Parlamentskollegin: "Und Sie wollen die Partei der kleinen Leute sein? Das ist ein Schlag ins Gesicht der kleinen Leute!" (Dezember 2019)

Der hart neoliberal und strikt unternehmerfreundlich argumentierende AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert wurde auch kurz vor den Weihnachtsfeiertagen seinem Ruf gerecht. Einerseits gerierte er sich schon fast comedyreif als Freund der kleinen Leute: "Meine Damen und Herren, mein Vorname ist Martin. Ich bin benannt nach einem guten Menschen, der seinen eigenen Mantel mit einem Obdachlosen geteilt hat". Andererseits agierte er wie gehabt: Für die Interessen der Wohlhabenden und Reichen, diesmal von ihm als "Steuerzahler" bezeichnet. Die soziale Kälte prägte diese wie viele seiner Reden, auch die teilweise Themaverfehlung war nicht neu - auf den von ihm kritisierten Antrag von Grünen-Abgeordneten ging er nur sehr oberflächlich ein.

Im Einzelnen: Sichert plädierte für einen "wehrhaften Sozialstaat", für möglichst geringe Sozialleistungen, für die jüngst sogar vom Bundesverfassungsgericht hart kritisierten Hartz-IV-Sanktionen. Wie üblich steigerte er sich im Lauf der Rede immer mehr, zum Beispiel: "Ihr Antrag ist ein Schlag ins Gesicht der fleißigen Familien und Alleinerziehenden, die mehrere Jobs ausüben, um ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein, und trotzdem nur knapp über dem Existenzminimum leben". Mehrere Jobs auszuüben und trotzdem nur knapp über dem Existenzminimum zu leben ist also nicht das Ergebnis einer teilweise erbärmlich unsozialen Gesellschaft, sondern ein erstrebenswerter Zustand? Geht's noch? Dass er sich nach dem Armen-Bashing dann scharf rassistisch äußerte und so nebenbei gegen die ökologischen Bewegungen hetzte: Das war zu erwarten.

Der heilige Martin der AfD plädierte zum wiederholten Male für eine Gesellschaft, die Arme bekämpft und nicht die Armut. Sein Gesellschaftskonzept wie das der gesamten Partei dürfte ohne diktatorische und extrem gewaltsame Elemente kaum umzusetzen sein.

(21.12.19)

Zirndorf: Rechte Schmierereien an Eisdiele (Dezember 2019)

Laut infranken.de (27.12.19) schmierten Unbekannte "offensichtlich rechtsorientierte Schriftzüge" auf die Außenwerbung einer Zindorfer Eisdiele. Näheres ist nicht bekannt.

infranken.de ("Zirndorf: Politische Schmierereien an Eisdiele angebracht - Kriminalpolizei sucht Zeugen", 27.12.19): hier klicken!

Nürnberg: Gedenktafel am ehemaligen NSU-Tatort Siemensstraße beschmiert (Dezember 2019)

Die Gedenktafel am ehemaligen NSU-Tatort Siemensstraße / Ecke Gyulaer Straße wurde beschmiert. Auf das Bild des Mordopfers Abdurrahim Özüdoğru (ermordet am 13. Juni 2001) wurde ein schwarzes Bärtchen gemalt.

(21.12.19)

Nürnberg, 15. Dezember: Korporiertentreffen in Nürnberg wurde satirisch begleitet (Dezember 2019)

Jährlich kurz vor den Weihnachtsfeiertagen treffen sich Korporierte aus ganz Deutschland in Nürnberg zum "Thomasbummel". Wer dieses Schauspiel einmal gesehen hat, wird es nicht so schnell vergessen: Ausgehend von der Lorenzkirche, laufen farbentragende Verbindungsstudenten und "Alte Herren", meist männlichen Geschlechts, durch die Fußgängerzone in einer langgezogenen Schleife. Dieses skurrile öffentliche Treffen (mindestens) konservativer Herren und Damen wurde in den letzten Jahren begleitet von noch ungewöhnlicher gekleideten Menschen.


