Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
Druckversion

*** Download der neuen Broschüre zu den hiesigen "Corona-Rebellen" ("Mit Nazis gegen den vermeintlichen Faschismus?") : hier klicken!
*** Live-Stream der Infoveranstaltung vom 3. November zu den hiesigen "Corona-Rebellen": hier klicken!
*** Link zur Petition der Initiative #ZeroCovid, "Das Ziel heißt Null Infektionen! Für einen solidarischen europäischen Shutdown": hier klicken!
*** Wir empfehlen nach wie vor: Gut recherchierte Hintergrundinformationen über die extrem rechte Szene in der Region und den Widerstand dagegen sind in der Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" (erschienen Herbst 2017) zu finden. Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!
*** Wir freuen uns über Spenden für unsere laufenden Aktionen und bedanken uns bei den bisherigen SpenderInnen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg / Schwarzenbruck: "Hallo Meinung" bzw. Peter Weber "recherchierte" und fiel auf eine Satire-Seite herein / "Natürlich ist keine von diesen Geschichten wahr" (Februar 2021)

Mehr als 30.000 Menschen haben einen am 22. Februar erschienenen Video-Beitrag von "Hallo Meinung", dem Medienprojekt des rechtspopulistisch tönenden Unternehmers Peter Weber aus Schwarzenbruck auf Youtube angesehen. Auch auf anderen Kanälen ist das Machwerk zu sehen. Titel: "Eine Gruppe von asozialen Vollidioten?" Darin echauffiert sich Weber, wie gewohnt, ganz "investigativ" über die kritischen Äußerungen des bekannten Schauspielers Christoph Waltz zu den "Querdenkern" und zitiert in entlarvendem Gestus aus einem Magazin namens "People with money". Darin werden vermeintliche Fakten genannt: Vermögen und laufende Einnahmen des Schauspielers, dessen persönliche Marken, Sponsoring-Verträge usw. Weber versucht offensichtlich, die Glaubwürdigkeit von Waltz durch diese Angaben zu unterminieren.

Das Schöne: Weber hat sich mit seiner "Recherche" komplett blamiert, er ist einer medienkritischen Satire-Seite auf den Leim gegangen. Ein Magazin namens "People with money" gibt es nicht und gab es nie, die von Weber zitierten Angaben über Waltz sind erfunden.

Die Seite mediamass.net, die Quelle des Ganzen, setzt sich nach eigenen Angaben das Ziel, Massenproduktion und Massenkonsum mit satirischen Mitteln zu kritisieren. Zitat: "Sensationsgier, mangelhafte Informationsprüfung, Probleme mit ethischen und professionellen Maßstäben sind lediglich Symptome der heutigen sozialen und wirtschaftlichen Ordnung. Dies wird besonders augenscheinlich, wenn man sich anschaut, welche Rolle soziale Netzwerke bei der Verbreitung von Gerüchten spielen". Es wird betont, dass der Promi-Bereich der Seite eine "humorvolle Parodie auf Klatschmagazine" darstellt. Und: "Natürlich ist keine von diesen Geschichten wahr".

(27.2.21)

Nürnberg: Stadt und Polizei verharmlosen "Corona-Rebellen" und verschweigen deren politische Agenda / Nürnberg soll kein Hotspot dieser rechtsoffenen und demokratiefeindlichen Bewegung sein und auch sonst ist alles ok? (Februar 2021)

Nürnberg soll ein Hotspot der rechtsoffenen und demokratiefeindlichen Bewegung der "Corona-Rebellen" sein? Nein, wo kämen wir denn da hin, auf gar keinen Fall! Bei Demos der Corona-LeugnerInnen werden massenhaft Regeln ignoriert und die Polizei schaut zumindest bei den größeren Kundgebungen einfach zu? Aber nein, das stimmt nicht! So könnte man - natürlich ein wenig polemisch zugespitzt - zentrale Botschaften der heutigen Pressekonferenz des Stadtrechtsdirektors Olaf Kuch und des Leitenden Polizeidirektors Hermann Guth zusammenfassen. Demonstrative Umarmungen auf der Bühne am vergangenen Samstag auf dem Kornmarkt? Hat die Polizei nicht gesehen. Und von problematischen, verschwörungsideologischen und rechtsgerichteten Inhalten war schon gar keine Rede bei der Pressekonferenz. Beruhigungstabletten für die Bevölkerung offensichtlich. "Mit Sorge", so Kuch, betrachte man dagegen die Möglichkeit, dass sich BürgerInnen bei zunehmend schönem Wetter an "beliebten Orten" versammeln könnten, zum Beispiel vor Eisdielen (infranken.de, 25.2.21). Ja super, das musste ja mal gesagt werden!

