Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Nürnberg, 13.10.22 (Donnerstag), 19 Uhr im Kulturladen Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg 1: "NSU-Ausschuss in Bayern – und jetzt? Gemeinsam widerständig!" Weitere Infos: hier klicken!
*** NEU NEU NEU Download des Arbeitspapiers vom August 2022 zur hiesigen Querdenkerbewegung ("Die Querdenkerbewegung in Nürnberg: Antipolitisch, irrational, rechtsoffen"): hier klicken! Allen RechercheurInnen sei an dieser Stelle herzlichst gedankt!
*** NEU NEU NEU Download der Reden der Kundgebung "Solidarität statt Holocaust-Verharmlosung" am 20. August 2022 in Nürnberg: hier klicken!
*** Download der Broschüre vom November 2020 zu den hiesigen "Corona-Rebellen" ("Mit Nazis gegen den vermeintlichen Faschismus?"): hier klicken!
*** Wir empfehlen nach wie vor: Gut recherchierte Hintergrundinformationen über die extrem rechte Szene in der Region und den Widerstand dagegen sind in der Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" (erschienen Herbst 2017) zu finden. Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken! (Hinweis: Portokosten haben sich mittlerweile etwas erhöht)
*** Wir freuen uns über Spenden für unsere laufenden Aktionen und bedanken uns bei den bisherigen SpenderInnen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Ansbach und Neumarkt, 17. und 18. September: Querdenker-Demos mit NPD-nahem Transparent, "Lügenpresse"-Sprechchören, AfD-Aktivist am Fronttransparent (September 2022)
- ergänzt -

Am gestrigen Samstag (17.9.22) marschierten QuerdenkerInnen im mittelfränkischen Ansbach mal wieder zusammen mit einer Gruppe, die ein NPD-nahes Transparent trug ("Gemeinsam für unsere Heimat Franken"). Auf der Demo, zu der auch Team Menschenrechte Nürnberg (TM Nürnberg) aufgerufen hatte, waren zahlreiche TM-Schilder zu sehen. Zeitweise erschollen wie zu Pegida-Zeiten "Lügenpresse"-Sprechchöre.

Am heutigen Sonntag (18.9.22) zog eine Querdenker-Demo durch Neumarkt. Am Fronttransparent ein AfD-Aktivist mit blauer Parteimütze. Auch zu dieser Demo hatte TM Nürnberg mobilisiert.

(18.9.22)

Mittelfranken: Mittelstands-Union der CSU fischt am rechten Rand (September 2022)

Wie die Nürnberger Nachrichten (16.9.22, Printausgabe) schrieben, lädt die Mittelstands-Union des CSU-Bezirksverbands Mittelfranken Hans-Georg Maaßen ein, den geschassten ehemaligen Verfassungsschutz-Chef, der nun emsig im Rechtsaußenspektrum unterwegs ist.

Die Einladung Maaßens ist nicht überraschend, wenn man die Facebookseite dieser CSU-Arbeitsgemeinschaft unter die Lupe nimmt. Dort wird regelmäßig auf Medien aus dem rechtspopulistisch und extrem rechts agierenden Spektrum verlinkt: AUF1, Hallo Meinung, Tichys Einblick usw.

Überregional: Ermittlungen gegen fünf mutmaßliche NSU-UnterstützerInnen inklusive Mandy S., die seinerzeit in der fränkischen Naziszene aktiv war, eingestellt / Gegen vier Personen wird noch ermittelt (September 2022)

Wie unter anderem br.de und spiegel.de (14.9.22) schrieben, wurden die Ermittlungen gegen die fünf mutmaßliche NSU-UnterstützerInnen Jan W., Max-Florian B., Mandy S., 47 und Thomas M. (früher S.) eingestellt. Gegen Susann E., Pierre J., André K. und Hermann S. werde noch ermittelt.

