Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Nürnberg, 2.7.22 (Samstag), 12.30 Uhr: Protestkundgebung gegen Hetze von Michael Stürzenberger / Bürgerbewegung Pax Europa vor der Lorenzkirche. Flyer: hier klicken! Weitere Infos folgen (Nürnberger Bündnis Nazistopp)
*** Download der Broschüre vom November 2020 zu den hiesigen "Corona-Rebellen" ("Mit Nazis gegen den vermeintlichen Faschismus?"): hier klicken!
*** Wir empfehlen nach wie vor: Gut recherchierte Hintergrundinformationen über die extrem rechte Szene in der Region und den Widerstand dagegen sind in der Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" (erschienen Herbst 2017) zu finden. Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken! (Hinweis: Portokosten haben sich mittlerweile etwas erhöht)
*** Wir freuen uns über Spenden für unsere laufenden Aktionen und bedanken uns bei den bisherigen SpenderInnen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg, 2. Juli, 12.30 Uhr, Lorenzkirche: Kein Platz für Stürzenberger und Co.! Protestieren wir gegen rassistische Hetze! (Juni 2022)

Nach langer Pause kommt der Anti-Islam-Hetzer Michael Stürzenberger wieder nach Nürnberg. Am Samstag, den 2. Juli will er von 12 bis 17 Uhr vor der Lorenzkirche seine rassistischen Hetzreden absondern. Begleitet wird der ehemalige Pegida-Aktivist und Autor des extrem rechten Internetportals PI-News diesmal von Irfan Peci, einem ehemaligen al-Quaida-Propagandisten, der zeitweise als V-Mann für den Verfassungsschutz arbeitete und offensichtlich nun für die rechte Szene aktiv ist: Als Veranstalter fungiert die extrem rechte Organisation "Bürgerbewegung Pax Europa".



Michael Stürzenberger trat in Nürnberg unter anderem häufig als Redner des lokalen Pegida-Ablegers auf. Dort begrüßte er zum Beispiel Wahlerfolge europäischer Rechtsaußenparteien, prophezeite apokalyptische Szenarien für Deutschland ("wo auf der Straße die Mädchen Angst haben müssen, von wilden Mohammedaner-Horden vergewaltigt zu werden"), warnte vor dem "scheinbar friedlichen Kebab-Verkäufer", wenn "die Maske" falle und drohte mit dem "deutschen Zorn", wenn sich nichts in seinem Sinne ändere. Der selbst ernannte "Islamistenjäger" Irfan Peci scheint aus ähnlichem Holz geschnitzt zu sein. Auf seinem Telegram-Kanal postet er AfD-Hetze und bezeichnet die Bundesrepublik als "Linksstaat", in dem "alle verdächtigen Patrioten innerhalb der Behörden abgesägt" werden würden. Schießereien gehörten laut Peci "aufgrund der muslimischen Migranten" zum deutschen Alltag.

Gründe genug für den Gegenprotest? Wir meinen ja!

Kommt zur Protestkundgebung des Nürnberger Bündnis Nazistopp: Samstag, 2. Juli 2022, 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr, Lorenzkirche. Falls sich Ort / Zeit verändern, werden wir dies hier zeitnah posten!

Flyer: hier klicken!

Facebook: hier klicken!

(Stand 23.6.22)

Ansbach, 25. Juni: "Corona-Rebellen"-Demo mit NPD-Support und jeder Menge Schilder von "Team Menschenrechte Nürnberg" (Juni 2022)

Am 25. Juni konnten die Ansbacher "Corona-Rebellen" etwa 140 Leute mobilisieren, darunter NPD-Kader Jens Janik mit "Heimat"-Shirt und vier weitere Träger von Schildern mit "Heimat"-Parolen, vermutlich auch NPDler. Etwas bizarr in diesem Zusammenhang eine "Gegen Nazis"-Fahne, aber im rechtsesoterischen Weltbild gehört ja eh alles zusammen, oder? Auffällig waren die vielen Schilder mit Design von "Team Menschenrechte Nürnberg".