Nürnberg, 15. Dezember: Was ist echt, was Fake? Der "Nürnberger Convent" und weitere Korporierte gemeinsam auf der Straße (Foto: Rüdiger Löster)

Zur Teilnahme rief dieses Jahr nicht nur eine "Königlich Bayerische Antifa" auf, sondern auch der "Nürnberger Convent". Auf dessen Facebookseite heißt es erläuternd: "Seit vielen Jahren jedoch nehmen auch Burschenschaften am Thomasbummel teil, die sich deutlich gegen Nationalismus, Sexismus und Rassismus positionieren. Sie nennen sich die Ururburschenschaften und ihre Trachten unterscheiden sich leicht von denen der rechten Verbindungen: Sie bestehen zum Beispiel aus Kartoffelsäcken, Klobürsten und Alu-Mützen. Vereinigt haben sich diese Ururburschenschaften im 'Nürnberger Convent'. Dieses Jahr beteiligten sich gleich fünf Ururburschenschaften aus mehreren Städten mit etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Thomasbummel". Kritisiert wird das unentspannte Verhalten der anwesenden Polizei, die mit Personenkontrollen und Rangeleien auf sich aufmerksam machte.

(15.12.19)

Nürnberg: Mit dem SUV über muslimische Gräber gebrettert (Dezember 2019)
- aktualisiert -

Eine 54-jährige Frau durchbrach mit ihrem SUV ein Tor des Nürnberger Südfriedhofs und bretterte ausgerechnet über ein muslimisches Gräberfeld. An weiteren Gräbern riss sie sodann Blumen heraus und warf Grabsteine um. Unabhängig von der Frage, ob die Frau an einer psychischen Krankheit leidet, wie es in den Nürnberger Nachrichten (13. und 14.12.19, Printausgabe) hieß, stellt sich auch die Frage nach einem rassistischen, also politischen Motiv.

Die Türkische Gemeinde in der Metropolregion Nürnberg e. V. kommentierte den Vorfall auf ihrer Facebook-Seite und ließ beunruhigte Mitglieder der türkischen Community zu Wort kommen, die an den deutschen Behörden zweifeln, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der einseitigen Ermittlungen nach den NSU-Morden.

(15.12.19)

Nürnberg: Erneut durchlöcherte Politikerportraits am Rennweg (Dezember 2019)

Am Rennweg im Nordwesten Nürnbergs wurden zum wiederholten Mal durchlöcherte Politikerportraits gesichtet. Die gesamte Machart deutet auf die Fortsetzung einer vor Monaten begonnenen faschistischen, gewaltverherrlichenden Propagandaserie hin.

(10.12.19)

Erlangen/Bayreuth: Polizeianwärter klagte erfolglos gegen Entlassung nach einem "Sieg Heil" (Dezember 2019)

Vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth versuchte laut br.de (10.12.19) ein Polizeianwärter erfolglos, seine Wiederaufnahme in die Ausbildung zu erzwingen. Bereits am ersten Tag der Ausbildung hatte der Mann in einer Gemeinschaftsunterkunft "Sieg Heil" gerufen und war in der Folge - auch aus anderen Gründen - entlassen worden. In der Verhandlung versuchte er erfolglos, seine damalige Äußerung zu bagatellisieren und zu entpolitisieren.

br.de ("Gericht: Polizeianwärter nach "Sieg Heil" zu Recht entlassen", 10.12.19): hier klicken!

Nürnberg: Rassistische Beleidigung auf Kinderweihnacht (Dezember 2019)

laut infranken.de (9.12.19) beleidigte ein 28-Jähriger eine Familie auf der Nürnberger Kinderweihnacht mit rassistischen Äußerungen.

infranken.de ("Nürnberg: Rassistische Äußerungen auf Kinderweihnacht - Festnahme", 9.12.19): hier klicken!