Zu Mandy S. schreibt br.de: "In Bayern war vor allem Mandy S. in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Die sächsische Friseurin galt als eine der wichtigsten und frühesten Helferinnen der späteren Terrorgruppe. Sie soll dem NSU-Kerntrio, bestehend aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, 1998 beim Untertauchen geholfen haben. Zudem soll sie Beate Zschäpe Ausweisdokumente zur Verfügung gestellt haben, damit diese unter S. Namen leben konnte. S. geriet auch deshalb ins Visier von Ermittlern und Journalisten, weil die damalige Neonazi-Aktivistin Anfang der 2000er-Jahre in der Region Nürnberg wohnte und dort politisch aktiv war. Sie nahm unter anderem an Aufmärschen der rechtsextremen Szene teil und war fest in die fränkische Neonazi-Szene eingebunden. Zu dieser Zeit verübte der NSU einen Sprengstoffanschlag und mehrere Morde in Nürnberg. Die genauen Hintergründe sind bis heute nicht aufgeklärt".

Es steht zu befürchten, dass auch die restlichen Ermittlungsverfahren wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung eingestellt werden. Ermittlungseifer in Sachen NSU und die Ausübung von Druck auf die rechte Szene kann man den bundesdeutschen Behörden wahrlich nicht vorwerfen.

nordbayern.de ("Nach Schießübungen in Franken: Verfahren gegen Verdächtige im NSU-Komplex eingestellt", 16.9.22): hier klicken!, br.de ("Verfahren gegen mutmaßliche NSU-Unterstützer eingestellt", 15.9.22): hier klicken!, spiegel.de ("Bundesanwaltschaft stellt fünf Verfahren im NSU-Umfeld ein", 15.9.22): hier klicken!

Fürth: Geldstrafe wegen Veröffentlichung eines gelben Sterns mit Aufschrift "not vaccinated" (Septemberg 2022)

Wie die Nürnberger Nachrichten (nn.de und Printausgabe, 12.9.22) schrieben, stand ein 57-Jähriger wegen Volksverhetzung vor dem Fürther Amtsgericht. Er hatte auf Facebook einen gelben Stern mit der Aufschrift "not vaccinated" (ungeimpft) - ähnlich dem "Judenstern" aus der Nazizeit - veröffentlicht und wurde nun zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt. Das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

In der Querdenkerszene geradezu epidemisch sind die Vergleiche der Corona-Politik der Bundesregierungen mit der Nazizeit. Dadurch werden extrem rechtem Gedankengut die Tür geöffnet und die Verbrechen der Nazi-Ära verharmlost.

(12.9.22)

Nürnberg: Vereinnahmungsversuch der Querdenker gescheitert (September 2022)

Wie uns berichtet wurde, versuchten etwa zehn Personen aus der Querdenkerszene, darunter bekannte AktivistInnen von "Team Menschenrechte Nürnberg", am Rande der Samstags-Demo des Bündnisses "Nicht allein! Initiative soziale Sicherheit" zu provozieren, einer sogar mit einem Megaphon ausgerüstet. Nachdem sie verbalen Widerspruch ernteten und auch von Polizeibeamten beobachtet wurden, verließen sie nach und nach unverrichteter Dinge die Veranstaltung.

(12.9.22)

Erlangen: Illegale "Corona-Rebellen"-Schule - Betreiber/in kassierte Bußgeld (September 2022)

Wie die Nürnberger Nachrichten (10.9.22, Printausgabe) berichteten, wurde nun eine Person aus der Querdenkerszene wegen Betreibens einer illegalen Schule in der Königsmühle in Erlangen-Eltersdorf zu einem Bußgeld verurteilt. Zuvor waren bereits einige Eltern mit Bußgeldern belegt worden. Die juristischen Verfahren sind vermutlich noch nicht abgeschlossen.

Interessant: Die bei der polizeilichen Durchsuchung im Januar 2022 in der Königsmühle angetroffenen schulpflichtigen Kinder kamen größtenteils nicht aus dem Zuständigkeitsbereich des Erlanger Schulamtes, sondern "aus der Stadt Nürnberg und den Landkreisen Roth, Kitzingen, Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Forchheim und Fürth". Das Projekt aus der rechtsoffenen Querdenkerszene scheint also überregionale Bedeutung gehabt zu haben.