Unsere Position ist folgende: Wir wundern uns immer wieder, wie die Polizei vor allem bei größeren Versammlungen der rechtsoffenen Corona-Leugner diese mit Samthandschuhen anfasst. Am Samstagabend, 800 "Corona-Rebellen" hatten sich zum Teil eng und zu einem nicht geringen Teil ohne Maske auf dem Kornmarkt versammelt, war seitens der Polizei Laissez-faire angesagt. Wir fragen uns: Wie glaubwürdig ist es, dass ein Drittel der TeilnehmerInnen Atteste gehabt haben sollen? Warum hat die Polizei es hingenommen, wenn TeilnehmerInnen nach Passieren des Einlasses ihre Maske herunterzogen? Warum durfte der Hauptredner Samuel E. unbeanstandet viele Menschen demonstrativ umarmen? Warum wurde nach dem anfänglichen Verbot von Partymusik durch die Polizei diese dann später wieder geduldet? Warum wurde Samuel E. trotz seines offensichtlichen Verstoßes gegen die Quarantänepflicht bei Einreise auf der Bühne belassen und nicht umgehend isoliert? Also unterm Strich: Warum lässt die Polizei ein zweites Mal nach dem 4. Januar im Ergebnis die rechtsoffenen Corona-Schwurbler einfach gewähren? Sind dort doch mehr Sympathien für jene vorhanden, als Polizeipräsident Fertinger im Januar zugeben wollte?

(25.2.21)

infranken.de ("Streit um Corona-Demos in Nürnberg - Polizei und Stadt äußern sich", 25.2.21): hier klicken!

Höchstädt (Lkr. Wunsiedel): "Corona-Rebell" randalierte in Bäckerei (Februar 2021)

Laut infranken.de (25.2.21) randalierte ein "Corona-Rebell" in einer Bäckerei im oberfränkischen Ort Höchstädt, nachdem ihn das Personal wegen fehlender Maske zur Rede gestellt hatte. Der laut Polizei bayernweit bekannte Mann zerschlug eine Glasvitrine, nahm einen Kuchen heraus und aß ihn vor den Augen des Personals auf.

infranken.de ("Kurioser Vorfall: Masken-Verweigerer zerschlägt Bäckerei-Vitrine, klaut Kuchen und isst ihn vor den Augen der Angestellten", 25.2.21): hier klicken!

Nürnberg, 19. Februar: Erster Jahrestag der rassistischen Mordserie in Hanau / Kein Vergeben, kein Vergessen, gemeinsam gegen Rassismus! / Mindestens 800 Menschen auf dem Kornmarkt gedachten der Opfer und stellten kritische Fragen (Februar 2021)
- aktualisiert -

Mindestens 800 Menschen versammelten sich am 19. Februar auf dem Nürnberger Kornmarkt und gedachten der rassistischen Mordserie in Hanau vor einem Jahr, die noch immer nicht vollständig aufgeklärt ist. Mobilisiert hatten verschiedene Jugendgruppen, aber auch das Nürnberger Bündnis Nazistopp. Birgit Mair sprach für unser Bündnis und für den Arbeitskreis Antifaschismus der ver.di Mittelfranken. Ihre Rede könnt ihr hier nachlesen.


Nürnberg, 19. Februar: Gedenkkundgebung auf dem Kornmarkt zum ersten Jahrestag der rassistischen Mordserie in Hanau (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Ein mutmaßlicher Spion der Nürnberger "Corona-Rebellen" hat die Kundgebung eine Zeit lang beobachtet und zog dann wieder ab. Die hohe Zahl der TeilnehmerInnen hat auch die OrganisatorInnen überrascht.

(19.2.21, aktualisiert 22.2.21)

nordbayern.de ("Nürnberg: Hunderte gedenken der Opfer von Hanau", 21.2.21): hier klicken!

Fürth/Wilhermsdorf: 59-jähriger gewalttätiger Selbstverwalter, Reichsbürger oder was auch immer zu Bewährungsstrafe verurteilt (Februar 2021)

Laut Fürther Nachrichten (Printausgabe, 22.2.21) wurde ein 59-jähriger Selbstverwalter, Reichsbürger oder was auch immer wegen tätlichen Angriffs und Widerstand gegen Polizisten mit Körperverletzung und versuchter Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt.

Der Wilhermsdorfer wollte zunächst 70 Euro wegen zu schnellen Fahrens nicht bezahlen. Als dann deswegen Polizisten bei ihm auftauchten, zweifelte er aggressiv die Echtheit ihrer Dienstausweise und die Echtheit des Haftbefehls an. Und: "Für den Fall einer Vollstreckung kündigte er gewaltsamen Widerstand an und versuchte, die Beamten aus dem Haus zu werfen". In der Folge kam es zu einem Gerangel; der nun Verurteilte schlug einen Polizisten ins Gesicht.

Das Urteil ist vermutlich noch nicht rechtskräftig.

(22.2.21)

Nürnberg: Corona-Hinweisschilder am Leipziger Platz zerstört (Februar 2021)

Wie nordbayern.de (21.2.21) berichtete, wurden in Nürnberg am Leipziger Platz mindestens achtzehn Corona-Hinweisschilder zerstört. Vor ein paar Wochen gab es in Lauf eine ähnliche Zerstörungsserie (wir berichteten).

nordbayern.de ("Nürnberg: Unbekannte zerstören 18 Corona-Hinweisschilder", 21.2.21): hier klicken!

Greding: Initiatíve "Greding ist bunt" kritisiert passive und ignorante LokalpolitikerInnen angesichts permanenter AfD-Hetze aus dem "Hippodrom" (Februar 2021)

Seit Jahren belästigen verschiedene, auch überregionale AfD-Gliederungen die mittelfränkische Stadt Greding. Am Stadtrand gelegen, bietet das bereitwillig vermietete "Hippodrom" eine reichlich genutzte Möglichkeit für die rechte Partei, sich weitgehend ungestört versammeln und hetzen zu können. Die Initiative "Greding ist bunt", die bereits mehrere Protestveranstaltungen gegen die AfD vor Ort organisiert hat (wir berichteten), fordert laut donaukurier.de (18.2.21) ein Ende des "wohlwollenden Raushaltens" der lokalen Amts- und Mandatsträger.

donaukurier.de ("Nach AfD-Stream: Gredinger Initiative fordert Bekenntnis von Lokalpolitik", 18.2.21): hier klicken!