(28.6.22)

Nürnberg: Hitlergruß vor dem Hauptbahnhof (Juni 2022)

Laut nordbayern.de (23.6.22) zeigte ein 30-jähriger Mann auf der Straßenbahninsel vor dem Nürnberger Hauptbahnhof den Hitlergruß.

nordbayern.de ("Polizeibericht Nürnberg: Mann zeigte Hitlergruß in aller Öffentlichkeit", 23.6.22): hier klicken!

München: Prozess wegen Weiterführung der verbotenen Neonazi-Organisation "Blood and Honour" startet (Juni 2022)

In München beginnt laut Süddeutsche Zeitung (20.6.22, Printausgabe) ein Prozess gegen zehn Menschen aus der Neonaziszene wegen Weiterführung der verbotenen Neonazi-Organisation "Blood and Honour", wegen Volksverhetzung und wegen Verwendung von Nazi-Symbolen. Von den zehn Angeklagten kommen fünf aus Bayern, einer aus Stegaurach bei Bamberg.

"Blood & Honour" gilt als eine der Vorläuferstrukturen des rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU).

(20.6.22)

br.de ("Prozessbeginn gegen Rechtsextremisten von Blood and Honour", 20.6.22): hier klicken!

Neumarkt: Örtlicher "Corona-Rebellen"-Organisator hört auf (Juni 2022)

Wie nn.de (13.6.22) berichtete, beendet der örtliche Organisator der "Corona-Rebellen"-Demos, der Freystädter Gerhard Holzhammer, sein Engagement, angeblich wegen seiner Familie. Der Mann ist laut Artikel stellvertretender Kreisvorsitzender der bei Wahlen erfolglosen Partei "Die Basis". In Neumarkt fanden bisher 21 Demos der rechtsoffenen und oft Verschwörungserzählungen folgenden "Corona-Rebellen" statt.

(14.6.22)

Nürnberg / Bayern: Hiesige NPD-Aktivisten im neuen Landesvorstand (Juni 2022)

Laut endstation-rechts-bayern.de (12.6.22) ist der Nürnberger NPD-Aktivist Rainer Hatz neuer bayerischer Landesvorsitzender. Als sein Stellvertreter wurde Szene-Unternehmer Patrick Schröder (FSN Versand, Ansgar Aryan) gewählt. Nürnberger NPD-Aktivisten beteiligten sich in der Vergangenheit unter anderem an Demonstrationen der "Corona-Rebellen" und lancierten antisemitische Kampagnen. Weitere Infos im verlinkten Artikel.

endstation-rechts-bayern.de ("NPD Bayern mit neuem Vorsitzenden", 12.6.22): hier klicken!

Coburg: Coburger-Convent-Teilnehmer schlug auf Gegendemonstrantin ein (Juni 2022)

Wie np-coburg (9.6.22) schrieb, griff ein 36-jähriger Teilnehmer am Rande des montäglichen Fackelzugs von Teilnehmern des "Coburger Convent" eine 22-jährige Gegendemonstrantin an, stieß sie zu Boden und schlug sie mit einer Fackel.

In Coburg treffen sich alljährlich mit städtischer Unterstützung pflichtschlagende, rechtskonservative bis extrem rechte Mitglieder von im "Coburger Convent" organisierten Studentenverbindungen zur Verbandstagung. Genauso häufig finden Proteste dagegen statt, zum Beispiel durch das Aktionsbündnis gegen den Coburger Convent.

np-coburg.de ("Gefährliche Körperverletzung beim Fackelzug", 9.6.22): hier klicken!

Nürnberg: Nachträge zu einer schweren rassistischen Gewalttat im Jahr 2019 / Bewusst unter dem Deckel gehalten? (Juni 2022)

In den polizeilichen Statistiken fand sich eine rechte Gewalttat in Nürnberg, zu der uns zunächst nur unzureichende Informationen vorlagen: Tatzeitpunkt 7. Januar 2019, Mordversuch, ein Verdächtiger, ein Opfer. Quelle für diese Information waren mehrere Antworten der Bundesregierung auf Anfragen von Abgeordneten der Linkspartei.