Die Vorgeschichte: Ende November 2021 wurde bekannt, dass in der Königsmühle in Erlangen-Eltersdorf aus der Querdenkerszene heraus eine illegale "Schule" betrieben wurde. In dem abgezäunten Privatgrundstück seien während der Schulzeit Kinder im Schulalter gesichtet worden. Die "Schule" soll sich an Inhalten von Ricardo Leppe, einem "selbsternannten Lerncoach und Zauberkünstler" aus Österreich, orientiert haben (nordbayern.de, 24.11.21). Im Januar 2022 kam es dann zur polizeilichen Räumung, dabei wurden fünfzehn schulpflichtige Kinder angetroffen. Es existieren Bezüge einiger Aktiver im Umfeld der "Schule" zur Reichsbürgerszene (wir berichteten mehrfach).

(10.9.22)

Nürnberg: "Sieg Heil" und Hitlergruß in der Südstadt (September 2022)

Laut nordbayern.de (9.9.22) rief ein 49-jähriger Mann am Helmut-Herold-Platz im Nürnberger Stadtteil Gibitzenhof zunächst die NS-Parole "Sieg Heil" und zeigte dann den Hitlergruß.

nordbayern.de ("Festnahme in Nürnberger Südstadt: Hitlergruß gezeigt", 9.9.22): hier klicken!

Schwabach: "Sieg Heil" am Skaterplatz gesprüht (September 2022)

Laut infranken.de (5.9.22) haben Unbekannte an einem Schwabacher Skaterplatz die NS-Parole "Sieg Heil" gesprüht.

infranken.de ("Polizeibericht Schwabach: Politisch motivierte Schmiererei - Zeugenaufruf", 5.9.22): hier klicken!

Heiligenstadt (Lkr. Bamberg): Jüdischer Friedhof wurde geschändet (September 2022)

Wie br.de (3.9.22) berichtete, wurde der jüdische Friedhof in Heiligenstadt (Landkreis Bamberg) geschändet. Unbekannte rissen fünf Grabsteine aus dem Boden und warfen diese dann um.

br.de ("Grabsteine auf jüdischem Friedhof herausgerissen und umgeworfen", 3.9.22): hier klicken!

Nürnberg: Hakenkreuz und rechte Graffiti auf Gedenktafel für Sozialistin und Frauenrechtlerin geschmiert (August / September 2022)
- ergänzt -

Wie uns gemeldet wurde (31.8.22), wurde eine Gedenktafel für die Sozialistin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz (1879 - 1956) im gleichnamigen Park im Nürnberger Stadtteil St. Leonhard mit einem Hakenkreuz beschmiert.

Marie Juchacz emigrierte nach der Machtergreifung der Nazis zunächst ins Saargebiet, später ins Elsass und nach Beginn des Zweiten Weltkrieges über Paris nach Marseille. 1941 floh sie mit einem Notvisum über Martinique nach New York, wo sie bis 1949 lebte, bevor sie schließlich nach Deutschland zurückkehrte.

Update: Laut nordbayern.de (6.9.22) seien nun insgesamt vier Gedenktafeln im Marie-Juchacz-Park mit rechten Graffiti beschmiert worden.

(31.8.22, ergänzt 6.9.22)

nordbayern.de ("Nürnberger Westen: Hakenkreuz an Gedenktafel", 6.9.22): hier klicken!

Hof: Weitere Gefängnisstrafe für Holocaustleugnerin (August 2022)

Die Hofer Holocaustleugnerin Marianne Wilfert wurde unter anderem wegen einschlägiger Äußerungen erneut zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. So habe sie laut endstation-rechts-bayern.de (30.8.22) unter anderem behauptet, Juden seien in den KZs so "wohlgenährt und rundum gut versorgt" worden, dass sie sich zahlreich vermehrt hätten. Die bereits in Haft sitzende rechte Fanatikerin, die auch bei der Holocaustleugner-Demo am 30. Juni 2018 in Nürnberg den Massenmord an den Juden geleugnet hatte (wir berichteten), muss nun insgesamt zwei Jahre und drei Monate im Gefängnis bleiben. Das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

endstation-rechts-bayern.de ("Holocaustleugnerin muss deutlich länger in Haft", 30.8.22): hier klicken!

