Adresse des Dokuments: https://www.nazistopp-nuernberg.de/aktuelles_index1.htm
Titel des Dokuments: Aktuelles
 

*** Nürnberg, 8.5.19 (Mittwoch), ab 17 Uhr am Platz der Opfer des Faschismus: "Sag mir, wo die Blumen sind... Einladung zu einer antifaschistischen Pflanzaktion" (VVN-BdA)
*** Nürnberg, 18.5.19 (Samstag), ab 12.30 Uhr: Protest gegen JA-Veranstaltung am Lorenzer Platz (im Rahmen des Rotationsprinzips organisiert von mut). Weitere Infos folgen.
*** Nürnberg, 19.5.19 (Sonntag), 12 Uhr ab Opernhaus: Glänzende Demo der "Vielen" zur Lorenzkirche. Infos: hier klicken!
*** Wir empfehlen nach wie vor: Gut recherchierte Hintergrundinformationen über die extrem rechte Szene in der Region und den Widerstand dagegen sind in der Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" (erschienen Herbst 2017) zu finden. Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!
*** Wir freuen uns über Spenden für unsere laufenden Aktionen und bedanken uns bei den bisherigen SpenderInnen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg: Ehemaliger Pegida-Redner Ernst Cran zu Geldstrafe wegen Volksverhetzung verurteilt (April 2019)

Wie nordbayern.de (16.4.19) schrieb, wurde Ernst Cran, einst aktiv bei Pegida Nürnberg und anderswo, in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen wegen Volksverhetzung verurteilt. In einer Rede bei Pegida Dresden im Jahr 2015 hatte er behauptet, der Koran mache jeden Muslim zu einer "tickenden Terror-Zeitbombe". Das Urteil ist möglicherweise noch nicht rechtskräftig.

Am 30. Juni letzten Jahres beteiligten sich Cran wie auch ein weiterer Pegida-Nürnberg-Aktivist an der skandalösen Demonstration von Holocaustleugnern in Nürnberg (wir berichteten). Am 18. August trat er, ebenfalls in der Frankenmetropole, als Redner bei einer Demonstration des rechten "Bürgerbündnis Franken" auf, die Polizei zog während seiner Rede den Stecker. Kurz zuvor hatte der politisch offenbar immer weiter nach rechts gerutschte Mann für eine "nationale und volksbezogene Solidargemeinschaft" plädiert (wir berichteten).

nordbayern.de ("Gegen Muslime gehetzt: Geldstrafe für Nürnberger Theologen", 16.4.19): hier klicken!

Neumarkt: Protest gegen rechte Veranstaltung / JA flog im Vorfeld aus zwei Lokalen / Nazis versuchten, antifaschistische Demonstration zu stören (April 2019)
- aktualisiert -

Wie mittelbayerische.de (14.4.19) schrieb, protestierten in Neumarkt etwa 60 Menschen unter anderem gegen eine Saalveranstaltung der rechten "Jungen Alternative" (AfD-Jugendorganisation). Im Vorfeld waren die Rechten aus zwei Lokalen geflogen und tagten schließlich in einer Pilsbar in der Unteren Kaserngasse.

Organisiert wurde die rechte Saalveranstaltung interessanterweise von der "Jungen Alternative Ostbayern". Sprechen sollte unter anderem der bayerische JA-Landesvorsitzende Sven Kachelmann.

Update: Wie einem Artikel der Neumarkter Nachrichten (Printausgabe, 15.4.19) zu entnehmen ist, versuchte eine Gruppe Nazis der Partei "Der III. Weg" die antifaschistische Demonstration zu stören.

mittelbayerische.de ("Bündnis marschiert für den Frieden", 14.4.19): hier klicken!

Nürnberg, 5. April: Gut besuchte Veranstaltung zum Thema AfD & Soziales (April 2019)

Das Nürnberger Bündnis Nazistopp hatte in Kooperation mit ver.di zur Veranstaltung "Tarnen und täuschen – Die AfD und die soziale Frage" geladen. Mit mehr als 120 BesucherInnen war der Saal "Burgblick" im Nürnberger Gewerkschaftshaus proppenvoll, offensichtlich fand unser Thema Anklang. Um einen störungs- und angstfreien Austausch zu ermöglichen, wurden drei AfD-AktivistInnen, darunter die ehemalige "Sichere Heimat"-Organisatorin Elena Roon, des Saales verwiesen.