Nun liegen uns weitere Informationen vor: Am 7. Januar 2019 griff ein 23-jähriger Deutscher in einer Nürnberger Obdachlosenunterkunft einen 38-jährigen Iraner mit einem Küchenmesser an und stach ihn in den Hals. Zuvor hatte sich der Täter rassistisch geäußert und angekündigt, einen "Araber abstechen" zu wollen. Das Opfer wurde im Krankenhaus behandelt; Lebensgefahr habe angeblich nicht bestanden. Gegen den Täter wurde wegen versuchten Mordes ermittelt. Verurteilt wurde er vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wegen gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren. Das Urteil ist rechtskräftig.

Wir finden es fragwürdig und exemplarisch, dass eine derart massive, rassistisch motivierte Gewalttat weitgehend unter dem Deckel gehalten wurde. Kein Zeitungsartikel (soweit uns bekannt), keine Pressemitteilung der Polizei (soweit uns bekannt). Wir bedanken uns bei MdL Verena Osgyan für die Anfrage im Landtagsplenum.

(5.6.22)

Nürnberg: NSU-Tribunal mit mehreren hundert TeilnehmerInnen (Juni 2022)

Am Pfingstwochenende fand das vierte NSU-Tribunal statt, diesmal in Nürnberg. Zahlreiche Angehörige von Opfern rassistischer Morde und auch Überlebende derartiger Verbrechen äußerten sich laut und kritisch, darunter Semiya Şimşek-Demirtas, die Tochter des im Jahr 2000 in Nürnberg ermordeten Enver Şimşek sowie Mehmet O., Überlebender des ersten NSU-Bombenanschlags 1999 in der Scheurlstraße. Einen Überblick über die diversen Aktivitäten des Tribunals in der Frankenmetrolope können wir hier nicht leisten. Informationen finden sich zum Beispiel unter @nsutribunal bei Facebook oder Twitter.

Wir fanden die vorübergehende Umbenennung des Richard-Wagner-Platzes in Esther-Bejarano-Platz interessant. Ein Antisemit weniger auf städtischen Schildern, das wär doch mal was. Und die richtigen Leute ehren, etwa verdienstvolle Antifaschistinnen.


Nürnberg, 5. Juni 2022: Umbenennung des Richard-Wagner-Platzes in Esther-Bejarano-Platz am Rande des NSU-Tribunals (Foto: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

(5.6.22)

Bayreuth: Chefarzt verbreitete Nazi-Propaganda (Juni 2022)

Laut nordbayern.de (3.6.22) verbreitete der Bayreuther Chefarzt Peter B. Nazi-Propaganda im Internet. Die von ihm hochgeladenen Videos "verherrlichen die Nazi-Zeit, sie stellen die Geschichte anders dar, verharmlosen gar den Holocaust. Dazu Judenhass, Judenhetze, billigster Antisemitismus". Gegen den Strafbefehl in Höhe von 140 Tagessätzen will der Mann gerichtlich vorgehen.

nordbayern.de ("Judenhetze und Nazi-Kult: Fränkischer Chefarzt als Volksverhetzer enttarnt", 3.6.22): hier klicken!

Nürnberg / Landshut: Wohnungsdurchsuchung bei "Querdenkern" wegen "möglichen Verstößen gegen das Waffengesetz" / Landshuter "Querdenker" waren am 30. Januar auch in Nürnberg aktiv (Juni 2022)

Wie idowa.de (3.6.22) schrieb, wurde in Landshut ein Wohnhaus von "Querdenkern" wegen "möglichen Verstößen gegen das Waffengesetz" durchsucht. In dem Anwesen wohne der Organisator der Landshuter Montagsspaziergänge, der auch als Vorsitzender des "Corona-Rebellen"-Vereins "Bayern steht zusammen" fungiere. Genaueres ist nicht bekannt. Interessant: Die Landshuter "Querdenker" des oben genannten Vereins waren Anfang des Jahres auch in Nürnberg aktiv und organisierten am 30. Januar die seitens der rechtsoffenen Szene so bezeichnete "Mega-Demo" auf dem Volksfestgelände mit, sprachen auf der Bühne usw.