Nürnberg, 20. August: Missbrauch des Gedenkens an den Nürnberger Kodex bei Querdenker-Kundgebung / Empörende Gleichsetzung von Corona-Impfstoffen mit dem Giftgas Zyklon-B durch Rednerin (August 2022)
- mehrfach aktualisiert -

Wir haben uns fast schon daran gewöhnt, dass in der Querdenkerszene Naziverbrechen durch Vergleiche und Gleichsetzungen mit der aktuellen Coronapolitik verharmlost werden. Doch was am 20. August 2022 auf der vermeintlichen Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Erstellung des "Nürnberger Kodex" auf der Bühne auf der Wöhrder Wiese in Nürnberg propagiert wurde, schlägt dem Fass den Boden aus.

Die durch die Moderatorin als "Ehrengast" angekündigte erste Rednerin ("erste und zentral wichtigste Rede") der impfgegnerischen und geschichtsrevisionistischen Veranstaltung, die 1937 geborene Holocaustüberlebende Vera Sharav, berichtete in ihrer dreißigminütigen Ansprache zunächst über den Holocaust und ihr eigenes Schicksal sowie das Schicksal ihrer Familie während der NS-Zeit.

Dabei blieb es nicht. Es folgten die in der rechten und verschwörungsideologischen Szene beliebten Erzählungen von "One World Government" (Weltregierung), "Abschaffung der Nationalstaaten" und "Great Reset", aber auch von der angeblichen "Abschaffung des Bargelds und Einführung einer digitalen Währung". Zudem sei geplant, jedem Menschen "digitale IDs und Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz" einzupflanzen, die Menschen total zu überwachen und schließlich durch "transhumane Roboter" zu ersetzen.

Nur wenige Menschen würden die "Ähnlichkeiten zwischen der aktuellen Politik und der des Naziregimes" erkennen, so Frau Sharav. Eine skrupellose globale Elite habe jedoch den "Weg für einen weiteren Holocaust" geebnet. Es drohe ein "Völkermord von globalem Ausmaß": "Statt Zyklon-B-Gas sind die Massenvernichtungswaffen diesmal gentechnisch hergestellte injizierbare Biowaffen, die als Impfstoffe getarnt wurden" (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch durch uns).

Applaus im Publikum. Die Moderatorin distanzierte sich nicht, sondern bedankte sich für "die klaren Worte" der Rednerin. Und auch auf dem Telegram-Kanal von "Team Menschenrechte Nürnberg" wurden zentrale holocaustrelativierende Aussagen von Sharav wiedergegeben ("Dieses Mal sind die Massen-Vernichtungswaffen statt Zyklon B-Gas, gentechnisch hergestellte, injizierbare Biowaffen, die als Impfstoffe getarnt sind") bzw. Links zu deren Rede gepostet.

Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. äußerte sich zur Causa Sharav im Januar 2022 folgendermaßen: "Sharav war am vergangenen Wochenende in Brüssel dadurch aufgefallen, dass sie im Zusammenhang mit der Impfkampagne Vergleiche zu den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen zog. (…) Diese Einzelbeispiele sind für Querdenken-Akteur:innen natürlich überaus willkommen und eignen sich zur moralischen Untermauerung der eigenen Position: Wenn eine Holocaustüberlebende und Jüdin für uns spricht, können wir doch schwerlich antisemitisch und holocaustrelativierend sein? Doch, das ist möglich. Die eigene Identität immunisiert nicht davor, diskriminierende Vorstellungen und Ideologien, die eigentlich auch die eigene Person betreffen, selbst zu reproduzieren" (Quelle: hier klicken!).

Interessant ist, dass der Nürnberger "Ehrengast" Sharav im Vorfeld nicht öffentlich angekündigt wurde. Befürchtete man etwa heftige Diskussionen in der fränkischen Metropole angesichts der weitgehend bekannten hetzerischen Positionen von Frau Sharav?