Nürnberg / Berlin: Der Nürnberger AfD-MdB Martin Sichert erklärte wieder mal den Kapitalismus und verteufelte Sozialpolitik / Kommentar aus dem Bundestagsplenum: "Sie sind doch frei! Sie dürfen sogar solchen Unsinn hier erzählen! Sie sind völlig frei!" (Februar 2021)

Der Nürnberger AfD-Bundestagsabgeordnete und Diplom-Kaufmann Martin Sichert sitzt im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales und redet im Parlamentsplenum gerne mal am Thema vorbei, was ihm schon zahlreiche lustige Zwischenrufe eingebracht hat. Am 11. Februar wurde in Berlin unter anderem ein Antrag der Linkspartei diskutiert, ein Mindest-Kurzarbeitergeld zügig einzuführen. Und was macht der Diplom-Kaufmann? Er referiert zum wiederholten Mal zum Thema "Sozialismus", der "letzlich zu Elend und unsäglichem Leid" führe. Und, wohlgemerkt, schon Kurzarbeitergeld ist für ihn "Sozialismus"!

Richtigerweise stellt Sichert zunächst fest, dass die Löhne zu niedrig seien, sieht dann allerdings die Lösung nicht im Kampf für mehr Geld auf der Hand, sondern in einer Rückkehr zum verklärten Kapitalismus der 60er und 70er Jahre: "Es gab Zeiten in Deutschland, da brauchte es keinen Mindestlohn; da hat ein Arbeiter so gut verdient, dass er die Familie ernähren und nebenbei noch ein Haus bauen konnte". Fälschlicherweise meint er, damals sei der ökonomische Sektor weniger reguliert worden und gibt zum x-ten Mal das unsoziale Credo aus: "Also weg mit noch mehr Regelungen!" Als ob nicht die "Freiheit" der Wirtschaft und der Wegfall vieler Regulierungen zum heutigen Zustand, unter anderem zu niedrigeren Löhnen, geführt hätte. Aber egal.

So ab der Mitte seiner Rede kommt dann der erwartete Schlenker zu einem ganz anderen Thema, hier: Die Corona-Politik der Bundesregierung. Auch hier erst einmal eine teilweise richtige Kritik am Chaos und an der Inkonsequenz diverser staatlicher Regulierungen. Aber anstelle einer Forderung nach mehr Konsequenz etwa à la #ZeroCovid und einer Zurückweisung des ständigen Störfeuers von egoistischen und profitgierigen Wirtschaftslobbyisten, stößt er wie die meisten AfDler und auch nicht zum ersten Mal ins Horn der irrationalen Corona-LeugnerInnen (unter anderem: "Sie verbieten gerade Millionen Menschen ein Leben in Würde" / "Dazu kommt, dass dieser Lockdown keine Grundlage hat" / "Eine Epidemie sieht definitiv anders aus").

Fazit: Sichert vertritt stramm die Interessen der Wohlhabenden, täuscht ein Interesse an den Lebenslagen der Ärmeren an und ist im Kern nicht weit entfernt von Hardcore-Lobbyisten der Großwirtschaft wie IW-Chef Michael Hüther, der jüngst verkündete: "Müssen Corona-Tote hinnehmen".

(18.2.21)

Nürnberg: Rechtes Drohschreiben gegen Linkspartei und Stadtrat Titus Schüller (Februar 2021)

Wie uns mitgeteilt wurde, erhielt das Nürnberger Büro der Linkspartei einen mutmaßlich rechten Drohbief. Darin wird sich danach gesehnt, den in Gostenhof gelegenen Jamnitzer Platz "in eine große Gaskammer" umzufunktionieren. Das kann nur als morbide Begeisterung über Massenmord an Linken und an BewohnerInnen des Stadtteils verstanden werden.

In den weiteren Absätzen des Schreibens werden der linke Stadtrat Titus Schüller beschimpft und eine Schmieraktion am Linken-Büro angekündigt.

(10.2.21)

nordbayern.de ("Morddrohungen gegen Nürnbergs Linken-Stadtrat Titus Schüller", 10.2.21): hier klicken!, br.de ("Morddrohung gegen Nürnberger Linken-Stadtrat", 10.2.21): hier klicken!

Bayreuth: Hitlergruß, "Sieg Heil" und "Heil Hitler" (Februar 2021)

Laut infranken.de (13.2.21) randalierten zwei Männer auf einem Bayreuther Supermarktparkplatz. Nachdem einer der beiden in Gewahrsam genommen worden war, zeigte er in der Zelle den Polizeibeamten gegenüber mehrfach den Hitlergruß, skandierte "Sieg Heil" und "Heil Hitler".

infranken.de ("Mit nacktem Hintern und 'Sieg Heil!'-Rufen: Betrunkene randalieren auf Aldi-Parkplatz", 13.2.21): hier klicken!