(3.6.22)

Lichtenfels: "Corona-Rebell" wegen Volksverhetzung verurteilt (Juni 2022)

Wie obermain.de (2.6.22) schrieb, wurde der Kopf der Lichtenfelser "Querdenker"-Demos wegen Volksverhetzung verurteilt. Das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

Der Mann hatte Kritik an den rechtsoffenen Demos online mit folgender Bemerkung gekontert: "Das sind die Hexenverbrenner und Judenmörder der 2020er". Bereits früher sei er wegen eines Merkel-Hitler-Vergleichs verurteilt worden.

obermain.de ("Lichtenfelser Anti-Corona-Demos Fall fürs Gericht", 2.6.22): hier klicken!

Nürnberg: Hetze gegen Geflüchtete aus der Ukraine nach Kita-Brand (Mai 2022)
- aktualisiert -

Laut nordbayern.de (30.5.22) wurden nach dem Brand der Nürnberger Kindertagesstätte Grünewaldstraße Stimmen im Internet laut, "dass ukrainische Flüchtlinge für das Feuer verantwortlich seien und die Polizei diesbezüglich aber nicht ermitteln würde". Die örtliche Polizei betont, dass kein Hinweis auf Brandstiftung gefunden worden sei und ermittelt gegen die Social-Media-Lügner wegen Volksverhetzung.

Wir br.de (31.5.22) schrieb, wurde ein Video auf Youtube, das die oben genannten Lügen in die Online-Welt schleuderte, bereits auf Antrag der Polizei gelöscht.

br.de ("Nach Kindergarten-Brand: Polizei lässt Fake-News-Video löschen", 31.5.22): hier klicken!, nordbayern.de ("Ermittlung wegen Volksverhetzung nach verheerendem Kita-Brand in Nürnberg", 30.5.22): hier klicken!

Nürnberg / Schwabach: Wir trauern um Christel Hausladen-Sambale (Mai 2022)

Wir trauern um die überregional bekannte Antifaschistin Christel Hausladen-Sambale. Sie ist vor Kurzem im Alter von 67 Jahren gestorben. Christel war unter anderem aktiv für die VVN-BdA und die Schwabacher Initiative für Demokratie gegen Rechtsextremismus. Sie wurde geschätzt für ihre freundliche und undogmatische Art.

In der extrem rechten Szene machte sie sich durch ihr Engagement offensichtlich Feinde: Im Jahr 2015 wurden direkt vor ihrem Haus die Scheiben ihres dort abgestellten Autos eingeschlagen und alle vier Reifen zerstochen - eine, soweit uns bekannt, bisher unaufgeklärte (mutmaßliche) Nazi-Attacke (weitere Infos: hier klicken!).

(29.5.22)

Nürnberg: Martin Sichert (AfD) verlässt Bayern - Auf Nimmerwiedersehen! (Mai 2022)

Der Nürnberger AfD-MdB und örtliche Kreisvorsitzende Martin Sichert verlässt laut nordbayern.de (24.5.22) Bayern. Die Gründe sind nicht bekannt. Sein Nachfolger als Kreisvorsitzender ist Erik Neumayr.

Der Diplom-Kaufmann und gesundheitspolitische Sprecher der AfD agitierte in seinen Bundestagsreden regelmäßig gegen sozialstaatliche Regelungen und unterstützte direkt oder indirekt die Unternehmerschaft, nicht jedoch die Bedürftigen. Gesundheitspolitisch entwickelte er sich zum Sprachrohr der "Corona-Rebellen". Auf seiner Facebook-Seite geht es aktuell gegen das Impfen, für "nationale Gesundheitspolitik", gegen "Corona-Wahn". Zudem hetzt der MdB gegen Geflüchtete ("Wir gehen nur noch arbeiten, um alle Welt zu finanzieren") und bildet im rechten Meme-Stil PolitikerInnen als Affen ab. Dazu passend, findet sich auf der Seite auch ein Interview Sicherts bei Peter Weber, dem rechtspopulistisch agierenden Unternehmer aus Schwarzenbruck ("Hallo Meinung").

Da kann man nur sagen: Auf Nimmerwiedersehen!

nordbayern.de ("AfD-Politiker Martin Sichert kehrt Bayern den Rücken", 24.5.22): hier klicken!