Aufmerksame Diskussionsatmosphäre im Saal „Burgblick“ (Foto: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Krimiautor Tommie Goerz startete mit der Ansage, dass Kulturschaffende zu wenig Position gegen rechts beziehen würden und brachte das Publikum mit einer Passage aus seinem neuesten Buch zum Schmunzeln. Hajo Funke machte deutlich, dass die AfD auf der Basis dreier Trends agiert: Erstens die zunehmend radikalisierte neoliberale Globalisierung und die damit verbundenen ökonomischen Verwerfungen und Krisen, zweitens ein kultureller Rückwärtstrend und drittens ein Versagen der etablierten Politik. Die AfD leite die Wut und Angst von Teilen der Bevölkerung auf Sündenböcke um. Extrem gefährlich seien die bevölkerungspolitischen Vorstellungen des Höcke-Flügels, die nur mit militärischer Gewalt gegen Minderheiten umzusetzen seien. Aber auch die Umsetzung marktradikaler Positionen liefen auf ein ökonomisches und gesellschaftliches Desaster hinaus (Bsp. "Dexit"-Forderungen).

Gerd Wiegel demaskierte das Agieren der AfD im Bundestag. Deren Initiativen gingen vor allem in eine wirtschaftsliberale Richtung. Unternehmerfreundliche Vorstöße (Steuersenkung usw.) und Forderungen nach weiterem Abbau des Sozialstaats dominierten das Bild. Versuche, sich ein soziales Image zu geben, seien entweder Makulatur oder Bestandteil eines national-sozialen Parteiflügels, der im Bundestag jedoch bis jetzt inhaltlich kaum präsent sei. Birgit Mair vervollständigte die Analyse, indem sie "soziale" Parolen von bayerischen AfD-PolitikerInnen mit deren anti-sozialen Äußerungen und Initiativen konfrontierte.

Die durchaus lebendige Publikumsdiskussion zusammenzufassen, würde an dieser Stelle zu weit führen. Ein Aspekt sei jedoch herausgegriffen: Die Frage nach Parteispenden für die AfD führte zur Debatte, inwieweit diese rechte Partei durch "mittelständische" Kapitalfraktionen unterstützt werde. Eine andere und sehr relevante Frage war, inwieweit man Teile der AfD-Anhängerschaft über die Kritik der sozialen Antäuscherei dieser Partei im positiven Sinne erreichen und beeinflussen könne.

(6.4.19)

Nürnberg: Schon wieder Hitlergruß und "Heil Hitler", diesmal im ICE (April 2019)

Diesmal im ICE von Nürnberg nach München: Ein alkoholisierter 53-Jähriger pöbelte Fahrgäste an, zeigte den Hitlergruß und skandierte "Heil Hitler". Was ist denn das für ein Phänomen - Betrunkene bayerische Männer hitlern zum Frühlingsbeginn ab und pöbeln andere Leute an?

nordbayern.de ("Mann zeigt Hitlergruß im ICE und bedroht Zugbegleiter", 6.4.19): hier klicken!

Nürnberg und anderswo: Absender der rechten Bombendrohungen gefasst? (April 2019)

Anfang des Jahres schickten Unbekannte Droh-Emails mit extrem rechten Inhalten an die Oberlandesgerichte Nürnberg, Bamberg und München. Darin wurde jeweils die Explosion eines Sprengsatzes angekündigt. Ähnliche Schreiben mit Absendern wie "Nationalsozialistische Offensive" wurden bundesweit an Behörden, Gerichte, antifaschistisch Aktive und weitere Personen des Öffentlichen Lebens verschickt; einzelne Gebäude wurden vorübergehend geräumt (wir berichteten). Nun scheint ein Täter gefunden worden zu sein, ein 30-jähriger Neonazi aus Schleswig-Holstein. Unklar ist, ob es einen oder mehrere Täter gab.

