Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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Fürth, 1. Mai: Der 1. Mai steht für Solidarität statt sozialer Spaltung – Widerstand gegen Pegida Nürnberg! / Rechte Demo darf nach Vereinbarung zwischen Pegida und Stadtverwaltung am Straßenfest der Gewerkschaften vorbeiziehen / Gegenprotest aus Nürnberg durch Vorverlegung der Pegida-Demo ausgebremst? / Fürther Bündnis gegen rechts: Das ist ein Geschenk an die Rassisten! (April 2018)
- aktualisiert: Rechte Demo startet nun an der Stadthalle -

Am 1. Mai beginnt in Fürth die DGB-Demo um 10 Uhr am Hauptbahnhof und endet am Grünen Markt. Dort findet das Straßenfest mit Musik und Reden statt. Nun wurde bekannt, dass die rassistische Gruppierung Pegida Nürnberg mit behördlichem Segen in unmittelbarer Nähe dieser gewerkschaftlichen Veranstaltung vorbeiziehen darf. An diesem Tag eine Provokation ohnegleichen. Die bisher bekannte Pegida-Route: Obstmarkt über die Königstraße zur Hardhöhe.

Besonders skandalös ist, dass sich Pegida und die Stadt Fürth nach Beratung durch die Polizei geeinigt haben, den von der rechten Truppe ursprünglich für 14 Uhr angezeigten Aufmarsch auf 11 Uhr vorzuverlegen und direkt am Straßenfest der Gewerkschaften vorbei laufen zu lassen. Offensichtliches Kalkül der zeitlichen Verlegung ist, die absehbar große Unterstützung des Gegenprotests aus Nürnberg auszumanövrieren: Die Nürnberger DGB-Demonstration beginnt um 10 Uhr, die revolutionäre 1.Mai-Demonstration linksradikaler Kräfte startet um 11.30 Uhr in Gostenhof. Pegida hatte die eigene Veranstaltung ursprünglich für 14 Uhr angezeigt; Gegenveranstaltungen ab 13 Uhr waren dem Ordnungsamt bereits angekündigt worden.

Das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus kritisiert völlig zurecht: "Dass Neonazis und Rassisten am 1. Mai durch Fürth marschieren wollen, ist eine ungehörige Provokation und ein Angriff auf die Gewerkschaften und die gesellschaftliche Solidarität. Wie Ordnungsamt und Polizei auf die Idee kommen, Pegida in unmittelbare zeitliche und örtliche Nähe zum gewerkschaftlichen Fest am Grünen Markt zu verlegen, ist uns ein Rätsel. Es wirkt wie ein Geschenk an die Rassisten" (gesamte Stellungnahme des Bündnisses: hier klicken!).

Unterdessen wurden in Fürth einige antifaschistische Gegenkundgebungen in der Nähe der Pegida-Route angemeldet. Maßgabe der Gegenaktivitäten wird sein, sich die wichtigen gewerkschaftlichen Protestaktionen an diesem Tag nicht kaputt machen zu lassen und dennoch gegen den rechten Aufmarsch am 1. Mai zu mobilisieren. Wir informieren euch rechtzeitig über die Gegenaktivitäten!

Update 1: Pegida startet nun doch nicht am Obstmarkt, sondern ab 11 Uhr am Kulturforum. Die rechte Demo soll ab etwa 12 Uhr über die Würzburger Straße zur Hardhöhe führen. Die Proteste angesichts der ursprünglichen Planungen zeigten offensichtlich Wirkung! Andererseits versuchte die Verwaltung, massiven Gegenprotest aus Nürnberg zu verhindern, und nahm dafür die Gleichzeitigkeit von gewerkschaftlichen 1. Mai-Aktivitäten und extrem rechten Aktivitäten in Kauf.

Update 2: Wie nordbayern.de (29.4.18) berichtete, ruft in Fürth auch der DGB dazu auf, "Gesicht gegen Pegida" zu zeigen. Die GEW beschwerte sich indes über Einschränkungen des Gegenprotestes durch das Ordnungsamt der Stadt Fürth. Zwei Protestkundgebungen seien nicht zum gewünschten Zeitpunkt genehmigt worden. Laut einer Gewerkschaftssprecherin handele es sich um ein "indirektes Demonstrationsverbot". Die Veranstaltungslage am 1. Mai in Fürth: hier klicken!