Das Nürnberger Bündnis Nazistopp ist empört darüber, dass Corona-Impfstoffe gleichgesetzt werden mit dem Giftgas Zyklon B, durch das unzählige Menschen in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern den Erstickungstod starben. Mit solchen Methoden werden nicht nur Angst und Panik geschürt, sondern die Opfer der NS-Vernichtung werden verhöhnt. Unserer Meinung nach sollten derartige Gleichsetzungen die Justiz auf den Plan rufen. Mittlerweile sind - soweit uns bekannt - zwei Strafanzeigen gestellt worden, eine durch unser Bündnis, die andere durch das Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Ein kurzer Überblick über die gestrige Querdenker-Kundgebung inklusive Sharav-Rede durch Endstation Rechts: hier klicken!

Aktueller Beitrag des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. ("Shoah-Relativierung mit Ansage: Kundgebung '75 Jahre Nürnberger Kodex – Nie wieder Zwangsmedizin'"): hier klicken! Und ebenfalls von JFDA ein kurzer Filmbericht: hier klicken!

(21.8.22, ergänzt 22., 24. und 28.8.22)

br.de ("Nach Querdenker-Demo: Anzeige wegen Holocaust-Verharmlosung", 25.8.22): hier klicken!, belltower.news ("NS-Verharmlosung und Shoa-Relativierung durch Querdenker", 22.8.22): hier klicken!

Coburg: Brandstifter auch mit Hakenkreuz-Schmierereien aufgefallen (August 2022)

Laut Süddeutsche Zeitung (25.8.22, Printausgabe) steht ein polizei- und stadtbekannter 54-jähriger Coburger in Verdacht, zwei städtische Dienstautos angezündet zu haben.

Anfang des Jahres beschmierte der Mann in Coburg Hausfassaden und ein Fahrzeug mit Hakenkreuzen. Betroffen waren unter anderem das Amtsgericht, das Jobcenter und ein Bürogebäude der örtlichen Tageszeitung. Vermutlich sorgte der selbe Mann seinerzeit für einen Großeinsatz in Coburgs Innenstadt, nachdem er einen Müllsack mit laut Zeitungsbericht "wirren" Nachricht an die Rathaustür gehängt hatte. Zudem soll er der Fahrer des Autos mit stilisiertem Hakenkreuz auf der Motorhaube bei der "Corona-Rebellen"-Demo am 30. Januar in Nürnberg gewesen sein (wir berichteten).

(25.8.22)

Weiden / Eslarn (Obpf.): Querdenker zu Bewährungsstrafe verurteilt (August 2022)

Laut br.de (24.8.22) verurteilte das Amtsgericht Weiden einen 63-jährigen Querdenker aus Eslarn (Lkr. Neustadt / Waldnaab) zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten und einer Geldbuße von 1200 Euro. Der bekannte Organisator von einschlägigen Demonstrationen hatte unter anderem Morddrohungen gegen Geflüchtete oder PolitikerInnen nicht von seiner Facebook-Seite entfernt und musste sich vor Gericht unter anderem wegen Beihilfe zu öffentlicher Aufforderung von Straftaten verantworten. Es ist uns nicht bekannt, ob das Urteil bereits rechtskräftig ist.

br.de ("Hetze im Netz: Querdenker vom Amtsgericht Weiden verurteilt", 24.8.22): hier klicken!

Nürnberg, 20. August: Holocaustverharmlosung der Querdenkerszene blieb nicht ohne Widerspruch / Wollen die Querdenker einen Militärputsch? - Transparent mit Parole "Liebe Soldaten, wir brauchen eure Hilfe" / Massive Angriffe der Querdenker auf JournalistInnen: "Eine weitere Dokumentation wäre lebensgefährlich" (August 2022)
- mehrfach ergänzt -

Etwa 500 Menschen aus verschiedenen politischen Lagern demonstrierten am 20. August in Nürnberg gegen einen überregionalen Aufmarsch der Querdenkerszene. Auch aus Österreich und der Schweiz waren SympathisantInnen dieser rechtsoffenen Szene angereist, die in der Spitze 3000 Menschen in der Frankenmetropole versammeln konnten.