Amberg: Neofaschistische Offensive unter dem Label "Identitäre Bewegung"? (Dezember 2019)
- aktualisiert -

Aus der 40.000-Einwohner-Stadt Amberg (Oberpfalz) wurden in den letzten Monaten zunehmende extrem rechte Aktivitäten gemeldet: Ein nächtlicher Angriff Vermummter Ende September auf die alternative "Hutfabrik", zahlreiche Aufkleber und Sprühereien der extrem rechten "Identitären Bewegung" (IB), auch an den Geschäftsstellen von SPD und IG Metall. Eine Woche danach wurde bei einem vor der "Hutfabrik" parkenden Auto eine Scheibe eingeschlagen; Ende Oktober dann ein Steinwurf gegen eine Scheibe des alternativen Zentrums. Nun wurde bekannt (onetz.de, 4.12.19), dass zwei extrem Rechte aus einem Kampfsportzentrum geflogen sind. Was ist los in Amberg?

Das aida-Archiv München hat vor kurzem eine Analyse der Situation in Amberg veröffentlicht. Einleitend wird konstatiert: "Die 'Identitäre Bewegung' (IB) ist bundesweit auf dem absteigenden Ast. Im oberpfälzischen Amberg, wo es verstärkt zu rechten Straf- und Gewalttaten kommt, tritt indes eine neu gegründete Gruppe in Erscheinung. Ihr führender Aktivist war bis Ende letzten Jahres bei der Neonazipartei 'Der III. Weg' aktiv". Extrem Rechte aus verschiedenen Milieus zwischen Ex-AfD-Jugend und Hardcore-Neonazis scheinen sich also in der Oberpfalz neu zu organisieren und fühlen sich stark genug für die Offensive. Da hilft nur eins: Widerstand gegen das Faschistenpack und Solidarität mit den Opfern!

Update: Laut onetz.de (8.12.19) wurde einer der IBler aus einem örtlichen Fußballverein ausgeschlossen.

onetz.de ("Die 'Identitäre Bewegung' in Amberg: So gefährlich sind die Rechtsextremen", 9.12.19): hier klicken!, onetz.de ("TuS/WE Hirschau wirft Rechtsradikalen aus dem Verein", 8.12.19): hier klicken!, onetz.de ("Amberger Kampfsportler trennen sich von zwei Mitgliedern", 4.12.19): hier klicken!, aida-archiv.de ("Die 'Identitäre Bewegung' Amberg. Neofaschistische Schläger aus dem 'Eisengau'?", 26.11.19): hier klicken!, onetz.de ("Rechtsextreme ziehen nachts durch Amberg", 7.10.19): hier klicken!

Herzogenaurach: Hitlergruß und "Sieg Heil" auf Polizeiwache (Dezember 2019)

Ein mehrfach vorbestrafter 36-Jähriger zeigte auf einer Herzogenauracher Polizeiwache den Hitlergruß und skandierte "Sieg Heil". Weitere Infos finden sich in unten verlinktem Artikel.

nordbayern.de ("Hitlergruß und wüste Beschimpfungen in Herzogenaurach", 5.12.19): hier klicken!

Erlangen: Rechte Parolen und gewalttätige Attacke (Dezember 2019)
- ergänzt -

Wie nordbayern.de (1.12.19) schrieb, wurde ein 44-Jähriger in Erlangen von zwei Männern, 27 und 29 Jahre alt, angegriffen. Dem Opfer wurde unter anderem mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Im Vorfeld skandierte der jüngere Täter rechte Parolen. Mehr ist bisher nicht bekannt.

Fast zur gleichen Zeit grölte ein 33-Jähriger "Sieg Heil" in der Hauptstraße (nordbayern.de, 2.12.19).

nordbayern.de ("Rechte Parolen: Polizei nimmt Betrunkenen fest", 2.12.19): hier klicken!, nordbayern.de ("Männer grölten rechte Parolen: Attacke in Erlanger Innenstadt", 1.12.19): hier klicken!

Erlangen: Rassistische und antisemitische Posts in WhatsApp-Gruppe von LehramtsstudentInnen / Verharmlosende "Klärung" durch Unileitung (November/Dezember 2019)
- aktualisiert -

In einer größeren WhatsApp-Gruppe von LehramtsstudentInnen (Lehramt Gymnasium) der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) kursierten ekelhafte behindertenfeindliche, NS-verherrlichende, rassistische und antisemitische Posts. Eine Chatteilnehmerin meldete die Vorgänge zum Glück. Auch die FAU bezeichnete die extrem rechte Hetze via Twitter als "widerlich". Es ist zu hoffen, dass die Verantwortlichen in hohem Bogen von der Uni fliegen.