Anlaufpunkte für den Gegenprotest in Fürth: Bis 11.30 Uhr könnt ihr zum Grünen Markt kommen. Alle, die später kommen, fahren mit der U-Bahn zum Klinikum Fürth und laufen dann zur Billinganlage (Kundgebungsort).

(Stand 29.4.18)

nordbayern.de ("Demos zuhauf: Der Maifeiertag wird in Fürth turbulen", 29.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Ärger wegen Pegida: Fürther Stadtspitze soll mitprotestieren", 26.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Nach dem Aufschrei: Pegida hält Abstand zur Maifeier", 24.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Maidemos: Stadt erzürnt Kritiker", 22.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("1. Mai: Wirbel um Demo-Pläne von Pegida in Fürth", 20.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Tag der Arbeit: Pegida will durch Fürth marschieren", 19.4.2018): hier klicken!

Nürnberg: "Rechte Parolen" und Hitlergruß im Biergarten (April 2018)

Wie nordbayern.de (29.4.18) berichtete, grölte ein 49-Jähriger "rechte Parolen" im Biergarten einer Gaststätte in der Nürnberger Südstadt und zeigte mehrfach den Hitlergruß.

nordbayern.de ("Betrunkener grölt rechte Parolen in Nürnberger Gaststätte", 29.4.2018): hier klicken!

Nürnberg, 28. April: RECHTE HABEN KUNDGEBUNG ABGESAGT! Pegida München hat die für den 28. April angezeigte Kundgebung in Nürnberg abgesagt! Heute nazifreier Nachmittag in Nürnberg! (April 2018)
- aktualisiert am 28. April, 12.30 Uhr

Sehr kurzfristig zeigte der neonazistisch beeinflusste Pegida-Ableger aus München um Heinz Meyer für Samstag, den 28. April eine Kundgebung in Nürnberg an. An den Pegida München-Veranstaltungen nahmen in der Vergangenheit häufig Neonazis der Partei "Der III. Weg" teil, aber auch sonstige extrem Rechte. Pegida München konkurriert mit dem hiesigen Pegida-Ableger und so versucht man gegenseitig, in der jeweiligen Homebase mit Veranstaltungen präsent zu sein (wie am selben Tag Tegetmeyer, Cran & Co. in München). Wir haben eine Gegenkundgebung angemeldet und vorbereitet.

Pegida München war zuletzt und zum bisher einzigen Mal am 21. September letzten Jahres in Nürnberg (wir berichteten). Dabei fuhren sie einen gigantischen und stundenlang dudelnden Technikpark auf, unterbrochen von nur wenigen Reden. Wir sind gespannt, ob unser Auflagenbescheid wieder die notorische Zehn-Minuten-Regel enthält ("Musikdarbietungen sind auf höchstens drei 10-Minuten-Blöcke pro Stunde zu beschränken. Zwischen den einzelnen Blöcken muss eine Pause von mindestens 10 Minuten ohne Musikdarbietung erfolgen"), während Pegida München ohne größere Unterbrechung ihre rechten Videos und Musik vom Band abspielen dürfen.

Update: Erfolg für uns! Wie wir soeben erst erfahren haben, haben die RassistInnen von Pegida München ihre Kundgebung in Nürnberg abgesagt. Deshalb findet am Samstag, den 28. April 2018 KEINE Gegenkundgebung statt. Wir wünschen allen einen schönen nazifreien Nachmittag (Nürnberger Bündnis Nazistopp, 28.4.2018, 12.30 Uhr)!

Rödental (Ofr.): Hitlergruß nach Streit um Mülltrennung (April 2018)

Das Abhitlern scheint in Teilen Frankens nach wie vor tief verwurzelt zu sein. So zeigte im oberfränkischen Rödental (Landkreis Coburg) ein 21-jähriger Müllmann einem Hausbewohner den Hitlergruß, nachdem sich ein Konflikt über die Art der Mülltrennung entwickelt hatte.

nordbayern.de ("Styropor-Streit in Oberfranken endet mit Hitler-Gruß", 27.4.2018): hier klicken!