Der mutmaßliche Täter, André M., verbrachte wegen zahlreicher Delikte bereits mehrere Jahre im Gefängnis und in der Psychiatrie. Laut antifaschistischen Rechercheportalen äußerte er sich in sozialen Netzwerken gewaltverherrlichend und mit deutlicher Sympathie zu neonazistischen und rassistischen Gewalttätern.

sueddeutsche.de ("Spur zum Drohbriefschreiber", 5.4.19): hier klicken!

Ansbach: Hitlergruß und "Heil Hitler" bei Polizeikontrolle (April 2019)

Momentan häufen sich die Nachrichten über mehr oder weniger Betrunkene, die "Heil Hitler" skandieren und/oder den Hitlergruß zeigen. So auch in Ansbach, als ein Mann eine wohl gefährliche Stelle einer Bundesstraße zu Fuß überquerte und von der Polizei angehalten wurde.

Die Erwähnung des Betrunken-Seins in der Meldung soll vielleicht suggerieren, dass es ich um keinen Rechten handelt, sondern "nur" um einen Besoffenen. Nur: Wer bitteschön grüßt denn ohne einschlägiges Gedankengut im Hinterkopf den ehemaligen Führer und Massenmörder?

nordbayern.de ("Betrunkener läuft vor Polizeiauto und zeigt Hitlergruß", 6.4.19): hier klicken!

Nürnberg, 5. April: Podiumsdiskussion zum Thema "Tarnen und täuschen? Die AfD und die soziale Frage" (März / April 2019)
- aktualisiert -

Am 5. April laden wir in Kooperation mit ver.di zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Tarnen und täuschen? Die AfD und die soziale Frage" ins Nürnberger Gewerkschaftshaus ein. Auf dem Podium sitzen Prof. Dr. Hajo Funke (Politikwissenschaftler, FU Berlin), Dr. Gerd Wiegel (Politikwissenschaftler, Publizist) sowie Birgit Mair (Diplom-Sozialwirtin, Rechtsextremismusexpertin). Ein literarisches Warmup bestreitet der fränkische Krimiautor Tommie Goerz.

Worum geht's? Die selbst ernannte Alternative für Deutschland (AfD) bemüht sich zunehmend um ein Kümmerer-Image als "Anwalt der kleinen Leute". Gleichzeitig verlangt diese Partei Steuersenkungen und Steuererleichterungen für Unternehmen und Mittelständler und fordert geringere Sozialabgaben, setzt sich also ausdrücklich für die Interessen der Reichen und Wohlhabenden ein.

Die Selbstinszenierung als Kümmerer-Partei verfängt dennoch bei Teilen der Bevölkerung. Das ist erstaunlich und verlangt nach Erklärungen.

Und nicht zuletzt: Wir haben genug von dieser Fake-Politik, die selbstverständlich nur in Kombination mit rassistischer Ausgrenzung und Militarisierung bzw. Entdemokratisierung der Gesellschaft zu haben ist.

Die Veranstaltungsdaten: Freitag, 05.04.2019, 19 Uhr, Gewerkschaftshaus, Kornmarkt 5-7, Nürnberg.

Flyer: hier klicken!

Aktuell: Wie auf Bestellung äußerte sich der AfD-Bayernchef und MdB Martin Sichert zur Wohnungsnot am Beispiel Erlangen. Nordbayern.de (5.4.19) zitiert ihn folgendermaßen: Schuld seien die Politiker, die eine "massive Zuspitzung am sozialen Wohnungsmarkt durch die Willkommenspolitik" provozierten. Kein Wort zum Versagen des privaten Wohnungsmarktes, kein Wort zur staatlichen Vernachlässigung des Sozialwohnungsbaus, kein Wort zu unsozialen und profitgierigen Vermietern. Aber das kennen wir ja zu Genüge von der AfD & Konsorten. Mehr davon heute abend.

(Stand 5.4.19)

nordbayern.de ("Wohnungsnot in Erlangen: AfD schießt gegen Stadtspitze", 5.4.19): hier klicken!