Nürnberg, 20. August 2022: Protest gegen rechtsoffene Querdenker und rechte Pseudo-Gewerkschaft, Demoauftakt in der Nähe des Gewerkschaftshauses (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Die rechtsoffenen Querdenker wurden von RednerInnen aus der linken Szene kritisiert, aber auch von Promis wie Jo-Achim Hamburger (Vorsitzender IKG Nürnberg), Roberto Paskowski (Landesverband Deutscher Sinti und Roma Bayern), Dr. Alfred Estelmann und Prof. Hannes Wandt (IPPNW). Auf der Bühne sprach auch die Nürnberger Holocaust-Überlebende Lilo Seibel-Emmerling.

Auf der Bühne der Querdenker kam es zu harten Holocaust-Relativierungen, die wir noch auswerten müssen. Aus einem Tweet von Endstation Rechts: "Rednerin sprach von einem neuen Holocaust. Und zwar global. Statt Zyklon B würden Impfstoffe eingesetzt. Moderatorin lobt die Rede. Publikum tobt. Behörden sehen bisher tatenlos zu". Die Behörden in Form der vor Ort agierenden Polizeikräfte schritten auch kaum ein, sobald fanatisierte Querdenker JournalistInnen angriffen: "Auf der Bühne sagt ein Redner, es wäre 'Antifa' auf dem Gelände. Und es wird dazu aufgerufen, uns 'zu Boden zu bringen'. Wir schaffen es gerade noch zum Rand. Polizeiliche Verstärkung kommt erst danach. Eine weitere Dokumentation wäre lebensgefährlich" (Tweet von Robert Andreasch).

Im Publikum der Querdenker war das übliche Gebräu aus verschwörungsideologischen Phrasen ("Kein Impfpass! Kein Gen-Chip!"), Holocaust-Relativierung ("Es gab Impfzwang unter Hitler! nie wieder?" "Keine 3. Diktatur in Deutschland") und radikalem Aufstandsgefasel ("Liebe Soldaten, wir brauchen eure Hilfe") zu sehen. Neben einem Mann mit Nazi-Shirt ("Division Thüringen"), einem Compact-Fan, einem Aktivisten der extrem rechten Gewerkschaft "Zentrum" und einem bekannten Reichsbürger konnten auch einige Basis- sowie AfD-AnhängerInnen bzw. -Funktionäre beobachtet werden. Der österreichische und derzeit nach Deutschland expandierende rechte Online-TV-Sender AUF1 war mit Luftballons, Plakaten und einem "Impfbus für die Wahrheit" präsent. Wes Geistes Kind diese Leute sind, zeigte sich zum Beispiel in deren gestriger Nachrichtensendung. Da wurden die afghanischen radikal-islamistischen Taliban als Segen für die dortigen Menschen dargestellt.

Wir können mit der Zahl von etwa 500 GegendemonstrantInnen nicht zufrieden sein, bedanken uns jedoch herzlichst bei allen, die es am heutigen Samstag auf die Straße geschafft haben. Die rechtsoffenen Querdenker und Impfgegner haben "nur" 3000 Menschen angezogen. Das ist zwar einerseits eine große Zahl, aber angesichts der bundesweiten Mobilisierung und früherer Erfolge der Corona-Rebellen wird deutlich, dass deren Bäume nicht in den Himmel wachsen.

(20.8.22, ergänzt 21.8.22)

nordbayern.de ("Querdenker-Aufmarsch: Kundgebungen in Nürnberg blieben insgesamt friedlich", 20.8.22): hier klicken!

Nürnberg: Hitlergruß und rechte Parolen (August 2022)

Laut nordbayern.de (21.8.22) grölte ein 38-jähriger Mann in der Nürnberger Innenstadt den Hitlergruß und grölte "mehrfach rechtsextreme Parolen". Zuvor hatte er zwei Frauen sexuell belästigt.

nordbayern.de ("Rechte Parolen und Belästigung: Mann rastet in Nürnberger Innenstadt aus", 21.8.22): hier klicken!