Bastheim / Würzburg: Pegida-Aktivist "Ed der Holländer" zu Gefängnisstrafe verurteilt (April 2018)

"Ed der Holländer" bzw. Edwin Wagensveld, langjähriger und sich zunehmend radikalisierender Pegida-Aktivist in Deutschland und den Niederlanden, trat auch in Nürnberg mehrfach als Pegida-Redner auf (2015 und zweimal 2016). Im Jahr 2016 geriet er in die Schlagzeilen, weil er zusammen mit bulgarischen rechten Paramilitärs Jagd auf Geflüchtete machte. Wagensveld betrieb im unterfränkischen Bastheim einen Internet-Waffenshop in holländischer Sprache.

Laut mainpost.de (26.4.18) muss der Mann nun wegen Steuerhinterziehung zwei Jahre und neun Monate in den Knast. Er habe als Waffenhändler gute Umsätze gemacht, aber keine Steuern gezahlt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der rechte Aktivist war bereits zwischen 2013 und 2016 viermal zu hohen Geldstrafen verurteilt worden, und zwar wegen Steuerhinterziehung, vorsätzlicher Körperverletzung und unerlaubten Handelns mit Schusswaffen (!).

Mantel (Opf.) / Themar (Thür.): Rechtsrockveranstalter Patrick Schröder bekam Besuch vom Finanzamt (April 2018)

Zwei Anmelder großer Rechtsrockkonzerte des letzten Jahres im thüringischen Themar bekamen laut frankenpost.de (25.4.18) Hausbesuch vom Finanzamt: Tommy Frenck sowie der in der Oberpfalz lebende Patrick Schröder. Es soll überprüft werden, ob die bei den Nazikonzerten erzielten Einnahmen korrekt versteuert worden sind. Eintrittsgelder wurden nach verschiedenen Medienberichten in Form von Spenden eingesammelt, die Veranstaltungen als Kundgebungen, also als politische Versammlungen, angemeldet.

frankenpost.de ("Steuer-Razzia bei Rechtsrock-Anmeldern von Themar", 25.4.2018): hier klicken!

Nürnberg / Bayern / Berlin: AfD-Bundestagsabgeordneter und bayerischer AfD-Chef Martin Sichert setzte sich in einer Bundestagsrede unter anderem für Immobilienbesitzer in Duisburg-Marxloh ein / Leugnung der extremen sozialen Ungleichheit in Deutschland / Neoliberalismus mit völkischem Einschlag Teil 2 (April 2018)

19. April 2018, Bundestag: Wieder einmal arbeitete sich der Nürnberger AfD-Bundestagsabgeordnete und bayerische AfD-Chef Martin Sichert an einem Antrag der Linken ab ("Armut in Deutschland den Kampf ansagen"). Was hatte der selbsternannte Sozialexperte diesmal auf der Platte? Zunächst einmal bügelte er Forderungen nach der Erhöhung sozialpolitischer Ausgaben mit dem Verweis auf den "angeblichen deutschen Reichtum" ab. Sein Argument: Wo nichts ist, kann nichts umverteilt werden. Der so genannte Medianwert des Vermögens in Deutschland sei "in keinem anderen Land des Euro-Raums geringer als in Deutschland". Im armen Zypern sollen die Verhältnisse besser sein als hierzulande. Ist dieser von Sichert zitierte Medianwert relevant? Oder soll er nur davon ablenken, dass es in Deutschland zahlreiche Superreiche gibt und das Vermögen zudem extrem ungleich verteilt ist? In Bezug auf den Gini-Index, ein Maß für die Ungleichverteilung des Vermögens, rangiert Deutschland im Umfeld von Staaten wie Bangladesch und Simbabwe. Zahlreiche EU-Länder und auch einige Entwicklungsländer weisen hier eine sozial "etwas gerechtere" Statistik vor.

Nach dieser statistischen Nebelkerze dann der inhaltliche "Triumph" von Sichert: "Der Hauptgrund für die zunehmende Armut in Deutschland ist die EU". Tusch! Danach kam eigentlich außer neoliberalem Gedöns ("Abgaben und Steuern deutlich senken", "Recht auf Eigentum") nur noch völkische Propaganda: "Menschen aus der ganzen Welt" profitierten von "unseren Sozialleistungen", "Asylbewerber nebenan" würden "auf Staatskosten mit dem Taxi abgeholt", der Wert der Immobilien von "Menschen wie in Duisburg-Marxloh" sänke wegen der Zuwanderung "ins Bodenlose", daneben gäbe es dort "Kakerlaken- und Rattenplagen".