Nürnberg: Extrem rechte Minikundgebung am Kornmarkt / "Deutschland, Deutschland über alles" (April 2019)

Laut nordbayern.de (4.4.19) wollte ein 52-Jähriger am Kornmarkt Flyer ohne Impressum verteilen. Nachdem ihn die anwesende Polizei zwang, seinen Namen handschriftlich nachzutragen, verteilte er seine fünf Exemplare. Nachdem er im Lauf der Mini-Kundgebung (fünf ZuhörerInnen) die erste Strophe der Nationalhymne ("Deutschland, Deutschland über alles") abspielte und sich einige PassantInnen darüber empörten, unterbrach die Polizei diese Darbietung. Nach einiger Zeit und mehreren Redebeiträgen war der Spuk kurz nach 19 Uhr zu Ende.

In den letzten Wochen wurde mehrfach eine offensichtlich rechte Einzelperson im Selbstgespräch-Modus auf dem Kornmarkt gesichtet. Ob es sich gestern um den selben Herrn handelte, ist bisher nicht bekannt.

nordbayern.de ("Verbotene Strophe des Deutschlandliedes: Mann fällt in Nürnberg auf", 4.4.19): hier klicken!

Erlangen: Naziaktivist provoziert Abbruch einer antifaschistischen Veranstaltung / Organisatoren versäumten Einlassvorbehalt / Nazis feiern Erfolg (April 2019)

Eine antifaschistische Ausstellung im Erlanger Rathaus, ein Vortrag zum Thema vor ein paar Tagen. So weit so gut. Schlecht war, dass der Vortrag nicht zu Ende geführt werden konnte. Der Referent erkannte einen regionalen Aktivisten der Nazipartei "Der III. Weg" im Publikum und wollte sich das nicht antun. Nachdem sich die Organisatoren hilflos bzw. ignorant verhielten, brach er seinen Vortrag ab. Im Vorfeld der Veranstaltung war auch versäumt worden, einen Einlassvorbehalt gegen Nazis und bekannte RassistInnen bekannt zu geben.

Fazit: Die Nazis vom III. Weg feierten einen Propagandaerfolg und freuten sich, eine Aufklärungsveranstaltung gegen extrem Rechte gesprengt zu haben. An die Organisatoren: Wenn man zulässt, dass bekannte Nazis in Veranstaltungen auftauchen, spielt man deren Spiel mit und entwertet das eigene Anliegen.

nordbayern.de ("Neonazi unter Besuchern entdeckt: Referent bricht Führung ab", 1.4.19): hier klicken!

Nürnberg: CSU-Mitglied am Naziaufmarsch Ende Februar beteiligt (April 2019)

Wie br.de (1.4.19) schrieb, war auch ein CSU-Mitglied am Naziaufmarsch Ende Februar beteiligt. Der in einer Gruppe aus dem Umfeld der regionalen NPD / BIA agierende 22-jährige Mann verteidigte den rechten Auftritt auf dem ehemaligen NSDAP-Reichsparteitagsgelände. Die CSU will den extrem Rechten ausschließen.

Die Gruppe hatte sich im Februar martialisch vor einem Nürnberger Geflüchtetenheim präsentiert und war danach zum historischen Naziaufmarschgelände gezogen. Die Polizei war informiert, schritt jedoch nicht ein (wir berichteten).

br.de ("Fackelmarsch Nürnberg: CSU-Mitglied an Neonazi-Aktion beteiligt", 1.4.19): hier klicken!, sueddeutsche.de ("CSU-Mitglied offenbar an Fackelmarsch von Neonazis beteiligt", 1.4.19): hier klicken!, nordbayern.de ("Rechter Fackelmarsch: CSU will beteiligtes Mitglied ausschließen", 1.4.19): hier klicken!

Nürnberg / Hof: "Heil Hitler" und Hitlergruß im Zug (April 2019)

Laut frankenpost (1.4.19) skandierte ein 47-jähriger Mann im Zug von Nürnberg nach Hof den Hitlergruß und skandierte "Heil Hitler". Daneben habe er randaliert sowie Mitreisende und Polizisten beleidigt und bespuckt.

frankenpost.de ("Hofer Randalierer provoziert mit Hitlergruß", 1.4.19): hier klicken!