Lichtenfels (Ofr.): Geldstrafe gegen örtlichen Organisator der "Corona-Rebellen"-Demos (Mai 2022)

Wie obermain.de (23.5.22) schrieb, verurteilte das Amtsgericht Lichtenfels einen örtlichen Aktivisten der "Corona-Rebellen"-Szene zu einer Geldstrafe von 500 Euro. Laut Gericht habe Bernd Grau, so heißt der Mann, bei einer unangemeldeten Demo im Januar "zumindest faktisch die Leitung der Versammlung" innegehabt. Zudem habe er auf Facebook dafür geworben, so die Zeitung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Weitere Bußgeldverfahren gegen Grau und andere DemoteilnehmerInnen sollen noch folgen.

obermain.de ("500 Euro Geldbuße wegen Corona-Demo in Lichtenfels", 23.5.22): hier klicken!

Burgkunstadt / Coburg: Maskenverweigerer wegen Hausfriedensbruch verurteilt (Mai 2022)

Wie obermain.de (24.5.22) berichtete, verurteilte das Landgericht Coburg einen 65-jährigen Maskenverweigerer wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer Geldstrafe. Er betrat laut Artikel diverse Supermärkte in Burgkunstadt ohne Maske, pöbelte zudem MitarbeiterInnen und KundInnen an, randalierte und zerschlug Getränkepackungen auf dem Kassenband. Das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

Spaßig: Weder der Angeklagte noch sein Anwalt, der Szeneanwalt Ralf Ludwig, erschienen zur Verhandlung, obwohl sie diese selbst angestrengt hatten.

obermain.de ("Maskenverweigerer droht eine saftige Rechnung", 24.5.22): hier klicken!

Nürnberg, 23. Mai: Rechtsoffene "Corona-Rebellen" schon wieder mit Pegida- und AfD-Support, diesmal plus Gerd Ittner, Holocaustleugner (Mai 2022)

Die rechtsoffenen "Corona-Rebellen" vom "Team Menschenrechte Nürnberg" zogen heute mit etwa 400 Menschen unter anderem durch den Nürnberger Stadtteil Johannis. Mit dabei: Holocaustleugner Gerd Ittner, AfD-Stadtrat Willibald Schlesinger, drei ehemalige Pegida-Nürnberg-AktivistInnen, einer davon am Fronttransparent. Ittner lief zeitweise nicht weit entfernt von den selbsternannten "Freien Linken".

(23.5.22)

Nürnberg: Urteil gegen ehemaligen AfD-Rechtsaußen wegen Nötigung ist rechtskräftig (Mai 2022)
- aktualisiert -

Wie uns mitgeteilt wurde, ist das Urteil gegen den ehemaligen Freiburger Stadtrat und ehemaligen AfD-Rechtsaußen Dubravko Mandic wegen Nötigung nun rechtskräftig. Er wurde vom Landgericht Nürnberg-Fürth im Juli 2021 zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 120 Euro verurteilt. Das Bayerische Oberste Landesgericht verwarf Ende März 2022 seine Revision als unbegründet (wir berichteten mehrfach). Im Zuge einer jüngsten weiteren Verurteilung Mandics wegen Körperverletzung (hier klicken!) wurde die Geldstrafe wohl umgewandelt in eine Verlängerung der Bewährungsstrafe um einen Monat. Ob dieses Urteil bereits rechtskräftig ist, entzieht sich unserer Kenntnis.

Die Vorgeschichte: Am 4. Mai 2019 trafen sich im mittelfränkischen Greding zahlreiche Rechtsaußenfans der AfD. Das "Süddeutsche Flügeltreffen" mit Starredner Björn Höcke machte damals Schlagzeilen, weil in der Halle unter anderem "Deutschland Deutschland über alles" gesungen wurde. Den JournalistInnen vor der Veranstaltungshalle wurde zunächst ein LKW vor die Kameralinsen gefahren. Nachdem sich diese neben das Fahrzeug begeben hatten und weiter ihrer Arbeit nachgingen, wurden die Reaktionen gröber. Der oben erwähnte Mandic, in Freiburg als Rechtsanwalt tätig, attackierte die BeobachterInnen, besonders eine Nürnberger Fachjournalistin, der er das Smartphone entriss. Nur mit Hilfe der Polizei bekam sie es wieder zurück; sie erstattete Anzeige.