Landkreis Schweinfurt: Anschlag auf ICE vermutlich von "Corona-Rebellen" verübt (Februar 2021)

Wie verschiedene Medien (11.2.21) berichteten, hat die Polizei Verdächtige ermittelt, die am 6. Januar einen Anschlag auf einen ICE auf der Strecke zwischen den Orten Waigolshausen und Gemünden (Unterfranken) verübt haben sollen. Dabei handele es sich unter anderem um einen 36-jährigen Mann und dessen Ehefrau aus dem Landkreis Bad Kissingen (ebenfalls Unterfranken). Drei Wohnungen im Landkreis Bad Kissingen sollen durchsucht worden sein. Ein Polizeisprecher vermute das Motiv "im Bereich einer Protestaktion von Corona-Leugnern".

Die Vorgeschichte: Am 6. Januar durchfuhr ein aus Schweinfurt kommender ICE eine über ein Holzgestell gespannte Plane mit der Aufschrift "Dieses Mal Fake". Der Zug musste notbremsen. Auch an anderen Stellen der Strecke waren derartige Konstruktionen angebracht.

infranken.de ("Anschlag auf ICE-Strecke in Unterfranken: Protest-Aktion von 'Corona-Leugnern'?", 11.2.21): hier klicken! zeit.de ("Anschlag auf ICE mutmaßlich von Corona-Gegnern verübt", 11.2.21): hier klicken!

Hof / Nürnberg: Nazi-Hetzerin vor Gericht / Marianne W.: "Verleumdung der friedlichen nationalsozialistischen Revolution" (Februar 2021)
- aktualisiert -

Wie Mainpost (11.2.21, Printausgabe) berichtete, fand kürzlich in Hof der sechste Verhandlungstag gegen die oberfränkische Holocaust-Leugnerin Marianne W. statt. Die 67-jährige Rentnerin leugnete vor Gericht erneut offen den Holocaust, beschrieb NS-Konzentrationslager als eine Art Vorläufer der Berufsbildungswerke und wehrte sich gegen die "Verleumdung der friedlichen nationalsozialistischen Revolution".

Die Vorgeschichte: Marianne W. beteiligte sich am 30. Juni 2018 an der Holocaust-Leugner-Demonstration in Nürnberg als einschlägige Rednerin. Wir schrieben damals: "Eine in Oberfranken lebende Frau - sie nannte ihren Namen und ihre Adresse auf der Bühne - begeisterte das rechte Publikum mit der Aussage, ein ihr bekannter Jude habe - sinngemäß - zugegeben, dass der Holocaust eine Erfindung sei. Sie steigerte sich schließlich in eine Anklage gegen 'Kommissare' und 'Partisanen', die 'Millionen' deutscher Wehrmachtssoldaten brutal und sadistisch und selbstverständlich heimtückisch ermordet hätten. Wir wissen, was der 'Kommissarbefehl' und die 'Partisanenbekämpfung' in Wirklichkeit bedeuteten: Die brutale Ermordung der osteuropäischen Juden und weiterer Teile der dort ansässigen Bevölkerung. Auf der Bühne wurden also klassische Nazilügen zum Besten gegeben".

Frau W. ist wegen ihrer Rede in Nürnberg, aber auch wegen anderen Äußerungen angeklagt. So soll sie zum Beispiel Mitarbeiter des Hofer SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt am Telefon mit den Worten "Sozialisten, Kommunistenpack, ihr gehört alle erschossen" bedroht haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

(11.2.21)

br.de ("Hof: Berufungsprozess wegen Holocaustleugnung", 2.11.20): hier klicken!

Nürnberg: Mutmaßliche Reichsbürgerin drohte mit Gewalt (Februar 2021)

Laut nordbayern.de (9.2.21) drohte eine mutmaßliche Reichsbürgerin (56) einer Nachbarin durch Vorzeigen von Messer und Tränengas-Spray. Anhängerin der Reichsbürgerbewegung sei sie nach Angaben der Polizei.

nordbayern.de ("SEK-Einsatz in Nürnberg: Mutmaßliche 'Reichsbürgerin' verschanzt sich nach Streit", 9.2.21): hier klicken!

Nürnberg: Hakenkreuz-Schmiererei an der Theodor-Heuss-Brücke (Februar 2021)

Wie nordbayern.de (9.2.21) schrieb, schmierten Unbekannte mehrere Hakenkreuze auf eine Wand unterhalb der Nürnberger Theodor-Heuss-Brücke.

nordbayern.de ("Nürnberg: Theodor-Heuss-Brücke mit Hakenkreuzen beschmiert", 9.2.21): hier klicken!

Lonnerstadt (Lkr. Erlangen-Höchstadt): Rechte Parolen auf Kunst geschmiert (Februar 2021)

nordbayern.de (9.2.21) meldete, dass das Kunstwerk eines Street-Art-Künstlers im mittelfränkischen Lonnerstadt mit "Nazisymbolen" beschmiert worden ist.

nordbayern.de ("'Aischtal-Phantom': Schmierereien überdecken Kunst in Lonnerstadt", 9.2.21): hier klicken!

Nürnberg: Hat die "Corona-Rebellen"-Szene nun "Satan" entdeckt? / Mittelalterliche Bewusstseinsformen wieder en vogue? (Februar 2021)
- aktualisiert -

In Krisenzeiten werden nicht selten rückwärtsgewandte geistige Strömungen an die gesellschaftliche Oberfläche gespült. Manchmal auch an die Oberfläche von Hauswänden.