Nürnberg: "Heil Hitler" am Hauptbahnhof (März 2019)

Laut nordbayern.de (29.3.19) skandierte ein 59-jähriger Mann am Nürnberger Hauptbahnhof mehrfach "Heil Hitler", als er von der Polizei kontrolliert wurde.

nordbayern.de ("'Heil Hitler, Polizei': Mann bei Kontrolle vor Hauptbahnhof verhaftet", 29.3.19): hier klicken!

Nürnberg / Berlin: Oops, he did it again! Völlig inhaltsleere pseudo-soziale Rede von MdB Martin Sichert zeigt erneut, dass die AfD kein sozialpolitisches Konzept besitzt (März 2019)

In unserer losen Reihe "Bericht aus Berlin" wieder mal ein Blick auf eine Rede des Nürnberger AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Sichert, der zugleich als bayerischer Parteichef fungiert und sich ständig als Sozialexperte präsentiert. Am 14. März fand auf Antrag der AfD eine Aktuelle Stunde zu kleineren Änderungen des Asylbewerberleistungsgesetzes statt, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.

Und was macht unser Sichert? Er beklagt die niedrigen Renten in Deutschland und entblödet sich nicht, diese Tatsache mit irgendwelchen Leistungen für Geflüchtete in Verbindung zu bringen. Kein Wort zu asozialen und profitgierigen Unternehmern, kein Wort zur Rentenkürzungspolitik diverser Bundesregierungen. Und auch kein Wort zu einem tragfägigen Rentenkonzept der rechten AfD.

Dafür äußert er Salbungsvolles zu Rentnern ("ihr Leben in Deutschland verbracht") und einem geschiedenen Vater von fünf Kindern (obdachlos infolge von "Unterhaltszahlungen für seine Kinder"). Und nicht zuletzt wird der "kleine Mann" gewürdigt, der "die SPD einst groß gemacht hat". Und was macht die AfD laut Sichert? Sie setzt sich dafür ein, "dass Lebensleistung belohnt wird". Und wie macht das die AfD? Kein erläuterndes Wort, nur Geblubber. Das wurde offensichtlich selbst hartgesottenen BundestagskollegInnen zu viel ("Die Rede ist so schlecht!").

(22.3.19)

Nürnberg / Bayern: Rechte Prepper, Bundeswehr, Verfassungsschutz (März 2019)

Wie einem focus.de-Artikel (22.3.19) über extrem rechte Soldaten-Chatgruppen und bundeswehrnahe Preppervereine zu entnehmen ist, ist auch eine Mitarbeiterin des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz aktiv im einschlägigen Verein "Uniter". Und auch ein weiteres Detail des Artikels ist interessant: "Uniter" war mit einem Stand auf der Messe "Enforce Tac" ("Spezialmesse für behördliche Sicherheitsexperten") in Nürnberg vertreten.

Zu den Themenkomplexen "Prepper", "Uniter" und so weiter sei auf die jüngste Rechercheserie der taz verwiesen, die auch online nachlesbar ist.

focus.de ("Uniter-Skandal: Weiterer KSK-Soldat war Leiter der Chatgruppe 'Nord'", 22.3.19): hier klicken!

Burglengenfeld (Opf.): Rechter Bombenbastler? (März 2019)
- aktualisiert -

Ein 28-jähriger Burglengenfelder wurde nach verschiedenen Medienberichten auf der spanischen Insel Mallorca verhaftet. In Deutschland wird er verdächtigt, in einem Baugebiet eine Rohrbombe gelegt zu haben. Spanische Zeitungen sprechen von einem Rechtsradikalen bzw. Reichsbürger, während dies in der Bundesrepublik von den Behörden verneint wird.

Update: Laut mallorcazeitung.es (28.3.19) enthielt die Rohrbombe giftiges Quecksilber, das bei einer Explosion weiträumig verteilt worden wäre. Die spanische Polizei habe die Einschätzung wiederholt, der Mann gehöre der extrem rechten Szene an.

mallorcazeitung.es ("Bomben-Bastler aus Burglengenfeld: Rohrbombe enthielt Quecksilber", 28.3.19): hier klicken!, mittelbayerische.de ("Bombe: Verdächtigen auf Mallorca gefasst", 20.3.19): hier klicken!, mallorcazeitung.es ("Mutmaßlicher deutscher Bombenbauer auf Mallorca verhaftet", 20.3.19): hier klicken!