Und das soll die von Sichert als AfD-Unterstützerin herbeiphantasierte "arme Rentnerin aus dem Bayerischen Wald" interessieren? Wo der Mann doch hauptsächlich die Rechte und das Einkommen / Vermögen der bereits Besitzenden und Wohlhabenden verteidigte?

(24.4.18)

Weißenburg: Naziaktion an "Kriegerdenkmal" zu Hitlers Geburtstag (April 2018)

Auch in Weißenburg ließen es sich Nazis nicht nehmen, zu Hitlers Geburtstag entsprechende Aktivitäten zu starten. An einem "Kriegerdenkmal" hinterließen Aktive der Neonazi-Partei "Der III. Weg" Grabkerzen mit Parteilogo.

(Mitteilung aus Weißenburg, 23.4.18)

Hof: Zweiter mutmaßlicher Rechtsterrorist zu Bewährungsstrafe verurteilt (April 2018)

Wie br.de (24.4.18) berichtete, stand nun im oberfränkischen Hof ein zweiter mutmaßlicher Rechtsterrorist vor Gericht. Der aus Hessen stammende Mann hat im September 24 Patronen aus Tschechien nach Deutschland transportiert und wurde mit einem andere Neonazi zusammen von der Polizei erwischt. Der nun Verurteilte war zum ersten Prozesstermin im März (wir berichteten) nicht erschienen und wurde daraufhin von der Polizei festgenommen.

Die Vorgeschichte: Zwei aus Hessen stammende Männer wurden, aus dem tschechischen Cheb von einem Schießtraining kommend, mit zehn anderen Nazis im September 2017 von der Polizei kontrolliert. Bei der Kontrolle wurde Munition gefunden. Die Personen sollen Bezüge zur neonazistischen Gruppe Combat 18 (übersetzt in etwa: Kampftruppe Adolf Hitler) haben.

Zwischen dem "Nationalsozialistischen Untergrund" und rechten Untergrundstrukturen wie Combat 18 und Blood & Honour gab bzw. gibt es Überschneidungen, so br.de im März: "In Bayern konzentrieren sich die Combat 18-Strukturen nach BR24-Recherchen hauptsächlich in Franken. So soll es eine C18-Struktur ab Ende der 1990er Jahre in Nürnberg gegeben haben, die konspirativ agierte. Auch hier sind Überschneidungen zum NSU-Kerntrio feststellbar. So war ein mutmaßliches C18-Mitglied mit einer NSU-Helferin liiert. Dieser soll ihr sogar eine Anleitung zum Bombenbau übergeben haben. Nürnberger Neonazis grüßten Anfang der 2000er Jahre über ihr internes Magazin 'Landser' immer wieder 'Combat 18' und Blood and Honour-Gruppen".

blog.zeit.de ("Combat 18: Neonazi wegen Munitionsschmuggels zu Freiheitsstrafe verurteilt", 24.4.2018): hier klicken!, br.de ("Neonazi in Hof vor Gericht", 24.4.2018): hier klicken!

Nürnberg-Eibach: "Rechtsradikale Parolen" am Lagerfeuer (April 2018)

Wie nordbayern.de (23.4.18) schrieb, grölten im Nürnberger Stadtteil Eibach drei junge Männer "rechtsradikale Parolen" und spielten entsprechende Musik ab.

nordbayern.de ("Eibach: Männer grölen rechtsradikale Parolen am Lagerfeuer", 23.4.2018): hier klicken!

Nürnberg: Naziparole "Nur für Deutsche" auf Parkbank am Wöhrder See immer noch nicht entfernt! (April 2018)

Auf einer Parkbank am Wöhrder See im Abschnitt zwischen Sebastianspital und Eisenbahnbrücke ist immer noch die Naziparole "Nur für Deutsche" groß und deutlich zu lesen. Dass dieses ans "3. Reich" erinnernde rechte Geschmier noch nicht entfernt worden ist, gibt zu denken!