(20.5.22)

Bayern: Zweiter NSU-Untersuchungsausschuss startet (Mai 2022)
- aktualisiert -

Nun steht es fest: Ein zweiter bayerischer NSU-Untersuchungsausschuss ist eingesetzt und nimmt seine Arbeit auf. Ein umfangreicher Fragenkatalog (hier klicken!) soll in den nächsten fünfzehn Monaten abgearbeitet werden. Strittig waren laut br.de (19.5.22) im Vorfeld vor allem Fragen zu Aktivitäten von V-Leuten des Verfassungsschutzes, d.h. vom Staat bezahlten Neonazis, die als Spitzel agieren (sollen).

Wir hoffen auf weitere Aufklärung der NSU-Verbrechen, zweifeln jedoch nach wie vor an der Aufklärungsbereitschaft der zuständigen Verwaltungsbehörden. Wir werden auf unserer Homepage berichten, sobald sich interessante Neuigkeiten ergeben haben.

Die kritische Bilanz des ersten bayerischen NSU-Untersuchungsausschusses auf der Homepage von NSU Watch: hier klicken!

suddeutsche.de ("'Es wird keinen Schlussstrich geben'", 19.5.22): hier klicken!, br.de ("Zweiter NSU-Untersuchungsausschuss startet im Landtag", 19.5.22): hier klicken!

Nürnberg: Die rechtsoffenen "Corona-Rebellen" vom "Team Menschenrechte" verbreiten Fake-News - Kein Hitlergruß der ESC-Gewinner (Mai 2022)

Nein, der ESC ist eigentlich nicht unser Thema. Aber wenn auf diversen rechten Kanälen 5-Sekunden-Clips der ukrainischen Band Kalush Orchestra verbreitet werden, die sich angeblich mit Hitlergrüßen vom Publikum verabschiedet und diese Fake-News auch noch von der rechtsoffenen Gruppierung "Team Menschenrechte Nürnberg" auf deren Telegram-Account geteilt werden, dann eben schon.

Bei der Betrachtung anderer Aufnahmen wird deutlich, dass die oben erwähnten Clips bearbeitet wurden und der obere Rand, inklusive Fähnchen, abgeschnitten wurde. Somit kann man nicht (mehr) sehen, dass der Sänger mit gespreizten Fingern winkend die Bühne verlässt.

(16.5.22)

Nürnberg: Pro-Russland-Kundgebung with a little help of "Team Menschenrechte"? / AfD-MdL Mang unter den TeilnehmerInnen (Mai 2022)
- mehrfach aktualisiert -

Laut uns zugegangenen Informationen wurde die heutige Pro-Russland-Kundgebung auf der Wöhrder Wiese in Nürnberg, an der etwa 100 Menschen teilnahmen, aus der rechtsoffenen Nürnberger Querdenker-Szene heraus unterstützt. Zu sehen war ein einschlägig bekanntes Auto, auf dem bzw. um das herum die Lautsprecheranlage installiert war. Auch ein Redner aus dem Umfeld von "Team Menschenrechte" trat auf.

Auf der Kundgebung wurden laut nordbayern.de (15.5.22) unter anderem die vermeintliche allgemeine Bevorzugung ukrainischstämmiger Geflüchteter und eine vermeintliche generelle Benachteiligung russischstämmiger Menschen in Deutschland beklagt. Ein Teilnehmer trug eine umgedrehte Deutschland-Flagge, zu Pegida-Zeiten auf rechten Veranstaltungen häufig zu sehen. Unter den TeilnehmerInnen war auch der bayerische AfD-MdL Ferdinand Mang.

Zwei TeilnehmerInnen der Gegenkundgebung kassierten laut infranken.de (15.5.22) Strafanzeigen wegen des Verdachts, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben. In einem Fall sei auf einem Plakat Putin mit Hitler gleichgesetzt worden.

nordbayern.de ("Nürnberger Russen zeigen Flagge für Solidarität und gegen Krieg", 15.5.22): hier klicken!