Nürnberg und anderswo: Neuer rechter Online-Pranger kommt aus AfD-nahen Kreisen (März 2019)

Wie fr.de (20.3.19) schrieb, kommt eine im Internet verbreitete Liste antifaschistisch engagierter Menschen aus AfD-nahen Kreisen. Hinter dem rechten Online-Pranger soll unter anderem der bayerische AfD-Politiker Jochen Behr stehen.

Auch Aktive aus unserer Region finden sich auf der Liste. Recherchen von JournalistInnen haben ergeben, dass die Veröffentlichten im Jahr 2016 einen Aufruf des Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ unterschrieben hatten. Die extrem rechten Aktivisten kopierten wohl einen Teil dieser öffentlich zugänglichen Daten und stellten diese unter eigener Überschrift ("Unterstützer von Aktionen gegen die AfD") online. Eigene Recherchen wurden seitens der Rechten also nicht durchgeführt.

Weiter Informationen finden sich im unten verlinkten fr.de-Artikel.

fr.de ("AfD-nahe Seite verbreitet Liste mit politischen Gegnern", 20.3.19): hier klicken!

Fürth: Großflächige Nazischmierereien Nähe U-Bahn-Haltestelle Jakobinenstraße (März 2019)

Wie uns mitgeteilt wurde, wurden an der stark frequentierten U-Bahn-Haltestelle Fürth Jakobinenstraße - gegenüber dem Platz der Opfer des Faschismus - mehrere großflächige Hakenkreuze geschmiert.

(17.3.19)

Bayern: Ermittlungen gegen Mitglieder der berüchtigten bayerischen Polizei-Sondereinheit USK - Antisemitische Videos in Chat geteilt (März 2019)

Wie verschiedene Medien (15.3.19) berichteten, wird gegen mehr als ein Dutzend bayerische Polizeibeamte ermittelt, vor allem gegen Mitglieder der berüchtigten Sondereinheit USK. In aller Kürze zusammengefasst: Nach einer Anzeige gegen einen USKler wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs wurden Inhalte einer WhatsApp-Gruppe gesichtet. In dieser Gruppe mit etwa vierzig aktiven, aber auch ehemaligen USK-Beamten kursierten zwei antisemitische Youtube-Videos. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung. Vierzehn Polizisten seien suspendiert oder versetzt worden. Auf dem Handy eines Beamten fanden sich Fotos von Hakenkreuz-Graffitis, wobei hier der Kontext noch nicht klar ist.

Bei den Suspendierten und Versetzten soll es sich vor allem um Angehörige des ersten USK-Zugs handeln. Gegen Pegida und Co. Aktive erlebten speziell in den letzten Jahren das USK als eine parteiisch agierende Einheit, die es vor allem auf die Einschüchterung von AntifaschistInnen angelegt hatte. In Nürnberg gab es im Jahr 2015 zwei Vorfälle mit USK-Beteiligung, die sich gegen tatsächliche oder vermeintliche AntifaschistInnen richteten und die von den Medien aufgriffen wurden. So wurden im März 2015 mehrere Anti-Pegida-DemonstrantInnen im Zwischengeschoss der U-Bahn-Haltestelle Weißer Turm festgesetzt. Wir schrieben damals: "Unter dem Vorwand, Beteiligte an der Blockade vom Rosenmontag zu suchen, wurden etwa fünfzehn zufällig zusammengewürfelte Menschen wie Schwerverbrecher behandelt, eine halbe Stunde lang festgehalten und abfotografiert". Im September 2016 wurde ein 34-jähriger USK-Beamter zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er habe im Oktober 2015 einen Punk geschlagen und ihm, als er am Boden lag, ins Gesicht getreten und damit massiv verletzt. Ob das damalige Urteil rechtskräftig geworden ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Hauptbelastungszeuge war im Übrigen ein 24-jähriger Polizist.

sueddeutsche.de ("Polizeiskandal in München - Suspendierungen bei Spezialeinheit", 15.3.19): hier klicken!, br.de ("Polizeiskandal in München: 14 Beamte suspendiert oder versetzt", 15.3.19): hier klicken!