(22.4.18)

Bamberg: "Rechtsradikale Parolen" in Gaststätte (April 2018)

Ein 26-Jähriger rief laut Pressemitteilung der Polizei (22.4.18) am frühen Sonntagmorgen in einer Bamberger Gaststätte "rechtsradikale Parolen" und zeigte "entsprechende Gesten".

Nürnberg: Nürnberg als Dreh- und Angelpunkt des NSU-Netzwerks? Neue Recherchen von NN und BR ergänzen das bisher bekannte Bild / NSU-Kerntrio war regelmäßig in Nürnberg / Verbindungen mit fränkischer Naziszene enger als bisher bekannt: War die damalige fränkische Naziszene Teil des NSU-Netzwerks? (April 2018)

Die Initiative "NSU Watch" twitterte bereits: "#Nürnberg erweist sich immer mehr als ein Dreh- und Angelpunkt des #NSU-Netzwerkes". Ein Reporterteam der Nürnberger Nachrichten und des bayerischen Rundfunks bohrte an einigen Stellen kräftig nach und interviewte einen ehemaligen Führungskader der hiesigen Naziszene. Da kann man nur sagen: Weiter so! Die wichtigsten Neuigkeiten im Folgenden. Die bereits bekannten Fakten sind auf unserer Homepage und in unten verlinkten Online-Artikeln nachzulesen.

* Das NSU-Kerntrio (Mundlos, Böhnhardt, Zschäpe) sowie die in München angeklagten Neonazis Ralf Wohlleben und Holger G. bewegten sich bereits 1995 in der Nürnberger Neonazi-Szene, unter anderem in der früheren Gaststätte "Tiroler Höhe" (wir berichteten mehrfach). Auch Matthias Fischer und andere führende fränkische Neonazis sollen dabei gewesen sein. In diesen Kreisen wurde schon damals über Anschläge diskutiert, unter anderem auf das Nürnberger Justizgebäude. Ein weiterer Nazitreff, in dem das spätere NSU-Kerntrio regelmäßig abstieg, befand sich im Nürnberger Stadtteil Mögeldorf in der Marthastraße. Die drei sollen sich auch noch nach Beginn der rassistischen Mordserie in der Region aufgehalten haben. Immer mehr spricht dafür, dass relevante Teile der damaligen radikalen fränkischen Nazi-Szene dem NSU-Netzwerk angehörten.

* Kai Dalek, ehemaliger (?) V-Mann, vielleicht auch Mitarbeiter des bayerischen Verfassungsschutzes, in den 1990er Jahren einer der bundesweit führenden Neonazi-Funktionäre und -Organisatoren und mit dem NSU-Komplex verwoben (u.a. befand sich seine Telefonnummer auf Mundlos‘ „Garagenliste“), wohnt unter falschem Namen in Nürnberg. Das Reporterteam machte ihn trotzdem ausfindig und klingelte an seiner Wohnungstür. Seine Reaktion: Er bedrohte die JournalistInnen. "Sie sollten es nicht wagen, das Material zu veröffentlichen, sonst müssten sie in ein anderes Land auswandern", so Dalek laut br.de (19.4.18). Soweit zum Gesprächsstil eines mutmaßlichen staatlichen Beschäftigten. Das NSU-Watch-Profil von Kai Dalek: hier klicken!

* Konrad P., damaliger Ermittler, wiederholte gegenüber der Presse seine Aussage vor dem bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss, bei einer Besprechung der BAO Bosporus – mutmaßlich im Jahr 2007 – sei von einem „Nationalsozialsozialistischen Untergrund“ (NSU) die Rede gewesen, also Jahre vor der Selbstenttarnung der Rechtsterroristen. Laut nordbayern.de (20.4.18) sagte er, “dass die BAO-Leitung entweder durch einen Hinweis des Landesamtes für Verfassungsschutz aus Thüringen oder aus Sachsen von der neuen gefährlichen Gruppierung NSU in Kenntnis gesetzt worden sei“. Wenn dies zutrifft, dann haben „VerfassungsschützerInnen“ und in der Folge polizeiliche ErmittlerInnen die rassistischen Verbrecher geschützt und nicht die Verfassung. Nur am Rande: Gegen den polizeilichen Whistleblower wurde zwischenzeitlich wegen Verdachts auf uneidliche Falschaussage ermittelt.