Trotz dieses Wissens hat uns eine Wandschmiererei in der Nähe des Gebäudes der Nürnberger Nachrichten ratlos gemacht. Die Parole lautet: "Gates & Soros = Satans Gehilfen". Ist das nun Kritik an einzelnen reichen US-Amerikanern und / oder JüdInnen (Soros ist Jude) mit den geistigen Instrumenten des Mittelalters? Ist "Satan" jetzt an allem Schuld? Streben die Wandschmierer eine Hexenverfolgung an? Und wir fragen uns natürlich: Wer ist denn der "Gott", der offensichtlich auf Seiten der Pinselschwinger steht?

Diesmal ratlos: Das Nürnberger Bündnis Nazistopp.

Update: Weitere Schmierereien dieser Art im Nürnberger Stadtgebiet wurden uns berichtet. An den Wänden eines Fußgänger- und Fahrradtunnels im Bereich Wöhrder Wiese liest man oberhalb eines durchgestrichenen eher linken Slogans: "Gates ist der Satan!" sowie "Judas". Antisemitismus in Reinkultur. Rechter Bullshit. Und nein, das ist keine Kritik am Kapitalismus.

(8.2.21, ergänzt 10.2.21)

Nürnberg: LKW einer Abbruchfirma mit extrem rechter Propaganda / "Deutsches Führerhaus" (Februar 2021)
- ergänzt -

Wie uns mitgeteilt wurde, war hinter der Windschutzscheibe eines LKW im Nürnberger Innenstadtgebiet ein Schild mit der Aufschrift "Deutsches Führerhaus" und zwei eisernen Kreuzen zu sehen. Die Abrissfirma aus dem Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz) war im Auftrag des Nürnberger Kolpinghauses tätig.

Nach Intervention eines Passanten beim Kolpinghaus wurde das gut sichtbare Schild rasch entfernt.

Update: Ebenfalls vor ein paar Tagen stand ein LKW einer Transport- und Logistikfirma mit Nürnberger Kennzeichen am Berliner Platz. Auf der Rückwand der Ladefläche stand zu lesen: “Über Afrika lacht die Sonne / Über Deutschland lacht die ganze Welt“.

(4.2.21, ergänzt 5.2.21)

Hirschaid: Synagogengedenkstein mit Farbe beschmiert / Antisemitische Attacke (Februar 2021)

Laut tvo.de (1.2.21) beschmierten Unbekannte den Gedenkstein der ehemaligen Synagoge im oberfränkischen Hirschaid mit Farbe.

Die Hirschaider Synagoge wurde 1938 durch SA-Angehörige aus Bamberg niedergebrannt. Zahlreiche in dem Ort ansässige Jüdinnen und Juden wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

tvo.de ("Hirschaid: Denkmal mit Farbe beschmiert", 1.2.21): hier klicken!

Lauf, 31. Januar: Zweihundert gegen die "Corona-Rebellen / Ein Oberarzt des Nürnberger Klinikums über die Coronaleugner-Szene: "Das ist hirnfrei" (Januar 2021)
- aktualisiert -

Am 31. Januar demonstrierten im mittelfränkischen Lauf in der Spitze etwa 200 Menschen gegen die dort angetretenen mindestens 300 "Corona-Rebellen", die auch überregional mobilisiert hatten. Protestschilder à la "Eure Yogadecken haben braune Flecken" oder an Häuserfassaden gehängte Plakate wie "Raus aus Lauf" transportierten die Stimmung eines Teils der örtlichen Bevölkerung.


Lauf, 31. Januar: Gegen die "Corona-Rebellen" in Lauf (Fotos: Rüdiger Löster)

Unter den GegendemonstrantInnen befanden sich wohl auch der örtliche Bürgermeister und der Landrat.

Bei den "Corona-Rebellen" agierten undercover AfD-Leute und präsentierten ihre bekannten Schilder im typischen Parteidesign. Auch ein christlicher Fundamentalist mit Jesus-Botschaft war zu sehen.

Ein Oberarzt des Nürnberger Klinikums war angesichts der jüngsten Demonstrationen der Coronaleugner-Szene und angesichts der nach wie vor zahlreichen Covid-19-Erkrankten fassungslos. "Das ist hirnfrei!", äußerte er sich über die irrationale, rechtsoffene Bewegung (1.2.21).

br.de ("'Das ist hirnfrei!' Oberarzt entsetzt über Corona-Leugner", 1.2.21): hier klicken!, nordbayern.de ("Corona-Demo in Lauf: Fragwürdige Schilder und viel Polizei", 31.1.21): hier klicken!

Lauf an der Pegnitz, 31. Januar: Gegen die rechtsoffenen "Corona-Rebellen"! Solidarität statt Verschwörungswahn! (Januar 2021)
- aktualisiert -

Die rechtsoffene Nürnberger "Corona-Rebellen"-Initiative "Querdenken911" will am kommenden Sonntag in Lauf demonstrieren. Ursprünglich wollte sie eine Demonstration von der Heldenwiese in die Innenstadt durchführen, dies wurde jedoch verboten.

Gegen die rechtsoffene Kundgebung wird vor Ort protestiert, was wir sehr begrüßen.

Gegenkundgebung in Lauf an der Pegnitz am 31. Januar von 13.30 bis 15.00 Uhr am unteren Marktplatz zwischen Johanniskirche und "Altes Rathaus". Es gilt Maskenpflicht!