Nürnberg, 20. August: Gegen die Verharmlosung der Nazizeit! Gegen den Schulterschluss von Querdenkern mit der extrem rechten Szene! / Erste Rückzieher von Team Menschenrechte & Co. aufgrund des antifaschistischen Drucks / Gegenaktionen angekündigt - Auf die Straße! (Juli/August 2022)
- mehrfach aktualisiert -

Unter Federführung von rechtsoffenen Nürnberger Querdenkern ("Team Menschenrechte Nürnberg") und obskuren Ärztegruppen aus der einschlägigen Szene mobilisieren relevante Teile der überregionalen Querdenkerszene und auch extrem rechte Medien für eine ziemlich rechtslastige Veranstaltung am 20. August in Nürnberg. Motto soll sein: "75 Jahre Nürnberger Kodex – Nie wieder Zwangsmedizin". Der 20. August 2022 ist der 75. Jahrestag der Urteilsverkündigung gegen Nazi-Ärzte im Sitzungssaal 600 des Justizpalastes in Nürnberg ("Ärzteprozess"). In diesem Rahmen wurde auch der Nürnberger Kodex verkündigt. In bisher bekannt gewordenen Querdenker-Texten wird in Bezug auf die Covid-19-Impfkampagne auf angebliche Verstöße gegen den Nürnberger Kodex verwiesen.

Die rechtsoffenen Querdenker basteln also weiter an ihrer Geschichtsumdeutung und Verharmlosung der Nazi-Ära. Sie setzen die Anti-Corona-Impfkampagne mehr oder weniger mit den Gräueltaten der Naziärzte in den KZ gleich, indem sie sich in ihrer Kritik auf den Nürnberger Kodex 1947 berufen.

In einem offenen Brief der Regionalgruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen der Ärzteorganisation IPPNW (hier klicken!) heißt es unter anderem: "Es ist eine Verhöhnung der Opfer verbrecherischer Menschenversuche, wenn die Veranstalter der Kundgebung am 20. August 2022 unter Berufung auf den Nürnberger Kodex Coronaschutzmaßnahmen mit Zwangsmedizin gleichzusetzen versuchen. Das ist gerade in Nürnberg nicht hinnehmbar".

Dazu kommt: An der Kampagne für die Veranstaltung in Nürnberg am 20. August als "Partnerorganisation" beteiligt ist auch "Zentrum Gesundheit und Soziales", ein Ableger der extrem rechten Mini-"Gewerkschaft" Zentrum (früher Zentrum Automobil). Damit findet ein Schulterschluss weit in die extrem rechte Szene hinein statt.

Nach derzeitigem Stand (19.8.22) werden die Querdenker am 20. August ab 13 Uhr auf der Wöhrder Wiese eine Kundgebung veranstalten. Aufgrund des antifaschistischen Drucks sind mittlerweile sowohl die rechtsoffene Kundgebung vor dem Gewerkschaftshaus als auch die Demo zum historischen Saal 600 vom Tisch. Zudem distanzierten sich die Veranstalter mittlerweile halbseiden vom "Zentrum" und führten dieses nicht mehr als Partnerorganisation auf. Neu hinzugekommen sind eine Querdenker-Demo von der Sebalduskirche zur Wöhrder Wiese (Start 11.30 Uhr) und ein rechter Autokorso vom Parkplatz Meistersingerhalle aus (Start 14 Uhr).

Sowohl die Gewerkschaft ver.di als auch das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg haben bereits Gegenaktionen angekündigt! Wir begrüßen den Gegenprotest und unterstützen ihn natürlich gerne! Wir halten euch hier auf dem Laufenden! Flyer von ver.di: hier klicken! Die ver.di-Demonstration beginnt um 13 Uhr am Gewerkschaftshaus und zieht nach kurzem Auftakt zum Kundgebungsort der Querdenker (Wöhrder Wiese). Das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg ruft zu einer Demonstration ab 11 Uhr vom Plärrer / Ecke Gostenhofer Hauptstraße zum Kundgebungsort der Querdenker auf.

Einen Tag vorher, am Freitag, den 19. August, findet ab 18 Uhr im Nürnberger Gewerkschaftshaus, Kornmarkt, Erdgeschoss, eine hybride Vorabendveranstaltung der Gewerkschaft ver.di zum Thema "Wer ist die Pseudo-Gewerkschaft 'Zentrum'?" mit Lukas Hezel, DGB-Bildungswerk Baden-Württemberg, statt (ver.di)

NEU NEU NEU Download des Arbeitspapiers vom August 2022 zur hiesigen Querdenkerbewegung ("Die Querdenkerbewegung in Nürnberg: Antipolitisch, irrational, rechtsoffen"): hier klicken! Allen RechercheurInnen sei an dieser Stelle herzlichst gedankt!