br.de ("Innenminister Herrmann beauftragt Verfassungsschutz mit Untersuchung", 26.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Herrmann will neue Untersuchung nach NSU-Enthüllungen", 26.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Terror von rechts: Das große Versagen der Behörden", 21.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Insider: NSU plante weitere Anschläge in Nürnberg", 21.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Der 'Gauleiter' von Franken wurde vom Staat bezahlt", 20.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Spur der Unterstützer führt in die Nürnberger Hooliganszene", 20.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Wusste der Verfassungsschutz über den NSU Bescheid?", 20.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Die mysteriösen Verstrickungen der ‚Kameraden‘ in der Region", 20.4.2018): hier klicken!. br.de („NSU-Umfeld plante weitere Anschläge in Nürnberg“, 19.4.2018): hier klicken!, br.de („Mehr als ein V-Mann?", 19.4.2018): hier klicken!, br.de ("Spur führt in die Nürnberger Hooliganszene“, 19.4.2018): hier klicken!, br.de („Nazi-Partys und Anschlagspläne", 19.4.2018): hier klicken!

Nürnberg-Dürrenhof: Hakenkreuze am Bahnsteig (April 2018)

Wie uns mitgeteilt wurde, sind auf dem Bahnsteig der S-Bahn-Haltestelle Nürnberg-Dürrenhof gut sichtbar zwei Hakenkreuze geschmiert worden. Das eine als gezeichnete Hakenkreuz-"Armbinde" auf den Hemdsärmel eines Mannes auf einem Werbeplakat, das andere als "HKNKRZ" auf der Rückseite einer Anzeigetafel.

(20.4.18)

Nürnberg: NPD-Funktionär wegen Volksverhetzung zu Bewährungsstrafe verurteilt (April 2018)
- aktualisiert -

Laut nordbayern.de (16.4.18) wurde der Nürnberger NPD-Funktionär Frank Auterhoff wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt. Zusätzlich muss er 1000 Euro an die Welthungerhilfe zahlen. Letzteres wolle er laut nordbayern.de nicht tun, er "fahre lieber ein". Das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

Auterhoff hatte in einem Facebook-Beitrag Muslime als "pervers" und "Kinderschänder" bezeichnet. Erst vor Kurzem war der Mann in den Schlagzeilen, weil er als zweiter Vorsitzender des offiziellen FCN-Fanclubs "The Glubb Warrior" (Anm.: Es existieren verschiedene Schreibweisen des Vereinsnamens) fungierte. Der Club (FCN) forderte nach Bekanntwerden dieser Angelegenheit umgehend eine Änderung der "Zusammensetzung der Vorstandschaft" des Fanclubs (wir berichteten). Ob dies geschehen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Unser Bündnis bezweifelt, dass Auterhoff dort keine wichtige Rolle mehr spielt.

Update: Nach einem öffentlich ausgetragenen Geplänkel distanzierte sich der Fanclub nun noch einmal deutlicher von NPD-Auterhoff und nannte den Verein in "Leidenschaft Nämberch" um. Auterhoff sei nicht mehr Vereinsmitglied, habe aber die Admin-Daten der bisherigen Homepage nicht herausgegeben, hieß es. Interessantes Detail am Rande: Im ehemaligen Warriors-Lokal in einer Gartenkolonie an der Oedenberger Straße habe sich mindestens zweimal die AfD getroffen (Nürnberger Nachrichten, Printausgabe, 20.4.18).

nordbayern.de ("Hetze gegen Muslime: War NPD-Mann auch in FCN-Fanclub?", 18.4.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Hetze gegen Muslime: Nürnberger NPD-Mann verurteilt", 16.4.2018): hier klicken!

Fürth: Rechte Schmierereien in Stadeln (April 2018)
- aktualisiert -

Laut nordbayern.de (16.4.18) wurden in der Nacht vom Samstag auf Sonntag im Fürther Stadtteil Stadeln vier Fahrzeuge sowie die Glasscheibe einer Pizzeria mit "rechtsextremen Parolen" beschmiert, darunter "88" sowie "Heil Hitler".

nordbayern.de ("Fürth: Pizzeria mit Nazi-Parolen beschmiert", 16.4.2018): hier klicken!