Update: Laut nordbayern.de (5.12.19) hätten sich die UrheberInnen der unter anderem ekelhaft rassistischen und behindertenfeindlichen Posts bei der Universitätsleitung gemeldet und sich entschuldigt. "Der Antisemitismus-Vorwurf konnte dabei glaubhaft ausgeräumt werden", so das Nachrichtenportal. Und jetzt: Alles geklärt? Schwamm drüber wie immer?

(28.11.19, ergänzt 5.12.19)

Nürnberg: AfD-Bezirksrätin Elena Roon teilt Falschmeldung auf Facebook (November 2019)

Die Nürnberger AfD-Rechtsauslegerin, Bezirksrätin und Stadtratskandidatin Elena Roon teilt auf ihrem Facebook-Profil eine Falschmeldung. Eine russische Internetquelle behauptet, Geflüchtete dürften in einem bestimmten Verkehrsverbund im Bereich der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen kostenlos Bus und Bahn fahren. Suggeriert wird indirekt, das sei überall so.

Wir haben uns die Arbeit gemacht und sowohl bei der VAG als auch beim Nürnberger Sozialamt nachgefragt, wie sich die Sachlage in Nürnberg darstellt. Die Antworten waren klar: Geflüchtete müssen die Kosten für Fahrkarten selbst aufbringen.

Fazit: Frau Roon verbreitet Falschmeldungen und hetzt gegen Geflüchtete. Und so jemand kandidiert bei der Stadtratswahl!

(27.11.19)

Bayern / bundesweit: Staatlicher Angriff auf die VVN-BdA / Entzug der Gemeinnützigkeit, with a little help from Verfassungsschutz Bayern / Offener Brief der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano (November 2019)
- aktualisiert -

Zuerst attac, dann campact, nun die VVN-BdA. Ein Schelm, wer da keine Absicht vermutet. Drei eher linksgerichteten Organisationen wurde innerhalb kurzer Zeit die Gemeinnützigkeit entzogen. Die staatliche Finanzverwaltung berief sich bei der VVN-BdA auf die Einschätzungen des bayerischen Verfassungsschutzes, der, spätestens bekannt seit der Aufdeckung der rassistischen Morde des Nationalsozialistischen Untergrundes, auf dem rechten Auge fast blind ist. Der Entzug der Gemeinnützigkeit beschert der VVN-BdA hohe Steuernachzahlungen und ist insofern existenzgefährend.

Die Auschwitz-Überlebende und Ehrenvorsitzende der VVN-BdA, Esther Bejarano, schrieb in einem offenen Brief an den Bundesfinanzminister Scholz (SPD) unter anderem:

"'Die Bundesrepublik ist ein anderes, besseres Deutschland geworden', hatten mir Freunde versichert, bevor ich vor fast 60 Jahren mit meiner Familie aus Israel nach Deutschland zurückgekehrt bin. Alten und neuen Nazis bin ich hier trotzdem begegnet. Aber hier habe ich verlässliche Freunde gefunden, Menschen, die im Widerstand gegen den NS gekämpft haben, die Antifaschistinnen und Antifaschisten. Nur ihnen konnte ich vertrauen. Wir Überlebende der Shoah sind die unbequemen Mahner, aber wir haben unsere Hoffnung auf eine bessere und friedliche Welt nicht verloren. Dafür brauchen wir und die vielen, die denken wie wir, Hilfe! Wir brauchen Organisationen, die diese Arbeit unterstützen und koordinieren.

Nie habe ich mir vorstellen können, dass die Gemeinnützigkeit unserer Arbeit angezweifelt oder uns abgesprochen werden könnte! Dass ich das heute erleben muss! Haben diejenigen schon gewonnen, die die Geschichte unseres Landes verfälschen wollen, die sie umschreiben und überschreiben wollen? Die von Gedenkstätten als 'Denkmal der Schande' sprechen und den NS-Staat und seine Mordmaschine als 'Vogelschiss in deutscher Geschichte' bezeichnen?"