Ansbach: Die tägliche Hetze auf dem Telegram-Kanal der Ansbacher "Corona-Rebellen" - Reichsbürgerschmarrn, QAnon-Verschwörungserzählungen, rechte Hetze, dazu Omas Rezepte (Mai 2022)

Im Durchschnitt 250 Beiträge pro Tag im Telegram-Kanal von "Ansbach steht auf", den Ansbacher "Corona-Rebellen": Da können vermutlich nicht mal die Nürnberger KollegInnen mithalten. Reichsbürgerschmarrn, QAnon-Verschwörungserzählungen, rechte Hetze von den "Freien Sachsen", dazu "Omas Rezepte", und das am laufenden Band. Es ist zu vermuten, dass da vieles automatisiert gepostet wird.

Als inhaltliches Beispiel ein Auszug aus einem arg reichsbürgerischen Text: "Jeder von uns weiß, wir sind nur frei wenn wir uns mit den Vorfahren verbinden können und das heißt das deutsche Reich 1871-1918 wieder handlungsfähig machen und unsere Verfassung 1871 in Kraft zu setzen, erst danach ist es erst möglich die Verfassung anzupassen und das deutsche Reich zu modernisieren um es dem Stand der Technik anzupassen und vorallem unsere Wirtschaft wieder anzukurbeln das alle Menschen wieder leben können.
Russland wird als Freund an unsere Seite stehen und uns helfen als Freund, es wird entlich eine Symbiose entstehen wo diese Welt schon lange drauf wartet"
(15.5.22, Fehler im Original).

Passend dazu wollen sich die Ansbacher Schwurbler heute "spontan" versammeln, ohne Versammlungsanzeige, dafür mit Grafiken im Internet beworben, inklusive Uhrzeit und Treffpunkt.

(16.5.22)

Bayreuth: Hitlergruß, "Heil Hitler", Pöbelei gegen PassantInnen (Mai 2022)

Laut bayreuther-tagblatt.de (15.5.22) lief in Bayreuth ein 40-jähriger Mann aus dem Landkreis Bayreuth durch die Fußgängerzone. Dabei zeigte er den Hitlergruß, rief "Heil Hitler" und drohte PassantInnen Schläge an.

bayreuther-tagblatt.de ("Hitlergruß gezeigt: Mann in Bayreuth ruft 'Heil Hitler' und pöbelt Fußgänger an", 15.5.22): hier klicken!

Nürnberg, 9. Mai: "Corona-Rebellen" machen jetzt auf Friedensbewegung - Neuauflage der rechtsoffenen Montagsmahnwachen von 2014 / 2015 ? / Kleine Gegenkundgebung wurde übelst beschimpft: "Arbeiterverräter" (Mai 2022)

Nach der Parole "Klimawahn" (2.4.22, Ansbach) nun "Peace" auf dem Fronttransparent von "Team Menschenrechte Nürnberg am letzte Montag: Die rechtsoffenen "Corona-Rebellen" sind offensichtlich auf der Suche nach neuen Themen. Auch "Querdenken 911 Nürnberg" engagiert sich einschlägig und ruft für kommenden Sonntag zu einer Russland-Soli-Demo auf. Haben wir es nun mit einer Neuauflage der rechtsoffenen Montagsmahnwachen (2014 / 2015) zu tun? Wir werden sehen.

Ganz schön unfriedlich ging es auf jeden Fall am Rande der "Peace"-Demo von "Team Menschenrechte Nürnberg" zu: Eine kleine Gruppe von GegendemonstrantInnen in der Wilhelm-Spaeth-Straße, die beim Vorbeidefilieren der SchwurblerInnen lediglich mit den Daumen nach unten zeigte, wurde unter anderem als Kriegstreiber und "Arbeiterverräter" beschimpft (letzteres aus den Reihen der selbsternannten "Freien Linken"). Hä? Was ist mit denen los?

(10.5.22)

Nürnberg: Hakenkreuzsprüherei in der Nähe des Messezentrums (Mai 2022)

Laut infranken.de (10.5.22) sprühten Unbekannte ein Hakenkreuz auf den Asphalt der Parkanlage des Nürnberger Messezentrums.