Aus dem Aufruf zur Gegenkundgebung in Lauf: "Nachdem am Freitag, den 22.01.2021 eine Maskenkontrolle nach einer Coronaleugner-Demo völlig aus dem Ruder gelaufen ist und die Laufer Polizei von sogenannten Querdenker*innen angegriffen wurde, plant Querdenken 911 eine Demonstration am Laufer Marktplatz. Dies auch noch unter dem Motto "Zammhalten, statt Spaltung" und der Angabe, dass sie ja friedlich wären.

Dies unterstellt in perfider Art und Weise, dass die Gewalt am vergangenen Freitag von der Polizei ausgegangen wäre. Ein von den Corona-Leugnern selbst veröffentlichtes Video zeigt, dass dies wohl eher als klassische Täter-Opfer Umkehr zu werten ist. Der Begriff "Zammhalten" ist das Motto der Stadt Lauf während der Pandemie. Dass Querdenken sich dieses Motto nach Angriffen auf Laufer Polizisten zu eigen macht, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

Man kann und muss einige Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung kritisieren, vor allem im sozialen Bereich und die absolut grottige "Hilfe" für Soloselbständige, Künstler*innen und die Gastronomie. Ja, wir müssen die Einschränkung von Grundrechten genau beobachten und die Einschränkungen müssen nach der Pandemie komplett zurückgenommen werden. Aber Verschwörungsgeschwurbel, Lügen und Übergriffe helfen niemandem (...)"
.

n-land.de ("Querdenker und Gegendemonstranten", 29.1.21): hier klicken!, n-land.de ("Querdenker wollen in Lauf demonstrieren", 29.1.21): hier klicken!, nordbayern.de ("Nach Eskalation: Querdenker wollen in Lauf demonstrieren", 29.1.21): hier klicken!

Erlangen: Hitler-Bild und "Heil Hitler" beim Online-Unterricht (Januar 2021)

Wie infranken.de (28.1.21) schrieb, bekamen SchülerInnen einer Erlanger Schule während des Online-Unterrichts ein Hitler-Bild und die Naziparole "Heil Hitler" präsentiert. Die Lehrerin schaltete die SchülerInnen schnell weg. Wer war's? Das ist bis jetzt nicht bekannt.

infranken.de ("Schock für Schulklasse: Online-Unterricht mit Hitler-Bild unterbrochen", 28.1.21): hier klicken!

Nürnberg: Hitlergruß vor dem Hauptbahnhof (Januar 2021)

laut nordbayern.de (27.1.21) zeigte ein 51-jähriger Mann vor dem Nürnberger Hauptbahnhof den Hitlergruß.

nordbayern.de ("Videoüberwachung zeichnete 'Hitlergruß' vor dem Hauptbahnhof auf", 27.1.21): hier klicken!

Nürnberg: Schaufensterfront mit rassistischen Parolen am Hauptmarkt (Januar 2021)

Die Schaufensterfront eines Souvenirladens auf der Westseite des Hauptmarkts gleicht einer rechten Plakatwand. Die Plakate wurden aber nicht etwa von außen aufgeklebt, sondern befinden sich im Inneren der Schaufensterscheiben, müssen also vom Inhaber selbst angebracht worden sein.

Man liest dort unter anderem: "Ehemaliger Adolf-Hitler-Platz / Müssen wir in Zukunft Adolf Hitler Souvenirs verkaufen?" (Fehler im Original). Diese falsche und die Nazizeit verharmlosende Gleichsetzerei kennen wir zu Genüge aus der "Corona-Rebellen"-Szene. Aber in diesem Fall kommen auch deutlich rassistische und völkische Töne dazu: "Die Bundesregierung" habe weder "die Immigrationswelle, die Coronawelle" noch "die Insolvenzwelle" verhindern können, und jetzt gebe es auch noch "die Steuerwelle". Auf einem anderen Plakat wird in Bezug auf die Aufnahme von Geflüchteten beklagt, dass "die angesparten wirtschaftlichen Reserven eines vereinigten Volkes fremden Personen geschenkt" werden würden.

(28.1.21)

br.de ("Nazi-Vergleiche am Hauptmarkt: Nürnberger OB entsetzt", 3.2.21): hier klicken!, nordbayern.de ("Händler macht Hauptmarkt zum 'Adolf-Hitler-Platz': Wirbel um rechten Hass in Schaufenster", 2.2.21): hier klicken!

Leinburg-Diepersdorf: Mutmaßliche Rechtsterroristin angeklagt / Aktiv bei der Neonazipartei "Der III. Weg" / Kontakte zum NSU-Umfeld? (Januar 2021)
- mehrfach aktualisiert -

Die 55-jährige Susanne G., ehemals als Heilpraktikerin in Leinburg-Diepersdorf tätig, sitzt in Untersuchungshaft und wird nach verschiedenen Medienberichten (27.1.21) nun wegen des Vorwurfs angeklagt, sie habe Brandanschläge vorbereitet. Der Generalbundesanwalt (GBA) veröffentlichte eine Pressemitteilung (27.1.21), in der der Frau eine "von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit geprägte Grundhaltung" attestiert wird. Sie habe "spätestens ab Ende Mai 2020 einen Brandanschlag auf Amtsträger oder Menschen muslimischen Glaubens" vorbereitet und sich zu diesem Zweck entsprechende Informationen im Internet organisiert (Umgang mit Sprengstoffen usw.). Sie habe sich aber auch die Materialien für Brandanschläge besorgt, nämlich "Benzin, Kartuschen mit einem Propan/Butan-Gasgemisch, Feuerwerkskörper und Zündschnüre". Im Sommer 2020 habe sie "Polizeibeamte und einen fränkischen Mandatsträger als mögliche Anschlagsopfer" ausgespäht.