Dem ist nichts hinzuzufügen. Zum kompletten Text: hier klicken!

Und hier geht's zur Online-Petition "Die VVN-BdA muss gemeinnützig bleiben": hier klicken! Bitte unterstützen!

(26.11.19, ergänzt 27.11.19)

Erlangen: Hakenkreuzschmiererei auf Brücke (November 2019)

Wie nordbayern.de (26.11.19) berichtete, schmierten Unbekannte ein Hakenkreuz sowie weitere rechte Signale an Teile einer Brücke im Erlanger Stadtteil Alterlangen.

nordbayern.de ("Brücke in Erlangen mit Hakenkreuz beschmiert", 26.11.19): hier klicken!

Nürnberg/Erlangen: AfD Nürnberg teilte Artikel der extrem rechten Burschenschaft Frankonia auf Facebook (November 2019)
- aktualisiert -

Laut nordbayern.de (20.11.19) legte die extrem rechte Burschenschaft Frankonia an den Überresten des Kriegerdenkmals im Erlanger Schlossgarten einen Kranz nieder. Es sollte der "toten und gefallenen Bundesbrüder" gedacht werden. Nach der – wie BeobachterInnen mitteilten, erstmaligen - Entfernung durch die Universität reagierten die Rechten dann mit einer jammernden Mitteilung im Internet, welche wiederum von der AfD Nürnberg auf Facebook geteilt und mit dem Kommentar “Die FAU Erlangen lässt Kranz im Schlossgarten entfernen. Die völlig überflüssige Aktion der Universitätsverwaltung ist eine Schande“ versehen wurde.

Die Kommentare auf der AfD-Seite waren dann zum Teil entsprechend rassistisch oder antisemitisch: "Hätten die Soldaten Turbane, würde jede zweite Woche eine andere Altpartei Kränzen niederlegen" oder "nicht nur turbane auch vor Juden kriecht man zu Kreuze...".

Übrigens: In den Räumlichkeiten der Erlanger Frankonia fand im Juli 2015 der extrem rechte "Zwischentag" statt. Dort trafen sich Aktive aus dem neurechten, dem neonazistischen und dem Pegida-Spektrum und waren mit heftigen Gegenprotesten konfrontiert.

Update, kleine historische Recherche: Das oben erwähnte militaristische Kriegerdenkmal der Universität im Erlanger Schlossgarten wurde als einziges Erlanger Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg auf Befehl der amerikanischen Militärregierung bis auf das Podest und mehrere Steinblöcke mit Namen abgebrochen. Nicht ohne Grund: Bereits bei der feierlichen Denkmalenthüllung am 1. Juli 1930 zeigte sich der Nazi-Geist der Erlanger Universität. In Anwesenheit von Studentenverbindungen, Veteranen und Universitätsprofessoren sprach unter anderem - im Hintergrund die schwarzweißrote Fahne des Kaiserreichs - als Studentenvertreter der glühende Nationalsozialist Reinhard Sunkel und hetzte gegen die Weimarer Republik. Aber bereits das von Eduard Beyrer gestaltete Denkmal hatte es in sich: Ein gefesselter, muskulöser Krieger mit Stahlhelm, nacktem Oberkörper und militaristischer Parole ("Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten") präsentierte den antirepublikanischen, militaristischen Zeitgeist.

nordbayern.de ("Erlanger Burschenschaft: Gezielte Provokation am Volkstrauertag", 20.11.19): hier klicken!

Bamberg, 18. November: 200 gegen die AfD auf der Straße / "Klima erhalten - AFD abschaffen" (November 2019)

Wie uns mitgeteilt wurde, protestierten am heutigen Montag etwa 200 Menschen gegen eine AfD-Saalveranstaltung mit dem Titel "Klimahysterie - Arbeitsplätze in Gefahr". Die durch fünfzehn Organisationen, darunter auch Fridays für Future Bamberg, unterstützte Gegenkundgebung trug sinnigerweise das Motto: "Klima erhalten - AFD abschaffen". Demonstriert wurde gegen die Instrumentalisierung und Leugnung des Klimawandels durch die AFD.