Nürnberg: Hetzausstellung "Galerie des Grauens" wurde nun auch in Nürnberg gezeigt (Mai 2022)

Am vergangenen Samstag wurde die impfkritische - oder besser: das Impfen gegen Corona verteufelnde - Ausstellung "Galerie des Grauens" nun auch vor der Lorenzkirche in Nürnberg gezeigt. Das Nürnberger "Team Menschenrechte" bewarb die Veranstaltung und war auch vor Ort präsent. Infos zur Ausstellung und zu deren Initiator Peter Ganz finden sich unter anderem hier und hier.

(10.5.22)

Nürnberg: Briefkastenfirmen in der Frankenstraße 152: "Eltern stehen auf" und Peter Webers "Hallo Meinung" (Mai 2022)

Laut nn.de (10.5.22) sowie der Printausgabe der Nürnberger Nachrichten vom selben Tag haben der "Corona-Rebellen"-Verein "Eltern stehen auf" und "Hallo Meinung - Gesellschaft für freies Denken und politische Einflussnahme" des rechtspopulistisch tönenden Schwarzenbrucker Unternehmers Peter Webers eines gemeinsam: Sie verfügen über eine Postadresse in der Frankensraße 152 in Nürnberg, sind aber dort nicht anzutreffen, weder als Briefkasten noch als Büro. Der Vereinssitz von "Eltern stehen auf" befinde sich in Nieder-Olm (Rheinland-Pfalz) und wo Herr Weber seine Videos produziere, wisse man nicht.

Für diesen klandestinen Service - die Post an beide Organisationen käme auf jeden Fall an - sorgt eine Firma, die "Deutsche Bureau AG", so der nn.de-Artikel.

(10.5.22)

Nürnberg, 2. Mai: "Corona-Rebellen" mit Pegida- und AfD-Support (Mai 2022)

Nach dem 1.-Mai-Desaster der "Corona-Rebellen"-nahen "Freien Linken" (25 BesucherInnen) kam das rechtsoffene "Team Menschenrechte Nürnberg" am darauffolgenden Montag auf seine derzeitige Mobilisierungsstärke von 1000 Leuten. Am Fronttransparent ("Gemeinsam für Grundrechte, Frieden, Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt. Gegen Faschismus und Ausgrenzung") passenderweise gleich ein Mann, der häufig auf den Demos von Pegida Nürnberg zu sehen war. Und schön verteilt im Zug drei große AfD-Herzen mit der Aufschrift "Gesund ohne Zwang". Den Abschluss bildete der Rikschafahrer, der in der Vergangenheit mit Fahne mit großem "Eisernen Kreuz" auffiel und sich in einer Rede als Fan des rechtsradikalen brasilianischen Staatschefs Jair Bolsonaro outete. Diesmal gab es Musik mit Text von Manfred Asal (Auszug: "Menschenrechte / Treten, die Verfassung außer Kraft / Mit einem Chip im Körper / Ist man besser überwacht".

(6.5.22)

Nürnberg, 30. April: Antisemitische Aussagen und Darstellungen bei propalästinensischer Kundgebung (Mai 2022)

Laut RIAS Bayern (4.5.22, Facebook) versammelten sich am 30. April etwa 70 Menschen auf dem Nürnberger Jakobsplatz zum Thema "Menschenrechte im Nahen Osten". Dort waren "mehrere antisemitische Aussagen und Darstellungen" zu sehen.

So habe eine Teilnehmerin ein Schild mit dem Text "From the river to the sea – Palestine will be free" gezeigt, ganz offensichtlich der Wunsch, der Staat Israel möge von der Landkarte verschwinden. Ein Redner sagte, man könne als Araber kein Antisemit sein, denn: "Wir Araber sind selber Semiten". Deshalb könne man als Araber gar keine Antisemit sein. Dagegen wurde "Zionismus" via Parole mit "Faschismus" gleichgesetzt.

(6.5.22)

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! / Preis 7 Euro zzgl. Porto und Versand / Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken! (Hinweis: Portokosten haben sich mittlerweile etwas erhöht)

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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