(Stand 19.8.22)

bayerische-staatszeitung.de ("Geschichtsklitterung befürchtet", 17.8.22): hier klicken!

Nürnberg: Rotlicht-Kneipen mit modifiziertem Reichsadler "unter deutscher Leitung" (August 2022)

Wie br.de (19.8.22) berichtete, wirbt eine Nürnberger Striptease-Kneipe namens "Böhmische Haube" mit einem modifizierten Reichsadler und dem Slogan "unter deutscher Leitung". Das zur selben GmbH gehörige "Gassenhauer" nutzt Symbol und Werbespruch ebenfalls. Offensichtlich zielt man auf ein völkisch gesinntes, sexistisches Publikum ab.

br.de ("Werben mit Reichsadler: Nazi-Vorwürfe gegen Nürnberger Stripclub", 19.8.22): hier klicken!

Fürth: Hakenkreuze auf Baustelle gesprüht (August 2022)

Laut infranken.de (17.8.22) besprühte ein 14-Jähriger auf einer Baustelle in Fürth eine Maschine, unter anderem mit Hakenkreuzen.

infranken.de ("Polizeibericht Fürth: 14-Jähriger sprühte Hakenkreuze - Festnahme", 17.8.22): hier klicken!

München: Prozess wegen Weiterführung der verbotenen Neonazi-Organisation "Blood and Honour" startet / Urteile: Gefängnistrafen auf Bewährung und Geldstrafen (Juni/August 2022)
- mehrfach aktualisiert -

In München beginnt laut Süddeutsche Zeitung (20.6.22, Printausgabe) ein Prozess gegen zehn Menschen aus der Neonaziszene wegen Weiterführung der verbotenen Neonazi-Organisation "Blood and Honour", wegen Volksverhetzung und wegen Verwendung von Nazi-Symbolen. Von den zehn Angeklagten kommen fünf aus Bayern, einer aus Stegaurach bei Bamberg.

"Blood & Honour" gilt als eine der Vorläuferstrukturen des rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU).

Update: Die Angeklagten wurden laut br.de (3.8.22) und nsu-watch (Twitter, 3.8.22) zu Geld- und Gefängnisstrafen auf Bewährung verurteilt, wegen Verstößen gegen ein Vereinigungsverbot, z.T. auch wegen Volksverhetzungsdelikten, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und unerlaubtem Besitz von Munition. Kundige BeobachterInnen sprachen von "skandalösen Deals" (Katharina Preuss, Twitter 3.8.22) und vertanen Chancen bei der Aufklärung des Blood&Honour-Netzwerks (prozess.report, Twitter 3.8.22)

(20.6.22, ergänzt 3.8. und 4.8.22)

br.de ("Bewährungs- und Geldstrafen für 'Blood & Honour'-Anhänger", 3.8.22): hier klicken!, br.de ("Prozessbeginn gegen Rechtsextremisten von Blood and Honour", 20.6.22): hier klicken!

Nürnberg: "Team Menschenrechte" wünscht RKI-Präsident Lothar Wieler den Tod (August 2022)

Die Nürnberger Querdenker-Organisation "Team Menschenrechte" (TM Nürnberg) wünscht Lothar Wieler, dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, den Tod. Im einem der eigenen Telegram-Kanäle "berichtet" TM Nürnberg zunächst über die Verleihung einer Ehrendoktorwürde an Wieler. Im nächsten Posting heißt es dann: "Schade, dass er nicht vor Freude gestorben ist wie dieser junge Mann". Das darauffolgende Posting "berichtet" dann, dass ein junger Mann vor Freude über bestandene Uni-Prüfungen gestorben sei. Menschenverachtend, zynisch, morbid: Aber wer hätte anderes aus der Querdenker-Szene erwartet.

(1.8.22)

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! / Preis 7 Euro zzgl. Porto und Versand / Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken! (Hinweis: Portokosten haben sich mittlerweile etwas erhöht)

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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