Bereits am Nachmittag hatte die AfD laut eigener Ankündigung vor dem Bosch Werk 4 eine Veranstaltung mit dem Titel "Diesel retten - Arbeitsplätze erhalten" durchgeführt. Auf Martin Sicherts Spuren (siehe Artikel weiter unten) begibt man sich offenbar auf den bekannten Weg rechter Pro-Auto- und Anti-Öko-Parteien.

(18.11.19)

nordbayern.de ("Proteste gegen AfD-Veranstaltung in Bamberg", 19.11.19): hier klicken!

Wunsiedel, 16. November: Druckvoller Protest gegen Nazi-Fackelmarsch / Nazis können wegen rigoroser Polizeiabsperrungen dennoch ungestört laufen (November 2019)
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Nach ersten Meldungen führten am heutigen Samstag "nur" etwa 150 Nazis rund um die Partei "Der III. Weg" ihren alljährlichen Fackelmarsch im oberfränkischen Wunsiedel durch, das wären fünfzig weniger als im November 2018.

Neu war dieses Jahr eine überregionale Mobilisierung antifaschistischer Gruppierungen. Etwa 350 Antifas bewegten sich von einem Bahnhof in der Peripherie Wunsiedels in Richtung Innenstadt. Dort hätten sich ihnen laut eigenen Angaben etwa 100 BesucherInnen der Veranstaltung von "Wunsiedel ist bunt" angeschlossen. Das örtliche Bündnis hatte etwa 250 Menschen auf dem Marktplatz mobilisiert.

Ein massives Polizeiaufgebot riegelte den Naziaufmarsch rigoros ab, so dass es auch heute zu keinem Protest in Hör- und Sichtweite der Nazis gekommen sein dürfte. Einzig zwei Mädchen hätten an der rechten Demostrecke "Nazis raus" skandiert.

Skandalös ist wie jedes Jahr die Verhinderung von Gegenprotest an der Nazistrecke. Offensichtlich hat die ungestörte Durchführung eines Propagandamarsches in NS-Ästhetik und mit NS-Inhalten höchste Priorität für die örtlichen Behörden und die Polizei.

Update: Der Bayerische Journalistenverband meldete via Twitter Behinderungen journalistischer Arbeit durch die Nazis: "Beinstellen, Anrempeln, Sicht versperren: Bei 'Heldengedenken'-Demo des rechtsextremistischen 'Der III. Weg' in Wunsiedel werden Fotojournalist*innen durch Ordner (!) des Veranstalters behindert & bekommen nur halbherzige Unterstützung durch @PolizeiOFR".

(16.11.19, Quellen u.a.: tvo.de, kurier.de, Twitteraccounts von "Nicht lange fackeln" und BJV)

endstation-rechts-bayern.de ("NSU-Opfer bei Neonazi-'Heldengedenken' verhöhnt", 17.11.19): hier klicken!, blog.zeit.de/stoerungsmelder ("Neonazis verhöhnen NSU-Opfer bei Fackelmärschen", 17.11.19): hier klicken!

Nürnberg/Herzogenaurach/Berlin: He did it again - AfD-MdB Martin Sichert mal wieder aktiv in Sachen "ideologiefreier Wirtschaftspolitik" (November 2019)

Der Nürnberger AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert ist unermüdlich aktiv, um für "ideologiefreie Wirtschaftspolitik" (so ein Slogan auf einem seiner Flyer) zu werben. Beginnen wir mit dem Bundestag. Dort fand am 7. November eine Debatte statt, in der es um verschiedene Anträge rund um Hartz IV ging. Besonderen Horror schien bei dem radikal wirtschaftsliberalen Sichert eine Forderung der Linkspartei nach Erhöhung der Hartz-IV-Sätze ausgelöst zu haben. Seine "Gegenargumente" sind altbekannt: "Millionen Arme und Perspektivlose aus aller Welt" würden sich erneut auf den Weg nach Deutschland machen und so weiter und so fort, garniert mit den üblichen rassistischen und völkischen Versatzstücken.