Fürth, 13. April: Lauter Protest gegen das geschrumpfte Pegida-"Volk" (April 2018)

Etwa 100 Menschen protestierten am Freitag, den 13. gegen das mit 30 Personen doch wieder deutlich geschrumpfte "Volk" von Pegida Nürnberg. Einige AnwohnerInnen, darunter auch eine ältere Dame, waren mit auf der Straße gegen die Rechten.


Fürth, 13. April 2018: Protest gegen Pegida auf der Hardhöhe (Foto: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Interessanterweise liefen die RassistInnen diesmal mit einem Pegida-Dresden-Fronttransparent. Handelt es sich bei Pegida Nürnberg nun um ein Franchising-Unternehmen der Dresdener Zentrale?

(14.4.18)

Fürth, 13. April: Kundgebung gegen Naziangriffe und danach auf die Straße gegen Pegida (April 2018)
- aktualisiert -

Am Freitag, den 13. April wird es in Fürth zwei antifaschistische Protestveranstaltungen geben: Erstens eine Kundgebung des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Nürnberg (AAB) angesichts zunehmender - mutmaßlich - rechter Attacken auf linke Projekte und Einrichtungen (17 Uhr, Dreiherrnbrunnen in der Fußgängerzone). Danach geht es auf der Hardhöhe ab 18.30 Uhr gegen den dortigen Pegida-Auftritt, der wegen eines Fußballspiels und dadurch bedingter behördlicher Einschränkungen diesmal kürzer ausfallen soll als sonst.

Über den Brandanschlag auf das Lager der Szenekneipe Bela Lugosi und die Schüsse mit Stahlkugeln auf Scheiben des Gostenhofer Vereins "Dialog der Kulturen" haben wir bereits berichtet. Nun wurde bekannt, dass das Nürnberger Parteibüro der Linken in der Nacht vom 9. auf den 10. März mit Farbe angegriffen wurde. Eine Woche danach wurden die Rolläden des linken Infoladens Benario in Fürth mit Steinen beschädigt. Hinter diesen Vorkommnissen eine rechte Angriffs- und Einschüchterungswelle zu vermuten, ist nicht abwegig. Polizeiliche Aufklärungsquote bis jetzt: Null Prozent.

Und wie immer an dieser Stelle ein Argument für Proteste gegen die rassistische Hetztruppe von Pegida Nürnberg. Pegida-Chef Tegetmeyer postete am 1. März auf seiner Facebook-Seite: "Döner kann ihre Gesundheit gefährden. Der Messermann hat wieder zugestochen". Im verlinkten Bericht von focus.de sowie weiteren Online-Berichten ist von einem mutmaßlichen Täter "mitteleuropäischen" Aussehens die Rede, der einen Mann erstochen hat. Das Opfer kroch mit letzter Kraft in einen Dönerimbiss. Der Imbiss hatte mit der Tat selbst offensichtlich nichts zu tun. Tegetmeyer ist das egal: Er bringt mal schnell die Begriffe Döner und Messermann ins Spiel und suggeriert damit einen Täter migrantischer Herkunft. So mobilisiert man die eigene fanatische Anhängerschaft und verbreitet gleichzeitig Fake-News.

Änderungen werden an dieser Stelle rechtzeitig gemeldet.

Vorschau: Pegida plant am 1. Mai einen provozierenden rechten Aufmarsch, erneut in Fürth. Das Fürther Bündnis gegen Rechts tweetet passend: "Da fällt das 'Heraus zum 1. Mai' ziemlich leicht: Für eine solidarische Gesellschaft, gegen tumbe völkische Kleingeisterei von Pegida & Co.".

(Stand 11.4.18)

Bayreuth, 7. April: Proteste gegen Nazidemo (April 2018)
- aktualisiert -

Die neonazistische Partei Der III. Weg hält am Samstag, den 7. April vor der Bayreuther Stadthalle eine Kundgebung ab. Die rechte Veranstaltung soll von 11 bis 13 Uhr stattfinden.

Eine Gegendemonstration startet um 11 Uhr am Neptunbrunnen in der Fußgängerzone und endet am Neuen Schloss.

Update: Nach ersten Berichten demonstrierten etwa 200 Menschen gegen die Nazis. Nach Bayreuth kamen ungefähr 20 Aktive des III. Wegs.

(Quellen: tvo.de, wiesentbote.de, nordbayerischer-kurier.de, 5. und 7.4.18)