Vorangegangen war eine Serie von sechs Drohbriefen an die türkisch-islamische Gemeinde in Röthenbach, zwei Kommunalpolitiker und einen Verein, der Geflüchtete unterstützt (wir berichteten im März 2020). Interessant: Die Drohbriefserie flog bereits im März 2020 auf. Die Vorbereitungen auf die Brandanschläge müssen, folgt man den Angaben des GBA, danach geschehen sein. Laut sueddeutsche.de und spiegel.de (27.1.21) war die mutmaßliche Rechtsterroristin in dieser Zeit abgetaucht, lebte zeitweise in einem Fürther Hotel.

Susanne G. war unter anderem im Rahmen der Neonazipartei "Der III. Weg" aktiv, beteiligte sich an deren Demonstrationen, fungierte auch als Ordnerin. Wie spiegel.de (27.1.21) berichtete, war sie zudem im Bereich der neonazistischen Gefangenenhilfe aktiv und hatte in dieser Funktion Kontakt zu den NSU-Unterstützern Ralf Wohlleben und André E. Zuletzt wurde unter anderem bekannt (tagesschau.de, 29.1.21), dass die extrem rechte Heilpraktikerin den NSU-Unterstützer André E. am Gefängnis abgeholt haben soll, als dieser aus der Haft entlassen wurde.

tagesschau.de ("Die Gefährderin", 29.1.21): hier klicken!, belltower.news ("Papierterrorismus als bewaffnete Bedrohung", 28.1.21): hier klicken!, spiegel.de ("Neonazi-Aktivistin soll Landrat mit Erschießung gedroht haben", 27.1.21): hier klicken!, sueddeutsche.de ("Patronen in der Glückwunschkarte", 27.1.21): hier klicken!, bnr.de ("Pläne für rechte Terrortat enttarnt", 27.1.21): hier klicken!, br.de ("Rechtsextremistin aus Franken soll Brandanschlag geplant haben", 27.1.21): hier klicken!, tagesspiegel.de ("Bundesanwaltschaft erhebt erstmals Anklage gegen rechtsextreme Einzeltäterin", 27.1.21): hier klicken!

Nürnberg/Fürth/Bamberg: Aktivist von "Stayawake Bamberg" verbreitete völkische und Reichsbürgerpropaganda im Internet / "Diesen Geist wieder im Volk wecken, kämpfen, aber auch sterben fürs Volk" (Januar 2021)

"Stayawake Bamberg" ist eine "Corona-Rebellen"-Initiative, die am 17. Januar zur verbotenen Kundgebung nach Fürth mobilisierte und die an diesem Tag vermutlich auch in Nürnberg aufgeschlagen wäre, falls der überregionale Tross das entschieden hätte.

Auf der Facebook-Seite dieser Initiative findet man das übliche inhaltliche Sammelsurium der "Corona-Rebellen" inklusive diverser Links zu extrem rechten Seiten wie compact-online.de.

Es gibt Indizien dafür, dass diese Initiative auch überregional aktiv ist. "Oli", ein Aktivist, streamte am 23. Januar eine einschlägige Versammlung aus Erfurt, die unseres Erachtens volksverhetzenden Charakter trug. Dort wurde vor mehreren hundert Leuten gehetzt, was das Zeug hielt und nicht mal der Anschein von "Bürgerlichkeit" gewahrt. So meinte der dortige Redner Heinrich Fiechtner, AfD-naher MdL aus Baden-Württemberg, Angela Merkel wäre schlimmer als Adolf Hitler. Ein Frank Haußner aus Zeulnroda agitierte im Reichsbürgerstil, bezeichnete PolizistInnen als "uniformierte Werkschutzeinheiten". Der Mann betonte schließlich: "Volk und Heimat sind unser höchstes Gut". In eine ähnliche Reichsbürger-Kerbe schlug einer der Moderatoren, seines Zeichens Fitnessstudio-Inhaber, der die Thüringer Landesregierung und die Bundesregierung als illegal bezeichnete. Und last but not least sprach "Oli" am Rande der Kundgebung ausführlich mit Nikolai Nerling, einem Aktivisten aus der völkischen und Holocaustleugner-Szene. Der durfte seinen völkischen Schmarrn absondern, gegen Linke hetzen, extrem rechte und neonazistische Parteien bejahen und schließlich sein nationalistisches und völkisches Glaubensbekenntnis vortragen: "Diesen Geist wieder im Volk wecken, kämpfen, aber auch sterben fürs Volk".

Die Umwälzung, für die in Erfurt am 23. Januar von einigen Rednern geworben wurde, ist offensichtlich eine nationale, eine völkische, eine faschistische. Und eine Bamberger Initiative verbreitet das.

(24.1.21)

Lauf: "Corona-Rebellen" griffen nach Maskenkontrolle Polizei an (Januar 2021)

Wie n-land.de (23.1.21) schrieb, kam es nach einer "Corona-Rebellen"-Kundgebung im mittelfränkischen Lauf, zu der auch die Nürnberger Gruppe Querdenken911 mobilisiert hatte, zu heftigen Zusammenstößen von TeilnehmerInnen mit der Polizei.