Auf gefährliches Glatteis begab er sich, als er sich am Schluß für "Rentenerhöhungen" stark machte: Erstens hat die AfD bis jetzt kein Rentenkonzept und zweitens möchte Sichert, wenn man sich den Inhalt seiner Bundestagsreden auf der Zunge zergehen lässt, doch den Sozialstaat am liebsten schleifen. Wie passt das zusammen? Eben: Gar nicht.

Dann haben wir noch eine Flyerverteilung Sicherts vor dem Schaeffler-Werk in Herzogenaurach. Wäre ja mal eine Gelegenheit gewesen, sich für den "kleinen Mann" einzusetzen, zumal mit der Schaeffler-Gruppe auch Riesen-Privatvermögen verbunden sind. Aber was machte AfD-Sichert? Er kritisierte die "Gängelung der Automobilindustrie durch Staat, Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Öko-Verbände", verteidigte den Schmutz-Diesel, kritisierte das völlig unzureichende Klimapaket der Bundesregierung als maßlos. Sein Fazit: "Mobilität erhalten, Freiheit schützen!" Ein klareres Plädoyer für die die Reichen und Wohlhabenden und eine klarere Ablehnung des Umweltschutzes kann es eigentlich kaum geben! Noch Fragen?

(17.11.19)

Erlangen: Sichere Häfen statt rechter Hetze - Mehr als 300 gegen Minikundgebung der AfD (November 2019)
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Laut br.de (13.11.19) protestierten in Erlangen mindestens 300 Menschen gegen die AfD, die mit einem geflüchtetenfeindlichen Motto aufgetreten war.

BeobachterInnen zählten nur etwa zehn AfD-Fans vor Ort, darunter Kathrin Ebner-Steiner, Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag. Ebner-Steiner versuchte weitgehend erfolglos, AfD-Flyer zu verteilen.

Update: Wie nordbayern.de (14.11.19) schrieb, ermittelt die Polizei gegen zwei Personen, die an diesem Tag den Hitlergruß gezeigt haben. Näheres ist nicht bekannt.

nordbayern.de ("300 Gegendemonstranten: Lautstark gegen die AfD in Erlangen", 14.11.19): hier klicken! br.de ("Kundgebung gegen AfD und für Vielfalt in Erlangen", 13.11.19): hier klicken!

Nürnberg: Unglaubwürdige und geschichtsverfälschende Plakatkampagne der AfD im Vorfeld des 9. November (November 2019)

Die AfD-Propaganda ist wie immer auf Zack. Am Vorabend des 9. November, an dem vielerorts der antisemitischen Pogrome zwischen 7. und 13. November im Nazideutschland des Jahres 1938 gedacht wird, plakatierte die Partei an Ausfallstraßen in Nürnberg "Nie wieder Antisemitismus". Wie glaubwürdig ist diese Kampagne bei einem Parteipersonal à la Kalbitz, Gedeon, Räpple, Höcke, Brandner und so weiter? Vom "Vogelschiss" Gaulands ganz zu schweigen.

Interessant auch die auf dem Plakat dargestellte AfD-Extremismustheorie, nämlich vier durchgestrichene Symbole: Zwei islamistische, Hammer und Sichel sowie das Hakenkreuz. In dieser Form ist das Geschichtsverfälschung und Verharmlosung nicht nur des Nationalsozialismus, sondern aller radikal antisemitischen Strömungen der extremen Rechten außerhalb von NSDAP / Hardcore-Neonazismus.

(8.11.19)

Erlangen: Schussgeräusche kurz vor Beginn der Gedenkveranstaltung zu den Nazipogromen 1938 (November 2019)

Laut nordbayern.de (10.11.19) waren eineinhalb Stunden vor Beginn einer Erlanger Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Nazipogrome 1938 Schussgeräusche zu hören. In der Nähe des Veranstaltungsortes, des Jüdischen Friedhofs in Erlangen, fand die Polizei sieben Hülsen einer Schreckschusswaffe. Weitere Informationen gibt es bisher nicht.

nordbayern.de ("Schussgeräusche vor Gedenkveranstaltung auf Jüdischem Friedhof in Erlangen", 10.11.19): hier klicken!