Neumarkt: Entlassung eines Hitler-Fans durch Arbeitsgericht bestätigt (März 2019)
- aktualisiert -

Ein offensichtlicher Hitler-Fan mit einem "88"-Tattoo ("Heil Hitler") auf der Wade wurde gekündigt, nachdem er sich geweigert hatte, eine lange Hose anzuziehen, um das Zeichen zu bedecken. Das zuständige Arbeitsgericht bestätigte die Kündigung, wie die Nürnberger Nachrichten (16.3.19, Printausgabe) schrieben. Das Tattoo weise "auf eine Verehrung des NS-Regimes" hin, so das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Laut nordbayern.de (18.3.19) wurde der Angeklagte von einem Juristen vertreten, der für die NPD beim Verbotsverfahren als Anwalt tätig war. Bereits im Vorfeld des zur Kündigung führenden Konflikts versteckte der nun verurteilte Mechaniker seine extrem rechte Gesinnung nicht: Er hatte sich im Betrieb eine Schwarze Sonne als Gartenschmuck gebastelt. Die Schwarze Sonne, ein durch die SS entwickeltes Symbol, wird in der Naziszene häufig verwendet.

nordbayern.de ("Neumarkter kündigt Mechaniker mit Nazi-Tattoo und bekommt Recht", 18.3.19): hier klicken!

Scheinfeld (Mfr.): Hakenkreuze auf Spielplatz (März 2019)

Wie nordbayern.de (13.3.19) berichtete, wurden auf einem Spielplatz im mittelfränkischen Scheinfeld (Ortsteil Klosterdorf) mehrere Hakenkreize an ein Holzhaus geschmiert.

nordbayern.de ("Unbekannter schmiert Hakenkreuze auf Spielplatz in Scheinfeld", 13.3.19): hier klicken!

Nürnberg: Nicht nur Nazis auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände (März 2019)

Wie das uns zugeschickte Foto weiter unten beweist, trifft man auf dem ehemaligen NSDAP-Reichsparteitagsgelände nicht nur auf Nazis. Dennoch plädieren wir dafür, wie schon gesagt, das Ding zerfallen zu lassen und die für die Renovierung vorgesehenen Millionen sinnvolleren Zwecken zufließen zu lassen.


Neulich auf dem ehemaligen NSDAP-Reichsparteitagsgelände (Foto: privat)

(12.3.19)

Nürnberg: Fußball-Fan aus Dresden zeigte Hitlergruß in der Innenstadt und grölte antisemitische Parolen (März 2019)

Wie infranken (11.3.19) und weitere Medien berichteten, zeigte ein 47-jähriger Fußball-Fan aus Dresden den Hitlergruß in Nürnbergs Innenstadt und grölte "antisemitische Parolen".

infranken.de ("Volksverhetzung in Nürnberg: Fußball-Fan kassiert Anzeige", 11.3.19): hier klicken!

Bamberg: Säureangriff auf 65-jährige Frau / Antisemitischer Hintergrund? (März 2019)

Wie nordbayern.de (7.3.19) berichtete, wurde am vergangenen Sonntag in der Bamberger Fußgängerzone eine 65-jährige Frau Opfer eines Säureangriffs. Ein bisher unbekannter Täter habe die Dame vor ihrer Haustüre von hinten attackiert und mit Säure übergossen.

Die "Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus" ermittelt laut Zeitungsbericht. Ein antisemitischer Hintergrund sei nicht auszuschließen. Genaueres ist derzeit nicht bekannt.

nordbayern.de ("Nach Säure-Attacke: Zentralstelle gegen Terrorismus ermittelt", 7.3.19): hier klicken!

Nürnberg: Rechte Parolen bei Festnahme (März 2019)

Wie die Nürnberger Nachrichten (5.3.19, Printausgabe) berichteten, grölte ein betrunkener, aggressiver 25-Jähriger bei seiner Festnahme am Rand der Nürnberger Innenstadt "rechte Parolen".

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! / Preis 7 Euro zzgl. Porto und Versand / Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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