Eine renitente 52-Jährige weigerte sich, eine Maske zu tragen und zeigte nach Beendigung der Veranstaltung ein möglicherweise falsches Attest vor. Etwa zwanzig "Corona-Rebellen" solidarisierten sich daraufhin mit der Frau, forderten diese auf, Widerstand zu leisten, bedrängten die Beamten. Schließlich stürmte ein 39-jähriger Mann auf die Polizisten zu, griff diese körperlich an und wurde schließlich überwältigt. Ein weiterer Mann wurde zeitweise festgehalten, weil er einem Platzverweis nicht Folge leistete. Drei Beamte wurden bei dem Einsatz verletzt.

Die Laufer "Corona-Rebellen"-Szene scheint ziemlich militant unterwegs zu sein. Eine Radikalisierungstendenz ist nicht zu übersehen. Ein weiterer Hinweis darauf: Rund um den Laufer Marktplatz, auf dem Maskenpflicht herrscht, wurden bereits 25 Hinweisschilder beschädigt.

n-land.de ("Viel Solidarität für die Polizei", 24.1.21): hier klicken!, n-land.de ("Masken-Kontrolle eskaliert", 23.1.21): hier klicken!, n-land.de ("Frust entlädt sich an Schildern", 22.1.21): hier klicken!

Fürth/Schwarzenbruck: FW-Stadträtin Heidi Lau im Stammtischgespräch mit dem rechtspopulistisch tönenden "Hallo-Meinung"-Unternehmer Peter Weber / "Wir dürfen keinen Nationalstolz mehr haben" (Januar 2021)

Die Fürther Freie-Wähler-Stadträtin und ehemalige Biologielehrerin Heidi Lau scheint nun da angekommen zu sein, wo sie schon immer hinwollte: Im Kreis rechter Internet-Influencer. So unterhielt sie sich vor ein paar Tagen gutgelaunt mit dem Schwarzenbrucker "Hallo-Meinung"-Unternehmer Peter Weber und sprach "Klartext", so die Ankündigung.

Welcher "Klartext" wurde da gesprochen? Kurz zusammengefasst ging es um zwei zentrale Themenkomplexe neuerer rechter Bewegungen und Parteien. Erstens äußerte sich Lau stark abwertend über Geflüchtete und "des Klientel, des mit Migrationshintergrund ist (sic!)" und folgte hier gerne den Einschätzungen des rechtsgerichteten Unternehmers Weber, der sich vor dem Hintergrund seiner Berliner Herkunft als Experte für die dortigen Stadtteile Kreuzberg und Neukölln ("Bittere Erkenntnislagen") produzierte.

Zweitens schwurbelte die Realschullehrerin im Ruhestand ganz szenekonform über die derzeitige Corona-Politik der Bundesregierung, ohne Alternativen anzugeben, zeigte sich solidarisch mit dem "im Widerstand tätigen Herrn Hilz" (Ex-Polizist, der bei den "Corona-Rebellen aktiv ist) und berichtete in diesem Zusammenhang ganz stolz über eine sorglose Ansammlung vieler Menschen, die mit ihren Kindern beim Rodeln waren ("keine Abstände, keine Masken"). Lustigerweise warb Lau dann für eine openPetition-Aktion ("Keine Einführung einer FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel in Bayern"), die nur 523 Unterstützende fand und mittlerweile bereits wieder beendet worden ist.

An einigen Stellen brach bei der Kommunalpolitikerin der nationalistische Mief durch. So beklagte sie etwa: "Wir dürfen keinen Nationalstolz mehr haben". Und nach der Rechtsaußen-Krititk an der Bundeskanzlerin ("Sie hätte 2015 sagen sollen 'Bleiben Sie zu Hause' und 2020 'Wir schaffen das'") wird Frau Lau doch sicher gleich einen Aufnahmeantrag der AfD zugeschickt bekommen haben?

Vorgeschichte: Im Frühjahr 2020 nahm die Kritik an der Fürther FW-Stadträtin Heidi Lau wegen ihrer rechtspopulistischen Äußerungen erneut zu. Selbst von der örtlichen CSU kam harsche Zurückweisung: Man lehne nun jede Zusammenarbeit mit der "nach rechts abdriftenden Freien-Wähler-Stadträtin Heidi Lau ab" (nordbayern.de, 13.5.20). Im Januar 2020 hatte sich die Stadträtin via Twitter positiv über die teilweise rechtsoffene oder von Rechten mitorganisierte Aktion "Fridays gegen Altersarmut" geäußert. Bereits zuvor habe sie laut Medienberichten Posts der AfD-Politikerin Alice Weidel und weiteres dubioses Material im Internet geteilt. Und so weiter und so fort. Und bereits im Jahr 2014 flog Frau Lau aus der Plenumssitzung des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus, unter anderem, weil sie damals im Stadtrat in Form einer Ausschussgemeinschaft mit den extrem rechten Republikanern agierte.

(22.1.21)

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! / Preis 7 Euro zzgl. Porto und Versand / Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizensiert nach der Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 2.0 Lizenz. Quellenangabe bei der Verwendung von Texten dieser Homepage: www.nazistopp-nuernberg.de