Wunsiedel, 16. November: Wird es nach vielen Jahren ungestörter Nazi-Fackelmärsche wieder einen Widerstand in Hör- und Sichtweite geben? (November 2019)

Es sieht so aus, dass es dieses Jahr wieder eine relevante Gegenveranstaltung zum regelmäßig im November stattfindenden Nazi-Fackelmarsch im oberfränkischen Wunsiedel geben wird. Unter dem Motto "Nicht lange fackeln" wird zur antifaschistischen Demo aufgerufen, Treffpunkt 14.30 Uhr am Bahnhof Wunsiedel-Holenbrunn.

Die Neonazis der Kleinstpartei "Der III. Weg" rufen ab 16 Uhr zum "Heldengedenken" in der "Märtyrerstadt Wunsiedel" auf. Im letzten Jahr kamen wie in den Vorjahren mehr als zweihundert rechte AnhängerInnen und Parteikader, marschierten mit brennenden Fackeln im historischen Nazi-Style weitgehend ungestört durch ein abgelegenes Wohngebiet. Nur ein paar tapfere GegendemonstrantInnen sowie eine Sambatruppe störten den Gesamteindruck, dass hier Nazis ein erschreckender Freiraum zugestanden wird.

Die stadtnahe Initiative "Wunsiedel ist bunt" organisierte ähnlich wie im letzten Jahr zusammen mit ihren Bündnispartnern unter dem Motto "Wir sind bunt - Suche Frieden und jage ihm nach!" (?) ein Kulturprogramm mit Marktständen und vermutlich auch einigen Reden. Das alles weit weg vom Nazi-Aufmarschort. Gegenprotest an der Nazistrecke ist offensichtlich nicht erwünscht.

(3.11.19)

Nürnberg, 2. November: Proteste gegen den "Deutschen Genderkongress" fanden statt (November 2019)
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Am Samstag, den 2. November protestierten etwa 50 Menschen gegen den bereits zum dritten Mal in Nürnberg stattfindenden "Deutschen Genderkongress", der zumindest in Teilen in der Gaststätte "Bratwurst Röslein" stattgefunden haben soll. Warum der Tagungsort gewechselt wurde, ist nicht bekannt.

Die OrganisatorInnen des Gegenprotestes kritisierten die antifeministische Stoßrichtung der Veranstaltung und stellten Schnittmengen zwischen Teilen der so genannten "Männerrechtsbewegung" und der extrem rechten sowie christlich-fundamentalistischen Szene fest. Nicht ohne Grund: So publizierte einer der Referenten im Manuscriptum Verlag (Autoren unter anderem: Akif Pirinçci, Jürgen Elsässer, Alexander Gauland, Björn Höcke) und schrieb für die rechtslibertäre Zeitschrift "eigentümlich frei". Und unter den Verbänden, auf die die Kongress-Homepage verweist, findet sich nicht zufällig auch die "Demo für Alle", die ein extrem rückwärtsgewandtes Familien- und Gesellschaftsbild propagiert.

Update: Köstlich die Presseerklärung der Kongressorganisatoren, in der unter anderem behauptet wird, dass "Rechtsradikale", genauer die "rechtsgerichtete extremistische Gruppe 'Anarchie Nürnberg'" für die Gegenproteste verantwortlich gewesen wären. Fake News vom Feinsten! Getoppt wird das Ganze von einem Foto auf der Presseseite des Genderkongresses, das einen gut gefüllten Raum der Nürnberger Meistersingerhalle zeigt, nur leider einen völlig anderen Kongress. Wurde da ein Foto von der Homepage der Meistersingerhalle verwendet? Mit deren Erlaubnis? Kaum vorstellbar.

(2.11.19, ergänzt 4.11.19)

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! / Preis 7 Euro zzgl. Porto und Versand / Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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